Hall of Fame
Schreib-Kick
Lese-Tipp
Autorenwissen
"Der Heftroman - Teil 2"
von Harald M. Landgraf
"Woher weiß man, ob das Manuskript
zum Veröffentlichen taugt? - Teil 1"
von Stefanie Bense
Vier Seiten für ein Halleluja
"Edge Impact" (Teil 1 des Lektorats)
Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Besondere Lesungen
"Kriminalistische Floßfahrten mit Autorenlesung"
von Elvira Reck
Frag die Expertin für Lyrik
(Martina Weber)
Frag den Experten für Drehbuch
(Oliver Pautsch)
EDITORIAL:
---------------------------------------------------------------------
Liebe Autorinnen und Autoren,
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr
(das muss immer das laufende oder
das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter).
Zusätzlich könnt ihr in maximal 60 Zeichen
inklusive Leerzeichen (nicht Wörtern!)
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen.
So lauten unsere Vorgaben für einen Eintrag in der "Hall of Fame". Ich
hatte vor einigen Monaten ja angekündigt, dass wir nur noch Einträge
annehmen, die diese Vorgaben erfüllen - trotzdem sind richtige Meldun-
gen immer noch die Ausnahme. In Zukunft werde ich nicht mehr darauf
hinweisen, sondern einfach nur noch Beiträge aufnehmen, die sich an
die Vorgaben halten. - Nicht aus erzieherischem Ehrgeiz, obwohl dafür
auch einiges sprechen würde. Denn wer sich nicht an Ausschreibungs-
und Verlagsvorgaben halten kann, wird es schwer haben, zu einer Veröf-
fentlichung zu kommen. Aber bei uns macht es schlichtweg zu viel abso-
lut überflüssige Arbeit.
Um alle Unklarheiten (hoffentlich!) zu beseitigen, hier die Vorgaben
noch einmal im Detail erläutert:
- Das Genre darf maximal zwei Wörter haben. "Historischer Roman",
"Kinderbuch", "poetische Erzählungen", das alles geht - "abenteuerli-
cher historischer Mystery-Roman", "Kinderbuch für Kinder ab 8", das
geht nicht. Alle Infos, die euch sonst noch wichtig sind, gehören in
die ...
- ... Zusatzinfos, die maximal 60 Zeichen umfassen dürfen, und zwar
einschließlich der Leerzeichen! Nicht 65, auch nicht 61 Zeichen, son-
dern kein einziges mehr als 60. Wer der Computerzählung nicht traut,
prüft halt noch mal von Hand.
- Wer möchte, dass sein Weblink anklickbar ist, muss http:// davor
setzen - und die 7 Zeichen dafür mitzählen.
- Nein, Rechtschreibfehler, mit denen man Zeichen einspart, sind keine
gute Idee! Wenn der Text nach unserer Korrektur zu lang ist, wird die
Meldung nicht aufgenommen.
- Ein Punkt am Ende ist nicht nötig - den könnt ihr euch tatsächlich
sparen.
- Welche Veröffentlichungen ausgeschlossen sind, könnt ihr unten über
der Rubrik nachlesen; das dürfte eindeutig sein.
Und nun noch ein Beispiel:
Desiree Hammel: "Der Mond so hell", Lunarprinta 2008,
historischer Roman. Ein König, ein Pferd, eine Liebe;
http://www.mondhell.com
Jetzt aber zur aktuellen Tempest-Ausgabe, die ganz im Zeichen zweitei-
liger Beiträge steht: Der Heftromanautor Harald M. Landgraf stellt uns
im zweiten Teil seines Beitrags über den Heftroman die verschiedenen
Untergenres und die angemessene Sprache vor. Unsere Fantasy-Expertin
Stefanie Bense gibt im ersten Teil ihres neuen Artikels jede Menge
praktische Tipps dazu, wie man seine Ideen und dann das Manuskript auf
Originalität, Qualität und (im zweiten Teil, im nächsten Tempest) auf
Vermarktbarkeit prüfen kann. Hans Peter Roentgen hat einen neuen Text-
anfang eines Tempest-Lesers lektoriert. Diesmal fallen seine Anmerkun-
gen so umfangreich aus, dass wir den zweiten Teil des Lektorats eben-
falls im nächsten Tempest bringen. Um Lesungen auf einem Floß geht es
bei den besonderen Lesungsideen. Und unsere ExpertInnen geben Auskunft
darüber, wo man Drehbuchschreiben lernen kann, und klären Fragen rund
ums Veröffentlichen von Lyrik.
Der Tipp des Monats April, diesmal von mir:
Sucht euch beim nächsten Ausflug ein Gebäude o. Ä.,
macht Fotos davon und schreibt zu Hause anhand der Fotos
eine detaillierte Beschreibung. Im nächsten Schritt
kürzt ihr dann, bis eine genaue, aber vor allem
atmosphärisch dichte Beschreibung übrig bleibt.
Wie ihr seht, fehlen uns schon seit einiger Zeit Schreibtipps. Die
meisten von euch schicken Schreib-Kicks, aber wir brauchen vor allem
ganz kurze Tipps rund ums Schreiben und ums Autorendasein fürs Edito-
rial. Deshalb kündige ich heute ausnahmsweise die nächste Verlosung
an: Wer bis zum 31. Mai einen Schreibtipp von maximal 300 Zeichen
(inkl. Leerzeichen) an die Redaktion schickt, nimmt daran teil. Was es
zu gewinnen gibt? Lasst euch überraschen! Etwas Nützliches für Auto-
rInnen wird es auf jeden Fall sein.
Einen schönen, ertragreichen Schreibfrühling! Und wer noch eine gute
Geldanlage sucht: Schon mit einem kleinen freiwilligen Beitrag tragt
ihr dazu bei, dass der Tempest weiterhin blühen und gedeihen kann.
Gabi Neumayer
Chefredakteurin
~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto
von autorenforum.de:
Sparda Bank Südwest eG
BLZ 550 905 00
Kto. 100 724 515
Stichwort: "Beitrag 2008"
Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei-
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).
Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15
BIC: GENODEF1S01
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
ISSN 1439-4669 Copyright 2008 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
INHALT DIESER AUSGABE:
TEIL 1:
Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lese-Tipp
Autorenwissen
"Der Heftroman - Teil 2"
von Harald M. Landgraf
"Woher weiß man, ob das Manuskript
zum Veröffentlichen taugt? - Teil 1"
von Stefanie Bense
Vier Seiten für ein Halleluja
"Edge Impact" (Teil 1 des Lektorats)
Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Besondere Lesungen
"Kriminalistische Floßfahrten mit Autorenlesung"
von Elvira Reck
Frag die Expertin für Lyrik
(Martina Weber)
Frag den Experten für Drehbuch
(Oliver Pautsch)
Impressum
TEIL 2:
Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum
~~~~~~~~~
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein-
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Eberhard Kamprad
(http://www.kamprad-online.de) hat freundlicherweise die aufwendige
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen
Jahrgänge zu erstellen.
*********************************************************************
HALL OF FAME:
---------------------------------------------------------------------
(redaktion at team pt autorenforum pt de)
Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.
Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema:
.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen inklusive Leerzeichen (nicht Wörtern!)
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen.
.......
Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei-
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte
unter dem Betreff "Hall of Fame" an
redaktion at team pt autorenforum pt de.
Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Simone Knodel: "Radegunde von Thüringen", amicus-Verlag 2008, histori-
scher Roman. Schicksal der Prinzessin, fränkischen Königin und Heili-
gen
Verena Lang: "Schmetterlinge träumen", Edition Isele 2007, Erzählung.
