Ausgabe 17-11 (20. November 2015)

Editorial
Hall of Fame
Neues aus der Buchszene
Autorenwissen
    “Kleingehäckselt und ab in die Tonne”
   von Klaus Eckardt
Schreib-Spiele
    “Ort, Tätigkeit & Lieblingswort statt Stadt, Land, Fluss”
    von Maike Frie
Spannung, der Unterleib der Literatur
    “Landwirt lechzt nach Liebe”
    Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Verlagsportrait
    “sorriso Verlag”
Frag den Experten für Verlagswesen
    (Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Fantasy
    (Stefanie Bense)

 EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

die wichtigste Nachricht gleich zu Beginn: Unser langjähriger
Verlagswesen-Experte Bjørn Jagnow wird in Zukunft nicht mehr für den
Tempest zur Verfügung stehen. Der Tempest lebt ja von denen, die ihn
mitgestalten, und Bjørn ist einer der kompetentesten und auch am
meisten beschäftigten MitarbeiterInnen bei uns gewesen. Wir danken ihm
sehr für die Beantwortung unzähliger kniffliger Fragen und seinen
Einsatz. Zum Glück für uns und euch stehen seine Antworten der letzten
Jahre in unserer Expertendatenbank gesammelt weiter zur Verfügung (auf
http://www.autorenforum.de). Und es gibt kaum eine Verlagsfrage, mit
der  Bjørn sich nicht beschäftigt hat. So bleibt er uns denn doch
erhalten, und noch viele AutorInnen können von seinem Sachverstand
profitieren.

Für diesen Tempest hat Björn seine letzte Expertenantwort
beigesteuert, außerdem beantwortet Fantasy-Expertin Stefanie Bense
eine Mail, wie sie uns häufig erreicht. Was gibt es sonst noch? Einen
Beitrag von Klaus Eckardt darüber, wie man am besten mit
niederschmetternden Kritiken umgeht; neue inspirierende Schreibspiele
von Maike Frie und ein besonderes Lektorat von Hans Peter Roentgen.
Darüber hinaus stellt Ursula Schmid-Spreer den sorriso-verlag vor, es
gibt neue Schreibtipps und -Kicks und natürlich Aktuelles aus der
Buchszene. Und im zweiten Teil des Tempest findet ihr wie immer neue
Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten und Seminare.


Der Tipp des Monats November, diesmal von
https://www.facebook.com/Literaturkaninchen:

     “What is at stake?” Finde heraus, was in deiner Geschichte
     auf dem Spiel steht. Das Leben des Protagonisten?
     Seine große Liebe? Geld? Oder gar die ganze Menschheit?
     Was auf dem Spiel, steht kann sich im Laufe der Geschichte
     ändern, aber achte darauf, dass es sich steigert.

Wenn sich das Ende des Jahres nähert, denkt bitte auch an euren
Tempest, und überweist uns etwas, damit wir weitermachen können. Ganz
einfach geht das per Paypal auf unserer Website http://autorenforum.de  
-- oder ganz klassisch per Überweisung (Kontodaten unterm Editorial).
Danke!

   Gabi Neumayer
   Chefredakteurin

~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das
Konto:

Jürgen Schloßmacher
Kreissparkasse Köln
BIC: COKSDE33XXX
IBAN: DE23370502991142176163
Stichwort: "Beitrag 2015"

Wichtig: Das Konto läuft NICHT mehr auf den Namen “autorenforum”,
sondern nur auf “Jürgen Schloßmacher”!

Neu:  Ihr könnt jetzt auch über unsere Website
http://www.autorenforum.de direkt per Paypal überweisen!

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

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ISSN 1439-4669  Copyright 2015 autorenforum.de. Copyright- und
                Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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  INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

     Editorial
     Hall of Fame
     Neues aus der Buchszene
     Autorenwissen
         “Kleingehäckselt und ab in die Tonne”
         von Klaus Eckardt
     Schreib-Spiele
         “Ort, Tätigkeit & Lieblingswort statt Stadt, Land, Fluss”
         von Maike Frie
     Spannung, der Unterleib der Literatur
         “Landwirt lechzt nach Liebe”
         Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
     Verlagsportrait
         “sorriso Verlag”
     Frag den Experten für Verlagswesen
         (Bjørn Jagnow)
     Frag die Expertin für Fantasy
         (Stefanie Bense)
     Impressum


TEIL 2:

     Veranstaltungen
     Ausschreibungen
     Publikationsmöglichkeiten
          mit Honorar
          ohne Honorar
     Seminare
     Messekalender
     Impressum


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HALL OF FAME:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Die “Hall of Fame” zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: “Titel”, Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage-
Adresse.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: “Der Fall der falschen Meldung”, Hüstel Verlag 2015,
Mystery-Thriller. Dann noch 60 Zeichen - und keins mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen
muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff “Hall of Fame” an
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt!
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Petra Scheuermann: "Schoko-Engel", Verlag KSB-Media 2015, Genusskrimi.
http://www.petrascheuermann.de

Anja Marschall:”Lizzis letzter Tango”, Aufbau Verlag 2015, lustiger
Krimi. 304 S. Eine Seniorin räumt auf!

Petra Lahnstein: “Scheiß auf Intelligenz”, Gute Ideen Verlag 2015,
Liebesroman. Was tun, wenn dumme Frauen die besseren Männer abkriegen
...

Clarissa Linden: “Ich warte auf dich, jeden Tag”, Droemer Knaur 2015,
Familiengeheimnis. Spielt in Frankfurt, Barcelona und Stockholm 1999
und 1933
 
Christiane Lind: “Die Medica und das Teufelsmoor”, Aufbau-Verlag 2015,
Historischer Roman. 1381 - Friesen, Piraten, eine Medica.
www.christianelind.de

Jens Burmeister: "Tod in der Steillage", KSB-Media 2015, Genusskrimi.
http://www.mittelrhein-weinfuehrer.de.

Barbara Petermann: “Furchtlose Wandlungen. Ein Kaleidoskop des
Älterwerdens”, Salonlöwe Verlag 2015, Kurzgeschichten, Gedichte.
http://www.barbara-petermann.de

Mark Bredemeyer: “Runenzeit - Schicksalsrunen”, Dresdner Buchverlag
2015, Historisch-phantastischer Roman. Zeitreisende in Germanien

Ann E. Hacker: “Café Hannah, Teil 1”, Ullstein Forever 2015, Episoden-
Roman. E-Book, http://www.cafe-hannah.de

Laurin Dahlem: “Imperia - Im Schatten des Drachen”, Verlag in Farbe
und Bunt 2015, Fantasy. Inspiriert vom asiatischen Mittelalter


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NEUES AUS DER BUCHSZENE:
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                         (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Wir leben in turbulenten Zeiten, die Buchbranche ist in Bewegung wie
nie zuvor. Ob es nun um neue Vertragsbedingungen mit Amazon geht, die
zunehmende Digitalisierung des Marktes oder all die neuen Chancen und
Möglichkeiten, die sich Verlagsautoren und professionellen
Selfpublishern bieten: Eine Nachricht jagt die nächste. Damit ihr den
Überblick behaltet und nichts Wichtiges verpasst, fassen wir hier alle
interessanten Links zusammen, die uns jeden Monat ins Auge fallen -
natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
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++++++++++
Interview
++++++++++

https://unikatmuc.de/2015/10/traumjob-lektor/
Traumjob Lektor? Britta Claus, Lektorin bei DVA/Random House,
beantwortet 10 Fragen.

