Ausgabe 17-06 (20. Juni 2015)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Neues aus der Buchszene
Autorenwissen
  “Lesungen: Richtig vorbereitet - gut durchgeführt”
  von Gerlis Zillgens
Spannung, der Unterleib der Literatur
  “Zum Anbeißen süß” - Teil 2 des Lektorats
  Text: Emma C. Moore, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Interview mit Hannah Simon
Frag den Experten für historische Romane
  (Titus Müller)
Frag den Experten für Verlagswesen
  (Bjørn Jagnow)

EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

wie kann man einen guten Text noch weiter verbessern? Das seht ihr im
zweiten Teil von Hans Peter Roentgens Spannungslektorat zu dem bereits
veröffentlichten Text, der schon im Mai-Tempest Thema zu lesen war.
Außerdem gibt es wunderbar praxistaugliche Tipps für Lesungen
(speziell auch vor Kindern) von Gerlis Zillegens, die ich aus eigener
Erfahrung nur unterschreiben kann. Olga A. Krouk hat für uns die
Autorin Hannah Simon interviewt, und unsere Experten geben Antworten
auf drängende AutorInnenfragen.

Der Tipp des Monats Juni, diesmal von
https://www.facebook.com/Literaturkaninchen:

     Zufall tötet Plausibilität. Wenn Zufälle den Protagonisten
     aus Gefahr retten, sieht der Leser einen Helden,
     der keinen Einfluss auf den Handlungsverlauf hat.

Welche Tipps und Schreibanregungen könnt ihr anderen AutorInnen
mitgeben? Für unsere Rubriken “Schreib-Tipp” und “Schreib-Kick”
brauchen wir dringend Nachschub. Einfach ein paar Zeilen schreiben, an
die Redaktion mailen - und an unserer Überraschungsverlosung
teilnehmen.

Und jetzt endlich: Einen schönen Sommer!

   Gabi Neumayer
   Chefredakteurin

~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das
Konto:

Jürgen Schloßmacher
Kreissparkasse Köln
BIC: COKSDE33XXX
IBAN: DE23370502991142176163
Stichwort: "Beitrag 2015"

Wichtig: Das Konto läuft NICHT mehr auf den Namen “autorenforum”,
sondern nur auf “Jürgen Schloßmacher”!

Neu:  Ihr könnt jetzt auch über unsere Website
http://www.autorenforum.de direkt per Paypal überweisen!

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

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ISSN 1439-4669  Copyright 2015 autorenforum.de. Copyright- und
                Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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  INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

     Editorial
     Hall of Fame
     Schreib-Kick
     Neues aus der Buchszene
     Autorenwissen
         “Lesungen: Richtig vorbereitet - gut durchgeführt”
         von Gerlis Zillgens
     Spannung, der Unterleib der Literatur
         “Zum Anbeißen süß” - Teil 2 des Lektorats
         Text: Emma C. Moore, Lektorat: Hans Peter Roentgen
     Interview mit Hannah Simon
     Frag den Experten für historische Romane
        (Titus Müller)
     Frag den Experten für Verlagswesen
        (Bjørn Jagnow)
     Impressum


TEIL 2:

     Veranstaltungen
     Ausschreibungen
     Publikationsmöglichkeiten
          mit Honorar
          ohne Honorar
     Seminare
     Messekalender
     Impressum


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HALL OF FAME:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Die “Hall of Fame” zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: “Titel”, Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage-
Adresse.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: “Der Fall der falschen Meldung”, Hüstel Verlag 2015,
Mystery-Thriller. Dann noch 60 Zeichen - und keins mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen
muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff “Hall of Fame” an
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt!
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Alexa Stein: "Am Ende der Schuld", Schünemann Verlag 2015,
Psychothriller. Jana wartet. Darauf, dass sie ihm alles nehmen kann

Barbara Petermann: “Emmy und die Tänzerin”, MainBook 2015. Paperback,
132 Seiten, im Buchhandel, auch als E-Book

Karl Plepelits: "Dein sei mein ganzes Herz", Edition Bärenklau 2015,
Liebesroman. Ein Unglück kommt nie allein.
http://karlplepelits.jimdo.com

Andrea van Bebber: “Lieber nie als heute”, GolubBooks 2015, Roman.
Infos mit Leseprobe unter: www.andrea-vanbebber.de

Elsa Rieger: “Helene sucht eine große Zehe und entdeckt die
Wirklichkeit”, Brokatbook Verlag 2015, Entwicklungsroman. Helene ist
seltsam, vielleicht. http://www.elsarieger.at/

Kirsten Wulf: “Vino mortale”, KiWi 2015, Apulien-Krimi. Über die Weine
des Salento, www.kirstenwulf.com


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SCHREIB-KICK:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


Unser Schreib-Kick für den Juni, diesmal von Jennifer Schreiner:

Automatisches Schreiben
.......................
Die Methode des “Automatischen Schreibens” ist vor über 100 Jahren von
dem französischen Psychologen Pierre Janet für psychotherapeutische
Zwecke entwickelt worden. Um 1920 wurde sie dann von den
surrealistischen Schriftstellern Breton und Soupault aufgegriffen.

Sinn:
- Aufspüren und Festhalten von Assoziationen aller Art (Verknüpfung
von Gedanken, Gefühlen, Bildern ...)
- Steigern der Aufmerksamkeit für die Innenwelten
- “Entmachtung” unserer linken Hirnhälfte, die gerne ordnen und
kontrollieren möchte

Einsatzmöglichkeiten:
- als Aufwärmübung
- zur Selbsterkundung in besonderen Situationen
- zur Themenfindung
- oder einfach als “Fundgrube”

Anleitung:
Zu Hause oder in “semi-professionellen” Gruppen ca. 30 Minuten oder
länger.

1. Lege dir Schreibmaterial zurecht, setz dich entspannt hin, schließe
für etwa eine Minute die Augen, und konzentriere dich auf dich.

2. Schreibe nach dieser Einstimmung so schnell wie möglich alles auf,
was dir im Moment durch den Kopf geht: Was du fühlst, denkst, hoffst,
befürchtest, was deine Sinnesorgane wahrnehmen, einfach alles. Nichts
darf verworfen werden, egal wie abwegig es erscheint. Du musst dich
nicht um grammatikalisch richtige Sätze kümmern. Mit Stichworten und
Satzfetzen lässt sich alles schneller festhalten

Wichtig: Die zum Teil sehr persönlichen Ergebnisse werden nur dann
anderen zum Lesen gegeben, wenn du es willst!


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NEUES AUS DER BUCHSZENE:
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                           (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Wir leben in turbulenten Zeiten, die Buchbranche ist in Bewegung wie
nie zuvor. Ob es nun um den Konditionenstreit mit Amazon geht, die
zunehmende Digitalisierung des Marktes oder all die neuen Chancen und
Möglichkeiten, die sich inzwischen Verlagsautoren und professionellen
Selfpublishern bieten: Eine Nachricht jagt die nächste. Damit ihr den
Überblick behaltet und nichts Wichtiges verpasst, fassen wir von nun
an alle interessanten Links, die uns jeden Monat ins Auge fallen, hier
zusammen - natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
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++++++++++
Buchhandel
++++++++++

http://www.boersenblatt.net/artikel-
librairie_allemande_in_paris_eroeffnet.963498.html
Die deutsche Buchhandlung Librairie Allemande öffnete am 19. Mai im
Zentrum von Paris ihre Pforten, und das mit Blick auf die Kathedrale
Notre-Dame. Das Sortiment enthält Bücher in deutscher Sprache von
Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Außerdem gibt es
eine Auswahl von französischen Übersetzungen deutscher Werke.


