WWW.EUROZINE.COM- Eine europäische Kultur- und Literaturzeitschrift im Internet (Cornelia Nalepk)

eurozine ist eine virtuelle Kulturzeitschrift, die die neuen Möglichkeiten des "World Wide Web" nutzt, um die real existierenden europäischen Kulturzeitschriften besser untereinander zu vernetzen und ihre Präsenz in der Öffentlichkeit international zu verstärken. Über diese Funktionen hinaus hat eurozine den Ehrgeiz, ein originäres Magazin zu sein, das anspruchsvolle Texte, Bilder und Dienste anbietet. Derzeit sind fünfzehn aktive Partner-Magazine mit ihren Porträts und Textbeiträgen in fünf verschiedenen Sprachen online.

Die Realisierung dieser Idee kann sich auf einen bereits seit 1983 bestehenden informellen Zusammenhang stützen: Seit diesem Jahr treffen sich die besten europäischen Kulturzeitschriften jährlich einmal in einer europäischen Hauptstadt zwecks Ideen- und Erfahrungsaustausch. Inzwischen sind ca. 50 Zeitschriften aus nahezu allen europäischen Ländern beteiligt. 1995 fand das Treffen in Wien statt, gemeinsam organisiert von den Zeitschriften Wespennest und Transit - Europäische Revue. Der Erfolg dieses Treffens, bei dem zum ersten Mal auch zahlreiche osteuropäische Zeitschriften teilnahmen, und die rasche Entwicklung des Internet haben die Initiatoren ermutigt, den bereits existierenden realen, aber losen Zusammenhang durch einen virtuellen, aber systematischeren zu verstärken.

Die Strategie: Allianz zwischen einem alten und einem neuen Medium

Der hier angesprochene Typus von Zeitschriften stellt eine Medienspezies dar, die wie wenige andere das kulturelle Selbstverständnis Europas verkörpert, die inzwischen aber zu den bedrohten Arten gehört, weil sie zunehmendem ökonomischen Druck und der wachsenden Konkurrenz anderer Medien ausgesetzt ist. Paradoxerweise ist gerade das neue Medium Internet dazu prädestiniert, spezifische Schwächen auszugleichen, unter denen Periodika vom Typus der Kulturzeitschrift notorisch leiden.

Wenn heute von der europäischen Kultur die Rede ist, wird geradezu euphorisch ihre Vielfalt beschworen. Nur bleibt es meist bei wohlfeiler Rhetorik, denn unterschlagen wird, daß Vielfalt auch bedeutet: viele (zu) kleine Märkte und viele Barrieren, vor allem sprachliche, aber auch ökonomische. Wenn man die europäische Vielfalt wirklich verteidigen und nicht einer uniformen globalen Kultur opfern will, dann bedarf es besonderer Anstrengungen, um die gerade von den Kulturzeitschriften geleistete Übersetzungsarbeit (im engeren und weiteren Sinne) zwischen den Kulturen zu erleichtern und zu intensivieren.

Das Internet kann hierzu entscheidend beitragen. Kulturpessimisten sehen in ihm die Speerspitze der kulturellen Globalisierung. Sie übersehen, daß es zugleich ein Medium ist, das es "minoritären" Gruppen, darunter die kulturelle Diaspora der hier angesprochenen Zeitschriften, erlaubt, ihre Kräfte gegen diesen Trend zu bündeln.

Wien, als österreichische Hauptstadt und europäische Metropole, ist strategisch die ideale Basis für ein programmatisch europäisches Projekt wie eurozine. Insbesondere im Hinblick auf die intendierte Osterweiterung steht Österreich in den nächsten Jahren vor entscheidenden Herausforderungen, auch und gerade auf der Ebene der Kultur.

Zielsetzung: verbesserte Kommunikation und Information, neue Inhalte

eurozine gibt auf seiner Homepage jeder der beteiligten Partnerzeitschriften die Möglichkeit, 1. sich kurz vorzustellen, 2. die Inhaltsverzeichnisse der aktuellen, der unmittelbar vorhergehenden sowie der geplanten Nummern bekanntzugeben sowie 3. jeweils einen exemplarischen Artikel ihrer Wahl (unabhängig vom redaktionellen Teil von eurozine) beizustellen (in der Originalsprache und/oder in Übersetzung). Darüberhinaus werden u. a. Bezugsbedingungen, Adresse, Telefon- und Fax-Nummer sowie E-Mail-Adresse angegeben, und, soweit möglich, ein Link zur entsprechenden eigenen Homepage der Zeitschrift geschaltet. Im Gegenzug weisen die Partnerzeitschriften in ihrem Impressum ihre Mitgliedschaft aus und stellen Platz für eurozine-Anzeigen zur Verfügung.