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article148371182/Jeder-von-
uns-braucht-Erfahrungen-des-Scheiterns.html
"Jeder von uns braucht Erfahrungen des Scheiterns.” Der Schriftsteller
Dieter Wellershoff wird 90. Er war noch ein Schüler, als er in den
Zweiten Weltkrieg zog.


+++++++++++++++++++++++++
Verlage / Verlagskonzerne
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http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
015/11/05/die-nutzer-konzentrieren-sich-wieder-mehr-auf-das-
wesentliche-1.htm
Auf der Frankfurter Buchmesse hat ein Dienstleister für Audio-Streams
viel Aufmerksamkeit erhalten. Im Interview beschreibt Ole Kretschmann
den Boom von Audioinhalten im Netz.

http://www.boersenblatt.net/artikel-neuer_tv-
spot_zum_weihnachtsgeschaeft.1044024.html
Weltbild überarbeitet Markenauftritt.

http://www.boersenblatt.net/artikel-
fehlende_alternativen_fuer_hoerbuchverlage.1047684.html
Das Bundeskartellamt hat ein Verwaltungsverfahren gegen die Amazon-
Tochter Audible.com und gegen die Apple Computer Inc. auf den Weg
gebracht.

http://www.boersenblatt.net/artikel-
halbjahresbilanz_bei_bastei_luebbe_.1046590.html
Nach dem Wachstum der vergangenen Jahre setzt Bastei Lübbe jetzt auf
Konsolidierung.

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
015/11/17/parlamentarische-muehle.htm
Ergänzung des Buchpreisbindungsgesetzes verzögert sich.


++++++++++
Buchhandel
++++++++++

http://www.welt.de/wirtschaft/article147701305/Muss-Harry-Potter-doch-
noch-sterben.html
Muss Harry Potter doch noch sterben? Für den stationären Buchhandel
sind schwere Zeiten angebrochen: Blockbuster wie "Harry Potter”
fehlen.


+++++++++
Marketing
+++++++++

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/wie-werden-buecher-
erfolgreich-zur-frankfurter-buchmesse-13862486.html
Es muss nicht immer Sex sein. Wie werden Bücher erfolgreich?


++++++
Preise
++++++

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article148547971/Schreiben-
ist-eine-Hinwendung-zum-Du.html
In Berlin nahm Karl Ove Knausgård den "Welt"-Literaturpreis entgegen.


++++++
Messen
++++++

http://www.boersenblatt.net/artikel-
frankfuter_buchmesse_2015.1037893.html
Frankfurter Buchmesse 2015: Die meistgeklauten Bücher!


++++++
Amazon
++++++

http://www.boersenblatt.net/artikel-
bestseller_auf_gut_500_quadratmetern_in_seattle.1043101.html
Amazon eröffnet ersten Buchladen
Amazon eröffnete in Seattle auf 500 Quadratmetern seinen ersten
Buchladen.


++++++
Online
++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/201
5/11/06/von-e-reading-und-einzelhandel.htm
Von E-Reading und Einzelhandel.


+++++++++++++++++++++++
Ausland / International
+++++++++++++++++++++++

http://www.boersenblatt.net/artikel-berufungsklage_gegen_buchscan-
projekt_.1038066.html
US-Autoren verlieren gegen Google.

http://www.boersenblatt.net/artikel-umsatzentwicklung.1048062.html
Laut einer Meldung vom 17. November erwirtschaftete der stationäre US-
Buchhandel bis Ende September im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von
0,8 Prozent.

http://www.buchreport.de/nachrichten/ausland/ausland_nachricht/datum/2
015/11/16/wir-werden-nicht-zurueckschrecken.htm
Frankreichs Buchbranche im Schock nach den Pariser Anschlägen: “Wir
werden nicht zurückschrecken."


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SCHREIBKICK:
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Der Schreib-Kick für den September, diesmal von Maike Frie:

Zieh ein Buch aus dem Regal, und schlage es an drei beliebigen Stellen
auf. Tippe jeweils blind auf ein Wort. Nutze diese drei Wörter als
“Reizwörter”, und verbinde sie zu einer Geschichte.


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AUTORENWISSEN:
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                 “Kleingehäckselt und ab in die Tonne”
                           von Klaus Eckardt

Hat dir schon mal jemand gesagt, dein Text sei “eine
Selbstbeweihräucherung des Autors himself” und das ganze Buch, in das
du so viel Zeit und Herzblut investiert hast, “zum Davonlaufen”? Und
diese Kritik kommt nicht mit offenem Visier in einem persönlichen
Gespräch, sondern anonym im Internet, endend mit dem Hinweis, der oder
die Verfasser(in) habe das Buch schließlich “kleingehäckselt und in
die Tonne geworfen”.

Ist diese bei Amazon noch immer nachzulesende Kritik an meinem Roman
“Bestzeit” nun außergewöhnlich starker Tobak?  Oder ist sie Alltag im
Internet, wo es sich so leicht über alles herziehen lässt? Wie auch
immer: Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, musste ich kräftig
schlucken. Denn bislang waren alle meine Bücher durchweg freundlich
aufgenommen worden.


          Kritik kann hart und unfair sein

Klar ist: Wenn wir als Autoren publizieren, setzen wir uns der
öffentlichen Kritik aus. Und die kann nun mal auch hart und unfair,
persönlich und polemisierend sein. Wie aber sollen wir damit umgehen?

Wenn wir es schaffen, den ersten sehr menschlichen Impuls - nämlich
zurückzuschlagen - zu unterdrücken, ist schon eine Menge gewonnen.
Eine offene Auseinandersetzung mit einem Kritiker führt in der Regel
zu gar nichts. Findet sie vor Publikum, etwa bei einer Lesung oder
auch schriftlich, statt, solidarisiert sich das Publikum meist mit dem
Kritiker, auch wenn es seine Meinung nicht teilt. Das Beste ist, wenn
jemand aus dem Publikum das Wort für dich ergreift - doch das lässt
sich nicht unbedingt steuern.


          Rechtfertigungen wirken hilflos

Bei Äußerungen wie den anfangs zitierten hilft nur, ruhig zu bleiben,
auch wenn die Verteidigung durch andere ausbleibt. Sich selbst
gegenüber solchen Wertungen zu rechtfertigen, wirkt hilflos. Anders
ist es, wenn es um rein sachliche Dinge geht: Die kann und soll man
zurechtrücken - allerdings ganz ruhig.

Ganz egal, wo und wie du kritisiert wirst, der wichtigste Tipp lautet:
Erst mal tief durchatmen.


