Menhir - Fanzines und mehr seit 1990 (Linda Budinger)

Menhire, besser als Hinkelsteine bekannt, stehen markant in der Landschaft. Diese Megalithen wurden in Steinkreisen wie Stonehenge verbaut, sie tragen Anlagen, die als "Hünengräber" bekannt sind, oder sie sind als Steinsetzungen in Carnac zu bestaunen. Ein Hauch von Geheimnis und Vergangenheit umweht diese gewaltigen Steine. Immer noch kann sich die Wissenschaft die Bauwerke der "Megalithkultur" nicht erklären - man weiß nur, dass sie nichts mit den Kelten zu tun haben (Tschüss Obelix!), sondern schon in der Steinzeit errichtet worden sind.

Wie diese Menhire in der Landschaft, so sollte auch unser Magazin durch seine Eigenart aus der Masse der Fanpublikationen hervorragen. Von Beginn an wollten wir ein vielseitiges Heft produzieren, das einige unserer Hobbys widerspiegeln sollte: phantastische Literatur, Buch- und Musiktipps, die man nicht an jeder Ecke findet, Artikel aus realer (Wissenschaft: Historisches, Biologie ...) und phantastischer Welt, Lyrik, dazu Zeichnungen. Nicht zuletzt wollten wir auch Rollenspielmaterial anbringen, je ein abgeschlossenes Abenteuer, Spielberichte und lustige Begebenheiten aus dem Spielalltag.

Für alle, denen der Begriff "Fantasy-Rollenspiel" nichts sagt: Es handelt sich um Spiele, in denen die Spieler in den Rollen von frei gewählten, phantastischen Wesen und unter Anleitung eines Spielleiters Aufgaben lösen und Abenteuer in einer imaginären Welt erleben. Dabei findet alles in der Phantasie und an einem gemeinsamen Tisch statt. Im Gegensatz zu Brettspielen agieren die Spieler auch nicht gegeneinander, sondern sollen zusammen, jeder mit seinen Fähigkeiten, die Questen bestehen, die ihnen vom Spielleiter gestellt werden.

Der soziale Aspekt ist dadurch größer als bei Gesellschaftsspielen wie etwa Monopoly, da es keine Gewinner oder Verlierer gibt und Spaß und Spannung aller im Vordergrund stehen. Außerdem werden sowohl logisches Denken (Strategien zur Problemlösung) und sprachliche Ausdrucksfähigkeit (Vermittlung eigener Ideen) als auch die soziale Interaktion (Gruppenarbeit und Teamfähigkeit) gefördert und trainiert. Das sprachliche Ausleben und rollenspielerische Darstellen eines gewählten Charakters mit Stärken und Schwächen gehört zu den besonderen Finessen des Spieles.

Die ersten Menhir-Mitarbeiter rekrutierten sich aus vorhandenen Spielrunden und dem Freundeskreis, wo wir auch zu Beginn erste Ausgaben des Heftes absetzen konnten. Leute aus dem Fandom stießen dazu, Kontakte mit anderen Heften wurden geknüpft ... Mittlerweile sind aktive Rollenspieler bei der Mitarbeit eher in der Minderheit, und wir erhalten Beiträge und Meinungen aus dem ganzen Spektrum des kreativen Fandoms. Das ist besonders wichtig, weil wir den Menhir nicht als Plattform eigener Werke nutzen wollen, sondern Vielseitigkeit präsentieren möchten. Für einige Mitarbeiter war es nur ein kurzes Stelldichein, andere sind uns seit den Anfängen treu geblieben. Mancher von ihnen konnte (wie wir) das Hobby zum Beruf machen und zumindest einige professionelle Erfahrungen sammeln. Andere haben, angeregt vom Menhir, eigene Hefte ins Leben gerufen. Somit hat sich das Ziel des Menhirs erfüllt, andere zur kreativen Betätigung aufzurufen. Genauso freuen wir uns über Kritik und Enthusiasmus unserer Leser, denen die Hefte eine Reise in die Welt der Phantasie bieten sollen. Leserbriefe sind sehr erwünscht und werden immer abgedruckt.

Aber auch die Realität findet ihren Platz im Menhir. Zwischen reinen Fantasyausgaben gibt es immer wieder Hefte, in denen die Phantastik mit ihren Facetten vorherrscht oder die Gegenwart angesprochen wird. Wir stellten Aktionen aus dem Fandom vor: "Rollenspieler gegen Gewalt und Rassismus", beleuchteten Erfahrungen als Kandidat bei TV-Quizsendungen, formulierten kritische Gedanken zum Konsum und reflektieren in Glossen die Auswüchse von Rollenspiel oder Klischees der Fantasyliteratur etc.

Während des letzten Jahrzehnts haben wir mit Hilfe vieler Autoren, Zeichner und Rollenspieler ein abwechslungsreiches Programm geschaffen. Denn zum Menhir gesellten sich zunehmend andere Projekte: Reine Storybände (Fantasy, Phantastik, Mystery und SF, Froschgeschichten), ein Tolkien-Bildband, sogar ein eigenes Rollenspiel haben wir inzwischen herausgegeben.

Dank der technischen Entwicklung wird der Menhir inzwischen nicht nur schwarzweiß präsentiert, sondern besitzt seit der 10. Ausgabe ein farbiges Titelbild, mit dem die Storybände schon etwas länger aufwarten konnten. Somit sind wir jetzt auch in der Lage, Werke von Künstlern abzudrucken, die mit Farbe arbeiten.

Mitarbeiter für alle Bereiche werden ständig gesucht, insbesondere Zeichner, die Texte illustrieren möchten, und Autoren für Sekundärartikel. Texte (MS DOS oder RTF-Format) bitte auf Diskette oder als Attachment an E-Mails einsenden. Beiträge für den Menhir sollten zwischen 3 000 und ca 15 000 Zeichen liegen, Geschichten über 20 000 Zeichen können wir in die Storybände nehmen.

Bilder nur als gute, kontrastreiche Kopien schicken, Grau-/Farbbilder dürfen nicht gefaltet versandt werden. Der Post besser keine Originale anvertrauen! A4-Bilder können wir übrigens nur in Ausnahmefällen in Originalgröße verwenden, deswegen solltet ihr euch auf Verkleinerung einstellen und entsprechend arbeiten. Beiträge jeder Art können auch auf Zip-Medien oder CD-ROM eingereicht werden.

Bitte habt Verständnis dafür, dass für manche Projekte längere Vorlaufzeiten existieren und daher nicht jeder Beitrag sofort angenommen und veröffentlicht werden kann.

Eine Einzelausgabe des Menhirs kostet 6 DM, ein Abo über drei Ausgaben gibt’s für 18 DM. Mitarbeiter erhalten ein kostenloses Belegexemplar, doch Honorare können wir derzeit nicht bezahlen. Wir begrüßen eine aktive Teilnahme an den Heften, aber auch Leser/Käufer sind sehr erwünscht. Schließlich ist es im Fandom eine Selbstverständlichkeit, dass man sich genauso für die Werke anderer interessiert und nicht nur nach eigener Profilierung strebt.

Einen schnellen ersten Eindruck der Hefte gewinnt man am besten auf unserer Homepage: Menhir. Dort gibt es Beispiele aus unserem Programm, zum Runterladen oder Am- Bildschirm-Schmökern. Wenn noch Fragen offen sind, schreibt oder mailt einfach an:

Linda Budinger
Am Beckers Busch 18
42799 Leichlingen


Stand: 2000-05-24