++++++++++++++++++
Flatrate / Onleihe
++++++++++++++++++

http://www.lesen.net/ebook-news/studie-wer-ebooks-leiht-kauft-weniger-
20946/
Eine neue britische Pilotstudie spricht von erheblichen
Kannibalisierungseffekten zwischen E-Book-Verleih und -Verkauf und den
Konsequenzen für die E-Book-Onleihe.


+++++++
Verlage
+++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
015/06/15/traeger-hoffnungstraeger.htm
“Die Welt” über den Hoffnungsträger "E-Book-Single"

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
015/06/15/besorgte-blicke-in-die-zukunft.htm
Besorgte Blicke in die Zukunft: Jahrestagung des Arbeitskreises
Hörbuchverlage in Leipzig


++++++
Genres
++++++

http://www.boersenblatt.net/artikel-
sind_thriller_und_krimis_zu_blutruenstig_.965637.html?nl=newsletter201
50529
Wettkampf der Grausamkeit. Wieso werden Thriller immer brutaler?


++++++++++
Übersetzer
++++++++++

http://lustzulesen.de/was-macht-eigentlich-eine-uebersetzerin-im-
gespraech-mit-gabriele-haefs/
Über Verantwortung, Wahrgenommenwerden und die Entwicklung des
Buchmarktes. Interview mit der Übersetzerin Gabriele Haefs.


+++++++++++++++++++++++++++++++++
Kongress Deutsche Fachpresse 2015
+++++++++++++++++++++++++++++++++

http://www.boersenblatt.net/artikel-
kongress_deutsche_fachpresse_2015.963397.html
Gründerzeiten im Medienbetrieb. Im Mai tagte der Kongress der
Deutschen Fachpresse unter dem Motto "Cultural Change - neu denken und
handeln”, Untertitel: “Denken wie ein Gründer, handeln wie ein
Entdecker". Stefan Rühling erklärt, was sich dahinter verbirgt.


++++++++++++++
Selfpublishing
++++++++++++++

http://www.selfpublisherbibel.de/schaetzung-wie-gross-der-marktanteil-
von-selfpublishing-titeln-in-deutschland-ist/
In der vergangenen Woche schlug eine Meldung des Branchenmagazins "The
Bookseller" hohe Wellen. Basierend auf Zahlen der Marktforscher von
Nielsen, wurde daran der Anteil von Selfpublishern am britischen E-
Book-Markt auf 15 Prozent beziffert.

http://www.selfpublisherbibel.de/amazon-aendert-regeln-fuer-leih-boni-
in-kdp-select/
Ab Juli ändert Amazon die Leihboni-Berechnung bei KindleUnlimited und
Kindle-Leibücherei. In Zukunft soll nur noch die Anzahl der gelesenen
Seiten honoriert werden.


++++++
Amazon
++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/201
5/06/11/riese-unter-der-lupe.htm
Riese unter der Lupe - Kartellverfahren gegen Amazon

http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/201
5/06/15/attraktive-werbeeinahmen-sind-moeglich.htm
Miriam Behmer (Readfy) zum Potential werbefinanzierter E-Book-Abos:
Attraktive Werbeeinahmen sind möglich.


+++++++++
Piraterie
+++++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/201
5/05/20/-b0cf69177e.htm
Eine Studie der Forschungsstelle der EU-Kommission ging der Frage
nach, wie aussichtsreich das Schließen illegaler Download-Portale ist.
Dabei wurden die Auswirkungen des 2011 geschlossenen Piratenportals
Kino.to untersucht.


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Leserbewertungen auf Amazon & Co
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http://www.selfpublisherbibel.de/autoren-tipp-vom-umgang-mit-leser-
bewertungen-bei-amazon-co/
Autoren-Tipp: Vom Umgang mit Leser-Bewertungen bei Amazon & Co


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International
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http://www.boersenblatt.net/artikel-us-buchmarkt_2014.967415.html
Laut Marktforscher von Nielsen setzten US-Verlage 2014 sechs Prozent
weniger E-Books ab.

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
015/06/12/an-die-decke-gestossen.htm
E-Book: Marktanteile in den USA und Großbritannien sinken.

http://www.telegraph.co.uk/culture/hay-festival/11628972/10-rules-for-
making-it-as-a-writer-by-Dennis-Lehane.html
Dennis Lehane, author of Mystic River and writer for The Wire, told
the Hay Festival how he went from working class Boston to a life of
literary acclaim.

http://www.newrepublic.com/article/121982/neil-gaiman-and-kazuo-
ishiguro-talk-books-storytelling-dragons
Neil Gaiman’s New York Times review of Kazuo Ishiguro’s latest novel
began a debate about the borders between fantasy and literary fiction.


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AUTORENWISSEN:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

          “Lesungen: Richtig vorbereitet - gut durchgeführt”
                          von Gerlis Zillgens
 
AutorInnen leben häufig eher von Lesungen als vom Verkauf ihrer
Büchern. Gerade im Kinder- und Jugendbuchbereich wird man gern und,
wenn man Glück hat, auch oft zu Schullesungen, in Bibliotheken oder
auf Literaturfestivals eingeladen.

Mit richtiger Vorbereitung und guter Durchführung können das für alle
Seiten sehr erfreuliche Erlebnisse sein. Gerade in Schulen ist die
Erfahrung, Freude und Interesse am Lesen zu wecken, etwas Wunderbares
für eine/n Autor/in. Damit Lesungen gelingen, bedarf es allerdings
einiger Vorbereitungen. Im Folgenden lege ich den Schwerpunkt auf
Lesungen in Schulen, die am häufigsten angefragt werden.
 

          Vorbereitung

Eine Lesung ist wie eine Bühnenpräsentation. Man sollte eine möglichst
lebendige Darbietung vorbereiten, um die Aufmerksamkeit des Publikums
über einen längeren Zeitraum zu erhalten. Einem Lesevortrag zu folgen,
ist eine völlig andere Situation als selbst ein Buch zu Hause im Bett
oder auf dem Balkon in der Sonne zu lesen.

Ich rate deshalb: Sucht Textstellen aus, in denen es möglichst viel
Handlung oder spannende Dialoge gibt, und streicht langwierige
Beschreibungen.

Es empfiehlt sich, nicht aus dem Buch direkt vorzulesen, sondern euch
das, was ihr lesen wollt, auszudrucken. Dann könnt ihr streichen,
schieben und drehen, so viel ihr wollt. Habt keine Scheu, eure Texte
zu verändern, um sie lesetauglich zu machen.

Wenn ihr viele Lesungen habt oder haben wollt, lohnt sich auch der
Besuch bei einem Logopäden oder Sprechlehrer. Mit Hilfe von
Sprechtechnik kann man in recht kurzer Zeit lernen, stundenlang zu
reden, ohne zu ermüden oder heiser zu werden.

Lest den Text zu Hause mehrfach laut vor, am besten vor Publikum,
damit ihr lernt, mit der Situation, dem Lampenfieber und der eigenen
Stimme umzugehen. Und übt das Lesen mit Mikrophon!

Je nach Alter der SchülerInnen/ZuhörerInnen sind 60 bis 75 Minuten
eine gute Zeitvorgabe für die Lesung, den interaktiven Teil und das
Signieren insgesamt. Für GrundschülerInnen genügt oft eine Schulstunde
(45 Minuten).
 
Wechselt während der Lesung die “Sozialform”, also Leseteile,
Frageteile, Bewegungsspiele, Medieneinsatz etc. Je jünger eure
ZuhörerInnen, desto häufiger braucht man einen Wechsel.