          Tipps für die Praxis

Welche Reaktion dann die passende ist, hängt natürlich von den
Umständen ab. Deshalb hier ein paar Szenarien, wie sie immer wieder
vorkommen, und meine Tipps dazu:

Wirst du vor Publikum persönlich angegangen, etwa wie oben
beschrieben, kannst du zunächst die Kritik wiederholen (“Sie meinen
also, mein Buch sei eine Selbstbeweihräucherung ...” oder “Habe ich
Sie richtig verstanden, dass Sie meinen ...”). Dann löst du die Kritik
von der emotionalen Ebene und kennzeichnest sie als subjektive
Betrachtung des anderen (“Wenn Sie das so sehen, muss ich das so
hinnehmen.”) und schließt vielleicht einen Allgemeinplatz an: “Das
Werk lässt sich nie vom Autor lösen - wobei die Frage, wie viel vom
Autor wirklich im Text steckt, meiner Ansicht nach sehr schwer zu
beantworten ist.”?

Verkneif dir jede Rechtfertigung, auch wenn sie dir auf der Zunge
liegt. Sagst du zum Beispiel: “Das war ganz und gar nicht meine
Absicht”, dann gibst du dem anderen eine Steilvorlage für Sätze wie:
“Das mag ja sein, erreicht haben Sie aber etwas anderes.”

Geht es um konkrete Dinge, kannst du mit Fragen nachhaken. Sagt zum
Beispiel jemand: “Ihr Buch strotzt nur so vor Fehlern”, frage: “Woran
genau machen Sie das fest?” oder: “Können Sie mir dazu Beispiele
nennen?”?Führt der Kritiker tatsächliche Fehler an, dann sei souverän
und räume sie ohne Wenn und Aber ein - allerdings wieder ohne
Rechtfertigung: “Da haben Sie recht. Das werde ich in der nächsten
Auflage korrigieren” oder: “Stimmt, da war ich ungenau.” Bei
gravierenden Fehlern kannst du auch sagen: “Das hätte mir nicht
passieren dürfen.” Irrt sich der Kritiker, sag ihm das ohne Arroganz
oder Siegesgefühl: “Ich befürchte, Sie täuschen sich. Meine Recherchen
haben genau das ergeben, was ich geschrieben habe.” Vermeide auf jeden
Fall, den anderen bloßzustellen.

Es gibt Menschen, die machen gerne Vorschläge, wie die Handlung noch
besser gewesen wäre. Nimm auch das positiv auf. Es zeigt, dass sie
sich mit deinem Text auseinandergesetzt haben. Du zeigst
Wertschätzung, ohne von deinem Weg abzurücken, wenn du die Vorschläge
anderer lobst und sagst: “Das wäre sicher auch eine gute Möglichkeit
gewesen” oder: “Das merke ich mir gerne für meine nächste Geschichte.”


          Auch gelobt werden ist nicht einfach

Für viele Menschen ist es auch gar nicht so einfach, mit Lob, vor
allem mit öffentlichem Lob umzugehen. Sie neigen dann dazu,
abzuwiegeln (“Ach, so schwierig war es doch gar nicht” oder: “Ich
hatte ja gute Helfer”). Lerne, dich über Lob zu freuen - und sag das
auch: “Vielen Dank, es tut gut, das zu hören” oder “Ich freue mich
sehr, dass Ihnen mein Buch gefällt” oder “Vielen Dank. Ich freue mich
sehr, wenn Sie mich weiterempfehlen.” Auch hier gilt: Keine
weitschweifigen Erklärungen.

Ob positive oder negative Kritik: Achte auf deine Körpersprache. Stell
oder setz dich gerade hin, und blicke den Menschen ins Gesicht, statt
auszuweichen und auf den Boden zu starren. Mit Offenheit und
Souveränität gewinnst du die Herzen des Publikums. Das kann man
übrigens zu Hause vor dem Spiegel sehr gut üben.

PS. Falls du dir selbst ein Bild davon machen willst, ob “Bestzeit” in
den Häcksler gehört oder nicht: Ich verlose fünf E-Books unter allen,
die mir bis 30. November 2015 eine E-Mail mit dem Betreff
“Kleingehäckselt” schicken.

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Viele weitere Tipps rund ums Bücherschreiben gibt Klaus Eckardt in
seinem Seminar “Einfach schreiben - Der Weg zu eigenen Buch”. Details
unter http://www.klaus-eckardt.com. Außerdem bietet er individuelle
Schreibcoachings und Lektorate an. Kontakt: mailto:post@klaus-<br< a="">>eckardt.com.


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SCHREIB-SPIELE:
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                             (mailto:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


      “Ort, Tätigkeit & Lieblingswort statt Stadt, Land, Fluss”
                             von Maike Frie

Kreative Schreibspiele brauchen nicht immer gekauftes Material. In
diesem Tempest stelle ich eine Immer-dabei-Variante vor, denn zum
Losspielen braucht man nur Zettel und Stift. Man kann sogar allein
spielen - und anschließend schreiben -, aber besser geeignet ist diese
Abwandlung eines Kinderspielklassikers für eine Gruppe.
 
 
          Stadt, Land, Fluss

Dieses Spiel kennt beinahe jeder: Auf einem Zettel wird eine Tabelle
mit verschiedenen Kategorien angelegt: Stadt, Land, Fluss, Name,
Pflanze, Tier usw. Dann sagt einer leise das Alphabet auf, ein anderer
sagt irgendwann “Stopp” - so wird der erste gemeinsame Buchstabe
ermittelt. Zu diesem Anfangsbuchstaben füllen alle möglichst zügig die
Felder der einzelnen Kategorien aus. Beim Kinderspiel geht es ums
Gewinnen; deshalb werden Punkte dafür vergeben, ob man überhaupt etwas
eingetragen hat, und viele Punkte, wenn kein anderer dasselbe notiert
hat.

Fürs Kreative Schreiben bleibt die Grundidee erhalten und der
Spielablauf ebenso. Allerdings geht es hier nicht ums Gewinnen,
weshalb die Punktevergabe wegfällt. Außerdem bieten sich andere
Kategorien an, zu denen Begriffe gefunden werden sollen. Ich arbeite
sowohl in Kinder- als auch in Erwachsenengruppen gerne mit diesen:
“Name” (Wie heißt der Held / die Heldin?), “Ort” (Wo ist der Held /
die Heldin - Stadt / Stelle), “Beruf / Tätigkeit” (Was hat der Held /
die Heldin gelernt bzw. was macht er / sie gerade?), “Lieblingswort”
(Was sagt der Held / die Heldin am liebsten - Redeweise, Sprichwort,
Dialekt, Ausdruck o. Ä.) und “Laune” (Wie fühlt / benimmt sich der
Held / die Heldin gerade?).
 

Und losgespielt!
................
Der erste Buchstabe wird ermittelt: Mit dem “B” können wir zum
Beispiel “Bertram” (Name), “Badewanne” (Ort),
“Bäckereifachangestellter” (Beruf/Tätigkeit), “Boah ey”
(Lieblingswort) und “brumselig” (Laune) notieren. Eine solche Runde
schafft sofort eine fröhliche Stimmung - insbesondere Kinder arbeiten
hier bereits schön mit ihrem Sprachwortschatz und haben schon allein
viel Spaß beim Vorlesen. Je großzügiger die Vorgaben ausgelegt werden,
desto lustiger wird die Vorleserunde, wie “Babybreitester” als Beruf
oder “Baumhausbett” als Ort.
 

