Leserbriefe
"Kritik: Wie hart darf sie sein?"
"Normseite vs. Zeichenzählung"
Schreibkurs
"Lebendige Figuren beleben Fachtexte"
von Claudia Arnold
Buchbesprechung
"Handbuch für Autorinnen und Autoren"
"Verlags-PR"
beide besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Natalja Schmidt von der Agentur Schmidt & Abrahams
Verlagsportrait
"Web-Site-Verlag"
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
"Soll ich einen Schriftsteller heiraten?"
von Stephan Waldscheidt
Frag den Experten für Verlagswesen
(Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Fantasy
(Stefanie Bense)
Frag den Experten für Heftromane
(Arndt Ellmer)
Frag die Expertin für Lyrik
(Martina Weber)
Frag die Expertin für Sachbücher
(Gabi Neumayer)
Frag die Expertin für Kriminalistik
(Nikola Hahn)
Frag die Expertin für Literaturagenturen
(Petra Hermanns)
Hall of Fame
EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,
der Tempest ist diesmal so umfangreich geworden, dass ich mich kurz
fasse (ich versuche es zumindest). Was erwartet euch?
Endlich haben wir wieder mal einen Beitrag, der besonders Sachbuchau-
torInnen interessieren wird: Claudia Arnold zeigt, wie man Sachtexte
und Seminare durch geschickt konstruierte Geschichten lebendiger und
anschaulicher machen kann. Ramona und Thomas Roth-Berghofer haben Na-
talja Schmidt interviewt, deren neue Agentur sich speziell um SF, Fan-
tasy und Historische Romane kümmert. Im Verlagsportrait geht es dies-
mal um den Web-Site-Verlag. Und der berüchtigte Honeyball betätigt
sich als Eheberater ...
Die Rubrik "Leserbriefe" ist diesmal besonders gut besetzt. Denn zwei
Themen aus den letzten Ausgaben haben viele von euch beschäftigt: das
Lektorat von Klaus N. Frick in "Vier Seiten für ein Halleluja" (Tem-
pest 7-2) und der Beitrag von Ute Hacker zur Normseite (Tempest 7-1).
Wir freuen uns über die vielen Reaktionen und wünschen uns auch für
die Zukunft, dass ihr euch zu Wort meldet!
Zwei Buchbesprechungen gibt es, eine zur neuen Ausgabe des "Handbuchs
für Autorinnen und Autoren", das in diesem Jahr zwanzig wird. Glück-
wunsch an Sandra Uschtrin und alle MitarbeiterInnen!
Zu guter Letzt: Unsere ExpertInnen packen wieder einmal ihr ganzes
Fachwissen für euch aus und haben zum Teil lange recherchiert, um euch
brandaktuelle, umfassende Informationen bieten zu können. Oft bekommen
sie dafür nicht einmal ein Dankeschön von den Fragenden. Deshalb an
dieser Stelle einmal von uns: Ganz herzlichen Dank für die fantasti-
sche Arbeit, die ihr für uns alle leistet!
Der Tipp des Monats März, diesmal von Stephan Waldscheidt:
Unter http://www.writersdigest.com/writingprompts.asp
gibt es jeden Tag eine neue Schreibanregung.
Wir hoffen, dass ihr den Tempest nicht nur lest, sondern dass ihr euch
auch weiterhin daran beteiligt, ihn lebendig zu halten. Mit euren Mei-
nungen, Artikeln, Tipps und (genau, das schon wieder ;-)) euren Jah-
resbeiträgen. Einen schönen Frühlingsbeginn!
Gabi Neumayer
Chefredakteurin
~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf unser
Konto:
autorenforum.de
SEB Mainz (früher: BfG)
BLZ 550 101 11
Konto 14 24 18 99 00
Stichwort: "Beitrag 2005"
Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei-
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).
Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE69550101111424189900
BIC: ESSEDE5F550
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ISSN 1439-4669 Copyright 2005 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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INHALT DIESER AUSGABE:
TEIL 1:
Editorial
Inserate
Schreib-Kick
Leserbriefe
"Kritik: Wie hart darf sie sein?"
