Ausgabe 17-08 (20. August 2015)

Editorial
Hall of Fame
Neues aus der Buchszene
Autorenwissen
    “Vier verschiedene Arten, eine Nachricht zu verstehen:
    Das Vier-Seiten-Modell”
    von Jasmin Zipperling
Schreib-Spiele
    “Warum geknickt sein manchmal gut ist”
    von Maike Frie
Spannung, der Unterleib der Literatur
    “Das Narrengericht”
    Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Frag den Experten für Verlagswesen
    (Bjørn Jagnow)

 EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

das Vier-Seiten-Modell der Kommunikation kann AutorInnen dabei helfen,
glaubwürdige und spannende Dialoge zu schreiben, wie Jasmin Zipperling
in ihrem Beitrag zeigt. Eine neue Runde inspirierender Schreibspiele
steuert Maike Frie für den August bei, und Hans Peter Roentgens
Lektorat ist wieder mindestens ebenso spannend wie der Text, den er
sich diesmal vorgenommen hat.

Dazu gibt es wieder “Neues aus der Buchszene”, unser Verlagsexperte
Björn Jagnow steht Rede und Antwort, und einen Schreib-Kick haben wir
diesmal auch für wieder euch. Allerdings habe ich nur diesen einen
bekommen - wenn ihr die Rubrik weiter hier lesen wollt, schickt mir
eure Schreibanregungen!

Der Tipp des Monats August, diesmal von
https://www.facebook.com/Literaturkaninchen:

     Ein Hauptcharakter definiert sich am stärksten
     über sein Ziel und die Entscheidungen, die er trifft,
     um dieses Ziel zu erreichen.

Sonnige Tage wünschen wir euch - und wenn es mal regnen sollte: Mit
Maikes Schreibspielen übersteht man auch schlechtes Wetter!

   Gabi Neumayer
   Chefredakteurin

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Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das
Konto:

Jürgen Schloßmacher
Kreissparkasse Köln
BIC: COKSDE33XXX
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Stichwort: "Beitrag 2015"

Wichtig: Das Konto läuft NICHT mehr auf den Namen “autorenforum”,
sondern nur auf “Jürgen Schloßmacher”!

Neu:  Ihr könnt jetzt auch über unsere Website
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Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

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ISSN 1439-4669  Copyright 2015 autorenforum.de. Copyright- und
                Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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  INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

     Editorial
     Hall of Fame
     Neues aus der Buchszene
     Autorenwissen
         “Vier verschiedene Arten, eine Nachricht zu verstehen:
         Das Vier-Seiten-Modell”
         von Jasmin Zipperling
     Schreib-Spiele
         “Warum geknickt sein manchmal gut ist”
         von Maike Frie
     Spannung, der Unterleib der Literatur
         “Das Narrengericht”
         Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
     Frag den Experten für Verlagswesen
        (Bjørn Jagnow)
     Impressum


TEIL 2:

     Veranstaltungen
     Ausschreibungen
     Publikationsmöglichkeiten
          mit Honorar
          ohne Honorar
     Seminare
     Messekalender
     Impressum


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HALL OF FAME:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Die “Hall of Fame” zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: “Titel”, Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage-
Adresse.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: “Der Fall der falschen Meldung”, Hüstel Verlag 2015,
Mystery-Thriller. Dann noch 60 Zeichen - und keins mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen
muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff “Hall of Fame” an
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt!
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Pat Langdon: “Lord of Light Teil 1: The Beginning”, Brokatbook,
Science-Fantasy. www.brokatbook.de

Kathrin Hanke/Claudia Kröger: "Heidegrab - Ein Lüneburg-Krimi”,
Gmeiner Verlag 2014. Der 2. Fall für Katharina von Hagemann -  
spannend!

Christiane Höhmann: “Skywalk”, Grafit Verlag 2015, Kriminalroman. Auf
einer Radtour verschwindet die 14-jährige Martha spurlos

Carola Becker: "Mäc Mief und die stinkbesonderen Unterhosen", Südpol
Verlag 2015, Kinderbuch. Tierisches Abenteuer - lustig, spannend,
stinkbesonders!

Gabi Neumayer: “Der verflixte Fluch des Kraken”, Gulliver 2015,
Kinder-Piratenabenteuer. Mick und seine Freunde nehmen es mit einem
Riesenkraken auf

Alex Thomas: “Engelszorn”, Blanvalet 2015, Vatikan-Thriller. Ein
Killer, der direkt aus der Hölle kommt.


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NEUES AUS DER BUCHSZENE:
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                         (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Wir leben in turbulenten Zeiten, die Buchbranche ist in Bewegung wie
nie zuvor. Ob es nun um neue Vertragsbedingungen mit Amazon geht, die
zunehmende Digitalisierung des Marktes oder all die neuen Chancen und
Möglichkeiten, die sich Verlagsautoren und professionellen
Selfpublishern bieten: Eine Nachricht jagt die nächste. Damit ihr den
Überblick behaltet und nichts Wichtiges verpasst, fassen wir hier alle
interessanten Links zusammen, die uns jeden Monat ins Auge fallen -
natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
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++++++++++
Buchhandel
++++++++++

http://www.boersenblatt.net/artikel-.995742.html
Martina Kruse von der Buchhandlung Am Markt in Goch fordert von den
Verlagen mehr Augenmaß in puncto Freiexemplare und Marketingaktionen.

http://www.boersenblatt.net/artikel-
mit_neuer_kooperation_mehr_umsatz.1013143.html
Das Branchenportal Buchhandel.de und der Verein Buy Local starten eine
Partnerschaft, um für Mitgliedsunternehmen die Auffindbarkeit im Netz
zu steigern.

http://www.boersenblatt.net/artikel-ifh-
studie_zum_einzelhandel.997473.html
Laut einer gemeinsamen Erhebung des IFH Köln mit dem
Mittelstandsverbund kaufen drei Viertel der deutschen Verbraucher
gerne bei inhabergeführten lokalen Buchhandlungen ein.

http://www.buchreport.de/nachrichten/bestseller/bestseller_nachricht/d
atum/2015/07/31/allerorten-all-age.htm
Nach wie vor rangieren Fantasy- und All-Age-Reihen auf der
Belletristik-Bestsellerliste ganz vorne. Aktuell sind etwa ein Dutzend
des Genres in der Top 50 gelistet.


http://www.boersenblatt.net/artikel-die_sonntagsfrage.1017560.html
Eine aktuelle Studie des IFH rechnet damit, dass bis 2020 bis zu
45.000 stationäre Geschäfte in Städten geschlossen werden.