Wer A sagt, schreibt in diesem Falle über B
...........................................
Mit unseren B-Wörtern lässt sich nun wunderbar eine Szene entwickeln:
Dass Bertram nach vielen Jahren als Babybreitester ein brumseliges
Wesen entwickelt hat, kann sich jeder gut vorstellen. Warum im Labor
allerdings eine Badewanne steht ...  tja, da ist schon ein wenig mehr
Fantasie gefragt.

Eine solche Runde mit erfundenen Geschichten zu den B-Wörtern klappt
sowohl mündlich als auch schriftlich gut. In der Regel wird hier jeder
seine eigene Geschichte erzählen / aufschreiben, weil ja auch jeder
individuell die Spalten auf seinem Zettel mit B-Wörtern gefüllt hat.
Man kann natürlich auch die Zettel durchtauschen und bewusst mit den
Ideen anderer losschreiben.
 

Aus ABC mach eine Dialogübung
.............................
Dialoge, das ist etwas, mit dem sich viele Autoren schwertun. Mit
unserer Stadt-Land-Fluss-Variante lässt sich Dialoge-Schreiben prima
üben. Nach der B-Runde werden noch eine oder zwei weitere Runde(n) -
mit jeweils anderen Buchstaben - gespielt. Hier noch eine Reihe mit
“K”: “Korbinian”, “Konstanz”, “Korbflechten”, “das kotzt mich an”,
“kitzelig”.

Nun kommt das Dialogtraining: Die so gefundenen Figuren werden nun in
eine gemeinsame Szene geschickt. Die Figuren treffen sich an einem der
Orte (oder eine Kombination aus beidem, hier “Badewanne in Konstanz”),
jede bringt einen Beruf, eine Befindlichkeit und einen
Lieblingsausdruck mit. Die beiden kommen schnell ins Gespräch, denn es
ist eine spannende Frage, was Bertrams Badewanne in Korbinians
Konstanzer Wohnung macht. Da ist ein “boah ey” sicherlich nicht fehl
am Platze, oder?
 

Weitere Genre-Varianten
.......................
Wer eher in der Genre-Literatur unterwegs ist, kann mit Stadt-Land-
Fluss ebenfalls gute Geschichten-Gerüste entwickeln. Insbesondere für
Kurzkrimi-Ideen eignet sich dieses Spiel. So kann man als Kategorien
“Art des Verbrechens”, “Tatort”, “Tatwaffe”, “Täter”, “Motiv” und
“Ermittler” wählen.

Und wie wäre es mit dem Gerüst für eine richtig schöne
Liebesgeschichte? Dazu kann man einmal die anfangs beschriebenen
Kategorien nehmen und sich in drei Spielrunden einen Helden, eine
Heldin und einen Nebenbuhler entwerfen, die in der anschließenden
Schreibphase aufeinandertreffen. In nur einer Spielrunde lassen sich
mit Kategorien wie “Name Held”, “Charakterzug Heldin”, “Beruf
Nebenbuhler”, “Ort” und “Ereignis” schöne Verwicklungen aufbauen.
 
Und wer zu faul zum Selberbasteln ist: Im Internet findet man eine
schier unendliche Reihe von “Stadt-Land-Fluss”-Vorlagen zu den
unterschiedlichsten Themen, vom Klassiker über Fußball bis hin zu
Musik und Film. Außerdem gibt es aus dem Moses-Verlag hierzu auch
Spielblöcke - im Black-Stories-Design und als Tatort-Fanartikel ab
jeweils rund 6 Euro. Ich bin gespannt auf weitere Varianten, von denen
mir berichtet wird!
 
Unser aller Wortschatz wird auch im nächsten Tempest mein Thema sein,
denn für einen kreativen Umgang mit Wörter-Spielen gibt es eine Menge
Ideen.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Maike Frie, Münsteranerin von 1976 mit Skandinavien-Begeisterung; nach
Stationen in Oslo und Hamburg heimgekehrt; tätig als Dozentin,
Texterin, Lektorin und Mutter; bietet für Autoren Korrektorat,
Lektorat und Manuskriptberatung sowie ein Seminarprogramm zum
Kreativen Schreiben - mehr unter http://www.skriving.de.


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SPANNUNG, DER UNTERLEIB DER LITERATUR:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Was macht Romane spannend, und vor allem: Was macht sie langweilig?

Wer Szenen hat, die sie oder er für spannend hält, oder Szenen, bei
denen er sich nicht sicher ist, oder solche, die eigentlich spannender
gestaltet sein sollten, doch die Frage ist: Wie? - wer solche Szenen
hat, kann sie mir schicken.

Ich wähle dann einige aus, die ich im Tempest bespreche. Schickt die
Szenen als E-Mail-Anhang im RTF-Format an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte nicht mehr als 7.000 Anschläge, also etwa vier Normseiten. Dazu
zählt auch der Vorspann! Da die Szenen aus beliebigen Stellen eurer
Manuskripte stammen dürfen, müsst ihr eventuell die Vorgeschichte der
Szene erklären. Diese Erklärung sollte 400 Anschläge nicht
überschreiten!
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                     “Landwirt lechzt nach Liebe”
              Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen

[kursiv Anfang] Es ist zu ruhig in diesem Tal, ich muss hier weg!
Abends ist der Ort völlig tot, außer dem Plätschern des Baches hört
man gar nichts. Arbeiten kann man nur im Tourismus und muss sich mit
den blöden Ausländern abärgern. Ich muss sogar in einer Zahnarztpraxis
putzen gehen! Ich brauche einen Mann, der mich hier herausholt. Aber
nicht in eine Großstadt, das ist auch nichts für mich. Hier, auf der
Website “Landwirt lechzt nach Liebe”, da ist einer vom Bodensee, der
wäre goldrichtig. [kursiv Ende]
 