Eine leichtsinnige Lektüre mit Tiefgang
Tina Zang: "Der Karatehamster startet durch", arsEdition 2008, Kinder-
krimi. Ab 8. Mit Plüsch auf dem Cover! www.tinazang.de
Christine Spindler: "Love on Board - Liebe an Bord", Langenscheidt
2008, zweisprachiger Frauenroman. Aus der Reihe "Lernschmöker".
www.christinespindler.de
Petra Schier: "Verrat im Zunfthaus", Rowohlt 2008, historischer Roman.
http://www.petralit.de
André Wiesler: "Teufelshatz", Heyne 2008, History-Mystery. Teil 2 der
Chroniken des Hagen v. Stein: 30-jähriger Krieg
Heinke, Christian: "Die Haut", KaMeRu 2008, Thriller. Serienkiller
jagt ehemaliges Model. www.heinkedigital.com
Uli T. Swidler: "Malakka - Der Tod kommt in der Nacht", Delius Klasing
Verlag 2007, Thriller. Internationaler Thriller, http://www.piraten-
terror.de
Andrea Tillmanns: "Erik im Land der Drachen", Iatros Verlag 2008, Kin-
derbuch. Phantastik-Roman, weitere Infos: www.iatros-verlag.de
*********************************************************************
SCHREIB-KICK:
---------------------------------------------------------------------
(redaktion at team pt autorenforum pt de)
Unser Schreib-Kick für den April, diesmal von Sylvia Görnert-
Stuckmann:
Für mich sind Überschriften enorm wichtig, sie schalten das Kino im
Kopf an. Ich nutze das oft bei Bahn- oder langen Autofahrten, wenn ich
selbst nur Beifahrer bin und die Gedanken fliegen lassen kann:
Seht euch die Reklame-Schilder an, die den Weg pflastern. Besonders
gut kommen Wortspiele. Assoziiert dazu: Um wen kann es dabei gehen,
welche überraschende Wendung könnte sich dahinter verstecken, wenn es
ein Buch- oder Kurzgeschichtentitel wäre?
*********************************************************************
LESE-TIPP:
---------------------------------------------------------------------
(redaktion at team pt autorenforum pt de)
http://www.literaturcafe.de/so-erkennen-sie-dubiose-literaturagenten-
und-literaturagenturen/: Der Name spricht für sich ...
*********************************************************************
AUTORENWISSEN:
---------------------------------------------------------------------
(redaktion at team pt autorenforum pt de)
"Der Heftroman - Teil 2"
von Harald M. Landgraf
Der Adelsroman
Der Leser will den Blick über den Zaun, will an glanzvollen Festen
teilnehmen, will wissen, wie der scheinbar sorglose Adel lebt. Die
Regenbogenpresse geht mit dem Romanheft Hand in Hand. Auch wenn bei
den vielen Geschichten und Histörchen über den Adel ein Großteil nicht
der Wahrheit entspricht, bleibt das "Privatleben" des Adels für viele
Leser von nahezu lebenswichtiger Bedeutung. Ich kenne Menschen, denen
es völlig egal ist, was am nächsten Tag auf dem Tisch steht, solange
sie wissen, welche Unterwäsche die Königin von England bevorzugt oder
wer an ihrer Schlafzimmertür gelauscht hat.
Daher nimmt der Adel einen sehr breiten Raum im Heftroman ein. Je opu-
lenter ein Autor seine Adelsromane ausstattet, umso besser ist es. Es
müssen alle Sinne angesprochen werden, sei es nun Schönheit, Düfte,
der Geschmack und die vielen Farben. Die Kulisse ist stets prachtvoll,
und oftmals besitzen alte Schlösser einen düster-romantischen Reiz.
Aber es gibt auch den armen Adel, den der Leser bedauert und dem der
Autor wieder zu Liebe, Glück und Ansehen verhilft. In dieser Romangat-
tung spielt die Intrige eine größere Rolle. Es erfordert Geschick,
Fantasie und Erfahrung, die Fäden so zu spinnen, dass sich der Leser
am Ende mit der flachen Hand an die Stirn klopft - hätte er doch schon
längst hinter das Geheimnis der alten Gräfin kommen können ...
Wer Adelsromane schreiben will, muss über Etikette gut informiert
sein, denn Leser dieser Kategorie kennen sich genau aus. Jeder Aus-
rutscher des Autors bei der gegenseitigen Vorstellung, im Umgangston
der Adeligen und in ihrer "standesgemäßen" Handlungsweise fällt sofort
ins Auge.
Der Arztroman
Eine unerschöpfliche Quelle ist das Arzt-Milieu, der "Gott in Weiß".
Er ist natürlich immer ein schöner Mann, der voll in seinem Beruf auf-
geht. Er darf keine Fehler begehen, die ihn schuldig werden lassen!
(Ein Kollege hatte mal die Ärztekammer am Hals, weil er seinem Helden
einen Kunstfehler unterstellte.) Der Arzt ist aber nicht unbedingt die
zentrale Figur.
Der Leser möchte typische Klinikatmosphäre spüren und den Kampf um
Leben und Tod miterleben. Hinter aller Pflicht steht der Mensch mit
seinen Gefühlen und seinen Gedanken, auch mit seinen Kämpfen und Ge-
wissensbissen.
Auch hier ist es wieder der Blick über den Zaun, den der Leser span-
nend und unterhaltsam genießen möchte. Persönlich dort sein möchten
die Leser nicht, denn wer geht schon gerne freiwillig ins Krankenhaus?
Aber wenn er bei einer dramatischen OP dabei ist und ihm selbst nichts
geschehen kann, ist das ein spannendes Erlebnis, beinahe wie ein Un-
fall, den man mit neugieriger Aufmerksamkeit verfolgt und wobei einem
selbst nichts passieren kann.
Auch beim Arztroman gilt der Leitsatz: nicht über Vorgänge schreiben,
die man nicht genau kennt und nichts übertreiben. Es ist absolut nicht
nötig, Medikamente und Behandlungsmethoden zu erfinden, die es nicht
gibt. Eine Kollegin ließ einmal einen Blinddarm "ein Stück oberhalb
des Bauchnabels" herausschnippeln. Der Roman ging in den Druck ... Oft
sind es aber auch Kleinigkeiten, die im Lektorat nerven: Die Ärzte
sprechen sich untereinander nicht mit Herr oder Frau Doktor an, sie
bezeichnen sich als Kollegen. In der wörtlichen Rede wird nicht "Dr.",
sondern Doktor geschrieben. Für eine Lektorin oder einen Lektor ist es
schrecklich, sich hundert Mal und mehr mit dem "Dr." herumschlagen zu
müssen.
Der Heimatroman
Die Leserschaft des Heimat- und Bergromans ist sehr anspruchsvoll. Es
gibt berühmte Wegbereiter wie Ganghofer, Anzengruber, Thoma, um nur
einige zu nennen. Daran misst der Leser den Autor eines Heftromans.
Wer einen solchen Roman kauft, möchte in die wilde Schönheit der
Bergwelt reisen, möchte auf Gipfeln stehen, den Duft von Heu und Moos
schnuppern und die Herdenglocken bimmeln hören. Auch in dieser
Romankategorie ist es wichtig, auf Stimmung zu achten und die Natur in
die Handlung so einzubetten, dass sie nicht erzählt wird, sondern im-
mer in Bewegung bleibt. Also: keine Wetterberichte schreiben und den
Himmel nicht blauer machen als blau, den Wetterhahn auf den Kirchen
nicht mit der Sonne um die Wette glänzen lassen. Lassen Sie die Kirche
im Dorf!
Die Menschen in den Bergen sind mit der Heimat fest verwurzelt, sie
denken und handeln anders als die Leute draußen auf dem flachen Land.
Ihre Sprache ist rauer. Sie reden nicht wie Gertraude von Garten-
laubenfels im Adelsroman, sprechen nicht gestelzt und verschachtelt,
sondern direkt und ehrlich. Aber auch hier ein Warnhinweis für den
Anfänger: Verwenden Sie keinen unverständlichen Dialekt, denn Ihr Ro-
man will auch im hohen Norden gelesen und verstanden werden. Es gibt
das so genannte Schriftbayrisch: ein bissel, ein wengl, Pfüat Gott und
dergleichen Wörter mehr. Man kann recherchieren oder Ludwig Thoma le-
sen. Das genügt.