+++++++
Verlage
+++++++

http://www.boersenblatt.net/artikel-
verlagsexperimente_mit_dem_kurznachrichtendienst.1012832.html
Seit rund einem halben Jahr experimentieren einige US-Verlage mit
Twitter als Verkaufs-Tool. Erfolgsgeschichten bisher Fehlanzeige.

http://www.tagesspiegel.de/medien/streit-um-buchsendungen-im-
fernsehen-haeppchen-formate-sind-ein-fehler/12119272.html
Die Einschaltquoten für Literatursendungen sind auch im Bayerischen
Fernsehen schwach. In einer Rundfunksratsitzung wird nun über die
Zukunft der Sendungen “LeseZeichen” und “Lido” entschieden.  

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
015/07/29/wir-sind-uns-einig-1.htm
Wir sind uns einig, dass wir uns nicht einig sind. Buchreport-Nutzer
legen die Preise für Bestseller fest.

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
015/07/29/der-kampf-um-den-kuchen-wird-haerter.htm
Der Kampf um den Ratgeber-Kuchen wird härter. Vor allem die
Warengruppe “Essen & Trinken” erfuhr einen schmerzlichen
Umsatzeinbruch.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/romane-fuer-sie-krimis-
fuer-ihn-wie-verlage-werben-13729083.html
Männerlektüre. Verlage und Buchhandel scheinen die Hoffnung aufgegeben
zu haben, männliche Leser mehr für Romane von Frauen interessieren zu
können.


++++++++++++++++++
Flatrate / Onleihe
++++++++++++++++++

http://www.fairerbuchmarkt.de/ueber_geld.html
Fairer Buchmarkt: Hans Peter Roentgen über Fluch und Segen der
Flatrate und wie AutorInnen überprüfen können, ob ihr Vertrag
Ausleihen bei Flatrates erlaubt - oder nicht.


++++++
Lektor
++++++

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/lektor-hobby-
schriftsteller-haben-kaum-chance-auf-vertrag-a-1042434.html
Von Beruf Lektor: Er quält sich durch miese Texte und wundert sich
über die Großspurigkeit mancher Hobby-Literaten: Ein Lektor berichtet
von seinem Alltag in einem Großverlag - und wie er die
Bestsellerautoren von morgen findet.


+++++++++++++++++
Buchbranchen-Quiz
+++++++++++++++++

http://www.spiegel.de/quiztool/quiztool-60229.html
Buchhändler- und Verleger-Latein im Quiz.


+++++++++
Buchmesse
+++++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
015/08/07/brutzeln-am-laufsteg.htm
Auf der nächsten Frankfurter Buchmesse wird gekocht, um die jüngst
schwächelnde Warengruppe Essen & Trinken wieder zu stärken.


++++++++++++++
Selfpublishing
++++++++++++++

http://www.indie-
publishing.de/home/autoren/autoren_artikel/datum/2015/07/11/aufgeschlo
ssene-buchhaendler-sind-in-der-minderheit.htm
Thomas Wrensch, von der Buchhandlung Graff in Braunschweig, spricht
mit dem Selbstverleger Karl von Wendt über die Voraussetzungen und
Hindernisse einer Zusammenarbeit.


+++++++++
Literatur
+++++++++

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article130385483/Literatur-
auf-der-Landkarte.html
Wo Dichtung überall ihre Spuren hinterlässt: Literatur auf der
Landkarte.


+++++++++++++++
Drehbuch / Film
+++++++++++++++

http://www.sueddeutsche.de/medien/fernsehserien-das-hat-doch-keine-
zukunft-
1.2599391?utm_content=buffer6027f&utm_medium=social&utm_source=faceboo
k.com&utm_campaign=buffer
Ihr Erfolg verführt US-Serien zu halbgaren Fortsetzungen, siehe "House
of Cards" oder "Homeland".


+++++++++++++
Lesekompetenz
+++++++++++++

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/piaac-studie-erwachsene-
in-deutschland-koennen-schlecht-lesen-a-926653.html
Nach einer groß angelegten Studie aus dem Jahr 2013 erreichen 17,5 %
der Erwachsenen in Deutschland bei ihrer Lesekompetenz lediglich die
Leistung von zehnjährigen Grundschülern und darunter. Weniger als 11%
der Erwachsenen erreichen ein Niveau, das notwendig ist, um einen
anspruchsvollen Roman zu verstehen.


+++++++++++++++
Preise / Awards
+++++++++++++++

http://www.boersenblatt.net/artikel-
crime_cologne_award_2015.1018231.html
Der österreichische Schriftsteller und Fotograf Bernhard Aichner
erhält den Crime Cologne Award, der in diesem Jahr erstmals vergeben
wird.

++++++++++++++++++
Bücher und Autoren
++++++++++++++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/buecher_autoren/buecher_autoren_n
achricht/datum/2015/08/17/young-adult-stars-unter-den-top-3.htm
Im Forbes-Ranking der bestverdienenden Autoren befinden sich etliche
Autorenaltstars. Spitzenreiter ist einmal mehr James Patterson.


++++++
Amazon
++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/nachrichten_detail/datum/2015/08/
07/millionengrenze-
geknackt.htm?no_cache=1&cHash=f5c44d16e6258834015e926b307ddb5e
Kindle hat die Millionengrenze in Deutschland geknackt. Mit-Ursache
ist angeblich die Kindle-Unlimited-Flatrae.


http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/201
5/08/18/konzern-im-kreuzfeuer.htm
Der “New York Times”-Artikel über den Arbeitsalltag in der Amazon-
Zentrale in Seattle schlägt hohe Wellen.


+++++++++++++
International
+++++++++++++

http://www.boersenblatt.net/artikel-.995742.html
“Ich habe gekreischt!” Nina Georges “Lavendelzimmer” erobert die US-
Bestsellerliste.