Der Bauer lag auf dem Bauch. Durch das Fleisch seines nackten Hinterns
stachen die Zinken einer Mistgabel.
»Autsch!«, dachte Kriminalkommissar Torsten Weber bei diesem Anblick.
Der Bauer dagegen zuckte nicht einmal. Er war eindeutig tot.
Torsten Weber zuppelte an dem Schutzanzug herum, den die
Spurensicherung ihm aufgezwungen hatte. Bei sommerlichen 27°C war es
kein Vergnügen, diesen Ganzkörperanzug mit Kapuze zu tragen, der noch
durch Überzieher für die Schuhe, Baumwollhandschuhe, Latexhandschuhe
und eine Gesichtsmaske ergänzt wurde. Aber es musste sein, schließlich
wollte Torsten ja nicht seine eigenen Hautteilchen und Speichelspuren
am Tatort hinterlassen. »Fernsehkommissar müsste man sein«, dachte er
sehnsüchtig. »Dann könnte ich auch in kurzen Hosen hier stehen.«
Der tote Landwirt lag ausgestreckt auf dem blankgefegten Boden. Einige
Schritte entfernt stapelten sich die Strohballen. Es roch nach
staubigem Stroh und nach Heu. Aus dem Stall nebenan hörte man das
Brüllen der Kühe, die darauf warteten, gemolken zu werden.
Torsten betrachtete die Leiche vor ihm. Der Bauer hatte ein
schmuddeliges kariertes Hemd an, die heruntergezogene Arbeitshose war
aus einem festen Stoff in undefinierbarer Farbe und verdeckte die
schwarzen Gummistiefel teilweise. Ein typischer Bauernhut lag neben
seinem Kopf.
»Was wissen wir bisher über den Toten?«, fragte Torsten den
Dorfpolizisten Heinz Bauer, der als Erster am Tatort gewesen war und
in sicherer Entfernung der Leiche stand.
»Das ist Manfred Huber, Eigentümer dieses Hofs«, antwortete der
Beamte. »Sein Nachbar Herbert hat die Leiche gefunden. Er hatte nach
dem Rechten gesehen, weil die Kühe so lange brüllten. Jetzt ist er
gerade in den Stall gegangen, um das Melken zu übernehmen.«
»Da muss jemand sehr wütend gewesen sein«, tönte eine Bassstimme
hinter Torsten. Der Rechtsmediziner Michael Ritter war eingetroffen,
ging an Torsten vorbei und hockte sich neben der Leiche nieder. »Um
eine Mistgabel so weit in den Hintern zu rammen, muss man schon
ziemlich viel Kraft aufwenden.«
Michael Ritter begann, den restlichen Körper des Toten zu untersuchen.
Torsten nutzte die Gelegenheit, sich von der Leiche zu entfernen und
endlich die Maske und die Kapuze abzunehmen.
»Aber an der Mistgabel ist er doch nicht gestorben, oder?«, fragte er,
während er durch seine zerdrückten Haare wuschelte.
»Höchstens vor Schreck«, wieherte der Rechtsmediziner. Dann blickten
seine graublauen Augen wieder ernst. »Die Todesursache kann ich dir
erst nach der Obduktion sagen. Äußerlich ist nichts zu sehen, außer
der Mistgabel natürlich.«
»Beeil dich, dieser Fall ist bestimmt ein gefundenes Fressen für die
Presse«, seufzte Torsten. »Es kann nicht mehr lange dauern, bis diese
Geier von der Bodensee Rundschau auftauchen.«
»Die sind das geringste Problem.«
Torsten drehte sich um. Seine junge Kollegin Lena Koch war unbemerkt
im Scheunentor erschienen und hatte wie immer ihren Tablet-Computer in
der Hand, mit dem sie jetzt herumwedelte. Ihr Pferdeschwanz schaukelte
im Takt dazu.
»Ein Bild mit dem nackten Hintern und der Mistgabel wird schon
massenhaft bei Facebook geteilt«, sagte sie. »Entsprechend ist der
Ansturm auf Hubers Website.«
»Der hatte eine Website?«, fragte Torsten ungläubig. »In dem Alter?
Der war doch mindestens ...«
»59«, warf der Dorfpolizist ein. »Aber mit den neuen Medien kannte der
sich aus, die hat er ja für seine Suche nach einer Frau benutzt.«
»Genau«, bestätigte Lena. »Aber nicht nur für sich, auch für andere
einsame Bauern.«
»Ich dachte, die gehen zu ‚Bauer sucht Frau‘?«, witzelte Torsten, der
seine Schwester Susanne auf keinen Fall anrufen durfte, während diese
Sendung lief. Er selbst konnte nicht verstehen, was so toll daran sein
sollte, dabei zuzusehen, wie Stadtfrauen das Treckerfahren
ausprobierten und Bauern verzweifelt versuchten, zu verbergen, dass
sie nur eine billige Arbeitskraft haben wollten. Aber Susanne liebte
diese Sendung wegen der niedlichen Tiere, der Musik aus den 80ern und
der romantischen Liebeserklärungen der Bauern.
»Da wollte Manfred ja auch mitmachen«, meldete sich Heinz Bauer zu
Wort. »Aber die haben ihn nicht genommen. Er war denen wohl nicht dumm
genug.« Er verzog das Gesicht. Offensichtlich gehörte auch der
Dorfpolizist nicht zu den Fans der Sendung. »Manfred war stinksauer«,
redete er weiter. »Deshalb hat er mit seiner Internetseite angefangen,
‚Landwirt lechzt nach Liebe‘. Dafür hat er im ganzen Dorf Werbung
gemacht.«
“Und hatte er Erfolg damit?”
»Und wie!«, sagte Lena mit einem Blick auf ihr Tablet. »Er hat enormen
Zulauf auf seinem Portal. Vielleicht liegt es daran, dass die
angemeldeten Bauern relativ große Höfe haben, also nicht gerade am
Hungertuch nagen. Das macht auch noch den rückständigsten Bauern
attraktiv für irgendwelche ungebildeten Stadtfrauen, die einen
Ernährer suchen, um ihren miesen Brotjob aufgeben zu können.« Die
Verachtung, die Lena für solche Frauen empfand, war jedem einzelnen
Wort anzuhören.
»Wir sind nicht rückständig!«, empörte sich Heinz Bauer. »Und es geht
dabei wirklich um Liebe! Erst gestern hatten wir eine Hochzeitsfeier
im Dorf. Der Sven hat seine Sylvia über Manfreds Website gefunden.«
»Hatte Manfred Huber denn auch eine Frau gefunden?«, fragte Torsten.
»Eine?«, lachte Heinz. »Die haben ihm die Bude eingerannt. Manchmal
waren sogar mehrere zur gleichen Zeit auf dem Hof. Das gab dann einen
richtigen Zickenkrieg.«
»Da hatte er also die Qual der Wahl«, stellte Thorsten fest.
 
[kursiv Anfang] Der Bauer hat gar nicht nur mich eingeladen, der
Mistkerl! Das ist ja die reinste Fleischbeschau hier! Gleich fünf
Frauen auf einmal, und eine aufgedonnerter als die andere! Aber die
werde ich ausstechen. Ich kann gut kochen und backen, und Liebe geht
durch den Magen. Der Hof hier wäre jedenfalls genau richtig. Erst
recht, wenn man ihn verkauft. War schon interessant, worüber heute
beim Bäcker gesprochen wurde. Windkraft ist doch eine feine Sache.
[kursiv Ende]
 