Auch im Heimatroman hat sich das Rezept der Operette bewährt. Eine
tollpatschige Magd ist Liebesbotin, ein etwas "depperter" Knecht wird
ungewollt zum Geheimnisträger, und die alte Großmutter, das "Ähnl",
bringt mit Lebensweisheit alles wieder ins Lot. Standesdünkel ist sehr
verbreitet. Oft geht es um viel Geld bei der Mitgift, das eine arme
Magd nicht hat. Es kommt zu Erbstreitigkeiten, zu Betrügereien. Natür-
lich wird das Böse bestraft, es bekommt allenfalls, wenn es nicht gar
zu schlimm war, die Gelegenheit, sich zu läutern und das Unrecht ein-
zusehen.
Ein Bergroman darf dramatisch sein. Aber schreiben Sie kein Drama! Die
Heldin muss nicht ständig durch ein Jammertal gehen und nicht nur lei-
dend sein. Oft ist es ja auch das Gewissen, aus dem ein Konflikt her-
vorgeht, oder es sind Zweifel an der Liebe.
Es geht auch hier nicht ohne das Happy End. Es muss glaubhaft sein und
darf nicht zu märchenhaft wirken. Lassen Sie, so weit wie möglich, die
Technik draußen vor der Tür. Ein "Milchcomputer" oder ein "elek-
tronischer Mähdrescher" ramponieren die Romantik, die vielleicht bis
dahin aufgebaut werden konnte. Ein Melkschemel, ein Blecheimer im nie-
drigen, dampfigen Stall mit seinen vielen schillernden Fliegen ist
allemal wirkungsvoller.
Die Liebe
Doch egal, für welche Kategorie sie arbeiten: Sie müssen einen Liebes-
roman schreiben und dürfen dieses zentrale Thema niemals vergessen.
Die Liebe beherrscht das ganze Geschehen. Auch das vergessen viele
Anfänger. Ich habe, als ich zeitweise für einen Verlag lektorierte,
Arbeiten gelesen, die handwerklich brillant geschrieben waren, denen
aber die "Seele" fehlte, weil der Aspekt der Liebe zu kurz kam oder
ganz und gar vergessen wurde.
Ist die Liebe nicht das Beherrschende, dann ist es auch kein Heftro-
man. Wer sich schwer tut, über Liebe zu schreiben und Liebe leben zu
lassen, der sollte die Finger davon lassen.
Die Schreibe: schmalzig oder nüchtern?
Nicht der Heftroman ist schlecht oder kitschig. Die Geschichte ist
schlecht so wie ihr Autor, wenn sie schlampig und oberflächlich aus-
gearbeitet wird. Wer einen Heftroman schreiben will, muss das auch
ernsthaft wollen und muss sich vor allem selbst ernst nehmen, also
voll hinter seiner Arbeit stehen. Wenn jemand glaubt, er könne sich
auf die Schnelle ein paar Euro verdienen, indem er so eben mal
zwischendurch so eine "Schwarte" herunter tippt, ist auf dem berühmten
Holzweg.
Es gibt in Deutschland nur noch zwei namhafte Verlage, die Romanhefte
verlegen. Das ist der Bastei-Verlag, der seit Jahren mit einem ge-
drosselten Programm fährt, und der Martin-Kelter-Verlag in Hamburg,
den ich ruhigen Gewissens als Marktführer bezeichne. Nach der
Schließung vieler kleinerer und auch größerer Verlage drängt daher nun
alles nach Hamburg. Die Romane werden dort streng danach beurteilt, ob
sie auch wirklich die Kriterien des Heftromans erfüllen. Das bedeutet
nicht, dass Anfängern keine Chance eingeräumt wird. Ein wirklich guter
Heftroman hat immer eine Chance. Ich bin nicht nur Autor. Ich bin auch
in einer Weise Kaufmann, und daher schreibe ich genau das, was mein
Verleger wünscht, weil er weiß, was sich verkaufen lässt. Niemals
schreibe ich eine Arbeit ins Blaue, ohne sie vorher mit meiner Lek-
torin oder mit meinem Lektor besprochen zu haben, denn wir beide wis-
sen, worauf es ankommt.
Was macht einen Heftroman so schlecht, dass er als Kitsch bezeichnet
wird? Eine Fülle von aufgedonnerten, unzutreffenden Adjektiven,
maßlose, oft unsinnige Übertreibungen, lächerliche Dubletten. Solche
Romane sind einfach unehrlich geschrieben und müssen den Anschein er-
wecken, die Leser sollen für dumm verkauft werden. Es ist nicht völlig
falsch, sich an den Romanen von Hedwig Courths-Mahler oder Leni Ber-
endt zu orientieren, wenn man vom Grundtenor ausgeht. Aber niemand
redet heute noch so. Damals "jubelten" die Mädchen, wenn sie sich
freuten, sie "flogen" wenn sie liefen, Ihre Augen "schmerzten vor
ungeweinten Tränen", die Lippen "bebten", und der Held hatte ein "mar-
kantes Antlitz" oder "eherne Züge".
So geht das heute nicht mehr. Diese Floskeln wirken, vor allem zuhauf
und vielfach wiederholt, einfach lächerlich. Ich habe einmal eine Kol-
legin gefragt, warum sie denn permanent diese uralten Formulierungen
verwende. Sie sagte mir: "Weil man das im Heftroman eben so macht."
Nein, man macht es eben nicht so! Wie bei jeder anderen Arbeit muss
man auch hier die Adjektive sorgfältig prüfen. Warum genügt ein "tot"
nicht, muss es denn ein "töter" sein? Ein Häuschen ist immer klein.
Halte ich den Leser für so dumm, dass er das nicht weiß? Schrecklich
ist auch der berühmte "Bruchteil einer Sekunde" oder: "Sie saßen vor
dem Haus und aßen beziehungsweise tranken". "Sie aßen und tranken",
das wäre doch besser, oder nicht?
Schreiben Sie wahr und ehrlich, übertreiben Sie nicht. Es ist sicher
so, dass Adjektive im Heftroman eine tragende Rolle spielen. Aber nur
mit treffenden Adjektiven lassen sich die richtigen Stimmungen
erzeugen. Wenn sie nur als Füllsel benutzt werden, sind sie fehl am
Platz und geben dem Roman einen "kitschigen" Anstrich.
Auch ich habe in dieser Hinsicht Lehrgeld bezahlen müssen, habe aber
dann noch die Kurve gekriegt. Um sicherer zu werden, habe ich mir eine
sehr, sehr lange Liste von Synonymen angelegt. Wenn ich dann beim Le-
sen auf Adjektive stieß, die mir nicht treffend genug vorkamen, half
mir diese Liste, das Kind beim richtigen Namen zu nennen.
Ein guter Heftroman
Wenn Sie sich beim Schreiben spüren, wenn Ihnen selbst die Story unter
die Haut geht, dann sind Sie auf dem rechten Weg. Wenn Sie jedoch
glauben, dem Leser Honig und Salzburger Nockerl um den Mund schmieren
zu müssen, "weil man das so macht", dann tragen Sie dazu bei, dass der
Heftroman weiterhin nach Kitsch und Schund riecht. Und wenn Sie
nüchterner schreiben, weil Ihnen das "seriöser" erscheint, dann wird
es kein Heftroman. Wenigstens kein guter.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Harald M. Landgraf wurde 1947 im oberfränkischen Coburg geboren und
begann schon früh mit dem Schreiben kleiner Geschichten für Jahrbücher
und Kalenderblätter. 1969 veröffentlichte er seinen ersten Heftroman;
ihm sind an die 1.000 weitere Werke sowie zahlreiche Kurzgeschichten
und True-Stories gefolgt. www.autorenbriefkasten.webseite.ms
*********************************************************************
AUTORENWISSEN:
---------------------------------------------------------------------
(redaktion at team pt autorenforum pt de)
"Woher weiß man, ob das Manuskript zum Veröffentlichen taugt?
Kriterien für Idee und Verkauf - Teil 1"
von Stefanie Bense
Immer wieder werden wir Experten gefragt: "Woher weiß ich, ob die Idee
gut ist? Ist sie damit auch verkaufbar? Wie bekomme ich mein
Manuskript veröffentlichungsreif? Was heißt das, wenn Verlage mir
schreiben, mein Manuskript passe nicht in ihr Programm?"