"Normseite vs. Zeichenzählung"
Schreibkurs
"Lebendige Figuren beleben Fachtexte"
von Claudia Arnold
Buchbesprechung
"Handbuch für Autorinnen und Autoren"
"Verlags-PR"
beide besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Natalja Schmidt von der Agentur Schmidt & Abrahams
Verlagsportrait
"Web-Site-Verlag"
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
"Soll ich einen Schriftsteller heiraten?"
von Stephan Waldscheidt
Frag den Experten für Verlagswesen
(Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Fantasy
(Stefanie Bense)
Frag den Experten für Heftromane
(Arndt Ellmer)
Frag die Expertin für Lyrik
(Martina Weber)
Frag die Expertin für Sachbücher
(Gabi Neumayer)
Frag die Expertin für Kriminalistik
(Nikola Hahn)
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Impressum
TEIL 2 (nur für Abonnenten):
Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum
~~~~~~~~~
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein-
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Martin Eberhard
Kamprad (http://www.ekamprad.de) hat freundlicherweise die aufwendige
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen
Jahrgänge zu erstellen.
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(Die Redaktion behält sich vor, Anzeigen zu kürzen oder Anzeigen, die
gegen Rechte Dritter, das Urheberrecht oder Jugendschutzbestimmungen
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Private Anzeigen kosten bis zu fünf Zeilen 1,60 Euro pro Zeile. Jede
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Aus organisatorischen Gründen liegt der Anzeigenschluss für den Tem-
pest am 12. jedes Monats. Später eingegangene Anzeigen können wir dann
erst für die nächste Ausgabe berücksichtigen.
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bens noch Lücken haben und diese gemeinsam systematisch schließen wol-
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SCHREIB-KICK:
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Unser Schreib-Kick für den März, diesmal von Danja Antosch:
Eine schöne Übung ist der Tempuswechsel. Nimm dir einen bereits vor-
handenen Text vor - z. B. eine Kurzgeschichte. Ist er in der Vergan-
genheit geschrieben, ändere den Tempus in Gegenwart (bzw. umgekehrt) -
die Wirkung ist enorm, ähnlich wie beim Perspektivwechsel (siehe
Schreibkick Tempest 4-03, März 2002).
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LESERBRIEFE:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
"Kritik: Wie hart darf sie sein?"
Zum Lektorat von Klaus N. Frick im letzten Tempest erreichte uns ein
Leserbrief, aus dem sich eine längere Mailkorrespondenz entwickelte.
Da die Diskussion sicher viele von euch interessiert, veröffentlichen
wir sie hier - und freuen uns auch über weitere Reaktionen von euch.
+++++++++++++
Ruth v. Benda
+++++++++++++
Liebe Redaktion,
ehe ich mein Anliegen auf euch ablade, erst mal ein großes Lob. Ich
bin seit einigen Jahren Abonnentin und habe über euch auch die Mit-
glieder meiner Autorengruppe gefunden. Bei jeder Ausgabe freue ich
mich über den Tempest erneut. Ich schreibe euch, weil meine Freude
diesmal getrübt wurde, und zwar durch den "Versuch eines Lektorats"
von Klaus Frick.
Über die Qualität des eingesandten Textes möchte ich hier nicht viel
sagen, für mich ist das offensichtliche Erstlingsprosa von jemandem,
der noch eine Menge zu lernen hat. Klaus Fricks Antwort dagegen habe
ich als ausgesprochen verächtlich empfunden, genervt und abwertend auf
eine Weise, die mir kein gutes Gefühl gegeben hat.
Wenn dieser Text so unterirdisch war, warum dann keinen anderen be-
sprechen, der mehr hergibt? Das kann doch nicht der einzige gewesen
sein, der zur Verfügung stand. Gerade einem Anfänger würde ich ein
wenig mehr Weisheit und Herz entgegenbringen. Es wirft kein gutes
Licht auf den Kritiker, wenn er sich dadurch aufwertet, dass er an der
schwächsten Stelle voll zutritt. Und Neues gelernt habe ich als Lese-
rin durch diesen Totalverriss übrigens auch nicht.