»Eine Qual war das für beide Seiten«, sagte Heinz. »Denn die Frauen
mussten sich die ganze Zeit über anstrengen, einen möglichst guten
Eindruck zu hinterlassen, um ihre Konkurrentinnen auszustechen. Die
Stimmung auf dem Hof war manchmal ziemlich aggressiv. Bis Manfred sich
dann endlich für Ulrike entschieden hatte und sie heiraten wollte. Und
sie wollte ihn auch, was uns alle erstaunt hat, denn Manfred war kein
einfacher Mensch.«
»War er zu anspruchsvoll?«
»Das auch. Vor allem aber war er für seine übergroße Sturheit bekannt.
Deshalb war er auch nicht besonders beliebt im Dorf. Erst recht seit
dieser Windpark-Geschichte.«
»Windpark-Geschichte?«, fragte Thorsten.
»Es gibt einen Investor, der hier einen Windpark bauen möchte«, warf
Lena ein, deren Blick immer noch auf ihr Tablet gerichtet war.
»Richtig. Er hat einigen Bauern im Dorf hohe Angebote für ihren Grund
und Boden gemacht. Manfred war darüber stinksauer. Er sprach von einem
Ausverkauf unserer schönen Landschaft, die von diesen Windrädern
verschandelt werden würde.«
»Er hatte also Streit mit den anderen Dorfbewohnern?«, fragte
Thorsten.
Der Dorfpolizist zog ein kariertes Taschentuch aus der Hosentasche und
wischte sich den Schweiß von der Stirn.
»Vor allem mit den Kleinbauern. Die meisten von denen sehen keine
Zukunft mehr für ihre Höfe. Ihre Kinder haben keine Lust,
Landwirtschaft zu betreiben. Und es lohnt sich auch nicht mehr
richtig, wenn man nur einen kleinen Hof hat.«
»Der Hof unseres toten Bauern ist relativ groß, nehme ich an.«
»Ja, Manfreds Hof ist der größte im ganzen Dorf. Deshalb hatte er es
auch nicht nötig, das Angebot der Investoren anzunehmen. Er nimmt
stattdessen lieber die ganzen Subventionen, die er von der EU bekommt.
Hauptsächlich hatte er Streit mit dem Gastwirt. Der wollte nämlich die
Kredite für seinen Hotelneubau mit dem Windparkgeld abgelten.«
»Na, dann mangelt es ja nicht an Verdächtigen«, seufzte Torsten. Er
zweifelte nicht daran, dass der Bauer an keiner natürlichen
Todesursache gestorben war.
Damit sollte er recht behalten.

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                   Lektorat von Hans Peter Roentgen

Eine interessante Leiche mit schöner Hintergrundgeschichte, mit
Augenzwinkern erzählt. So kann man auch Krimis, die bekannten
Strukturen folgen, spannend erzählen. Der aktuelle Bezug auf
Fernsehsendungen und Internetseiten trägt ebenfalls dazu bei. Gute
Idee also.


          Gedanken der Täter
 
Aber was ist mit den eingeschobenen Gedankensplittern, die offenbar
die Täterin denkt?
 
Einblendungen der Täter sind mittlerweile weit verbreitet, und oft
können sie die Spannung erhöhen. Wenn sie neue Fragen aufwerfen,
Einblicke in den Täter erlauben. Doch das ist hier nicht der Fall.
Denn die Unbekannte erklärt nur ihre Situation, wir erfahren, was
besser offenbleiben sollte. Ich würde diese Stellen streichen.

 
          Sagte, lachte, wieherte: die Inquits
 
In Dialogen gibt es Inquits - so der Fachbegriff für Formulierungen,
die kennzeichnen, wer etwas sagt. “Sagte er”, “fragte sie”, “meinte
er”, das sind typische Inquits. Sie dienen dazu,
dem Leser zu zeigen, wer spricht. In welcher Stimmung der Sprecher ist
und wie das Gesagte gemeint ist, das sollte im Dialog selbst erkennbar
sein.

.....
»Höchstens vor Schreck«, wieherte der Rechtsmediziner.
.....

Da soll “wieherte” verdeutlichen, dass der Satz ironisch gemeint ist.
Aber das ergibt sich aus dem Satz selbst. Oder können Sie sich einen
Leser denken, der auf den Einfall käme, der Rechtsmediziner habe
seinen Satz ernst gemeint?
 
Obendrein ist “wieherte” so übertrieben, dass es vom Text ablenkt.
Stephen King hat geschrieben, dass er “sagte er” für eine völlig
ausreichendes Inquit hält, das man auch mehrfach gebrauchen darf, ohne
dass es stört. Sie müssen nicht nach Synonymen suchen. Wenn Sie zu
viele Synonyme verwenden, die nicht passen, dann kann es sehr störend
wirken.
 
Schauen Sie sich an, wie viele Wörter in diesem Text für das einfache
“sagte” verwendet werden: “wieherte”,”tönte eine Bassstimme”,
“seufzte”, “warf der Dorfpolizist ein”, “bestätigte”, “witzelte”,
“meldete sich zu Wort”, “empörte sich”, “lachte”,  “stellte fest”.

Da wird viel zu viel Aufmerksamkeit auf unwichtige Inquits gezogen.
Und manche passen nun mal nicht. Einen Satz zu lachen ist nicht ganz
so einfach.

Mein Rat: Greifen Sie zu dem bewährten “sagte er”, “sagte sie”. Wenn
klar ist, wer spricht, benötigen Sie gar kein Inquit. Na gut, “fragte”
und “meinte” gehen auch noch. Aber versuchen Sie nicht ausgerechnet
hier Ihre Originalität zu beweisen. Und auch auf Zusätze wie “fragte
Thorsten ungläubig” können Sie gut verzichten, wenn der Unglaube
bereits im Dialog deutlich erkennbar ist.
 
 
          Dialoge: kurz und unvollständig
 
Wie reden Menschen? Wie schreibt man Dialoge, die lebendig klingen?
 
Die wichtigsten Regeln:
1. so kurz wie möglich
2. nichts erklären
3. keine sorgfältig ausformulierten Sätze
 
Vor allem sorgfältig ausformulierte Sätze klingen nach Deutschaufsatz,
nicht nach lebendigem Dialog:
 
.....
 »‘Und wie!‘, sagte Lena mit einem Blick auf ihr Tablet. ‚Er hat
enormen Zulauf auf seinem Portal. Vielleicht liegt es daran, dass die
angemeldeten Bauern relativ große Höfe haben, also nicht gerade am
Hungertuch nagen. Das macht auch noch den rückständigsten Bauern
attraktiv für irgendwelche ungebildeten Stadtfrauen, die einen
Ernährer suchen, um ihren miesen Brotjob aufgeben zu können.‘“
.....
 
Das kann man kürzer fassen, so dass es mehr nach Dialog klingt. Im
Dialog drücken sich die wenigsten Menschen gewählt oder
grammatikalisch korrekt aus. Ganz besonders gilt das für Texte mit
Witz. Wie wäre es mit:

.....
»Und wie!«, sagte Lena mit einem Blick auf ihr Tablet. »Phantastische
Klickzahlen! Die meisten Bauern dort haben große Höfe. Für Frauen, die
ihren Aldi-Job loswerden wollen, ein Traum!«
 .....

Immer möglichst anschaulich schreiben, statt “miesen Brotjob” ein
anschauliches Beispiel wie “Aldi-Job”.
 
Auch andere Dialogstellen ließen sich überarbeiten:
 
.....
»‘Eine Qual war das für beide Seiten‘, sagte Heinz. ‚Denn die Frauen
mussten sich die ganze Zeit über anstrengen, einen möglichst guten
Eindruck zu hinterlassen, um ihre Konkurrentinnen auszustechen. Die
Stimmung auf dem Hof war manchmal ziemlich aggressiv. Bis Manfred sich
dann endlich für Ulrike entschieden hatte und sie heiraten wollte. Und
sie wollte ihn auch, was uns alle erstaunt hat, denn Manfred war kein
einfacher Mensch.‘«
.....
 