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
015/07/29/nostalgie-welle-als-problematisches-phaenomen.htm
Literarische Klassiker wie die Romane von Harper Lee feiern auf dem
Buchmarkt zurzeit große Erfolge. "Harvard Business Review” sieht die
Nostalgie-Welle allerdings auch als problematisch an, da die Verlage
durch den großen Erfolg einzelner Spitzenitel die Pflege ihrer Midlist
aus dem Auge verlieren könnten, des eigentlichen Rückgrats der
Branche.

http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/aug/10/ebooks-are-
changing-the-way-we-read-and-the-way-novelists-write?CMP=twt_gu
Ebooks are changing the way we read, and the way novelists write.

+++++++++++++++++++
Deutscher Buchpreis
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http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/deutscher-buchpreis-die-longlist-2015-13757978.html?GEPC=s2
Die Longlist des Deutschen Buchpreises 2015.

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SCHREIBKICK:
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Der Schreib-Kick für den August, von Jasmin Zipperling:

Das Bett spielt in unserem Leben eine wichtige Rolle. Als Kinder
verkriechen wir uns darin. Hier liegen wir, wenn wir krank sind, wenn
wir schlafen und manchmal auch beim Sex. Das Bett mit allem was dazu
gehört - Bettwäsche, Nachttisch, Kopfkissen - erzählt eine Menge über
uns.

Wie sieht das Bett deines Protagonisten aus? Hat es ein Holz- oder ein
Metallgestell? Handelt es sich überhaupt um ein gekauftes Bett, oder
musste er es aus Geldmangel selbst zusammenzimmern? Ist es ein
schmales Einzelbett für einen hoffnungslosen Fall oder das breite,
einladende Bett eines Playboys? Braucht er Allergiker-Bettwäsche? Ist
die Matratze hart, weil er sonst Rückenschmerzen bekommt? Sind die
Kissen von Hand bestickt? Hat die Wäsche ein Tropen-Muster, oder ist
sie knallpink? Was würde ich finden, wenn ich unter das Bett oder in
die Schubladen des Nachttischs schaue? Stift und Papier? Einen
Keksvorrat? Desinfektionsmittel? Anti-Falten-Creme für die Nacht?


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AUTORENWISSEN:
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        “Vier verschiedene Arten, eine Nachricht zu verstehen:
                        Das Vier-Seiten-Modell”
                         von Jasmin Zipperling
 
Missverständnisse entstehen dadurch, dass Franz etwas sagt und Julia
die Aussage falsch auffasst. Romanautoren reiben sich nun freudig die
Hände, denn Kommunikationsprobleme bergen herrliches
Konfliktpotential. Und Konflikt ist das Zentrum jeder Geschichte.
 

          Die vier verschiedenen Ebenen
 
Der Grund für Kommunikationsprobleme ist, dass jede Nachricht vier
verschiedene Ebenen hat. Es kommt darauf an, wie der Sprecher (Sender)
die Botschaft meint und wie sie beim Gesprächspartner (Empfänger)
ankommt.
 
Es gibt die Sachebene, die Selbstoffenbarung, die Beziehungsebene und
den Appell.
 
Bei der Sachebene geht es um die wörtliche Botschaft, die reinen
Fakten. Hier spielt Subtext keine Rolle (was auch wieder
Konfliktpotential bergen kann, wenn der Sender auf der Sachebene
“funkt” und der Empfänger eine tiefere Bedeutung vermutet, wo keine
ist).
 
Jede Nachricht beinhaltet auch eine Selbstoffenbarung. Sobald der
Sprecher die Stimme erhebt, verrät er etwas über sich selbst. Zunächst
sind das banale Dinge wie seine Sprache, der Dialekt, die Wörter, die
er verwendet, oder ob er die Grammatik beherrscht. Daraus kann man auf
Herkunft, Erziehung und das soziale Umfeld schließen. Tiefer geht es,
wenn man zwischen der Selbstdarstellung (gewünscht) und
Selbstenthüllung (nicht gewünscht) unterscheidet.
 
Die Beziehungsebene ist komplizierter. Hier kommt es immer darauf an,
in welchem Verhältnis sich die beiden Gesprächspartner befinden. Es
spielt auch eine große Rolle, auf welche Weise man etwas sagt. Stimme,
Mimik, Gestik, Körpersprache, das alles spielt in die Botschaft mit
hinein. Der Sender drückt auf dieser Ebene aus, was er vom Empfänger
hält. Oder der Empfänger schnappt die Bemerkung auf der
Beziehungsebene auf und interpretiert sie. So kann er sich
wertgeschätzt, bevormundet oder geschmeichelt fühlen.
 
Mit einem Appell möchte der Sprecher eine Aktion in Gang bringen.
Appelle muss man nicht unbedingt als Befehl formulieren. Es kann auch
ein Wunsch oder ein Vorschlag sein. Wenn der Sender die gewünschte
Aktion in der Botschaft versteckt, handelt es sich bereits um
versuchte Manipulation.
 

          Sender und Empfänger
 
Bei jedem Menschen und bei jeder Nachricht sind die einzelnen Ebenen
unterschiedlich stark ausgeprägt. Das führt zu Schwierigkeiten in der
Kommunikation.
 
Als Beispiel stellen wir uns nun Claudia und Markus vor. Die beiden
führen seit vier Jahren eine Beziehung und leben zusammen. Claudia
kommt nach Hause, wo Markus bereits auf sie wartet. Sie begrüßen sich,
dann sagt Markus: “Ich habe Hunger.”
 
Empfängt Claudia diese Botschaft nun auf der Sachebene, dann bedeutet
diese Information für sie, dass Markus' Magen leer ist und dass es
eine entsprechende Zeitspanne her ist, seit er das letzte Mal Nahrung
zu sich genommen hat. Sie könnte also mit “Aha” oder “Stimmt”
antworten (Letzteres, wenn sie zum Beispiel Markus' Magen knurren
hört, was die Aussage bestätigen würde).
 
Hat Claudia dagegen eine Antenne für die Selbstoffenbarung, die in
Markus' Botschaft steckt, dann bedeutet “Ich habe Hunger” für sie
vielleicht, dass Markus sich unwohl fühlt. Würde Markus den Satz eher
neckisch singen und dabei breit grinsen, würde Claudia dabei bestimmt
vermuten, dass er etwas Tolles erlebt oder dass er eine Überraschung
für sie hat. Dann wäre “Ich habe Hunger” eventuell nur als
Gesprächseinstieg gewählt.
 