+++++++++++++
Gabi Neumayer
+++++++++++++
Hallo Ruth,
herzlichen Dank für dein Lob - und deine Kritik.
Klaus Lektorat ist hart, ja. Aber aus mehreren Gründen haben wir es
"ungeschönt" übernommen:
Deutliche Kritik, sofern sie konkret ist und nicht einfach allgemein
"vernichtend", kann gerade einem beginnenden Autor viel Arbeit erspa-
ren, wenn er sie ernst nimmt. Wie viele dümpeln jahrelang vor sich
hin, ohne besser zu werden, weil sie nur wohlwollendes Lob bekommen,
wo deutliche Kritik angesagt wäre ...
In der Verlagswelt hat jeder Autor mit verschiedenen Typen von Lekto-
ren zu tun. Die Absage per Standardbrief mag das Ego schonen - aber
konkrete Hinweise zum Text bringen einen auf Dauer doch deutlich wei-
ter. Und Lektoren sind - je nach Typ, auch Lektoren sind ja Menschen
(wenngleich unser Honeyball Lektor sicher ein Grenzfall ist) - sehr
unterschiedlich im Umgang, in ihren Kriterien und auch in der Deut-
lichkeit, mit der sie Kritik anbringen. Auch darauf sollen die "Vier
Seiten für ein Halleluja" angehende AutorInnen vorbereiten, indem nach
und nach ganz unterschiedliche LektorInnen zu Wort kommen werden.
Dass jeder Lektor sich durch seine Arbeit auch selbst darstellt, ist
trotzdem immer ein Faktor - das kenne ich selbst. Ich denke dennoch,
dass die meisten durch das Lektorat, auch wenn es hart erscheint, et-
was fürs eigene Schreiben lernen können.
++++++++++++++
Ruth von Benda
++++++++++++++
Deine Antwort fand ich völlig in Ordnung. Allerdings denke ich nach
wie vor, dass Kritik ohne jede Wertschätzung einfach deshalb nicht
viel bringt, weil sie beim Empfänger häufig zu Trotz und Abwehr führt.
In meiner Autorengruppe hat sich über die Zeit hinweg ganz automatisch
ein gewisser Kodex entwickelt, weil wir gemerkt haben, dass wir durch
konstruktiv geäußerte Kritik am besten aneinander wachsen können - und
denke nicht, wir hätten weniger zu meckern! Das sind die Erfahrungen,
die bei mir diesen Leserbrief ausgelöst haben.
+++++++++++++
Gabi Neumayer
+++++++++++++
Dass Kritik in der Regel nur etwas bringt, wenn sie konstruktiv ist,
das denke ich auch. Da ich beide Seiten kenne (Autorin und Lektorin),
habe ich aber für mich inzwischen auch den Schluss gezogen, dass es
nicht so sehr darauf ankommt, wie (konstruktive) Kritik geäußert wird,
sondern darauf, was der Kritisierte erwartet und lernen will. Manche
wehren jeden Hinweis empört ab, weil sie nur Lob wollen - andere fil-
tern auch aus harscher Kritik für sich das heraus, was sie weiter-
bringt.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Normseite vs. Zeichenzählung"
Wie wir vermutet (und gehofft) hatten, hat Ute Hackers Artikel
"Schafft endlich die Normseite ab!" (Tempest 7-1) einige Reaktionen
provoziert, die unter anderem dokumentieren, dass zurzeit eine allge-
meine Unsicherheit über heutige Zählungsmethoden besteht. Hier findet
ihr eine Zusammenstellung der Reaktionen. Wer möchte, kann der Redak-
tion gern weiter zu diesem Thema mailen.
+++++++++++++
Marc Albrecht
+++++++++++++
Eine Lanze für die Normseite
Ute Hacker hat natürlich Recht, dass allein die Schwierigkeit des Au-
tors, in seinem Schreibprogramm eine "Normseite" einzustellen, kein
Ablehnungsgrund für das Manuskript sein sollte - und da hilft auch
keine Häme, dass manchmal das Lesen von Anleitungen hilfreich wäre.