Zum einen: Wir Experten sind NICHT dazu da, Manuskripte zu beurteilen.
Weder können noch wollen wir das. Dazu sind Lektoren in Verlagen, Lit-
eraturagenten oder professionelle kostenpflichtige Gutachter da.
Zum anderen: Es gibt sehr wohl einige Kriterien, die für verkaufbare
Romanmanuskripte gelten, ebenso gibt es Möglichkeiten, sich zu erar-
beiten, wie man ein Manuskript selbst beurteilt. (Dank an unsere Le-
serin Jennifer, deren Anfrage zu diesem Artikel führte.)
Ein Manuskript muss gut geschrieben und gut verkaufbar sein, soll es
bei einem Verlag Anklang finden. Die handwerkliche Seite, das "gut
geschrieben", ist erlernbar, die Vermarktbarkeit nur vage abschätzbar.
Woher weiß man, ob eine Idee gut ist?
Gut wofür?
Fürs Schreiben ist sie gut, wenn sie dich über Monate und Jahre bei
der Stange hält. Wenn du gar nicht mehr leben kannst, ohne sie
weiterzuerzählen, fortzuführen und daran herumzuspinnen.
Für einen Roman ist sie gut, wenn sich zur Ursprungsidee viele andere
gesellen, die sie weiterbringen, wenn die Geschichte fast von allein
wächst, wenn du merkst, dass 30 bis 60 Seiten nicht mehr genügen, da
dir die Story aus dem Ruder läuft.
Für eine Veröffentlichung ist die Idee gut, wenn sie originell,
frisch, neu und spannend ist. Originell heißt: so noch nicht da gewe-
sen oder mit ganz neuem Blick versehen.
Wie findet man neue Ideen?
Du kombinierst alte miteinander, die etwas Neues ergeben, z. B.
Aschenputtel liebt Prinzen + Liebesgeschichte in L. A. / Hollywood =
Pretty Woman.
Du studierst, was auf dem Markt ist, und lässt dich anregen, darüber
hinauszudenken, z. B. Pratchetts Scheibenwelt -> eine Welt als Würfel
-> eine Welt in einer Flasche
Du ersinnst etwas völlig Neues, z. B.: Magie funktioniert über Lied-
texte -> Magier wird stumm -> wie kann er noch zaubern?
Du spielst das unendliche Spiel Was-wäre-wenn: Was wäre, wenn Magie in
unserer heutigen Welt wieder funktionieren würde?
Du nutzt anregende Schreibübungen, -spiele etc. wie Assoziatives
Schreiben, Mindmapping, Clustering, Verwandlungsübungen, Anregungen
aus Bildern, Postkarten etc. (Für Schreibübungen gibt es Bücher, z.
B.: Bettina Mosler und Herd Herholz: Die Musenkuss- Mischmaschine.)
Wie beurteilt man ein Manuskript
in handwerklicher Hinsicht?
Freunde und Ratschläge aus dem nicht literarisch interessierten Inter-
net sind selten gute Berater, wenn es ums Veröffentlichen geht! Selbst
wenn Freunde, Verwandte und Bekannte etwas vom Schreiben und Veröffen-
tlichen verstehen, selbst wenn sie ehrlich zu dir sein mögen - es sind
Freunde. Sie mögen dich, sie finden toll, was du machst - und sie wol-
len deine Freunde bleiben. Zeig ihnen, was du schreibst, freu dich
über ihre Zustimmung und Ermunterung, über ihr Lob und ihren Hunger
nach mehr von deinen Geschichten - aber nimm das nicht als Wertmaßstab
für die Entscheidung, ob etwas veröffentlichungsreif ist oder nicht.
Im Internet kann die Kritik schon wesentlich objektiver ausfallen,
doch auch hier gibt es gewaltige Unterschiede. Bei manchen Schreib-
gruppen setzt sich die Grundhaltung durch: "Tust du mir nicht weh, tu
ich dir auch nicht weh"; dann wird die Textkritik zum gegenseitigen
Schulterklopfen. Das kann gut tun, gerade wenn man sich noch nicht so
sicher im Schreiben ist. Es bringt jedoch nicht weiter.
Dagegen gibt es handwerklich orientierte Internet-Textwerkstätten, die
über Kritik, Hilfen und Diskussionen dafür sorgen, dass man einen Text
zehn-, zwanzigmal überarbeitet, umschreibt und neu schreibt. Die sind
prächtig, um mit dem Schreiben voranzukommen, sich weiterzuentwickeln
und wirklich erzählen zu lernen. Aber dort sind in der Regel keine
Verlagslektoren tätig, daher sind auch ihre Kritiken kein Maßstab für
Veröffentlichungen.
Was kann man tun?
Dem eigenen Text gegenüber sollte man selbstkritisch sein. Man kann
ihn z. B. mit dem vergleichen, was man bislang an Büchern gelesen hat,
wobei die Leseerfahrung möglichst breit gestreut sein sollte. Was li-
est sich besser / schlechter - und warum?
In handwerklich orientierten Schreibgruppen kann man kontinuierlich
Kritikfähigkeit entwickeln, fremden und eigenen Texten gegenüber. Viel
Arbeit, aber es lohnt sich!
Es gibt Agenturen oder Gegenles-Börsen (manche auf Gegenseitigkeit,
manche kostenpflichtig), die einem helfen, Kritik zu entwickeln,
Handwerk zu üben und anzuwenden, bestehende Texte zu überarbeiten -
oder auch einzusehen, dass Schreiben nicht das Richtige für einen ist.
Das Manuskript sollte man solange polieren, bis es glänzt, und zwar
sowohl in storytechnischer als auch in erzählerischer und sprachlicher
Hinsicht. Das kann Monate und Jahre dauern. Aber den meisten Lektoren
fällt ein handwerklich glänzend gutes Manuskript ins Auge. Schon auf
den ersten Seiten. Wenn der Anfang darin versagt, den Lektor zu inter-
essieren, hat der Rest des Manuskripts keine Chance mehr.
[Im zweiten Teil dieses Artikels im nächsten Tempest geht es um die
Vermarktbarkeit von Geschichten und darum, was Veröffentlichen eigen-
tlich bedeutet. - die Red.]
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Stefanie Bense lebt und arbeitet in Hannover, gibt Schreibkurse auch
an der Uni und organisiert eine Roman-Werkstatt:
http://www.romantisch.essdeh. Sie veröffentlicht sporadisch und
schreibt an ihrem dritten Roman. Kontakt:
fantasy at experte pt autorenforum pt de.
*********************************************************************
VIER SEITEN FÜR EIN HALLELUJA:
---------------------------------------------------------------------
(redaktion at team pt autorenforum pt de)
Oft können Profis schon an den ersten Seite sehen, woran ein Text
krankt. Da wird zu viel erklärt, oder die Personen bleiben blass, oder
der Text ist mit Adjektiven überladen oder ...
Wenn eins dieser Probleme in eurem Text auftaucht, wird ihn ein Ver-
lagslektor schnell beiseite legen - und ihr erhaltet ziemlich sicher
einen der beliebten Formbriefe. Denn die Probleme, die auf den ersten
vier Seiten auftreten, setzen sich in aller Regel im Rest des
Manuskripts fort.
Hier könnt ihr die Probe aufs Exempel machen. Hans Peter Roentgen, der
professionell Schnupperlektorate (http://www.hproentgen.de) der ersten
vier Seiten macht, bespricht für den Tempest kostenlos die ersten vier
Seiten von Lesern.
Also: Schickt uns die ersten vier Seiten eures Manuskripts - maximal
7.200 Zeichen! -, und vielleicht findet ihr schon im nächsten Tempest
unseren professionellen Kommentar dazu! In der Regel werdet ihr fest-
stellen, dass ihr unsere Ratschläge auch für den Rest eures Textes
verwenden könnt. Bitte schickt uns aber nur Text- oder RTF-Dateien.