Claudia könnte auf Markus' Äußerung auch mit einem gereizten “Das ist
doch nicht meine Schuld! Du bist diese Woche mit dem Einkauf dran!”
reagieren. Dann hat sie die Botschaft auf der Beziehungsebene
empfangen und glaubt einen Vorwurf darin zu finden (“Wieso ist nichts
zu essen im Haus?!”). Sie hält es für notwendig, sich zu wehren.
Vielleicht vermutet sie auch einen Angriff auf ihre Kochkünste und
giftet Markus an: “Dann koch dir doch was. Den Fraß, den ich
fabriziere, möchte ich dem werten Herrn nicht zumuten!” (Sarkasmus-
Alarm).
 
Wie sähe Claudias Reaktion aus, wenn sie den Satz “Ich habe Hunger”
auf der Appell-Ebene empfangen würde? Sie könnte in die Küche gehen
und sagen “Ich koche dir etwas!” oder sich ihre Handtasche mit den
Worten “Ich gehe einkaufen. Worauf hast du Lust?” nehmen. Sie hat den
Satz also nicht so verstanden, dass Markus' Magen knurrt, sondern als
“Los! Schaff Nahrung heran!”.
 
Bei diesen Beispielen habe ich nicht ausgeführt, wie ein solches
Gespräch weiter verlaufen könnte. Das überlasse ich der Fantasie
anderer Autoren ...
 

          Konflikte
 
Die wenigsten Menschen sind sich bewusst, dass sie ihre Botschaften
auf einer anderen Ebene senden als auf der, auf der ihr
Gesprächspartner sie empfängt. Autoren können sich diesen Umstand in
ihren Dialogen zu Nutze machen.
 
Hier ein Beispiel für ein Gespräch zwischen zwei Menschen, die auf
unterschiedlichen Ebenen senden bzw. empfangen.
 
Katharina und Martin liegen abends auf der Couch. Der Fernseher läuft.
Katharina: “Bei dem Gewummer wackeln ja die Wände.”
Martin: “Ja, der Subwoover ist super!”
Katharina (leicht gereizt): “Ich bin ziemlich müde.”
Martin: “Okay, gute Nacht.”
Katharina: “Was soll das denn heißen?!”
Martin: “Was hast du denn?”
Katharina: “Du sollst das leiser machen!”
Martin: “Mann, dann sag das doch!”
 
Übrigens sendet und empfängt man nicht nur ausgesprochene Botschaften.
Sieht man in der Fußgängerzone einen Menschen, der sich dauernd
umschaut, um sich dann wieder in einen Stadtplan zu vertiefen, kann
man dies als Appell verstehen, ihm den Weg zu erklären. Starrt man in
der Wohnung gedankenverloren vor sich hin, könnte eine andere Person
es auch so verstehen: “Verflixt noch mal! Ich bin heute nicht zum
Staubwischen gekommen! Ich habe auch noch anderes zu tun!”
 
Fazit: Jede Botschaft beinhaltet vier Ebenen. Wie die Kommunikation
verläuft, hängt davon ab, wie der Sender die Botschaft meint und wie
der Empfänger sie aufschnappt. Probiert es aus, und überlegt euch bei
euren Dialogen, auf welchen Ebenen eure Figuren funken!   

                   **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**


Jasmin Zipperling ist eine Kinderbuchautorin aus Köln und arbeitet
ehrenamtlich als Regionalreferentin beim Bundesverband junger Autoren
und Autorinnen e. V. (BVjA). Dort ist es ihre Aufgabe,
Autorenstammtische zu organisieren und Autorinnen und Autoren
miteinander zu vernetzen.


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SCHREIB-SPIELE:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


                “Warum geknickt sein manchmal gut ist”
                            von Maike Frie
 
Im letzten Tempest habe ich anhand von Geschichtenwürfeln damit
begonnen, spielerische Schreib-Anregungen vorzustellen. Mit solchen
kreativen Schreibspielen kann man wunderbar allein oder in der Gruppe
ins Schreiben finden. Dazu gibt es eine Menge Materialien, aber nicht
immer muss man etwas kaufen. Heute wandle ich einen Klassiker von den
Kindergeburtstagen meiner Kindheit ab. Dazu braucht man lediglich ein
paar Zettel und Stifte - und Mitspieler, denn diese Übung lässt sich
nicht allein durchspielen.


          Knickzettel-Spiele

So ging es früher - und es wird so auch noch manchmal im
Grundschulunterricht eingesetzt, um den Kindern Satzstrukturen
näherzubringen: Jeder bekommt einen leeren Zettel, schreibt links
etwas darauf, knickt den Zettel so, dass der Nachbar nicht sehen kann,
was man geschrieben hat, reicht den Zettel weiter, der Nächste
schreibt wieder etwas auf, knickt wieder um und so weiter. In der
klassischen Variante werden so Sätze entwickelt, weil der erste
Spieler eine handelnde Person (Subjekt) aufschreiben soll, der nächste
eine Tätigkeit (Verb) usw.


          Fantasiefiguren entwickeln

Fürs Kreative Schreiben nehme ich die Zettel hochkant, weil kein
fortlaufender Text entstehen soll. Die Kategorien wandle ich je nach
Gruppe ein wenig ab, aber meistens kommen vor:
-- statistische Angaben, das sind Dinge wie Name, Alter und
Familienstand
-- Ausbildung und / oder Beruf und / oder Studium
-- besonderes äußeres Merkmal
-- hervorstechende Charaktereigenschaft
-- und etwas zu Vorlieben / Abneigungen/Hobbys o. Ä.
-- “Leiche im Keller”

Jeder Mitspieler bekommt einen Zettel, auf dem untereinander diese
Kategorien (mit Platz dazwischen zum Ausfüllen) aufgelistet sind, und
schreibt etwas zu den statistischen Angaben. Dann knickt jeder den
obersten Teil des Zettels nach hinten um, so dass niemand sieht, was
geschrieben wurde, alle reichen ihre Zettel weiter, und jeder füllt
nun die nächste Kategorie aus, faltet wieder nach hinten um usw.

