Wie und wann verwendet man welche Anführungsstriche, Gedankenstriche, Apostrophs etc.?

finde doch bitte mal einen, der so richtig erklärt und ein schriftliches etwas dazu mitgibt, wie und wann in einem manuskript welche gedankenstriche (kurz, lang, mit und ohne leerzeichen), anführungsstriche und halbe anführungsstriche, apostrophs und andere obere zeichen, auslassungspunkte und alles, was man so falsch machen kann, verwendet werden und wo man sie auf dem pc findet. Ich habe [...] einen artikel dazu gelesen und vollkommen bahnhof verstanden. Um ehrlich zu sein, ich wußte gar nicht, dass es da verschiedene muß-möglichkeiten gibt.

Generell gibt's kein Muss, aber gewisse Regeln sollte man schon beachten. Aus meiner Erfahrung als Herausgeberin heraus weiß ich, welche Kreativität manche AutorInnen entwickeln, wenn es um Interpunktion und/oder Layout geht. Es wäre meist besser, sie würden diese auf die Qualität des Textes anwenden …

Es gibt ein Standardwerk, das sowieso auf keinem Autoren-Schreibtisch fehlen sollte: der Duden, Band 1. Da findet sich gleich zu Beginn ein ausführliches Kapitel zum Thema Rechtschreibung und Zeichensetzung. Da ist eigentlich alles erklärt.

Als Autorin von mehr als einem Dutzend Bücher weiß ich, dass man die meisten Satzzeichen gar nicht benötigt. Ich komme gut zurecht mit Punkt, Komma, Ausrufe- und Fragezeichen, Gedankenstrich, Klammer auf und zu, Doppelpunkt und Strichpunkt. Letzterer wird m. E. sträflich vernachlässigt; dabei kann man mit ihm den Satzbau wunderbar gestalten. Anführungszeichen sind natürlich für die wörtliche Rede wichtig; Auslassungszeichen meist für Umgangssprache oder Dialekte – wie der Name schon sagt: Es wird etwas ausgelassen.

Zu wissen, welches Satzzeichen man wann benutzt und wo es auf der Tastatur zu finden ist, gehört zum Grundwissen jedes (angehenden) Autors. Selbst wenn die erste Fassung noch mit der Hand geschrieben wird, gibt es heutzutage keinen Verlag, der ein handgeschriebenes Manuskript akzeptieren würde. Irgendwer muss es also in den PC tippen, und meist ist das der Autor selbst …

Gleich noch ein Wort zur Formatierung eines Manuskripts. Generell gilt hier: Je weniger, desto besser. Das Manuskript soll gut lesbar sein; das heißt:
– klare Schrift (Arial oder Times, 12 oder 13 Punkt)
– ausreichender Zeilenabstand (1,5 Zeilen)
– ausreichend Platz am Rand (2,5 - 3 cm links und rechts; 2,5 cm oben und unten)
– keine weiteren Abstände vor und nach einer Zeile

Eines macht Lektoren regelrecht wahnsinnig: doppelte Leerzeichen zwischen den Wörtern oder überflüssige Leerzeichen am Ende einer Zeile. Lässt sich aber leicht vermeiden: Jede Textverarbeitung bietet die Möglichkeit, die Formatierungssymbole einzublenden (man sieht dann jeden Zeilenumbruch, jedes Leerzeichen, jeden Tabulator etc.). Überflüssiges lässt sich so rasch entfernen.

Ich rate jedem (angehenden) Autor, sich mit den Grundlagen der deutschen Grammatik und der Textverarbeitung auseinanderzusetzen, bevor er/sie zu schreiben beginnt. Schreiben ist zunächst einmal ein Handwerk, im wörtlichsten aller Sinne. Von jedem Handwerker erwarte ich, dass er sein Metier versteht. Das sollte auch für AutorInnen gelten!

beantwortet von: Ute Hacker (11-07)