Das könnt ihr einstellen, indem ihr in Word statt "Speichern"
"Speichern unter" anklickt und dann ganz unten den Dateityp wählt
("nur Text" oder "RTF"). Die normalen Word-Dateien sind beliebte
Virenträger und werden deshalb von uns nicht geöffnet.
Der Text wird anonym im Tempest abgedruckt und besprochen (es sei
denn, ihr wollt euren Namen dort sehen, bitte extra vermerken!).
Außerdem werden Text und Besprechung auf den Seiten von Hans Peter
Roentgen (http://www.textkraft.de) veröffentlicht, der dieses neue
Angebot organisiert und selbst schon viel Erfahrung mit dem Lektorat
der ersten vier Seiten hat.
Welcher Text besprochen wird, legen wir fest. Die AutorInnen erklären
sich mit ihrer Einsendung mit der Veröffentlichung einverstanden.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Edge Impact"
Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Die Firma hatte mir ein schönes Fahrzeug überlassen, einen dunkel-
blauen E-Klasse-Mercedes mit Lederausstattung und Automatikgetriebe.
Eine der kleinen Annehmlichkeiten, die Alliance Officer kostenlos zur
Verfügung gestellt bekamen, wenn sie sich zwischen zwei Auslandsein-
sätzen wieder einmal für kurze Zeit in der Schweiz aufhielten. Ich bin
jetzt seit zwei Monaten aus dem Einsatz zurück. Eine kurze Zeit, wenn
man das alles hinter sich hat, was ich erlebt hatte. Nach meinem Ver-
trag würde mir jetzt ein Vierteljahr bezahlte Erholungspause und sogar
zehn kostenlose Sitzungen bei einem Psychotherapeuten meiner Wahl
zustehen. Diese Sitzungen wären eigentlich Pflicht, aber ich bin schon
zu lange in diesem Geschäft, als dass sie mir noch etwas gebracht hät-
ten. Es ist nicht etwa so, dass ich per se etwas gegen unsere Psy-
chologen hätte, vor allem nicht gegen die Damen dieser Zunft, da gab
es schon ein paar wirklich nette Mädels darunter. Aber auch die
konnten einem nicht den ganzen Schmutz und das verkrustete Blut von
der versteinerten Seele abwaschen. Etienne, einer meiner alten Kol-
legen, der von jenseits der Grenze aus Frankreich stammt, erzählte mir
bei dieser Gelegenheit einmal, er als praktizierender Katholik würde
nach jedem dieser Einsätze zu Beichte gehen. Ihm würde das helfen, es
ginge ihm hinterher sehr viel besser, aber der Priester müsse sich
jedes Mal übergeben und würde leichenblass den Beichtstuhl verlassen.
Ja, Etienne hat eine plastische Art, seine Erlebnisse zu schildern.
Das war übrigens auch eines der wenigen privaten Gespräche, die wir in
den sechs Jahren, die ich jetzt bei der Alliance bin, geführt hatten.
Im Grunde waren wir alle einsame Wölfe und jeder für sich gesehen eine
kapriziöse Primadonna. Alles ist so organisiert, dass wir uns bei der
Arbeit nicht großartig in die Quere kommen konnten. Jeder von uns
hatte seine eigene Region, in der er selbstverantwortlich arbeitete.
Es war ein bisschen so wie bei einem Handelsvertreter, wenn du lange
genug in einer Gegend zu tun hattest, dann kanntest du dort alle
wichtigen Leute. Du wusstest Bescheid darüber, wo es gefährlich ist
und wo du dich als Europäer besser nicht nach Einbruch der Dunkelheit
herumtreiben solltest. So verfügte jeder der Field Officer, das war
übrigens die offizielle Berufsbezeichnung, die in unseren Verträgen
mit der Swiss Security Alliance AG in Genf stand und so auch einen
ungefähren Hinweis auf die meistens militärische Vergangenheit von uns
gab, über ein ausgezeichnetes Netzwerk lebensnotwendiger Kontakte.
Etienne und ich, wir teilten uns den schwarzen Kontinent, er arbeitete
bevorzugt im Norden von Afrika und ich im Süden. Am Äquator kreuzten
sich unsere Pfade dann aber manchmal, das war aber unvermeidlich. Die
Alliance hatte ihre Leute in der russischen Föderation, in Nord- und
Südamerika und eben uns, die sogenannten Afrikaner. Aus den Krisenher-
den in Afghanistan, dem Irak und dem pazifischen Raum hielten wir uns
allerdings tunlichst heraus. Das waren die angestammten Reviere der
großen britischen Sicherheitsfirmen, die dort ausgezeichnet vom Per-
sonen- und Objektschutz leben. Ich war deshalb auch nicht wenig über-
rascht, als mich mein Chef, Guido Brunner, aus dem Urlaub zurückrief,
um mich ausgerechnet zu einem Afghanistaneinsatz zu überreden. Guido
war der dienstälteste und erfahrenste Profi bei der Alliance, er
stammt aus Luzern und hatte es in der Schweizer Armee bis zum Oberst
gebracht, ich bin dagegen, ohne einen anständigen Beruf gelernt zu
haben, als Reservist ausgestiegen, aber immerhin auch als Oberleut-
nant. Weiter kommst du bei uns in der Schweiz nicht, wenn du nicht
Berufssoldat werden willst, und ich wollte nicht.
Dieser neue Fall, mit dem mir Guido ständig in den Ohren lag, war mir
schon aus den Medien bekannt. Fünf zivile Aufbauhelfer eines deutschen
Industriekonsortium sind aus einem angeblich sicheren Außenbezirk von
Kabul entführt worden, alle bis jetzt geführten Verhandlungen waren
gescheitert. In der ganzen Bundesrepublik war dann auch niemand zu
bekommen, der zum einen dumm genug war, um sich auf eine solches Aben-
teuer einzulassen, und zum anderen auch noch die notwendige Erfahrung
mitbrachte, um in einer geschlossenen, streng muslimisch geprägten
Gesellschaft wie der afghanischen einen solchen Fall zu lösen. Das
ganze Land wird von einer Horde bewaffneter Halunken kontrolliert, die
seit Jahrhunderten in undurchlässigen Familienclans organisiert sind
und vom Opiumanbau und Drogenhandel leben. Solche Stammesstrukturen
kannte ich aus Afrika ziemlich gut, es ist derselbe Geist, dieselbe
Sorte von Halsabschneidern, nur anstelle des Opiums ging es in Afrika
um kostbare Bodenschätze.
In knapp einer Stunde würde ich mehr wissen. Die Besprechung mit den
Vertretern des Auftraggebers und den offiziellen deutschen Stellen war
für 10:30 angesetzt. Ich bin gerade auf dem Weg dorthin, Avenue
Eugene Pittard 15, ein freistehendes modernes Bürogebäude am Parc Al-
fred Bertrand, mitten in der Genfer Innenstadt, die Firmenzentrale der
Swiss Security Alliance AG.
Ein Illustrer Kreis war das, der sich heute in Genf treffen würde.
Dr. Ziegler, einer der Geschäftsführer der Rheinstahl-Hutton AG, als
Vertreter des Auftraggebers. Es waren seine Leute, die in Afghanistan
entführt worden sind, und er stellte auch das benötigte Geld für die
Operation zur Verfügung. Dann war da noch Generalmajor Rüdiger Brod-
beck, der geheimnisumwitterte Chef der deutschen Spezialkräfte, mit
Männern aus seinem Stab. Seine Aufgabe wäre die militärische
Durchführung einer Befreiungsaktion. Nur leider saß er mit seiner
Truppe auf dem deutschen ISAF-Stützpunkt in Mesar-i Sharif fest, weil
ihm seine Aufklärung bis jetzt kein brauchbares Ziel liefern konnte.
Das sollte dann wohl meine Aufgabe werden. Ich sollte Brodbecks
Scharfschützen zum Versteck der Geiseln führen und dabei den eigenen
Kopf möglichst tief in der Deckung halten, um nicht noch als möglicher
Kollateralschaden in seinem Einsatzbericht unter der Rubrik zivile
Verluste zu erscheinen.