Als Letztes wird das Feld mit der “Leiche im Keller” ausgefüllt. Damit
ist ein (lustiges) Geheimnis gemeint, das der Figur noch eine Extra-
Note verleiht. Hier kommen solche Sachen zutage wie “klaut Socken in
Umkleidekabinen” oder “hat in seinem Gottesdienst-Liederbuch einen
Krimi versteckt” oder “leckt in Restaurants heimlich Besteck an
anderen Tischen ab”.

Wenn die geknickten Zettel vollständig ausgefüllt sind, werden sie
noch ein letztes Mal weitergereicht. Der letzte Spieler faltet den
Zettel dann auf und erhält nun eine Übersicht über seine Figur, bei
der die unterschiedlichsten Gehirnschmalzauswüchse zusammengekommen
sind.


          Nach dem Spiel ist vor dem Schreiben

Schon beim Auffalten der Zettel gibt es in der Regel viel zu staunen
und zu lachen. Ich setze dieses Fantasiefiguren-Knickzettel-Spiel
sowohl in Erwachsenen- als auch in Kindergruppen ein, und alle haben
gleichermaßen Spaß an den Anregungen der anderen und besonders am
Zusammenprallen der verschiedensten Ideen.

Kinder können sich meistens nicht lange zurückhalten, davon zu
erzählen, was sie auf ihrem Zettel finden. Deshalb starte ich hier in
der Regel eine mündliche Runde, bei der jeder zunächst einmal
vorliest, was sich auf seinem Zettel angesammelt hat. Je nachdem, wie
viel Zeit bleibt bzw. wie unruhig die Kinder sind, schließen wir noch
eine Schreibzeit an, in der jeder seine Figur vorstellt. Es hat sich
als hilfreich herausgestellt, Grundschülern eine klare Vorgabe zu
machen. Meistens beginnen wir mit “Hallo, ich heiße XY und liebe es,
…” und lassen die Figuren so selbst über sich erzählen.

Erwachsene können nach dem ersten Lesen die Geheimnisse ihrer Figuren
meistens für sich behalten. Deshalb schließe ich nach dem Spielen
direkt das Schreiben an. Hier reicht oft eine Anregung aus wie: “Stell
dir eine typische Szene für deine Figur vor! Was erlebt sie und wie
verhält sie sich dabei?”

Weil niemand beim Spielen weiß, was die anderen notieren, entstehen
oft absurde Kombinationen. So gibt es männliche Figuren, die als
äußeres Merkmal “trägt stets Röcke” haben. Oder 99-jährige Sport-
Studentinnen und 19-jährige Dreifach-Väter. Der Besteck-Lecker ist
vielleicht ein nach außen hin “normaler” Krankenpfleger. Die
unglücklich tätowierte Berufsschullehrerin untersagt ihren Zöglingen
jegliche “Körperverstümmelung” von Ohrringen über künstliche
Fingernägel bis zu gezupften Augenbrauen ...

Welche Gruppe mag das Fantasiefiguren-Knickzettel-Spiel ausprobieren?
- Ich bin gespannt auf Kategorie-Empfehlungen und Erfahrungsberichte!
Von meiner Seite geht es im nächsten Tempest weiter mit allerlei
Spielideen zur Erweiterung unseres Wortschatzes.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Maike Frie, Münsteranerin von 1976 mit Skandinavien-Begeisterung; nach
Stationen in Oslo und Hamburg heimgekehrt; tätig als Dozentin,
Texterin, Lektorin und Mutter; bietet für Autoren Korrektorat,
Lektorat und Manuskriptberatung sowie ein Seminarprogramm zum
Kreativen Schreiben - mehr unter http://www.skriving.de.


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SPANNUNG, DER UNTERLEIB DER LITERATUR:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Was macht Romane spannend, und vor allem: Was macht sie langweilig?

Wer Szenen hat, die sie oder er für spannend hält, oder Szenen, bei
denen er sich nicht sicher ist, oder solche, die eigentlich spannender
gestaltet sein sollten, doch die Frage ist: Wie? - wer solche Szenen
hat, kann sie mir schicken.

Ich wähle dann einige aus, die ich im Tempest bespreche. Schickt die
Szenen als E-Mail-Anhang im RTF-Format an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte nicht mehr als 7.000 Anschläge, also etwa vier Normseiten. Dazu
zählt auch der Vorspann! Da die Szenen aus beliebigen Stellen eurer
Manuskripte stammen dürfen, müsst ihr eventuell die Vorgeschichte der
Szene erklären. Diese Erklärung sollte 400 Anschläge nicht
überschreiten!
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                         “Das Narrengericht”
              Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen

[Die Zeilen, denen ein [k] vorangestellt ist, sind im Original kursiv.
- die Red.]