Auf diese Weise erfüllt eurozine einen doppelten Zweck: Zum einen werden Kommunikation und Austausch zwischen den Redaktionen erleichtert. Man erhält rasch einen europaweiten aktuellen Überblick über die Themen und Diskussionen in den anderen Zeitschriften. Zum anderen liefert dieser Service Information für die Leser (und Promotion für potentielle Abonnenten), die normalerweise nur schwer zugänglich ist.

Damit können die Strukturschwächen von Kulturzeitschriften (z. B. in bezug auf personelle und technische Ausstattung der Redaktion, Vertrieb und Werbung) bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden. Dies gilt insbesondere für Zeitschriften, die in "kleineren Sprachen" erscheinen und deren Existenz oft nicht einmal bekannt ist.

Redaktionsstruktur und Leserzugang

Über seine Redaktionspartner erhält eurozine Zugang zu einem großen Pool von Texten hoher Qualität und zu spezifischen Kenntnissen und Kompetenzen in Bezug auf die intellektuelle Produktion der vertretenen Länder. Vor allem aus diesen Quellen schöpft eurozine, um eine Kulturzeitschrift neuen Typs zu produzieren. Entsprechend sind die Partnerzeitschriften eingeladen, die besten Beiträge in ihrem Land (also nicht nur in der eigenen Zeitschrift!) zu identifizieren und eurozine zur Veröffentlichung vorzuschlagen. Darüberhinaus regt die Redaktion von eurozine selbst Beiträge an bzw. akquiriert sie und stellt sie den Partnerredaktionen zur Verfügung. Die Herausgeber bürgen für die Qualität und das Profil von eurozine. Die Zeitschrift hat keinen festen Rhythmus, da das neue Medium es erlaubt, Artikel kontinuierlich auszuwechseln, Debatten "real time" zu führen etc. eurozine ist mehrsprachig, für den Anfang englisch, französisch, spanisch und deutsch. Allerdings sollen die Beiträge in sog. "kleinen" Sprachen nach Möglichkeit zusätzlich in Übersetzung in eine "große" Sprache zugänglich gemacht werden.

Die Auswahl und Redaktion der Texte für eurozine erfolgt autonom durch die Redaktion in Wien. Die derzeitigen Redaktionsmitglieder sind: Samuel Abraham (Kritika & Kontext, Bratislava), Walter Famler (Wespennest, Wien), Carl Henrik Fredriksson (Ord & Bild, Stockholm), Klaus Nellen (Transit, Wien/Frankfurt a.M.) sowie Cornelia Nalepka (Managing Editor, Wien). Soweit Übersetzungen notwendig sind, werden diese in Kooperation mit der jeweiligen Partnerzeitschrift organisiert.

Wesentlich für den Informations- und Serviceteil ist dessen Vollständigkeit und Aktualität. Die Verantwortung dafür liegt bei den Partnerredaktionen; Voraussetzung für deren Teilnahme ist die regelmäßige Lieferung von Informationen, wie sie in dem für alle Partner geltenden Fragebogen erhoben werden. Die Wiener Redaktion ist im Hinblick auf die Partnerredaktionen zuständig für Kommunikation und Koordination.

Der vollständige Inhalt von eurozine ist allen Besuchern der Web Site unentgeltlich zugänglich. Die existierenden Mailinglisten bieten dem User die Möglichkeit, sich regelmäßig über neuerschienene Artikel in den von ihm spezifizierten Sprachen, neu hinzugekommene Partnermagazine oder Events - wie die für November 2000 in Wien geplante Zeitschriftenkonferenz - informieren zu lassen.

© Famler - Wespennest / Nellen - Transit 1997-1999

 

Kontakt: Cornelia Nalepka, eurozine, Rembrandtstr.31/4 A-1020 Wien, Tel.: +43-1-332669122 Fax: +43-1-3332970
 

 

Stand: 2000-05-24