Bittet eure Verlage, euch Autogrammkarten mit Infos zum Buch auf der
Rückseite zu drucken. Zur Not kann man sie auch selbst drucken lassen.
Gibt es relativ preiswert im Netz. Kinder lieben Autogramme!
Unterschreibt die Autogramme vorher in Ruhe zu Hause, das spart
wertvolle Zeit.

 
          Vorbereitung der Schule

Kommuniziert im Vorfeld der Lesung mit den Veranstaltern. Klärt, wie
viele SchülerInnen teilnehmen. In der Regel sollten es nicht mehr als
zwei Klassen sein, damit eine intensive Beteiligung in den
interaktiven Phasen der Lesung möglich ist. Es gibt aber auch
AutorInnen, die gern vor größerer Runde lesen. Probiert es aus.

Klärt, wie groß der Raum ist, ob eine akustische Verstärkung nötig und
vorhanden ist.

Ihr braucht Wasser OHNE Kohlensäure. Schulen stellen euch, selbst wenn
ihr es dreimal vorher sagt, meistens welches MIT Kohlensäure hin. Der
erste unfreiwillige Lacher, wenn ihr ins Mikro rülpst, ist euch
sicher. Also nehmt am besten selbst eine Flasche kohlensäurefreies
Wasser mit.

Sagt den LehrerInnen unbedingt, dass ihr erwartet, dass sie die
komplette Zeit anwesend sind. Das sind oft vielbeschäftigte,
gestresste Menschen, die die Lesung gern mal nutzen möchten, um noch
schnell ein paar Klassenarbeiten zu korrigieren oder ein dringendes
Gespräch mit dem Schulleiter oder der Mutter von Kevin zu führen.

Klärt, dass die SchülerInnen VOR der Lesung die Möglichkeit zum
Toilettenbesuch haben. Ihr könnt sicher sein, sobald der Erste während
der Lesung aufs Klo geht, folgen Dutzende nach (selbst wenn Harriett
Putter gerade Frau de Mort tötet).

Erkundigt euch, wo der Raum im Schulgebäude liegt, ob Fremde
hindurchgehen könnten (Aula/Foyer), ob es während eurer Lesung
klingelt. SchülerInnen sind einen bestimmten Rhythmus gewohnt. Wenn es
zur (kleinen) Pause klingelt und andere Klassen durch euren
Lesungssaal wandern (kommt häufig vor!), habt ihr keine Chance.
Unterbrecht in diesem Fall einfach und sagt, dass ihr nun 5 Minuten
Pause macht (jetzt wäre auch noch mal Zeit fürs Klo!).

Lasst den Lesungsraum bestuhlen! Keine Matten in der Turnhalle!
Europäische SchülerInnen sind im Allgemeinen nicht in der Lage,
problemlos eine Stunde auf dem Boden zu sitzen. Der Schmerz in den
Beinen und im Rücken wird eine Menge ihrer Aufmerksamkeit
beanspruchen.

Versucht, Turnhallen überhaupt zu vermeiden. Den Kampf gegen die
Akustik verliert ihr im Allgemeinen gnadenlos.

Sorgt möglichst dafür, dass eure ZuhörerInnen nicht unmittelbar vor
eurer Lesung eine schwere Mathearbeit schreiben mussten. Oder gar eine
in Deutsch. Sie sind dann kaum mehr in der Lage zu weiterer
Konzentration.

Es ist üblich, dass SchülerInnen kein Handy dabei haben oder dass es
ausgestellt ist. Für LehrerInnen gilt das nicht unbedingt. Sie laufen
gern herum und fotografieren während der Lesung. Bittet sie, das nicht
während des Leseteils, sondern während der Frage- und Antwortteile zu
tun, da stört es weniger. Da kann man auch mal ein gestelltes Foto mit
den Kids dazwischenschieben.

Die Klärung dieser Punkte im Vorfeld verhilft der Lesung zum Erfolg.
Wenn ihr das Gefühl habt, der Veranstalter ist genervt, erklärt ihm,
dass ihr mit euren Vorgaben nur das bestmögliche Erlebnis für die
SchülerInnen gewährleisten möchtet.
 

          Honorar

Das vom Verband deutscher Schriftsteller empfohlene Lesungshonorar
beträgt 300 Euro für eine Lesung mit anschließender Diskussion. Viele
AutorInnen nehmen 550 für zwei und 750 Euro für drei Lesungen an einem
Tag. Seid selbstbewusst, und lasst euch möglichst selten
herunterhandeln. So seid ihr nicht nur fair euren professionellen
KollegInnen gegenüber, sondern schützt auch eure eigenen finanziellen
Grundlagen für die Zukunft.
 

          Während der Veranstaltung

LehrerInnen/VeranstalterInnen bereiten euch fast immer einen Tisch
vor, hinter dem ihr bei der Lesung sitzen sollt. Prüft, ob das für
euch der beste Platz ist. Ich bevorzuge Lesungen im Stehen oder
angelehnt an den Tisch. Sehr gern benutzte ich auch ein Stehpult /
einen Notenständer, auf dem ich mein Manuskript ablegen kann (erlaubt
mir bei Standmikro u. U. auch mal, das Mikro in die Hand zu nehmen und
trotzdem noch zu blättern).

Versucht herauszubekommen, ob es “schwierige” SchülerInnen gibt. Es
kann nicht schaden, wenn LehrerInnen sich “zufällig” in der Nähe
solcher SchülerInnen platzieren.

Zu Beginn der Lesung: Geht zu eurem gewählten Platz, lächelt und
WARTET, bis es still ist und ihr die Aufmerksamkeit habt. Fangt nicht
vorher an!

Nehmt Kontakt auf, während ihr lest. Schaut immer wieder ins Publikum.
Lächelt. Bringt eurem Publikum Wertschätzung und Sympathie entgegen.

Lest so lebendig wie möglich. Variiert eure Lautstärke, nutzt Gestik
und Mimik, bewegt euch.

Nach eurer Lesung könnt ihr, falls nicht mehr als etwa 100
SchülerInnen anwesend sind, die Autogramme einzeln personalisieren
(“für Jana ... , für Kevin ...”). Während des Signierens trauen sich
manchmal auch SchülerInnen, die vorher zu schüchtern waren, noch ihre
Frage loszuwerden. Nehmt euch Zeit fürs Signieren. Euer Auftritt ist
etwas Besonderes, das darf auch mal ein paar Minuten länger dauern und
den Schulalltag ein wenig durcheinanderbringen.
 

          Störungen während der Lesungen

Bleibt gelassen! Habt Humor! Seid, wie ihr seid! SchülerInnen haben
ein sehr gutes Gespür dafür, ob ihr authentisch seid oder nicht.

Gewöhnt euch daran, dass ein Haufen SchülerInnen nicht so still ist
wie das erwachsene Publikum eines Sinfoniekonzerts. Eine Störung ist
nur eine Störung, wenn ihr euch gestört fühlt. Sagt ihnen, dass sie
gern lachen dürfen. Es ist auch okay, dass man mal seinem Nachbarn was
zuflüstert, wenn eine Textstelle irgendeine Assoziation auslöst.
Vereinbart ein Handzeichen, das ihr benutzt, wenn es allzu laut wird
(erkundigt euch, ob sie ein bestimmtes gewohnt sind, dann benutzt
das).

Und zum Schluss der letzte Tipp: Lächeln! Selber Spaß haben.

         
                   **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Gerlis Zillgens lebt und arbeitet als freie Autorin in Köln. Neben
Romanen und Kurzgeschichten für Erwachsene schreibt sie für
verschiedene Verlage Kinder- und Jugendbücher, die in viele Sprachen
übersetzt wurden. Außerdem verfasst sie satirische Kolumnen für die
TAZ, tritt als Kabarettistin auf, macht leidenschaftlich gern Lesungen
und gibt Schreibseminare.