Kommissaranwärter Stephen Ende ließ das Smartphone mit spitzen Fingern
in die Innentasche seiner Lederjacke gleiten, bemüht, es nicht mit dem
zu beschmutzen, was dunkel an seinen Händen klebte.
[k]Kein Schlaf diese Nacht. Die Nacht, in der es passiert. Passiert
ist. Passieren wird.
Er kniff die Augen zusammen. Die Burg von Schwarzstadt. Im Schein des
ersten Strahls der Morgensonne glänzten die Schindeln in einem matten
Rot-Grau, als wären die Dächer eben erst gedeckt worden.  Als seien
die Handwerker, die Gilden, die Baumeister und Leibeigenen gerade erst
abgezogen, stünde das Hämmern und Sägen, der Geruch von siedendem Pech
und frischem Holz noch in der Luft.
[k]Kaum etwas ist so relativ wie die Zeit.
Die Fahnen des Fürsten hingen friedlich und schlaff herab. Bereit für
einen Windstoß der Geschichte, der ihnen wieder Leben einhauchen
würde. Die gepanzerten Landsknechte auf den Brustwehren begrüßten den
Morgen mit grauen Gesichtern.
[k]Blut. Es ist Blut vergossen worden.
Stephen Ende versuchte seine Gedanken zu ordnen. Gleich würde es
Fragen geben. Kommissar Berg würde ihn auseinandernehmen. Sich
aufblähen und den harten alten Mann spielen. Prinzipien reiten.
[k]Alltag im Mittelalter. Zwei tote Gelehrte in den Zeiten von Pest
und Inquisition.
Man würde ihn fragen, woher das Blut an seiner Kleidung kam. An seinen
Händen. Die weißhaarigen Köpfe der Gelehrten, ihre reglosen Gesichter
auf dem mit uralten Intarsien verzierten Parkett. Deren Augen mit
einem Hauch von Grauen und Verstehen in das endgültige Nichts
blickten. Die dunkle Pfütze, aus der Stephen sich aufrichtete.
[k]Du hast es dir so ausgesucht. Den Weg des Kriegers. Alles eine
Frage der Berufswahl.
Die beiden kopflosen Körper in grotesker Haltung am hintersten Ende
der Bibliothek. Ihre weißen Kittel und die noch blinkenden
Laborgeräte, mit kleinen roten Spritzern bedeckt.
[k]Zwei Männer, Gelehrte, geschlachtet.
Schritte näherten sich. Stimmen. Vorsichtig bewegte Stephen Ende einen
der schweren Fensterflügel, bemüht, nicht noch einmal auszurutschen.
Das wuchtige Stück Holz war sperrig, Jahrhunderte alt, und es klemmte.
[k]Zu viele dunkle Ecken.
Er wünschte, er hätte an eine starke Taschenlampe gedacht. Aber er war
in Zivil auf die Burg geeilt. Als die Nacht schon der Dämmerung wich.
Energisch warf er sich gegen das Holz, und mit einem plötzlichen
Aufschrei des Fensterrahmens brach das Sonnenlicht über die Szene
herein, enthüllte, nackt und obszön wie ein Tatortfoto, das volle
Ausmaß. Die ganze schreckliche Geschichte.
[k]Es nimmt seinen Lauf.
Stephen ließ langsam einen Strom Luft aus seinen gespitzten Lippen
gleiten und versuchte, an nichts anderes zu denken.
[k]Einatmen. Ausatmen.
Das half, sich zu fokussieren. Der Zauber alter Zeiten verflog, und
die Ansicht der Burg aus dem 16. Jahrhundert verwandelte sich in ein
Modell aus Holz, vor den Händen der Museumsbesucher geschützt durch
einen auf Hochglanz polierten Schaukasten aus Glas. Die winzigen
Landsknechte aus Zinn gähnten weiter den Windungen und Wirrnissen der
nächsten fünfhundert Jahre entgegen. Sie konnte nichts mehr
erschüttern. Aus der Richtung des Eingangs polterte es.
[k]Sie kommen. Sie sind da.
Die Füße der Polizisten im Laufschritt. Verharren. Das Entsetzen in
ihren Augen.
[k]Nichts anmerken lassen. Ich habe keine Angst.


