Sollte man als Nicht-Experte einen Sammelband mit mehreren Autoren machen oder selbst schreiben? Was sind die Hauptgefahren und Risiken von beiden Optionen?

Ich schreibe ein Mischung zwischen Ratgeber und Sachbuch. Ich habe zwar einige Kapitel im Buch studiert, bin in den anderen aber kein Experte. Sollte man hier nicht lieber zu einem Sammelband tendieren? Also die Frage ist: als Nicht-Experte Sammelband oder selbst schreiben? Was sind die Hauptgefahren und Risiken von beiden Optionen?

Zunächst: Eine Mischung aus Ratgeber und Sachbuch – da klingeln bei mir Alarmglocken. Denn: Eine klare Einordnung ist der erste Schritt zum Erfolg eines Buches (na ja, zumindest einer der ersten). Wenn die Buchhändler (und vorher: der Verlag) nicht wissen, wohin damit, steht es im Zweifel gar nicht im Regal bzw. wird erst gar nicht realisiert.

Zweitens: Man muss kein Experte sein, um über etwas zu schreiben. Man sollte sich dann aber Expertenrat einholen. Die Frage ist eher: Was traut der Autor sich zu? Recherche ist beim Selberschreiben der erste Schritt, man kann Experten dann auch als "Zitatgeber", als Testleser, als ... einbinden, da gibt es viele Möglichkeiten.

Ein Buch, das aus Beiträgen verschiedener AutorInnen besteht, kann eine Option sein. Allerdings sollten zumindest einige dieser AutorInnen dann auch einen Namen auf dem jeweiligen Gebiet haben. Und die Arbeit, aus all dem ein zusammenhängendes Ganzes zu machen, bleibt Ihnen dann immer noch – in diesem Fall als Hauptaufgabe neben der Autorenakquise.

Also: Legen Sie vor allem erst einmal ganz klar fest, ob Sie ein Sachbuch oder einen Ratgeber schreiben (oder herausgeben) wollen. Versichern Sie sich dann der Hilfe von ExpertInnen – ob als Tippgeber, Testleser oder Hauptautoren, das liegt daran, welche Arbeit Sie selbst leisten wollen bzw. sich zutrauen.

beantwortet von: Gabi Neumayer (12-11)