Dr. Ziegler war bis jetzt der einzige der Besucher, die ich schon ken-
nengelernt hatte. Das kam auch nur daher, weil ich ihn bereits letzte
Woche in seinem großzügigen und modern eingerichteten Büro in der 12.
Etage der Rheinstahl-Hutton-Firmenzentrale in Frankfurt am Main be-
sucht hatte. Ein großartiger Mann, der sich nicht damit abgefunden
hatte, dass seine Leute in Afghanistan aufgeben werden.
Wir unterhielten uns lange darüber, wie viel Überzeugungsarbeit und
Nervenkraft es ihn gekostet hatte, diese Politiker im Krisenzentrum
des Außenministers in Berlin davon zu überzeugen, dass jetzt
entschieden gehandelt werden musste. Zu meiner großen Überraschung war
es Generalmajor Brodbeck gewesen, auf dessen Fürsprache hin es dann zu
unserer Beauftragung gekommen ist. Von Dr. Ziegler wusste ich auch,
dass Brodbeck bis ins Detail über meinen letzten Auftrag informiert
gewesen war. Dieser Auftrag hatte mich vor neun Monaten nach Somalia
geführt, und es wäre dann auch beinahe mein letzter geworden. Der
damalige Auftraggeber war ein großer Versicherer gewesen, der sich
weltweit auf Schiffs- und Frachtrisiken spezialisiert hatte und der am
Horn von Afrika, allein in den letzten zwei Jahren, Schäden durch Pi-
ratenangriffe auf Frachtschiffe in Höhe von 50 Millionen US Dollar
regulieren musste. Deutlich zu viel, um weiterhin tatenlos zuzusehen.
Gemeinsam mit einigen Kollegen einer bekannten britischen Firma ist es
dann nach monatelanger zermürbender Kleinarbeit und dem Einsatz von
250.000 US-Dollar Schmiergeld gelungen, an die gefährlichste Bande
heranzukommen und die Drahtzieher unschädlich zu machen. Der Anführer
war ein aus Nigeria stammender Gangster namens Abdul Lomossi, der über
Jahre hinweg ganze Schiffe samt Ladung auf Nimmerwiedersehen hatte
verschwinden lassen. Abdul Lomossi konnte uns zwar in letzter Sekunde
in Somalia entkommen, aber auch er konnte zwei Monate später in einem
Luxusbordell in Nairobi von einer kenianischen Spezialeinheit festge-
nommen werden. Wie ich hinterher vom Auftraggeber erfahren hatte, ist
Lomossi während der Untersuchungshaft in Kenia an einem Herzinfarkt
verstorben. Für afrikanische Verhältnisse kein unübliches Ende.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Lektorat (Teil 1)
von Hans Peter Roentgen
Ein gut formulierter Text, flüssig zu lesen. Und doch erlahmt bald die
Spannung. Warum?
Weil zu viel erklärt wird. Zur Firma, in der der Ich-Erzähler ar-
beitet, zu Afrika, zu dem neuen Auftrag, immer wieder blendet die
Erzählung zurück, erklärt. Ein Infodump, und er zeigt, dass auch gut
geschriebene Infodumps nur bedingt spannend sind.
Andererseits sind einige (nicht alle) Informationen wichtig. Und
einige sind durchaus unterhaltsam.
Infodumps und wie man sie auflöst
Wie kann man das auflösen? Der gängige Weg ist: Streichen. Und
szenisch schreiben, gleich mit einer Szene beginnen. Am besten mit der
Besprechung zwischen Ich-Erzähler, Dr. Ziegler und Generalmajor Brod-
beck, aus der der Leser nach und nach entnimmt, welche Aufgabe hier
angegangen werden soll und wer dieser Ich-Erzähler ist.
Ich möchte hier aber einmal eine andere Methode vorschlagen. Nämlich
eine Mischung aus szenischem und narrativem Erzählen. Was meine ich
damit?
Szenisches Erzählen ist genau das, was der Name sagt: Wir erleben eine
Szene. Egal ob Dialog oder Action, die Figuren handeln. Sie erzählen
nicht.
Narratives Erzählen ist das Gegenteil. Hier wird nur erzählt, über
eine Handlung, über Vergangenes, aber wir sind nicht in einer Szene.
Eigentlich etwas, das man als Autor vermeiden soll, wie auch das obige
Beispiel zeigt. Aber manchmal kann es dennoch angebracht sein.
Szenen und anderes Getier
Und wie macht man so was? Abwechselnd erfahren wir etwas aus einer
Szene, und dann erzählt der Ich-Erzähler wieder etwas, das uns einen
neuen Informationsbrocken hinwirft.
..........
Die Firma hatte mir ein schönes Fahrzeug überlassen, einen dunkel-
blauen E-Klasse-Mercedes mit Lederausstattung und Automatikgetriebe.
Ich wollte gerade einsteigen, da klingelte mein Handy.
"Ich bin nicht im Dienst", sagte ich, legte auf und stieg ein.
Aber so einfach wird man Guido nicht los.
..........
Warum habe ich den Satz über das Auto stehen lassen? Weil es einiges
verrät und einiges nicht. Wir wissen jetzt, dass der Ich-Erzähler für
eine Firma arbeitet, offenbar in wichtiger Funktion. Dass der Wagen
kein gewöhnlicher Firmenwagen ist, sondern nur für einige Zeit über-
lassen wurde. Und in dem kurzen Dialogsatz erfahren wir, dass der
Erzähler im Urlaub ist.
Nicht verraten wird, was das für eine Firma ist. Weiter im Text:
..........
Er ist Oberst, und das will in der Schweiz was heißen. Ich habe es nur
bis zum Oberleutnant gebracht. Für den Job reicht das.
"Wir brauchen dich", sagte Guido, als ich dann doch abgenommen hatte.
"In Afghanistan."
"Du weißt, dass ich Afrikaner bin." Mein Gebiet ist der Süden Afrikas.
Den Norden betreut Etienne, ein Franzose und gläubiger Katholik. Er
geht nach jedem Einsatz zur Beichte. Wie der Priester das aushält,
weiß ich nicht. Unsere Gebiete sind aufgeteilt, als ob wir Handelsver-
treter wären. Was wir in gewisser Weise ja auch sind.
"Eben. Dein Einsatz in Somalia ..."
"... ist beendet."
"Lomossi ist tot", sagte Guido. "Herzinfarkt."
Abdul Lomossi, mein letzter Auftrag. Ganze Schiffe samt Ladung hatte
der verschwinden lassen und glaubte sich in Somalia sicher, obwohl er
eigentlich Nigerianer war. In letzter Sekunde war er uns entkommen,
peinlich, weil unser Auftragsgeber, ein Versicherer, deshalb die Auf-
tragssumme kürzen wollte. Obwohl Lomossi dann doch verhaftet wurde,
wenn auch nicht in Somalia, sondern in einem Bordell in Kenia. Und
jetzt war er tot. Herzinfarkt. Für afrikanische Verhältnisse kein
unübliches Ende.
"Mein Mitleid hält sich in Grenzen", antwortete ich.
..........
Hier wechselt Dialog, also Szene, mit narrativen Abschnitten, in denen
einfach etwas erzählt wird, in denen Informationen vermittelt werden.
Aber nicht alle, und vor allem sichern die Dialogfetzen die Neugier.
Wir wissen jetzt, dass der Erzähler in Afrika arbeitet, dass diese
Arbeit dreckig ist (Beichte). Einzelheiten aber wissen wir immer noch
nicht. Dafür gibt es eine neue Frage: Was ist mit Afghanistan? Vermut-
lich auch gefährlich, vermutlich auch nur halb legal.
Afghanistan baut Spannung auf, weil die Geschichte damit einen aktuel-
len Bezug erhält. Weil es im Hirn automatisch "klick" macht und der
Leser damit Terroristen, Entführung und Gefahr verbindet. Und Ver-
bindungen zieht zu dem, was er an Informationsbrocken vorher erfahren
hat. Diese Verbindungen lassen ihn einiges vermuten, er kann sich et-
was zusammenreimen. Aber nicht alles. Für die Fragen, die er sich
selbst während des Lesens beantwortet, tauchen neue auf. Warum soll
ein Afrika-Spezialist plötzlich nach Afghanistan gehen, zum Beispiel?