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SPANNUNG, DER UNTERLEIB DER LITERATUR:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Was macht Romane spannend, und vor allem: Was macht sie langweilig?

Wer Szenen hat, die sie oder er für spannend hält, oder Szenen, bei
denen er sich nicht sicher ist, oder solche, die eigentlich spannender
gestaltet sein sollten, doch die Frage ist: Wie? - wer solche Szenen
hat, kann sie mir schicken.

Ich wähle dann einige aus, die ich im Tempest bespreche. Schickt die
Szenen als E-Mail-Anhang im RTF-Format an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte nicht mehr als 7.000 Anschläge, also etwa vier Normseiten. Dazu
zählt auch der Vorspann! Da die Szenen aus beliebigen Stellen eurer
Manuskripte stammen dürfen, müsst ihr eventuell die Vorgeschichte der
Szene erklären. Diese Erklärung sollte 400 Anschläge nicht
überschreiten!
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                          “Zum Anbeißen süß”
           Text: Emma C. Moore, Lektorat: Hans Peter Roentgen


                      Zweiter Teil des Lektorats

[Die besprochene Szene findet ihr im Mai-Tempest - die Red.]
           
Eigentlich ist die Szene typisch für einen Liebesroman. Eine junge
Frau ist verliebt, aber die böse Autorin sorgt dafür, dass die Liebe
unmöglich ist. 08/15 nennt man so was. Warum habe ich es dennoch gerne
gelesen?

Einer der Gründe ist der Witz im Dialog zwischen Annie und ihrer
Freundin. Mit einem Schmunzeln verfolgen wir die Szene. Humor und
Witz, damit kann man altbekannte Geschichten mit neuem Geist füllen
und für Spannung sorgen.
 
 
          Humor

Die Freundin reibt Annie all ihre Selbsttäuschungen unter die Nase.
Liebevoll, sie macht sie nicht nieder, Annie wird nicht zur dummen
Tussi. Aber wir erfahren, dass sie sich seit Jahren selbst belügt. Und
das erfahren wir durch einen peppigen, witzigen Dialog.

Nirgendwo gibt es mehr Peinlichkeiten als im Sex und der Liebe.
Nirgenwo wird mehr gelogen als in der Liebe und im Krieg. Jeder von
uns erinnert sich an eigene Peinlichkeiten. Von außen betrachtet, ist
das witzig. Aber auch tröstlich: Anderen geht es genauso. Wir sind
nicht die Einzigen, die sich lächerlich machen.

Die Heldin verliert dadurch nicht unsere Sympathie. Im Gegenteil, wir
können mit ihr mitfühlen. Auch das gilt nicht nur für Liebesromane,
sondern für alle Genres, selbst für die Hochliteratur. Lassen Sie
ihren Helden ruhig am Anfang zögern, dem Konflikt ausweichen,
Peinliches erleben.

Humor braucht Spannung - und Humor ist ein gutes Mittel, um Spannung
zu erzeugen. Wie bei der Spannung müssen Sie die Leser im Ungewissen
lassen. Sobald der Leser die Pointe vorab kennt, verliert ein Witz
seine Wirkung.

Obendrein eignet sich Humor zur Entspannung. Schon Karl May wusste das
und ließ seinen Hadschi Halef Omar oder den Hobble Frank den Leser
nach actionreichen Szenen mit kessen und selbstverliebten Sprüchen
unterhalten. “Running gag” nennt man das im Filmgeschäft, wenn eine
Person mit wiederkehrenden Eigenheiten die Zuschauer unterhält. “comic
relief” dient dazu, den Leser nach spannenden Höhepunkten zu
entspannen, ohne ihn zu langweilen. Der hardboiled Detektiv bei
Dashiell Hammett, Raymond Chandler und all ihren Nachfolgern im Geist
des Krimi noir unterhält seine Leser mit coolen Sprüchen.

Die eines gemeinsam haben: Sie dürfen keine Klischees sein.
Ungewöhnliche Vergleiche, Einsichten, die gegen die politisch
Korrektheit verstoßen: Die Diskrepanz zwischen dem, was man sagt, was
als angemessen gilt, und der Wirklichkeit liefert den Hintergrund. Wer
sich nur an die Regeln hält, wird nie Witz oder Humor schreiben
können. Diktatoren sind deshalb traditionell alle Humoristen
verdächtig.

Humor kann außerdem mit wenigen Worten deutlich machen, wozu Sie in
trockenen Texten viele ernsthafte Worte brauchen würde. Denken Sie an
die Bezeichnung “Teflon-Kanzlerin” für Frau Merkel. Oder Wilhelm
Busch, der es meisterlich verstand, mit Humor und wenigen Worten
Menschen zu charakterisieren:
 
Als sie neulich ihn begruben,
war er, richtig, auch dabei.
 
Ein Mann, der offenbar auf allen Hochzeiten tanzen wollte, der sich
immer und überall in Szene setzen musste.
 
 
          Detailkritik

“Wahrscheinlich”, “möglicherweise”, “fast” sind Wörter, die Sie
wahrscheinlich in fast den meisten Texten möglicherweise streichen
können. Warum? Weil der Autor sich damit nicht festlegt. Und weil der
Leser aus dem Text selbst entnehmen kann, wie wahrscheinlich das ist.
Das gilt auch für den folgenden Satz:
 
.....
“Aber wenn sie das Geld für ihr Studium nicht angenommen hätte, wäre
sie wahrscheinlich in einem Pub in Tennessee versauert oder wäre heute
Bedienung in einem dieser schrecklichen Golfklubs.”
.....
 
Dazu kommt die unnötige doppelte Verwendung von “wäre”. Korrigiert
könnte der Satz lauten:
 
.....
Aber wenn sie das Geld für ihr Studium nicht angenommen hätte, wäre
sie in einem Pub in Tennessee versauert oder Bedienung in einem dieser
schrecklichen Golfklubs.
.....
 
Dann heißt es: “ließ sich ihre Freundin Thea vernehmen”, und im Satz
darauf: “Annie ließ sich neben ihr aufs Bett fallen”. Das doppelte
“ließ” sollte man vermeiden.
 
“Obwohl ich nach der Pleite mit Stuart genau darauf verzichten kann”,
das könnte man ohne “genau” etwas eleganter formulieren: “Obwohl ich
darauf nach der Pleite mit Stuart verzichten kann.”
 
“Ich habe dir angeboten, dass du hier wohnen bleiben kannst” --
“wohnen bleiben” klingt holprig, “wohnen” alleine würde reichen: “Ich
habe dir angeboten, dass du hier wohnen kannst.” Alternativ: “Ich habe
dir angeboten, dass du hier weiter wohnen kannst.”
 
“Mit einem um den nassen blonden Haarschopf gewickelten Turban”, da
findet sich eine unübersichtliche Partizipialkonstruktion. Zwischen
“einem” und dem zugehörigen “Turban” stehen insgesamt sechs Wörter.
Das ließe sich auflösen: “mit einem nassen Haarschopf” reicht aus.
Oder, wenn der Turban wichtig ist: “mit einem Turban um den nassen
Haarschopf”. Achten Sie auf umständliche Partizipialkonstruktionen,
die Substantiv und zugehörigen Artikel weit auseinanderreißen.
 
Dann erinnert die Freundin Annie an das Stalking und erwähnt nebenbei,
dass Lewis “ein Sahneschnittchen” sei, kein Gramm Fett. Das wird kurz
darauf wiederholt:

.....
“‘Ich frage mich, warum du ihn dir damals nicht geschnappt hast. Was
war dein Problem? Er ist reich, knackig, sexy und klug. Das war
einfach blöd von dir.‘“
.....
 