Was geschähe aber, wenn jeder Autor seinen Text anders formatiert ein-
reichte? Da spricht der eine Autor von einem 150-Seiten-Roman (und
liefert ein mit 16 Punkt großer Schrift formatiertes Heft, das tat-
sächlich ca. 55 Druckseiten ergäbe). Da sendet ein anderer Autor eine
Worddatei mit einem neuen Format pro Absatz; der Nächste, der einen
ausgedruckten Text schickt, hat irgendeine unleserliche Schriftart
verwendet - all dies Fälle aus meinem "mikroskopisch kleinen Verlag"
aus den letzten sechs Monaten.
Lektoren sind Profis, wie Stefanie Bense im gleichen Tempest bemerkt,
in dem Ute Hacker für die Abschaffung der Normseite plädiert. Sie sind
an eine bestimmte Optik gewöhnt, erwarten einen Korrekturrand und
Platz zwischen den Zeilen. Ein Text, der aus der gewohnten Norm her-
ausfällt, irritiert sofort und wird instinktiv anders bewertet als
einer, der nur durch seinen Inhalt, nicht aber seine "abweichende Auf-
machung" überzeugen will.
Die Normseite wird nicht mit 1.800 Zeichen gerechnet, wie von Ute Ha-
cker formuliert, sondern eher mit 1.500 Zeichen, der Rest ist Leer-
raum. Eine Textlängenvorgabe von 10 Normseiten erlaubt also nicht ei-
nen Text von 18.000 Zeichen, sondern lediglich einen von (knapp über)
15.000 (was bereits zwei Seiten Unterschied bedeutet!). Schriften wie
Times, Arial etc. laufen anders als Courier und oft erst recht anders
als die verwendete Drucktype, daher sind sie mitnichten besser in
Druckseiten umzurechnen als eine (scheinbar falsche) Monotype.
Für die meisten Lektoren sind "Normseiten" also Handwerkszeug - und
wer wollte einem Handwerker seine gewohnten, bewährten Arbeitsmittel
wegnehmen? Wenn ich einen Text in "Arial" erhalte (die Type, die Ute
Hacker vorschlägt), ist das Erste, das ich tue, diese optische Umwelt-
verschmutzung in etwas Lesbares zu ändern. Dabei will doch der Autor,
dass ich seinen Text lese - nicht, dass ich für ihn die Aufbereitung
der Textprobe übernehme. Wir wollen uns doch über Inhalte, nicht über
Optik im Vorfeld einer Partnerschaft unterhalten (müssen). Oder?
++++++++++++
Teresa Junek
++++++++++++
Als Literaturübersetzerin muss ich dringend auf den Erhalt der Norm-
seite pochen und hoffen! Denn: 1.800 Anschläge sind nicht gleich eine
Normseite. Auf einer Normseite steht der Text, so wie er dem Zeichen-
fall des Originals folgt. Da bleiben Zeichen am Rand der Zeile, bei
der Absatzschaltung, bei Leerzeilen und am Ende des Kapitels frei;
außerdem stehen zwischen den Zeichen der einzelnen Wörter ja auch
noch Leerzeichen.
Deshalb bedeutet für uns Literaturübersetzer eine Abrechnung nach
1.800 Zeichen pro Seite - die leider von immer mehr Verlagen mit eben
den Argumenten gefordert wird, die Ute Hacker in ihrem Text beschreibt
- eine aktive Honorarkürzung. Probiers mal aus: Nimm einen Text von
10 Normseiten, und schau nach, wie viele Zeichen oder auch Anschläge
(= Zeichen + Leerzeichen) der Text hat. Du wirst feststellen, dass die
Diskrepanz nicht unerheblich ist. Auf einer durchschnittlichen Norm-
seite befinden sich ca. 1.400 - 1.500 Anschläge (also Zeichen + Leer-
zeichen), mehr nicht. Das macht bei Abrechnung nach 1.800 Zeichen eine
deutliche Honorarkürzung!