Kommissar Berg

Die Ereignisse. von denen hier zu berichten ist, trugen sich zu Beginn
des einundzwanzigsten Jahrhunderts nach der Geburt unseres Herrn Jesus
Christus in dem süddeutschen Flecken Schwarzstadt zu. Es war die Zeit
um Pfingsten, als ein bekannter europäischer Mittelaltermarkt in den
ausgetrockneten Bleicherwiesen zwischen der Altstadt und dem Flussufer
gastierte. Ein Jahrmarkt, ein Ort der Attraktionen, der die Gemüter
erregte und allerlei zwielichtiges Volk anzog. Spielleute und
zerlumpte Gestalten bevölkerten die Stadt.
[k]Frauen, nehmt die Laken von der Leine und schließt eure Töchter
ein, die Gaukler kommen!
Doch die Zeiten hatten sich geändert. In diesem Jahrhundert wurde die
Wäsche mit Heißluft getrocknet. Die Töchter studierten Informatik und
Betriebswissenschaft. Sie lernten Karate und verunsicherten ihre
Mütter mit der Ankündigung, vegan zu leben.
Das Informationszeitalter brachte in immer schnellerer Folge
Innovationen hervor, mit denen für einen normal denkenden Menschen
nicht mehr Schritt zu halten war. Die Erfindung des Computers, die
Wiege der Raumfahrt, die ersten Schritte der Genetik, die Geburt des
Internets. Es waren grundlegende Umwälzungen, welche der nächsten
Generation bereits als Normalität erschienen.
In ihrer Wucht jedoch waren sie bestenfalls mit der Einführung des
Schwarzpulvers in Europa vergleichbar, der Entdeckung Amerikas oder
der Erfindung der beweglichen Lettern.
[k]Weil nichts bleibt, wie es war.
Im Laboratorium der archäologischen Abteilung der Burg, welche sich
ihre Räumlichkeiten schon viel zu lange mit denen der ehrwürdigen
Bibliothek zu teilen hatte, waren zwei Mitarbeiter getötet worden,
grausam, sinnlos, archaisch, so als hätte die knochige Hand
vergangener Zeiten noch einmal aus ihrem Grab gelangt. Niemand war
darauf vorbereitet gewesen. Jäh aus dem Festtagsschlummer gerissen,
waren alle verfügbaren Kriminalbeamten herbeigeeilt, schlaftrunken,
unrasiert, mürrisch.  Bis sie das hier sahen.
[k]Das Gemetzel.
Erschreckend und ohne jede Vernunft.
[k]Wie es scheint.
Und doch war dies nur der Beginn einer Eskalation von Ereignissen, in
deren Folge sich die Welt, in der wir lebten, erneut für immer zu
wandeln begann. Hauptkommissar Wolfram Berg, der Einsatzleiter und
erste Kriminalist in diesem kleinen Nest, musste seine Herztropfen mit
dem säuerlichen Filterkaffee aus der Thermoskanne eines Kollegen
herunterspülen. Allein die Tatsache, dass niemand in der Lage war, ihm
Tee zu beschaffen, reichte völlig, ihm wieder diesen Knoten in der
Magengegend zu knüpfen. Der sich im Laufe des Tages immer weiter
zusammenziehen würde. Bis es ihm die Luft abschnürte und er winselnd
und heimlich betend in einer stillen Ecke in die Knie ging.
[k]Die wollen mich fertig machen. Schon lange. Und jetzt noch das
hier.
Berg sah sich in der verwinkelten Bibliothek um. In ihren Nischen
reihten sich mehrstöckig und bis hinauf unter die Decke abertausende
Folianten und Pergamente. Einige davon uralt und jedes für sich
wertvoller als alle Bücher zusammen, die bei ihm zu Hause verstaubten.
Dabei las er gern. Sicher verwahrt hatten sie an diesem Ort manch
gefährliches Jahrhundert überdauert, um nun doch noch zu stummen
Zeugen einer unfassbaren Gewalttat zu werden. Kommissar Bergs legendär
gewordener Instinkt, seine vierzig Jahre Berufserfahrung sagten ihm -
rein gar nichts.
[k]Das ist mit nichts zu vergleichen.
Zwei in Ehren ergraute Wissenschaftler, Historiker des Museums,
Universitätsprofessoren und Großväter, waren beim Untersuchen eines
historischen Pergaments wie der Blitz aus heiterem Himmel geköpft
worden. Die einzigen Spuren, die auf einen Kampf hätten deuten können,
stammten ironischer Weise daher, dass der junge Assistent, der den
Tatort als Erster erreichte, im Dunkeln in der Blutlache ausgerutscht
und der Länge nach hingeschlagen war. Jetzt stand er kleinlaut am
Rande des Geschehens, wurde mit Kopfschütteln und peinlich abgewandten
Augen bestraft und wartete auf Anweisungen. Niemand würdigte ihn eines
Wortes.
[k]Kollegen sind grausam.
Kommissar Berg sah sich den Jungen genauer an. Er war ihm vom ersten
Tag an unsympathisch gewesen. Aber so einer würde seinen Weg machen.
[k]Seine Augen.
Die standen eine Spur zu eng, waren hungrig und skrupellos, die Augen
des Mannes, der ihn eines Tages beerben würde. Der richtige Nachfolger
für einen Beamtenposten in einer popeligen Stadt wie dieser, der
absolut Richtige für seinen lumpigen Job.
[k]Wenn dieser Scheiß mal aufhört.
Falls Berg so lange durchhielt und nicht abklappte, vor der Zeit. Oder
senil wurde.
[k]Vom vielen Verdrängen.
Nach seiner Herzoperation hatten ihm alle geraten, endlich an sich
selbst zu denken. Schluss zu machen.
[k]Du hast dir deinen Feierabend verdient. Ihr wollt nur meinen Job.
Die volle Pension gab es nur, wenn er noch ganze zwei Jahre
weitermachte. Zwei weitere Jahre in der Mühle des gehobenen
Polizeivollzugsdienstes.
[k]Wozu? Für die Harley bin ich längst zu klapperig.
Noch zwei Jahre Berichte. Überstunden an einem röchelnden Computer aus
dem vorigen Jahrtausend und Staub fressen in den Archiven.
[k]Dagegen ist das hier unterhaltsam. Beinahe.
Wenn ihn jemand in diesem Moment gefragt hätte, ob dieser Job einen
zum Zyniker machte, hätte er zunächst vehement verneint. Und dann
einen galligen Witz gerissen. Sich im Grunde genommen fantastisch
gefühlt.
[k]Aber ja.
Denn waren es nicht Tage wie dieser, die sein Leben mit Sinn
durchtränkten wie einen trockenen Schwamm? Ging es ihm um die Pension?
Oder war es nicht vielmehr die dunkle Seite des Lebens, die hier nach
ihnen griff. Der Geruch von Gewalt, der in der Nase emporkroch, mitten
hinein in die leere, hungrige Seele. Ein Hauch von Endlichkeit, der
sie alle aus der Resignation weckte wie eine Horde verdorrter Vampire.
                           
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                   Lektorat von Hans Peter Roentgen

Eine Kriminalgeschichte, die in unserer Zeit spielt, denn der
Kommissaranwärter Stephen Ende steckt sein Handy fort. Und will es
nicht mit dem beschmutzen, was an seinen Händen klebt.

Klassischer Krimianfang, vermutet der Leser. Doch dann ist die Rede
von zwei toten Gelehrten in der Zeit von Pest und Inquisition.
Merkwürdige Sätze über die Zeit, ist Stephen Ende in diese Burg per
Zeitreise versetzt worden?

Und später erfahren wir: Es ist das Modell einer Burg, er selbst
befindet sich in der Gegenwart. Oder etwa doch nicht?


          Rätsel

Diese Diskrepanz ist es, die mich zum Weiterlesen verlockt. Geschickt
aufgebaut, gut geschrieben, baut sich so Spannung auf. Dass es nicht
die übliche Tatort-Eröffnungsszene ist, trägt auch dazu bei.

Doch was sollen Sätze wie: “Kaum etwas ist so relativ wie die Zeit.”?

Eigentlich sind sie allgemeine Sätze, wenig anschaulich. Genau das,
was ich gerne in Texten streiche. Hier würde ich es nicht streichen.
Warum?

Weil der umgebende Text anschaulich ist, wir sehen die Szenerie vor
unseren Augen, auch wenn wir nicht genau wissen: In welcher Zeit
befinden wir uns?

Und diese allgemeinen Sätze, immer kurz in den anschaulichen Text
eingebunden, führen uns in das Thema ein, verstärken den Eindruck:
Hier geht es um die Zeit, möglicherweise um Zeitreisen.
Es ist der Wechsel zwischen sehr anschaulichen Textteilen und den
allgemeinen Stellen, der die Spannung aufbaut. Wobei die allgemeinen
Sätze nicht Allerweltssätze sind, keine Klischees, sondern Rätsel
aufgeben.


          Ungewöhnliche Sichtweisen und gewöhnliche

Weiter geht es mit der Perspektive von Kommissar Berg. Ein
Mittelaltermarkt, und dann sind wir eindeutig in der Jetztzeit:

.....
“Doch die Zeiten hatten sich geändert. In diesem Jahrhundert wurde die
Wäsche mit Heißluft getrocknet. Die Töchter studierten Informatik und
Betriebswissenschaft. Sie lernten Karate und verunsicherten ihre
Mütter mit der Ankündigung, vegan zu leben.”
.....