Dass er knackig, sexy und reich ist, wissen wir bereits. Deshalb würde
ich den Satz streichen. “Was war dein Problem?”, ist aber die zentrale
Frage der Freundin. Ich würde sie deshalb am Ende stehen lassen und
den schwächeren Satz “Das war einfach blöd von dir” ebenfalls
streichen. “Ich frage mich, warum du ihn dir damals nicht geschnappt
hast. Was war dein Problem?”

Merke: Am Ende eines Absatzes, eines Dialogs ist eine knackige
Zusammenfassung des Problems keine schlechte Idee.
 
“Du passt ganz sicher nicht in sein Beuteschema”, da könnte man “ganz
sicher” streichen.
 
»Es ist ein Landsitz, kein Schloss«, da würde ich die kürzere Fassung
vorziehen: »Es ist ein Landsitz!« Aber ich weiß, ich liebe kurze
Dialoge, und an dieser Stelle werden nicht alle meine Meinung teilen.
 
 
          Totlektorieren

Die Detailkritik geht in manchen Punkten schon in den Bereich
“persönlichen Geschmack” über. Was im Einzelnen übernommen wird, muss
der Autor entscheiden, Lektoren und Coachs machen Vorschläge, aber
verkünden keine Dogmen.

Wenn ein Text bereits sehr gut ist, dann sind Änderungen immer
gefährlich. Man kann Texte auch totlektorieren. Und diese Szene ist
gut und lockt zum Weiterlesen.

Natürlich nicht jeden. Wer keine Liebesromane mag, wird auch diesem
Text wenig abgewinnen. Nur ist das kein Grund, dieses Genre zu
verdammen. Wer sich nicht gerne an seine große Liebe erinnert, wem
seine Irrungen und Wirrungen in Liebesdingen nicht ins Gedächtnis
gebrannt sind, der werfe den ersten Stein auf das Liebesroman-Genre.
 
 
          Offene Fragen

Wie kann es weitergehen? Natürlich gibt es die Standardlösung: Lewis
erkennt am Traualtar, dass Annie seine große Liebe ist, und sie
springen gemeinsam zum Entsetzen der Hochzeitsgäste in den Bus,
verfolgt von der wütenden Ex-Braut. Doch sicher wissen wir Leser
nicht, ob es so ausgeht. Denn es könnte auch eine Versöhnung bei der
Hochzeit geben, sie könnte jemand anderen kennenlernen und ihre
Fixierung auf Lewis aufgeben. Vielleicht taucht auch ein anderer
Freund aus Kindertagen auf, und es gibt eine Doppelhochzeit? Die
Geschichte könnten auch übel enden wie Romeo und Julia, und am Ende
sind beide tot ...

Die Leser wollen natürlich, dass die beiden zusammenkommen. Die
Aufgabe des Autors ist es, das so lange wie möglich zu verhindern und
den Leser in Zweifel zu stürzen: Wie können die beiden je ein Paar
werden?
 
 
          Genres und Schreibtechniken

Genres haben eigene Regeln. Was der Leser erwartet, bestimmt, was die
Autoren schreiben, im Thriller nicht anders als im Liebesroman oder
der Hochliteratur. Aber wenn die Geschichte nur noch vorhersehbar
wird, keine Hindernisse auftauchen, wird auch der begeisterte
Genreleser irgendwann das Buch zuklappen.

Überhaupt glaube ich, dass viele Spannungstechniken gar nicht so
genretypisch sind, wie immer betont wird. Humor; peppige Dialoge, in
denen die unterschiedlichen Meinungen aufeinander prallen; der Held,
der am liebsten seiner Geschichte ausweichen würde; die Heldin, die
sich nicht ihren Lebenslügen stellen will: Das alles funktioniert im
jeden Genre.
 

          Die neue Fassung

1. Kapitel
 
»Das werde ich ganz bestimmt nicht tun, Mom. Und wenn du dich auf den
Kopf stellst.« Annie Cameron schwieg und lauschte der Erwiderung ihrer
Mutter.
»Du kannst mich nicht zwingen«, verkündete sie dann entschlossen und
klang blöderweise fast weinerlich.
»Ich zwinge dich nicht, Kind. Ich bitte dich, und zwar sehr
nachdrücklich. Die Clancys möchten, dass du zur Hochzeit kommst, und
wir können es ihnen nicht abschlagen.«
Annie verdrehte ihre Augen und stöhnte. Sie konnte unmöglich dabei
zusehen, wie die Liebe ihres Lebens einer anderen Frau das Jawort gab.
Ja, die Clancys hatten ihr Studium bezahlt. Das taten sie seit
Generationen für die Angestellten ihrer Familie. Sie kamen für eine
ordentliche Ausbildung auf, und dafür hatte man loyal und treu zu
sein. Annie wünschte, sie könnte den Clancys das vermaledeite Geld um
ihre reichen Ohren hauen. Leider würde sie ihnen nicht mal einen Penny
zurückzahlen können. Sie saß nämlich auf dem Trockenen. Studium hin
oder her, sie hatte keinen Job.
»Du kannst dir in Nashville ohne Job keine Wohnung leisten«, las ihre
Mutter selbst auf diese Entfernung ihre Gedanken. »Eric hilft bei den
Vorbereitungen, und Mary würde selbstverständlich auch kommen. Du
weißt ja, die Schwangerschaft mit den Zwillingen macht ihr zu
schaffen. Es vergeht kein Tag, an dem Sue und Ellen es mir nicht unter
die Nase reiben. Dein Dad könnte Hilfe gebrauchen«, setzte sie ihrer
Erpressung die Krone auf. »Komm nach Hause. Feiere Lewis’ Hochzeit mit
deiner Familie und deinen Freunden, und vielleicht weiß Mr. Clancy
Rat. Du wirst sehen, mit seiner Hilfe findest du schnell wieder einen
Job.«
Annie wackelte mit dem Kopf. »Mr. Clancy hier, Mr. Clancy da«,
murmelte sie. Sie wollte die Hilfe der Clancys nicht, hatte sie im
Übrigen nie gewollt. Aber wenn sie das Geld für ihr Studium nicht
angenommen hätte, wäre sie in einem Pub in Tennessee versauert oder
heute Bedienung in einem dieser schrecklichen Golfklubs. Annie schlug
mit dem Kopf gegen die Wand, neben der sie stand.
»Okay«, gab sie auf. »Ich komme.« Bevor ihre Mutter in Jubelschreie
ausbrechen konnte, legte sie auf.
»Wenn das mal kein Fehler ist«, bemerkte ihre Freundin Thea, widmete
sich aber weiterhin der Pflege ihrer Fußnägel.
Annie ließ sich neben ihr aufs Bett fallen. »Was soll ich denn machen?
Ich habe keinen Job, kein Geld und keinen Kerl. Obwohl ich darauf nach
der Pleite mit Stuart verzichten kann.«
»Ich habe dir angeboten, dass du hier wohnen kannst«, erinnerte Thea
sie.
»Ich weiß, Süße, aber das habe ich schon zwei Monate in Anspruch
genommen. Du brauchst eine Mitbewohnerin, die dir Miete zahlt.«
Thea zuckte mit den Achseln. »Wenn du meinst. Ich glaube ja, du gehst
wegen ihm zurück. Seit du weißt, dass er heiratet, bist du völlig
durch den Wind.«
»Bin ich nicht.«
»Doch.«
»Nein.«
»Annie, wie lange kennen wir uns?«
»Fünf Jahre.«
»Die ersten zwei Jahre hast du ständig von Lewis erzählt. Danach wurde
es zum Glück weniger. Trotzdem stehen seine Fotos in deinem Zimmer.
Mach dir nichts vor. Du bist nach wie vor in den Typen verknallt.«
Annie ging zum Kühlschrank, fischte eine Packung Ben & Jerry’s heraus
und bohrte einen Löffel in das cremige Chocolate Fudge Brownie.
»Ich bin nicht in Lewis verknallt«, verkündete sie schmatzend. »Das
ist alles ewig her. Wir waren Kinder, und wir haben uns nicht mal
geküsst. Okay - einmal fast. Er war eher wie ...«, sie wedelte mit dem
Löffel durch die Luft. »Er war eher ein großer Bruder für mich.« Sie
drehte sich um und verschwand in ihrem Zimmer. Theas Gelächter folgte
ihr auf dem Fuße.
 