Das ließe sich ebenfalls verbessern:
 
.....
»Eine Qual war das«, sagte Heinz. »Die Frauen wollten einander
ausstechen. Aber dann hat er sich für Ulrike entschieden. Hat ja alle
gewundert, war kein einfacher Mensch, der Manfred.«
.....
 
 
          Details
 
“Michael Ritter begann, den restlichen Körper des Toten zu
untersuchen.” Was halten Sie von “begann”? “Beginnen” ist ein
schwaches Verb. Sicher gibt es Fälle, in denen es dennoch passt. In
den meisten Fällen beginnt es aber, den Text zu stören. Lassen Sie
Michael ruhig den restlichen Körper untersuchen; dass er damit
irgendwann beginnt, das dürfte jedem Leser klar sein.
 
“Durch das Fleisch seines nackten Hinterns stachen die Zinken einer
Mistgabel.” Die Zinken stecken wohl eher “im Fleisch seines nackten
Hinterns”.
 
 ”Aus dem Stall nebenan hörte man das Brüllen der Kühe, die darauf
warteten, gemolken zu werden.” Das ist unglücklich formuliert, besser
wäre eine aktive Form: “Im Stall nebenan brüllten die Kühe, die darauf
warteten, gemolken zu werden.”
 
Generell sollte Sie darauf achten, nicht mitzuteilen, wer etwas sieht,
hört, fühlt, riecht. Besser ist es meistens, die Ereignisse direkt und
aktiv zu schildern. Ausnahmen gibt es natürlich, zum Beispiel, wenn es
wichtig ist, wer etwas sieht oder hört.
 
 
          Der Schluss
 
Wie gefällt Ihnen der Schluss der Szene?
 
.....
»‘Na, dann mangelt es ja nicht an Verdächtigen‘, seufzte Torsten. Er
zweifelte nicht daran, dass der Bauer an keiner natürlichen
Todesursache gestorben war.
Damit sollte er recht behalten.”
.....
 
Dass Thorsten nicht daran zweifelt, dass es kein natürlicher Tod ist,
werden die Leser bereits wissen. Spannender wäre die kürzere Fassung:
 
.....
»Na, dann mangelt es ja nicht an Verdächtigen«, seufzte Torsten.
Damit sollte er recht behalten.
.....
 
Hatte ich vorhin nicht die vielen unterschiedlichen Inquits bemängelt?
Ja, hatte ich. Aber hier würde ich das seufzen stehen lassen - wenn im
Rest des Textes den “sagte er” mehr Raum gegeben wird. Auch hier gilt:
Die Dosis macht das Gift.
 
 
          Übertreibungen
 
Wirkt der Text übertrieben? Wird hier dem Affen zu viel Zucker
gegeben?
 
Ich finde: Nein. Witzige Texte dürfen übertreiben. Die gleichen
Übertreibungen, die bei ernsten Texten den Leser stören - dort ist
eher Untertreibung angesagt, denken Sie an die Krimis mit den
hardboiled Detektiven -, diese Übertreibungen gehören bei Geschichten
dazu, die mit dem Entsetzen Spott treiben. Und der vorliegende Text
ist zweifelsohne einer von ihnen.
 
 
          Titel
 
Titel sind wichtig, jeder Autor weiß das. Sie sollen Aufmerksamkeit
erregen, aber auch eine Vorstellung wecken, um welche Art von Buch es
sich handelt. “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg” ist
sicher kein ernstes hochliterarisches Werk, “Der Spion, der aus der
Kälte kam” ein Thriller wie vermutlich auch die beliebten Ein-Wort
Titel á la “Vergebung”, “Vergeltung”. Und dass “Holunderküsschen” eher
ein Liebes- oder frecher Frauenroman sein dürfte, auch das ist klar.
 
“Landwirt lechzt nach Liebe”, das passt genau zum Text. Nicht jeder
wird es mögen, mancher wendet sich von solchen Werken entsetzt ab,
aber sie haben ihr Publikum, wie unter anderem Rita Falk bewiesen hat.

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Hans Peter Roentgen ist der Autor der Bücher "Vier Seiten für ein
Halleluja" über Romananfänge, "Drei Seiten für ein Exposé" und
“Schreiben ist nichts für Feiglinge”. Außerdem hält er Schreibkurse
und lektoriert. Anfang des Jahres ist sein neuer Ratgeber “Spannung -
der Unterleib der Literatur" erschienen.


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VERLAGSPORTRAIT:
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sorriso Verlag GmbH
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          Verlagsgeschichte

Gründerin des Verlags ist Karen Christine Angermayer, bisher bekannt
als Autorin von Titeln wie "Schnauze, es ist Weihnachten!" (cbj) und
"Rein ins Vertrauen" (Goldmann).

Das Team besteht aus 8 bis 10 freien Mitarbeitern. Frau Angermayer
arbeitet hauptberuflich. Nach 15 Jahren als Autorin, Autorencoach und
Schreibtrainerin in Firmen und für Einzelpersonen will Karen Christine
Angermayer jetzt noch mehr Menschen erreichen und mehr bewegen als
früher im Alleingang.


          Programm und Philosophie

“sorriso” ist das Lächeln im Italienischen, und unter diesem Motto
wählt Karen Christine Angermayer alle Bücher und AutorInnen sorgfältig
aus. Menschen stärken und ihnen mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und
Vertrauen bringen - das ist die Vision der Verlegerin und aller
sorriso-Bücher.


          Welche Autoren wurden bisher verlegt?

Karin Schwind (Deutschland), Michèle Anjali Friedli (Schweiz), Lynne
Martin (USA), Martha Brookhart Halda (USA), Clay Marzo/Robert Yehling
(USA).


          AutorInnen gesucht?

Ja, im Bereich Sachbuch, Ratgeber, Lebenshilfe, Spiritualität und
Kinderbuch. Derzeit noch kein Jugendbuch, kein Roman und keine Krimis.
Auch derzeit keine Gedichte.


          Konditionen

Die Konditionen werden je nach Ausstattung und Umfang des Buches
kalkuliert. Die Basis ist der Autorenvertrag des Börsenvereins.


          Was ist besonders wichtig?

Jedes Buch, das Christine Angermayer auswählt, hat für sie eine
besondere Kraft. Für sie bedeutet eine gute Lese-Erfahrung: Das Buch
zuklappen und gestärkt daraus hervorgehen fürs eigene Leben und
Arbeiten. Das alles natürlich in guter, unterhaltsamer Form
geschrieben! Sie legt großen Wert auf das Handwerk, und sie hat bei
allen Titeln in diesem Jahr noch einmal selbst mit Hand angelegt.


Für AutorInnen, die noch an ihrem Handwerk feilen wollen/müssen,
bieten sie unabhängig vom Verlagsprogramm Autoren-Coachings an in Form
von Einzeltraining und Gruppen-Seminaren. Die AutorInnen bleiben dabei
frei in der Entscheidung, das Buch später bei sorriso oder bei
Verlagskollegen einzureichen - oder den Selbstverlag zu wählen. Jedes
Buch hat ja sein optimales Zuhause.