Dieser Absatz wirkt, weil er eine ungewöhnliche Sicht auf unsere Zeit
wirft. Kennen Sie einen Text, der so unsere Zeit charakterisiert? Ich
nicht. Und gleichzeitig denke ich: Ja, stimmt, das mit der Heißluft,
und das mit vegan auch.

Wer auf bekannte Dinge einen ungewöhnlichen, aber treffenden Blick
wirft, kann den Leser fesseln.

Doch dann kommt das Informationszeitalter, und dieser Absatz bewegt
sich im Altbekannten. Auch die beiden Toten werden uns nochmals
vorgestellt, und jetzt werde es einen “Beginn einer Eskalation von
Ereignissen [geben], in deren Folge sich die Welt in der wir lebten,
erneut für immer zu wandeln begann”. Als ob sich die Welt nicht immer
wandeln würde. Hier schwächelt der Text, die Beschreibung der
Bibliothek ist zwar gut, aber es geschieht nichts mehr. Kommissar Berg
schreibt dem jungen Nachwuchs Karrieregeilheit zu und dass er ihn
beerben würde. Aber das bleiben Behauptungen, die nicht durch die
Handlung gestützt werden.


          Was treibt eine Geschichte voran?

All das treibt aber die Geschichte nicht weiter voran. Der gute Anfang
versickert, und hier würde ich aufhören zu lesen. Der erste Abschnitt
hat hohe Erwartungen geweckt, die hier nicht mehr erfüllt werden. Und
deshalb wirken auch hier die allgemeinen Sätze nicht mehr, es gibt
nichts interessantes, auf das sie sich beziehen, was sie spiegeln.


          Was tun?

Kommt natürlich darauf an, worauf die Geschichte zielt. Soll es eine
normale Krimigeschichte werden? Dann wären jetzt Ermittlungen
angesagt, und dort könnte aus den Aktionen des Kommissarsanwärters die
Person lebendig werden und wir könnten sie wirklich als typischen
Beamten erleben, der seinen Weg machen will und wird. Denn im Moment
sind es Behauptungen des Kommissars, die durch keine anschaulichen
Beschreibungen unterfüttert werden. Und wir kennen den Kommissar noch
gar nicht, was interessieren uns da seine Fantasien über den jungen
Kollegen?

Oder wird daraus eine Zeitreise? Auch das wäre möglich, dann stünden
neue Rätsel der Zeit auf den Seiten und würden den Leser fesseln.

Nur eines sollte nicht geschehen: Dass dieser gute Anfang auf der
Stelle tritt und deshalb verpufft.

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Hans Peter Roentgen ist der Autor der Bücher "Vier Seiten für ein
Halleluja" über Romananfänge, "Drei Seiten für ein Exposé" und
“Schreiben ist nichts für Feiglinge”. Außerdem hält er Schreibkurse
und lektoriert. Anfang des Jahres ist sein neuer Ratgeber “Spannung -
der Unterleib der Literatur" erschienen.


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Experten-Special:
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Bjørn Jagnow hat seine Fragen und Antworten zu den Themen
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt  
- thematisch sortiert und aktualisiert:

"Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung für Autoren 2012", E-Book,
2,99 Euro, http://www.amazon.de/gp/product/B007VD3OL6/


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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           Bjørn Jagnow (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Frage:
ich habe in einem relativ bekannten Schulbuchverlag mit einem Co-Autor
bereits drei Arbeitshefte veröffentlicht. Die Honorar-Abrechnung für
das Jahr 2014 erfolgte fehlerhaft. Das heißt, ein Buch wurde
schlichtweg vergessen. Das teilte ich dem Verlag umgehend mit. Die
ohne Entschuldigung erfolgte neue Abrechnung enthielt nun zwar alle
drei Bücher, jedoch für das zuletzt veröffentlichte nicht die
vertraglich festgelegten 5 % Prozent Honorar, die Verrechnung
heruntergeladener Dateien von der Verlagsseite etc. fehlte ganz.
Wieder bat ich um eine korrekte Abrechnung. [...]

Mein Kontoauszug zeigt als Überweisungsbetrag weder den Betrag der
ersten Falschabrechnung, noch den der zweiten, noch den der dann
möglicherweisen korrekten Abrechnung. [...] Ich habe nun drei Honorar-
Abrechnungen und eine Überweisung mit jeweils unterschiedlichen
Beträgen. Ich bat vor nunmehr einer Woche, mir einen Nachweis der
verkauften Bücher oder Dateien zuzusenden, da mir das der Verlag zuvor
selbst angeboten hatte. Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört.

Wie kann, sollte ich verfahren? Ich kann dem Verlag doch absolut nicht
mehr trauen. [...]


Antwort:
Das grundsätzliche Problem ist hier sicherlich das Vertrauen, dass
durch diese Abrechnungswirren gelitten hat. Eigentlich können Autoren
fast nie kontrollieren, ob eine Abrechnung wirklich stimmt. Die
"Nachweise", die der Verlag vorlegt, erstellt der Verlag ja selbst -  
auch hier muss man vertrauen. Und ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer,
der in manchen Verträgen erwähnt wird, ist so teuer, dass man schon
sehr, sehr viel Honorar vermissen muss, damit sich das lohnt.

Die Lösung liegt also nicht in besseren "Beweisen" für die Richtigkeit
der Abrechnung, sondern in einer Verbesserung der Beziehung, damit Sie
dem Verlag wieder vertrauen können. Rufen Sie im Verlag an, sprechen
Sie -  vielleicht mit einem humorvollen Ton -  an, wie man das
Durcheinander gemeinsam auflösen könnte. Geben Sie Ihrem
Ansprechpartner Gelegenheit, zusammen mit Ihnen die Auflösung des
Durcheinanders zu erarbeiten.

Wenn eine der beiden Seiten, der Verlag oder Sie, hier nicht
kooperativ ist, wird das Vertrauensverhältnis auf beiden Seiten schwer
leiden. Mit rechtlichem Druck werden Sie hier jedoch vermutlich wenig
erreichen, doch das sollte besser ein Anwalt beurteilen.

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Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann und
Buchhändler. Unter http://bjoernjagnow.blogspot.com/ bloggt er über
die Zukunft der Medien, über Rollenspiele und andere Themen.


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit
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