Eine halbe Stunde später kam sie im Bademantel und mit nassem
Haarschopf aus der Dusche. »Ich werde ihm einfach aus dem Weg gehen.
Bestimmt erkennt er mich nicht mal. Vielleicht erkenne ich ihn nicht
mal. Ich habe ihn sieben Jahre nicht gesehen. Vermutlich ist er fett
geworden.«
»Du hast ihn letzte Woche gestalkt. Du hast dir seine Fotos vom
Unifootball angeschaut. An dem Typen ist kein Gramm Fett. Der sieht
zum Anbeißen aus. Ein absolutes Sahneschnittchen«, unterbrach Thea
ihren Monolog. »Ich frage mich, warum du ihn dir damals nicht geangelt
hast. Was war dein Problem? «
Annie schnappte nach Luft. »Ich habe ihn nicht gestalkt«, erklärte sie
mit dem letzten Rest Würde, der noch übrig war.
»Am besten, du fährst deinen Rechner das nächste Mal runter.« Thea hob
ihren Blick von den frisch lackierten Nägeln und grinste übers ganze
Gesicht. »Ich kann wohl nicht zufällig mitkommen? Ich wette, mir würde
es gelingen, dass die Hochzeit ins Wasser fällt.«
Annie warf ihre Haarbürste nach der Freundin, die dem Geschoss
geschickt auswich und sich lachend auf dem Bett wälzte.
»Du passt nicht in sein Beuteschema. Du bist viel zu frech.«
»Wir könnten es auf einen Versuch ankommen lassen.«
»Untersteh dich!«
»Jetzt pack schon deine Klamotten und verschwinde. Und ruf mich jeden
Tag an und berichte, was abgeht im Schloss.«
»Es ist ein Landsitz!«
»Für mich macht das keinen Unterschied.« Thea ließ ihren Blick über
die schäbige Einrichtung der Wohnung gleiten.
»Geld ist nicht alles«, bemerkte Annie, aber selbst in ihren Ohren
klang es nicht besonders überzeugend. Seit sie ihren Job im Tennessee
State Museum verloren hatte, war ihr täglich bewusst, wie toll es war,
eigenes Geld zu verdienen. Zwar hatte sie ein kleines Polster
angespart, nur war das nach zwei Monaten aufgebraucht. Sie hatte also
keine Wahl, als vorerst zu ihren Eltern zurückzugehen, und im Grunde
lieferte die Hochzeit den perfekten Vorwand.
 
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Hans Peter Roentgen ist der Autor der Bücher "Vier Seiten für ein
Halleluja" über Romananfänge, "Drei Seiten für ein Exposé" und
“Schreiben ist nichts für Feiglinge”. Außerdem hält er Schreibkurse
und lektoriert. Anfang des Jahres ist sein neuer Ratgeber “Spannung -
der Unterleib der Literatur" erschienen.


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INTERVIEW:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

                “Ich kehre immer wieder zum Kern zurück”
                        Interview mit Hannah Simon


Hannah Simon mag es, als Autorin die ganze emotionale Breite ihres
Berufs zu entdecken. Sie weiß, dass man dabei lernen muss, das
Geschriebene kritisch zu betrachten: Bringt es die Geschichte voran,
oder muss man es schulterzuckend zur Seite legen? Mit ihrem Debüt
“Felix oder 10 Dinge, die ich an dir liebe” ist ihr ein
beeindruckender Liebesroman gelungen, der leicht und witzig daher
kommt und doch noch lange nachklingt. Mehr über die Autorin unter
www.http://hannahsimon.de/


Olga A. Krouk: Liebe Hannah, vielen Dank, dass du dir für dieses
Interview Zeit nimmst. In deinem Roman muss der Protagonist Felix
feststellen, dass er eine Glücksallergie hat. Nun versucht er, seine
glücklichen Momente durch unglückliche “auszugleichen”, um eben nicht
zu reagieren, wenn er mit der Frau seiner Träume zusammen ist. Wie ist
dein Verhältnis zum Thema Glück vs. Unglück?

Hannah Simon: Im Moment herrscht das Glück vor: Meine Familie ist
gesund, ich kann mir den großen Wunsch erfüllen, zu schreiben - das
beides wiegt schon sehr, sehr viel. Ich hätte also ähnliche
Schwierigkeiten wie Felix, dies “auszugleichen” und mich unglücklich
zu machen. Genau das hat mich an der Geschichte auch gereizt: Der
übliche Romanheld strebt nach Glück, Felix aber sucht verzweifelt sein
Unglück. Und das fällt ihm gar nicht so leicht - verkehrte Welt!


OAK: Wie Felix feststellt, gibt es heutzutage unglaublich viele
Ratgeber darüber, wie man sein Glück finden kann. Man könnte meinen,
die Menschheit versinkt heutzutage im Unglück. Wie erklärst du dir
diese Entwicklung: Waren die Menschen früher glücklicher, oder haben
sie diese Glücksratgeber einfach nicht gebraucht?

HS: Ich bin leider nicht die richtige Expertin, dieses Phänomen zu
erklären. Ich kann nur Vermutungen anstellen: Zum einen gibt es
heutzutage wahrscheinlich schlicht mehr Buchneuerscheinungen und damit
auch mehr Ratgeber. Zum anderen haben wir heute so viele Möglichkeiten
wie noch nie, unser Leben zu leben. Wir haben ganz einfach die Qual
der Wahl. Und parallel dazu brauchen wir eben (so denken wir
zumindest) umso mehr Wegweiser, um uns durch diesen Dschungel zu
führen. Dass diese Unmenge an Auswahl an sich schon nicht glücklich
macht, kommt dann auch noch hinzu ...


OAK: Dein Protagonist macht im Roman eine beachtliche Entwicklung
durch. Wie würdest du deinen Weg zu Felix beschreiben?

HS: Die Grundidee zu Felix kam tatsächlich als Gedankenblitz, nämlich
beim Durchlesen eines Krankenhausberichts nach einigen Allergietests.
Dort stand, neben vielen anderen Fachbegriffen, das Wörtchen
“Serotonin”, das man laienhaft auch als “Glückshormon” bezeichnet.
Sofort dachte ich: “Was wäre, wenn man gegen Glück allergisch wäre?”

Dass ich daraus einen Liebesroman machen würde, war sofort klar (denn
was kann einem, der gegen Glück allergisch ist, Schlimmeres passieren,
als sich zu verlieben?); auch, dass mein Protagonist natürlich “Felix”
heißen musste. Der weitere Weg war dann nicht immer so einfach. Sowohl
von den äußeren Umständen her - ich habe anfangs Vollzeit gearbeitet,
dann ein Kind bekommen, bin dreimal umgezogen; Schreibzeit war also
Mangelware - als auch vom Handwerk her: Ich musste schon sehr viel
“für den Papierkorb” schreiben, bis der “Felix” vor allem
dramaturgisch so war, wie er jetzt ist. Auf dem Weg habe ich also auch
viel gelernt. Zum Glück hatte ich die richtigen Wegbegleiter, nämlich
Testleser und meine Agentin, die mich immer wieder zurück auf Anfang
geschickt haben, solange das Manuskript noch nicht gut genug war. Bis
zum fertigen “Felix” hat es einige Jahre gedauert. Es war ein langer
Weg, der sich gelohnt hat.