+++++++++++++
Gabi Neumayer
+++++++++++++
Als Lektorin habe ich in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht:
Wenn man mit Zeichen zählt, setzt man als Abrechnungsbasis am besten
neue Zahlen an. Bei mir sind das - je nach Text - zwischen 1.200 und
1.500 Zeichen als Normseitenäquivalent. Wichtig ist nur, dass beide
Seiten sich der Problematik bewusst sind und dass man frühzeitig
klärt, welche Abrechnungsgrundlage man nehmen will.
Als Autorin habe ich bislang vor allem die Tücken der Zählung per Zei-
chen kennen gelernt. So habe ich einen Kurzgeschichtenband geschrie-
ben, für den eine Gesamtzeichenzahl vorgegeben war. Doch der Verlag
rechnet natürlich für sich mit Druckseiten - und da ich gern und viel
Dialoge verwende, waren meine Zeilen durchschnittlich nicht so voll
wie die anderer AutorInnen. Das Resultat: Am Ende fielen zwei von 17
Geschichten komplett heraus - sehr ärgerlich! Meine Konsequenz daraus:
Für umfangreiche Manuskripte werde ich mich in Zukunft nicht mehr auf
eine reine Zeichenzahl für den Umfang einlassen, sondern immer auch
klären, wie umfangreich eine Druckseite genau sein wird und wie viele
das Buch umfassen darf.
Am sichersten scheint mir deshalb, wenn man heutzutage sowohl Angaben
zu (Norm-)Seiten als auch zu Zeichen macht, wie es das Beispiel des
Brigitte-Random-House-Roman-Wettbewerbs zeigt: "Einzusenden ist ein
Exposé (maximal eine Seite) für einen Roman sowie die ersten 50 Manu-
skriptseiten dieses Romans (ca. 100.000 Zeichen inkl. Leerzeichen)."
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SCHREIBKURS:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
"Lebendige Figuren beleben Fachtexte"
von Claudia Arnold
Fachtexte bräuchten nicht um Aufmerksamkeit zu buhlen, heißt es. Fach-
texte richten sich an interessierte Leser, in deren Eigeninteresse es
liegt, den Text von vorne bis hinten zu erfassen. Aber manchmal fürch-
tet der Fachautor beim Schreiben, dass ihm seine Leser einnicken wer-
den, ermüdet vom Kampf gegen den dickflüssigen Lesestoff. Das kann bei
Fachbüchern genauso passieren wie bei Vorträgen oder bei Schulungsun-
terlagen - was dann besonders peinlich ist, schläft doch der Zuhörer
für alle sichtbar im Plenum ein.
Wann empfinden wir einen Text als langweilig?
Das größte Problem unverständlicher Fachtexte sind meistens Wortwahl
und Satzbau, aber davon soll hier nicht die Rede sein. Als ermüdend
und langweilig empfinden wir einen Text auch dann, wenn wir zu viel
eigene Arbeit leisten müssen, um ihn mit Leben zu füllen, also ihn zu
konkretisieren. Als Beispiel sei der Klassiker "Erfolgreiches Consul-
ting" von Peter Block erwähnt. Dieses Buch ist einzigartig - wenn man
es erst einmal verstanden hat. Es ist aber so abstrakt geschrieben, so
allgemeingültig, dass die Texte manchmal gar keine Bedeutung mehr zu
haben scheinen.
Ein gutes Mittel, um die durch Abstraktionen ermüdete Aufmerksamkeit
der Leser wieder zu wecken, sind Beispiele mit anschaulichen Personen,
die konkrete Probleme lösen. Abgesehen von einigen Philosophen inte-
ressieren wir uns alle mehr für Menschen, weniger für Theorien. Wie
andere etwas tun, interessiert uns. Allerdings gehört ein wenig mehr
dazu als nur ein "Werksleiter Walter W. aus W.", der über eine "Ver-
minderung des Fehlerausstoßes" nachdenkt. Dieser Walter W. ist zu abs-
trakt, er erweckt im Leser kein lebendiges Vorstellungsbild. Ein ande-
res Beispiel:
"Walter Wollig aus Wesel ist Technischer Leiter eines Wälzlagerwerkes.
