Wie funktioniert Polizeischutz in der Praxis?

Ich schreibe gerade an einem Buch und bräuchte an einer Stelle professionelle Hilfe:

Ein Terroristen-Team versucht ein Mädchen aus einem Krankenhaus zu entführen. Dieses Mädchen steht aber gerade unter Polizeischutz (ihr Chef kam bei einem Bombenattentat ums Leben, sie wurde schwer verletzt eingeliefert).

Meine Fragen an Sie:
1. Wie viele Polizisten würden das Mädchen bewachen?
2. Was für eine Ausbildung haben diese Polizisten (normale Streifenpolizisten oder Spezialausbildung)?
3. Stehen diese Wächter in ständiger Verbindung mit der Zentrale?
4. Wo würden sie sich aufhalten?

Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen!

Ihre Fragen kann ich aufgrund des geschilderten Szenarios nur allgemein beantworten, da in Ihrer Anfrage sehr viele Angaben zur kriminalistischen Beurteilung der Lage fehlen. Welche Bewachungsmaßnahmen erfolgen sollten und in welchem Ausmaß sie auszuführen sind, kann nur der Polizeiführer entscheiden, der vor Ort die Lage beurteilt. Schon geringfügige Abweichungen im Ausgangsszenario werden die zu treffenden Maßnahmen erheblich beeinflussen.

Sie gehen von einem Terrorkommando aus; das ist dann grundsätzlich keine Aufgabe für Streifenpolizisten, sondern für speziell ausgebildete Polizeibeamte. Terrorismusabwehr gehört zu den Aufgaben des Bundeskriminalamtes.

Daher kann ich Ihre Fragen nur mit Gegenfragen beantworten, die Sie zum Hinterfragen der Maßnahmen Ihres Protagonisten beantworten sollten.

Zu 1) Wie groß ist das Krankenhaus (Eingänge, Zugänge, Stadt, Land, Personal etc.)? Welches Gefahrenausmaß war bekannt, als das Mädchen eingeliefert wurde? Konnten die Schutzmaßnahmen langfristig vorbereitet werden, oder war eine Ad-hoc-Entscheidung notwendig? Nach Beantwortung u. a. dieser Fragen wird Ihr Protagonist die Anzahl des Bewachungspersonals bestimmen.

Zu 2) In welchem Stadium befindet sich die Polizei bei den Schutzmaßnahmen? Ist es die erste Reaktion auf das Attentat? Erste Maßnahmen werden i. d. R. von der Schutzpolizei getroffen, dem Wach- und Wechseldienst. Dann hätten die eingesetzten Beamten die allgemeine Ausbildung. Konnten Spezialkräfte angefordert werden, werden sie Spezialausbildungen haben.

Zu 3) Ja.

Zu 4) Das hängt von den Örtlichkeiten des Krankenhauses ab (s. o.).

Für weitere Informationen kann ich Fachliteratur aus dem Boorberg-, VdP- oder Kriminalistik-Verlag empfehlen.

Viel Spaß bei der kriminalistischen Arbeit Ihrer Protagonisten!

beantwortet von:Reiner M. Sowa (3-01)