OAK: Das klingt in der Tat nicht ganz so gradlinig. Bist du nach der
Methode “planlos ins (Schreib-)Glück” an den Roman herangegangen, oder
hast du vorher geplottet, nur war der Plot nicht der richtige?

HS: Nein, planlos bin ich nicht an den “Felix” herangegangen; aber
meine anfänglichen Pläne haben mich trotzdem nicht davon abgehalten,
auch mal in die falsche Richtung abzudriften. Auch der falsche Plan
ist ein Plan ...


OAK: Dann erzähl uns bitte ein bisschen darüber, wie du beim Planen
vorgehst und warum es so schwierig war, die richtige Richtung zu
finden.

HS: Anfangs habe ich mich sehr auf die Idee der Glücksallergie
konzentriert und zu wenig auf die Figur. Ich konnte sehr viel mit den
Situationen spielen, was Felix so alles Lustiges passiert, wenn er
“glücksallergisch” reagiert. Aber warum Felix so handelt, wie er
handelt, ja, warum er so eine Krankheit hat, hatte ich noch nicht
festgezurrt. Dadurch war der Plot einfach noch nicht stringent.

Kennst du die Redewendung “character is plot”? Erst, als ich Felix von
Grund auf entwickelt hatte, mit allen Facetten, ergab sich auch
zwangsläufig, organisch, die Handlung daraus. Die lustigen Situationen
sind immer noch da, aber sie tragen die Geschichte nicht, sondern sind
eine Folge davon.

Beim Planen gehe ich so vor, dass ich intensiv an den Figuren arbeite,
an den Motiven, an meinem Thema, an “was will ich eigentlich sagen?”.
Daraus wird ein solider Kern, aus dem im Grunde alles abgeleitet wird.
Erst, wenn ich den habe, gehe ich in die Szenenplanung. Und wenn ich
mich auf Abwegen befinde (denn auch beim Planen kommen ja einige
Entscheidungen aus dem Bauch heraus), kann ich immer wieder zu diesem
Kern zurückkehren und überprüfen, ob diese Abwege noch zu dem Kern
passen oder nicht.


OAK: Das heißt, alle Figuren werden von dir durchgearbeitet, auch die
Nebenfiguren, stimmt's? Wie gehst du dabei vor? Einige Autoren führen
Interviews und schreiben Steckbriefe, andere arbeiten mit Prämissen
...

HS: Ja, ich arbeite alle Figuren durch, wobei das Personal im “Felix”
ja noch sehr überschaubar ist. Meine Methode ist tatsächlich die
Prämisse und die Figurenmotivation. Ich hinterfrage alles. Während ein
einfacher Steckbrief nur eine Eigenschaft auflistet, versuche ich, zum
“Warum” durchzudringen. Warum will die Figur unbedingt xy erreichen,
was hat sie im Leben geprägt, wie ist ihr Hintergrund?

Dieser Antrieb im Kern der Figur prägt ihr ganzes Verhalten (ihre
Entscheidungen, ihre Handlungen, ihre Antworten in Dialogen ...) und
auch den Verlauf der Geschichte (wie gesagt, “character is plot”),
denn meistens gibt es in diesem Kern auch einen blinden Fleck, den die
Figur erst einmal entdecken (und sich dann darüber hinaus
weiterentwickeln) muss.

Mein Notizbuch zum Roman wimmelt also vor Fragen, die ich mir selbst
zu sämtlichen Aspekten stelle. Und während des Schreibens kann ich so
immer wieder überprüfen, ob ich authentisch bleibe: “Würde die Figur,
die eigentlich von XY angetrieben ist, so etwas wirklich tun / sagen?”


OAK: Letztendlich ist dir eine außergewöhnliche Liebesgeschichte
gelungen. Was macht für dich eine gute Liebesgeschichte aus?

HS: Ich lese selbst gern Liebesromane, gerade solche, die auch ein
ernstes Thema behandeln. Eine gute Liebesgeschichte, das ist gar nicht
so einfach zu beantworten: Ich verliebe mich gerne in die
Protagonisten, es müssen also besondere Figuren sein. Ich finde es
schön, wenn Lachen und Weinen verdammt nahe beieinander liegen. Und in
ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten muss die Geschichte glaubwürdig sein.
Das gilt wahrscheinlich für alle Romane - und ich bin eben auch noch
heillos romantisch und greife deswegen gern zu Liebesromanen.


OAK: Nennst du uns ein paar Beispiele für Liebesromane, die dich
besonders angesprochen haben?

HA: “Ein ganzes halbes Jahr” von Jojo Moyes zum Beispiel. Dieses Buch
kommt als Frauenroman daher, es gibt eine Liebesgeschichte - aber die
zentrale Frage ist, ob man sein eigenes Leben beenden darf, wenn man
es nicht mehr als lebenswert, sich selbst nicht mehr als sich selbst
empfindet.

Ein anderes Beispiel ist “Zwei an einem Tag” von David Nicholls, auch
eine Liebesgeschichte: Die beiden Protagonisten sind befreundet,
erleben die Höhen und Tiefen im Leben des anderen, finden endlich
irgendwann zueinander - und was dann passiert, kann ich nicht
verraten, aber es ist nicht das typische Happy End. Der Autor bricht
hier mit allen Erwartungen; tut es aber auf so großartige Weise, dass
man nur begeistert sein kann.


OAK: Viele Autoren haben Angst, beim Schreiben von Liebesromanen
"kitschig" zu werden. Kannst du diese Angst vor Kitsch verstehen?

HS: Ich selbst kenne die Angst vor Klischees oder vor Banalitäten; das
geht in die gleiche Richtung. Ein wenig Kitsch ist bei mir absolut
erlaubt; ich schreibe ja romantische Szenen und solche mit Happy End,
da bleibt das nicht aus. Welcher Leser das dann noch als erträgliches
Maß empfindet und welcher nicht mehr, habe ich nicht in der Hand.


OAK: Wie überwindest du diese Angst?

HS: Gar nicht. Wie gesagt, ist die ganze emotionale Bandbreite beim
Schreiben dabei, auch Ängste. Ich versuche zwar, Klischees zu
vermeiden und originell und authentisch zu bleiben, aber ob das dann
auch gelingt ... Es passiert auch, dass Leser genau das als Klischee
empfinden, was man selbst original so erlebt hat.


OAK: Allergien und Architekturwelt sind die zwei (Fach-)Säulen, die
den Roman stützen. Wie bist du an die Materie herangegangen?

HS: Beim Thema Allergien habe ich zuerst einmal auf das gebaut, was
ich von mir selbst kannte. Ich habe eine Histaminunverträglichkeit,
kenne das Klinikum am Biederstein aus eigener Erfahrung, und dass es
einem plötzlich schlecht geht, “als hätte jemand einen Schalter
umgelegt”, nun ja, das ist ausnahmsweise einmal ganz autobiographisch.
(Die Art und Weise, wie Felix dann genau reagiert, ist dafür völlig
frei erfunden.)