Schreiben ist eine Gratwanderung
Schreiben ist immer eine Gratwanderung zwischen dem, was der Autor dem
Leser verrät, dem was zwischen den Zeilen steht und was sich der Leser
zusammenreimen muss, und dem, was sich daraus an neuen Fragen ergibt.
Genauso wichtig wie das, was im Text steht, ist immer auch das, was
nicht darin steht. Geschichten, egal ob U- oder E-Literatur, haben
immer mehrere Ebenen. Das, was im Text steht, und das, was zwischen
den Zeilen steht. Die Mischung kann variieren: Es gibt hochkomplexe
Geschichten mit mehr Ebenen als ein Wolkenkratzer und einfachere, die
sich auf "nur" zwei beschränken. Was wird gesagt, was wird nicht
gesagt?
Genau das ist hier und bei jedem Infodump das Problem. Hier wird alles
erklärt, selbst der Ort des Treffens darf nicht fehlen - Avenue Eugene
Pittard - und auch dass das Bürogebäude dort freistehend ist. Müssen
wir das wirklich wissen? Wir müssen nicht. Vor allem verbinden sich
mit den ausufernden Informationen keine neue Fragen, die den Leser
weiter bei der Stange halten. In einem wissenschaftlichen Bericht
sollten alle Fragen beantwortet werden. Am Anfang einer Geschichte
nie. Im Gegenteil. Zu jeder Antwort, die der Leser dort findet, sollte
sich gleich eine neue Frage gesellen.
Und die Antworten sollten nicht einfach dem Leser auf dem Sil-
bertablett serviert werden. Geschichten sind immer auch Rätsel. Wer
war der Mörder? Hatte Fräulein Ming etwas mit Graf Eutin und wollte
das vertuschen? Ach nein, kann nicht sein, weil der scheint schwul zu
sein, wie der Leser aus einem scheinbar nebensächlichen Satz
erschließen kann, der gleichzeitig die Frage aufwirft, warum die Dame
den Neffen des Grafen so seltsam ansieht. Hat sie vielleicht ...?
Ich verrate Ihnen jetzt ein Geheimnis. Wenn Sie aufgepasst haben, ah-
nen Sie es bereits: Sie müssen nicht alles szenisch erzählen, auch
wenn das viele Schreibratgeber behaupten. Sie dürfen durchaus narrativ
erzählen. Wenn Sie Fragen offen lassen. Wenn Sie immer wieder Hand-
lungsbrocken einstreuen. Wenn Ihre Geschichte dabei weiterläuft, sich
vor dem Leser ein Panorama ausbreitet, das sich hinter jeder Kurve
ändert, statt einer öden Landkarte, die jeden Tümpel und jeden Steg
genauestens verzeichnet.
Infodumps wirken wie Drogen
Gehen wir noch mal zurück zum letzten Teil, wo der Ich-Erzähler vor
dem Treffen über die Teilnehmer berichtet: "Ein illustrer Kreis war
das, der sich heute in Genf treffen würde."
Hier wird in die Zukunft hinein erzählt, denn der Kreis hat sich noch
nicht getroffen. Warum das im Vorhinein erklären? Besser wäre es, uns
in Genf den Kreis erleben zu lassen, hier schreit der Inhalt nach
einer Szene, aber geliefert wird wieder nur eine Erklärung. Das ist
eine weitere Gefahr des Infodumps. Er quillt auf; einmal in diese
Erzählweise verfallen, fährt man leicht immer weiter fort. So einfach
ist es, man muss nur alles erzählen, was man sich so ausgedacht hat.
Da hilft nur der Rotstift und diese eingeschliffene Erzählhaltung so-
fort aufgeben. Hier ist die Szene gefragt: All die illustren Leute
sitzen beisammen, und unser Ich-Erzähler betritt den Raum. Was werden
ihm welche Männer erklären? Was werden sie nicht erklären, kann sich
der Erzähler aber denken? Was wird nur angedeutet, taucht aber gar
nicht im Text auf, sondern nur zwischen den Zeilen?
Und was ist mit der Szenerie, diesem Söldner, der im südlichen Afrika
arbeitet und nun plötzlich nach Afghanistan soll? Ist das glaubwürdig?
Doch das werde ich erst im nächsten Tempest weiter beleuchten. Damit
Sie, liebe Leserinnen und Leser, nicht die Spannung verlieren.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Hans Peter Roentgen coacht Autoren und Manuskripte
(http://www.textkraft.de). Im November 2007 ist sein Buch mit zahl-
reichen Beispielen zur Textbearbeitung erschienen: "Vier Seiten für
ein Halleluja", Lerato Verlag.
*********************************************************************
BESONDERE LESUNGEN:
---------------------------------------------------------------------
(redaktion at team pt autorenforum pt de)
"Kriminalistische Floßfahrten mit Autorenlesung"
von Elvira Reck
Die Nacht war lau, Grillen zirpten am Ufer, während wir auf dem Schiff
gemächlich unter riesigen Hängebirken an beleuchteten Villen vorbei
schipperten und einem Raubmord lauschten. Der Kahn war rappelvoll. Die
Atmosphäre einmalig.
Initiator der Veranstaltung ist die Stadt Braunschweig. Autoren der
Region lesen aus ihren Kriminalromanen.
Durch die wachsende Fan-Gemeinde hat "Mord auf der Oker" bereits Kult-
status erreicht, entsprechend hoch ist auch die Nachfrage.
Getränke können auf dem Floß erworben, ein kleiner Imbiss darf mitge-
bracht werden. Preis: 14 Euro.
*********************************************************************
UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
---------------------------------------------------------------------
Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -
keine Manuskripte zur Beurteilung.
Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.
Drehbuch: Oliver Pautsch
drehbuch at experte pt autorenforum pt de
Fandom: Thomas Kohlschmidt
fandom at experte pt autorenforum pt de
Fantasy: Stefanie Bense
fantasy at experte pt autorenforum pt de
Heftroman: Arndt Ellmer
heftroman at experte pt autorenforum pt de
Historischer Roman: Titus Müller
historischer.roman at experte pt autorenforum pt de
Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik
kinderbuch at experte pt autorenforum pt de
Lesungen: Rüdiger Heins
lesungen at experte pt autorenforum pt de
Lyrik: Martina Weber
lyrik at experte pt autorenforum pt de
Sachbuch: Gabi Neumayer
sachbuch at experte pt autorenforum pt de
Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss
fortbildung at experte pt autorenforum pt de
Schreibgruppen: Ute Hacker
schreibgruppen at experte pt autorenforum pt de
Schreibhandwerk: Ute Hacker
schreibhandwerk at experte pt autorenforum pt de
Sciencefiction: Andreas Eschbach
sf-autor at experte pt autorenforum pt de
Technik (physikalisch!): Woldemar Schilgen
technik at experte pt autorenforum pt de
Übersetzung: Barbara Slawig
uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de
Verlagswesen: Bjørn Jagnow
verlagswesen at experte pt autorenforum pt de
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
.................
Experten-Special:
.................
Bjørn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen Ur-
heberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten acht Jahre gesam-
melt (jetzt inklusive 2007) und stellt sie euch als kostenloses PDF
zur Verfügung. Das Tolle daran: Die Fragen sind nun thematisch geord-
net, das elektronische Format erlaubt eine schnelle Volltextsuche -
und Björn hat außerdem alle Antworten überarbeitet und aktualisiert.
Ob ihr Infos sucht zu Ausfallhonorar, Book on demand, Buchpreisbin-
dung, Druckkostenzuschussverlag, Exposé, Honorar, ISBN, Leseprobe,
Nebenrechte, Plagiat, Titelschutz, Verlagsgründung, Zitat oder ...
Hier werdet ihr fündig: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0062-
tempest2-4.