          Zukunftspläne, Perspektiven

Der sorriso Verlag startet im nächsten Jahr mit dem Bereich
Kinderbuch. In Zeiten wie diesen brauchen Menschen Zuversicht,
Rückendeckung und auch Mut, den eigenen Weg zu gehen, ihre Träume zu
leben, auch wenn der Rest der Welt sagt: "Lass das, mach was
Sicheres!" Was ist schon sicher? Das können wir doch nur selbst
entscheiden. Wir sind Inspiratoren und Mutmacher mit unseren Büchern.
Jeder der sorriso-Autoren hat diese besondere Reise bereits hinter
sich oder ist mittendrin. Darum haben ihre Bücher das Ja der
Verlegerin bekommen.

Beim sorriso Verlag hört die Reise mit den Büchern auch nicht auf,
rund um jedes Buch werden Events veranstaltet. Alle aktuellen Termine
sind auf der sorriso-Website zu finden und im colibri, dem
Verlagsnewsletter, der monatlich viele Impulse rund um mehr
Leichtigkeit und Lebensfreude liefert.

Alle Bücher von sorriso sind im verlagseigenen Online-Shop erhältlich
(Frau Angermeyer freut sich über jede Bestellung, die direkt beim
Verlag eingeht), im Buchhandel und auch bei Amazon.
http://www.sorriso-verlag.com


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:     
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 Science-Fiction: Andreas Eschbach
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Experten-Special:
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Bjørn Jagnow, unser ehemaliger Verlagswesen-Experte, hat seine Fragen
und Antworten zu den Themen Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung
der letzten Jahre gesammelt  - thematisch sortiert und aktualisiert:

"Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung für Autoren 2012", E-Book,
2,99 Euro, http://www.amazon.de/gp/product/B007VD3OL6/

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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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                                                   Bjørn Jagnow

Frage:
Ist es erlaubt - bzw. unter welchen Bedingungen ist es erlaubt -, eine
Geschichte zu veröffentlichen, die im Universum eines anderen Autors
spielt?

Konkret geht es um eine Science-Fiction-Buchreihe [...] Darf ich eine
Geschichte schreiben und veröffentlichen lassen, die in diesem Reich
spielt? Ich plane nicht, Personen oder Handlungen wiederzuverwenden.
Aber ich würde gerne die in den Büchern beschriebene Technik und die
gesellschaftlichen Strukturen übernehmen.

Wer ist der Rechteinhaber eines Buchuniversums? Gehört es dem Verlag?
Gehört es dem Autor? Wie ist das in Deutschland, wenn der Autor aus
den USA stammt? (Die Bücher sind mittlerweile vom Verlag nicht mehr
erhältlich.)

Ich bin gerne bereit, mit dem Rechteinhaber in Dialog zu treten, aber
ich wüsste gerne, ob ich das tun muss, und wenn ja, mit wem ich
sprechen muss.


Antwort:
Leider muss ich eine typische Juristenantwort geben: Das kommt darauf
an.

Nach dem Urheberrecht sind nur konkrete Werke geschützt, also
existierende Formulierungen. Das eine Geschichte in einem bestimmten
fiktiven Universum spielt, ist nach Urheberrecht nicht verboten.
Allerdings sind Namen dieses Universums manchmal geschützte Marken (z.
B. Luke Skywalker), und man darf nicht damit werben, dass die eigene
Geschichte im Universum eines anderen Autors spielt, weil man dann
dessen Titel oder Namen benutzen muss, was ebenfalls den Markenschutz
berührt.

Andererseits gibt es auch Namen, die nicht geschützt wurden, z. B.
wurde der Warp-Antrieb zuerst in einem Roman von Chester Geier
erwähnt, später dann durch “Star Trek” populär, und inzwischen ist es
auch ein wissenschaftlicher Begriff.

Markenrechte liegen meist beim Verlag oder einem anderen Verwerter,
nicht beim Autor.

Wenn Sie sich lediglich der Idee oder des Konzepts einer Technik oder
Gesellschaft bedienen wollen und dazu keine Namen übernehmen, wenn Sie
also lediglich die pure Idee ohne direkten Bezug auf das Original
verwenden, dann ist das erlaubt. Ideen sind nicht geschützt.

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Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann und
Buchhändler. Unter http://bjoernjagnow.blogspot.com/ bloggt er über
die Zukunft der Medien, über Rollenspiele und andere Themen.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY:
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          Stefanie Bense (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


Frage:
Da ich schwer behindert bin, körperlich [...], muss mein Kopf etwas
tun. Ich habe mehrere Romane geschrieben und würde mich sehr freuen,
wenn Sie Interesse hätten.


Antwort:
Ich finde es bewundernswert und eindrucksvoll, dass Sie schreiben, und
bin sicher, wenn das Manuskript gut ist, dann werden Sie auch einen
Verlag finden. Leider kann ich Ihnen keine Tipps geben, an welche
Verlage Sie sich wenden könnten, da ich nicht weiß, in welchem Genre
Sie was geschrieben haben. Das ist auch nicht meine Aufgabe bei
autorenforum.de. Wir vom Tempest sind weder Herausgeber noch Lektoren
oder Verlagsmitarbeiter.

autorenforum.de ist eine Plattform für Autoren, die sich gegenseitig
weiterhelfen wollen. Und die Experten beim Tempest machen das, indem
sie Fragen beantworten und Artikel schreiben, wie (!) man schreibt
oder bestimmte Probleme beim Schreiben löst. Falls Sie also Fragen
haben, wie man Figuren einführt, einen Plot plant etc., dann wären Sie
bei mir richtig. Für die Vermittlung an einen Verlag sind wir nicht
zuständig. Dies tun Literaturagenturen.

Bitte suchen Sie sich eine Agentur, oder wenden Sie sich direkt an
passende (!) Verlage. Analysieren Sie die Verlagsprogramme
(Programmkataloge, Internetseiten der Verlage, Angebot im Buchhandel),
und suchen Sie Verlage mit zu Ihrem Manuskript passendem Programm.
Dann verfassen Sie ein Exposé (siehe ältere Tempest-Artikel auf der
Website) und ein Anschreiben, in dem Sie begründen, warum der Verlag
Ihr Manuskript kaufen sollte (Alleinstellungsmerkmal der Story,
besondere Befähigung der Autorin, Passform in Bezug auf das
Verlagsprogramm). Mit Anschreibung und Exposé wenden Sie sich an eine
Agentur oder an ein, zwei Verlage. Richten Sie sich auf eine längere
Wartezeit ein, bis Sie Antwort erhalten.

Bedenken Sie bitte, dass die Konkurrenz groß ist und die Verlage
verkaufbare (!) Ware suchen. Tippfehler, tausendfach bekannte Storys,
langweiliger Erzählstil, klischeehafte Figuren etc. kommen dabei nicht
gut an. Überarbeiten Sie Ihr Manuskript also sorgfältig, mehrfach und
auf jeder Ebene, damit Sie mit dem Bestmöglichen an den Start gehen.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stefanie Bense, lebt und arbeitet in Hannover und Emden. Sie schreibt
an ihrem fünften Roman.

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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit
getrennter Mail kommt
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