Zusätzlich habe ich einige Leute mit Allergien in der Familie befragt
und Fachwissen recherchiert. Beim Thema Architektur habe ich einige
Experten zu Rate gezogen. Anfangs habe ich zwei Architekten in meinem
Umfeld zu ganz grundlegenden Dingen befragt. Dann, als ich eine noch
sehr grobe Vorstellung des Plots hatte, bin ich mit einer
Innenarchitektin in Kontakt getreten. Anhand der intensiven Gespräche
mit ihr habe ich meinen Plot verfeinert und festgelegt. Während des
Schreibens habe ich dann hier in Stuttgart bei einem Architekturbüro
angeklopft; dort durfte ich dem Inhaber beim Arbeitsalltag über die
Schulter blicken, in den Materialraum spicken und ihm alle möglichen
Fragen stellen. Und zu guter Letzt hat die Innenarchitektin dann noch
das fertige Manuskript auf alle fachlichen Aspekte gegengelesen.


OAK: Das hört sich spannend an. Gab es bei deiner “Live-Recherche”
etwas, was dich vielleicht überrascht hast?

HS: Bei meinem Besuch im Architekturbüro gab es keine riesigen
Überraschungen, sondern vor allem viele alltägliche Kleinigkeiten, die
mir aufgefallen sind und die ich vorher nicht kannte. Zum Beispiel hat
der Architekt mehrfach einen Fachbegriff ganz selbstverständlich
verwendet und das gar nicht gemerkt, es war für ihn völlig normal.
Genau das - einer Fachperson im Alltag “auf den Mund” oder über die
Schulter zu schauen - war wichtig, um diesen Alltag auch glaubwürdig
im Roman darzustellen. Kleines Beispiel: Dieser Architekt nahm zu
jedem Meeting und auf die Baustelle sein iPad mit, weil er dort sofort
Fotos vom Projekt machen, Protokolle führen und Termine abgleichen
konnte. Das hatte ich gar nicht bedacht - ich war davon ausgegangen,
dass man im Büro am Computer sitzt und auf der Baustelle, nun ja,
davon hatte ich keine Ahnung! Also zückt Felix im Roman auch sein
iPad. Es mag nur eine Kleinigkeit sein, aber ich wollte gern, dass
diese Details auch richtig sind.


OAK: Musstest du dich überwinden, als eine noch unbekannte und
unveröffentlichte Autorin bei einem Architekturbüro anzuklopfen?

HS: Na klar musste ich mich überwinden, dort anzuklopfen, und wie!
Obwohl mir alle sehr, sehr freundlich begegnet sind. Das ist überhaupt
meine Erfahrung: Eigentlich sind die Leute neugierig und freundlich;
sie freuen sich, einem Schriftsteller Auskunft zu geben. Nur in den
beiden Museen, in denen ich für die Szene beim Klassentreffen
recherchiert und deshalb Fragen zu “nachts im Museum” gestellt habe,
waren die Ansprechpartner leicht enttäuscht, dass ich keinen Krimi
schreibe. ;)


OAK: Wohin siehst du dich als Autorin demnächst entwickeln? Was sind
deine Ziele?

HS: Also, zuerst einmal freue mich, an meinem zweiten Roman zu
schreiben, der ebenfalls eine Liebesgeschichte ist. Mein Ziel ist,
dass daraus ein gutes Buch wird. Momentan denke ich erst einmal so
weit. Mein langfristiges Ziel ist es, mich immer ein wenig zu
verbessern. Deswegen lese ich viel (und versuche, auch viel zu
schreiben). Pläne für andere Genres oder einen großen Fünfjahresplan,
der irgendwo eine Bestsellerliste beinhaltet, gibt es nicht. :)

OAK: Vielen Dank für das Interview, liebe Hannah!

Das Interview führte Olga A. Krouk (http://www.olgakrouk.de oder
http://www.facebook.com/OlgaAKrouk)


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:     
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 Verlagswesen: Bjørn Jagnow
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Experten-Special:
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Bjørn Jagnow hat seine Fragen und Antworten zu den Themen
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt  
- thematisch sortiert und aktualisiert:

"Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung für Autoren 2012", E-Book,
2,99 Euro, http://www.amazon.de/gp/product/B007VD3OL6/


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR HISTORISCHE ROMANE:
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     Titus Müller (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


Frage:
Würdest du das Wort "Zimmer" in einem mittelalterlichen Romansetting
verwenden?


Antwort:
In unseren Ohren klingt “Zimmer” recht modern, und wir sind in der
Versuchung, bei mittelalterlichen Stoffen auf “Kammer” oder “Gemach”
auszuweichen. Dabei hat das “Zimmer” alte Wurzeln: Im
Mittelhochdeutschen “zimber”, im Althochdeutschen “zimbar” bedeutete
“Bau” oder “Bauholz”, bald nannte man auch ein aus Holz errichtetes
Gebäude so. Spätestens im 15. Jahrhundert wurde der Begriff “Zimmer”
laut Duden Herkunftswörterbuch für einen Wohnraum verwendet.

Ich vermeide Phrasen wie “ihm entgleisten die Gesichtszüge”, wenn es
zur Zeit der Romanhandlung noch keine Eisenbahn gab. Ansonsten bin ich
frech und verwende die Wörter, die mir vom Klang her passen, ohne erst
nachzuschlagen, ob sie z. B. im Mittelalter schon verwendet wurden.

Das kann allerdings auch mal danebengehen: In meinem Roman “Die
Todgeweihte” nannte ich die Buden, die historisch verbürgt damals
geschmorte Innereien und anderes mittelalterliches Fastfood
verkauften, “Imbissbuden” -- und verwirrte damit etliche Leser.
Deshalb habe ich für die Neuausgabe des Romans eine andere
Formulierung gewählt. Auch wenn es das Wort “Imbiss” damals schon gab.
Ich kann ja im Roman keine Fußnote anfügen und sagen: “Liebe Leser,
das Wort gab's schon.” Beim Lesen der Geschichte soll nichts stören
oder ablenken, also folge ich in diesem Fall dem Ohr des Lesers, das
“Imbissbuden” nicht im Mittelalter vermutet.

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Aktueller Roman: "Berlin Feuerland" (Blessing Verlag). Der
TAGESSPIEGEL lobt die "spannende Zeitreise", NDR Kultur die
"historische Momentaufnahme voller Leuchtkraft" und BÜCHER die
"glaubwürdige Liebesgeschichte". Mehr Infos unter
http://www.titusmueller.de.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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           Bjørn Jagnow (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


Frage:
In meinem Buch über [...] werde ich nicht darauf verzichten können,
Liedtexte und Gedichte im Buch zu verwerten z. B. für Bewegungslieder
oder Verklanglichungen. Wo finde ich Informationen, welche Texte
lizenzfrei sind und welche Texte nicht? An wen oder welche
Institutionen kann ich mich wenden?


Antwort:
Generell sind alle Liedtexte, Gedichte und andere Werke
lizenzpflichtig, deren Urheber noch keine 70 Kalenderjahre tot ist.
Aktuell sind also Werke von den Urhebern lizenzfrei, die 1944 oder
früher gestorben sind.

Eine zentrale Instanz zum Nachschlagen, wer für was Lizenzen vergeben
kann, gibt es in Deutschland nicht. Bei Bedarf müssen Sie bei dem
jeweils letzten bekannten Verlag nachfragen. Oft kann der Verlag
Lizenzen vergeben oder den Kontakt zum Autor (oder seinen Erben)
vermitteln.

Beachten Sie aber, dass es nicht ganz einfach ist, rechtssicher
Lizenzen zu erwerben, die Sie dann wiederum einem oder mehreren
Verlagen zur Veröffentlichung in Ihrem Buch übertragen dürfen.
Strenggenommen veröffentlichen nicht Sie ein Buch (es sei denn, Sie
sind Selbstverleger), sondern ein Verlag veröffentlicht Ihr Buch. Also
muss der Verlag die Lizenzen haben.

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Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann und
Buchhändler. Unter http://bjoernjagnow.blogspot.com/ bloggt er über
die Zukunft der Medien, über Rollenspiele und andere Themen.


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit
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