*********************************************************************
FRAG DIE EXPERTIN FÜR LYRIK:
---------------------------------------------------------------------
Martina Weber(lyrik at experte pt autorenforum pt de)
Frage:
Ich schreibe Gedichte und möchte jetzt einige von meinen Gedichten in
einem Band veröffentlichen. Wenn man sich mit einem Verlag in Verbin-
dung setzt, soll man dann für sein Buch bezahlen, oder verdient man
laut Buchvertrag sogar Geld?
Antwort:
Lyrik zu schreiben ist die denkbar uneffektivste Art, um seine Ar-
beitskraft geldbringend einzusetzen. Aus Sicht des Autors bzw. der
Autorin haben die eigenen Gedichte zwar einen hohen ideellen Wert;
Verlage müssen jedoch wirtschaftlich denken, um ihre Ausgaben tragen
und um existieren zu können.
Verlage überlegen es sich deshalb genau, ob es sich lohnt, einen Ver-
trag über die Veröffentlichung eines Lyrikbandes abzuschließen. Eine
Lyrikerin hat bessere Chancen auf einen Verlagsvertrag, wenn sie sich
bereits durch Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Antho-
logien einen Namen gemacht hat und vielleicht schon einen kleinen Li-
teraturpreis gewonnen hat.
Wenn Ihnen ein Verlagsvertrag angeboten wird, sollten Sie ihn genau
lesen und Punkt für Punkt mit dem Normvertrag vergleichen, der zwi-
schen dem Verband deutscher Schriftsteller und dem Börsenverein des
deutschen Buchhandels ausgehandelt wurde. Den Normvertrag finden Sie
zum Beispiel unter http://www.uschtrin.de/normvertrag.html. Vorgaben
zum Honorar enthält der Normvertrag nicht. Der Verband deutscher
Schriftsteller empfiehlt bei Hardcoverbüchern 10 Prozent, bei Taschen-
büchern 6 Prozent vom Nettoverkaufspreis. Der Nettoverkaufspreis ist
der Ladenverkaufspreis abzüglich der darin enthaltenen Mehrwertsteuer.
Ein Rechenbeispiel: Der XY-Verlag druckt einen Gedichtband mit 50 Ge-
dichten von Ihnen in einer Auflage von 200. Ein Band kostet 15,00 Eu-
ro. Die Mehrwertsteuer für Bücher beträgt 7 Prozent. Der Nettover-
kaufspreis Ihres Buches beträgt somit 15,00 Euro minus 1,05 Euro =
13,95 Euro. Angenommen, Sie erhalten laut Autorenvertrag ein Honorar
von 10 Prozent des Nettoverkaufspreises, so wären das 1,40 Euro pro
verkauftem und bezahltem Buch; bei einer Auflage von 200 Büchern maxi-
mal 280 Euro (Rezensionsexemplare sind honorarfrei). Nach diesem Bei-
spiel erzielt der Autor also 280 Euro Gesamthonorar - für viele hun-
derte von Arbeitsstunden, die erforderlich sind, um 50 publikations-
würdige Gedichte zu schreiben.
Es gibt auch Verlage, die ihren AutorInnen Verträge mit Konditionen
anbieten, die für AutorInnen ungünstiger sind als der Normvertrag.
Wenn Ihnen ein solcher Vertrag angeboten wird, sollten Sie genau abwä-
gen, ob der Vertrag für Sie tragbar ist. Es gibt Verlage, die den
Druck eines Lyrikbandes in einer Auflage von vielleicht 300 Stück nur
gegen Zahlung von mehreren tausend Euro übernehmen. Es gibt aber auch
die Variante, die von der Autorin verlangt, eine bestimmte Zahl der
eigenen Bücher zu einem ermäßigten Preis zu kaufen, zum Beispiel soll
die Autorin bei einer Druckauflage von 300 Stück und einem Verkaufs-
preis von 15 Euro pro Buch 100 Bücher zu einem Preis von 10 Euro kau-
fen. Meist deckt der Verlag mit der Zahlung der Autorin seine gesamten
Kosten ab. Für AutorInnen, die ihre Bücher auf selbst organisierten
Lesungen zum vollen Preis weiterverkaufen können, kann sich dieses
Modell rechnen. Ich persönlich würde mich jedoch an die Honorarempfeh-
lungen des Verbandes deutscher Schriftsteller halten (10 Prozent bzw.
6 Prozent vom Nettoverkaufspreis als Honorar).
[Eine aktuell recherchierte Liste von Verlagen, die Lyrik veröffentli-
chen, und weitere Informationen zum Verlagsvertrag sowie zum Book on
Demand als Alternative finden sich in der soeben erschienenen 2. Auf-
lage von Martina Webers Buch: "Zwischen Handwerk und Inspiration. Ly-
rik schreiben und veröffentlichen", Uschtrin Verlag. - die Red.]
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Martina Weber ist Autorin und Herausgeberin des Buches "Zwischen Hand-
werk und Inspiration. Lyrik schreiben und veröffentlichen", dessen 2.
Auflage Ende in diesen Tagen herauskommt. Einige ihrer Gedichte finden
sich unter http://www.poetenladen.de/martina-weber.html.
*********************************************************************
FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH:
---------------------------------------------------------------------
Oliver Pautsch (drehbuch at experte pt autorenforum pt de)
Frage:
Wie und wo kann man Drehbuchschreiben lernen?
Antwort:
Drehbuchschreiben kannst du an Filmschulen oder Universitäten mit
Fachbereich Film / Fernsehen lernen. Wenn du die dazu gehörigen Beg-
riffe bei Google suchst, wirst du sicher fündig.
Hier in Köln bietet zum Beispiel die Internationale Filmschule einen
Studiengang für angehende Drehbuchautoren an:
http://www.filmschule.de/index01.html
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer,
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft. Spä-
ter ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber
direkt für die Branche schreiben. Es entstanden Drehbücher für Kurz-
filme, Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film.
http://www.drehbuchautoren.de/Autoren/meinautor.php?ID=164
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit getrenn-
ter Mail kommt!
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de - nach Rück-
sprache - erwünscht. Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt
werden. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.
Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an:
beitrag at team pt autorenforum pt de.
Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
I M P R E S S U M
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Herausgeber:
Ramona Roth-Berghofer public.relations at team pt autorenforum pt de
Gabi Neumayer redaktion at team pt autorenforum pt de
Stefan Schulz webmaster at autorenforum pt de
Thomas Roth-Berghofer
Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum pt de
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"The Tempest" ist ein kostenloser Newsletter für Autorinnen und Auto-
ren. Abonnenten sind herzlich aufgefordert, den Newsletter weiter-
zugeben oder nachzudrucken, solange alle Urheberrechte beachtet werden
(Näheres s. http://www.autorenforum.de/?UeberUns/Impressum) und der
VOLLSTÄNDIGE Newsletter weitergegeben wird. Ansonsten bitten wir dar-
um, mit der Redaktion Kontakt aufzunehmen.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung
der Redaktion wieder. Zugesandte Artikel können von der Redaktion be-
arbeitet und gekürzt werden.
Für unverlangt eingesandte Beiträge wird keine Haftung übernommen. Das
Recht zur Veröffentlichung wird prinzipiell vorausgesetzt. Alle bei
autorenforum.de veröffentlichten Beiträge, Grafiken und Bilder sind
urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit vorheriger Einwilligung
von autorenforum.de bzw. der Einwilligung des verantwortlichen Au-
tors/der verantwortlichen Autorin nachgedruckt oder anderweitig wei-
terverwendet werden.
Auf die Gestaltung der Links haben wir keinen Einfluss. Die Inhalte
der verlinkten Seiten machen wir uns nicht zu Eigen.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Anschrift: autorenforum.de
c/o Roth-Berghofer
Schneidmühlgasse 1-3
67655 Kaiserslautern
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
autorenforum.de bietet seit mehr als fünfundzwanzig Jahren mit dem monatlichen Newsletter "The Tempest" und den umfangreichen Datenbanken Informationen rund ums Schreiben und Veröffentlichen. Außerdem stehen den Abonnenten zahlreiche Expert*innen mit Spezialwissen für Fragen zur Verfügung.