Als er den neuen Produktionsbericht zu sehen bekommt, muss er gleich
ein Magengel schlürfen. ?Das ist ja nicht zu fassen, tobt er, ?läuft
denn hier alles schief? Warum könnt ihr Idioten keine Maße einhalten?
Er beißt sich einen Fingernagel ab und stapft dann entschlossenen
Schrittes in die Werkhalle."
Ist diese Darstellung besser? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es
hängt davon ab, worauf wir hinauswollen. Was ist der Zweck des Textes?
Was soll der Leser erfahren? Stehen die Eigenschaften, Probleme und
Verzierungen, mit denen wir die Figur ausschmücken, in irgendeiner
Beziehung zum Thema?
Bei Sachtexten nur sparsam illustrieren
Im Gegensatz zu einem belletristischen Text müssen wir in einem Sach-
text äußerst sparsam vorgehen, wenn wir eine handelnde Figur beschrei-
ben, denn diese Figur ist bereits an sich eine Ausschmückung. Über-
treiben wir, wird der Leser dem Text die Ernsthaftigkeit und uns die
Kompetenz absprechen. Die wenigen Elemente, die wir unterbringen kön-
nen, müssen direkt mit dem Thema zu tun haben, sonst schaden sie dem
Text.
So könnte ein Kardiologe, der über herzschädigenden Stress schreibt,
sehr wohl Einzelheiten wie Nägelkauen, Magenschmerzen und Schimpfen
erwähnen. Er illustriert damit, wie es aussehen könnte, wenn ein
Mensch sich verkrampft und immer mit dem Kopf durch die Wand will.
Geht es in dem Artikel jedoch um das Management von Qualitätssiche-
rungssystemen, dann wären diese Einzelheiten völlig fehl am Platze,
weil sie mit dem eigentlichen Thema - etwa der fehlenden Schulung der
Mitarbeiter auf das System - nichts zu tun haben. Auch wäre in diesem
Fall nicht der Chef die beste Beispielfigur; wählen wir lieber einen
der Schlosser als handelnde Person:
"Seit die Fertigung über eine neue Lasermesseinrichtung verfügt,
fürchtet sich Max M. ein wenig vor seiner Arbeit. Auch an diesem Mor-
gen steht er minutenlang vor dem Terminal und weiß nicht weiter. Die
Anlagensoftware ist alles andere als selbsterklärend. Das Handbuch
hilft ihm ebenfalls nicht weiter. Nachdem er mehrfach vergeblich ver-
sucht hat, einen bestimmten Datensatz aufzurufen, überlegt er, was er
jetzt tun soll. Der Einzige, der mit der Software wirklich zurecht-
kommt, der Josef, wird erst am Nachmittag da sein. Die Maschine ist
zurzeit auf einen bestimmten Behälterdeckel programmiert, und Max M.
sucht alle entsprechenden Rohlinge zusammen. Wenn er sie abgearbeitet
hat, kann er bis zum Nachmittag Daumen drehen - oder wie an all den
vorausgegangenen Tagen Rohlinge von Hand nachmessen."
Das Ziel festlegen
Was illustriert diese Geschichte - die schon das Maximum dessen dar-
stellt, was in einem Fachtext untergebracht werden kann? Dass die Pro-
grammierer glauben, ihre Software sei einfach und selbsterklärend,
während dies für die Benutzer ganz und gar nicht der Fall ist. Oder
dass die Kommunikation im Betrieb nicht stimmt. Wenn der Text auf ei-
nen dieser beiden Punkte hinaus will, dann ist die Geschichte des Max
M. geeignet, der es so gut wie möglich verbirgt, dass er mit der neuen
Maschine nicht klarkommt. Ist das Ziel ein anderes, schadet sich der
Autor, wenn er solches Garn spinnt. Sein Text verliert an Klarheit und
Kompetenz, ohne dass die wichtigsten Punkte an Anschaulichkeit gewin-
nen.
Ein Beispiel entwickeln
Eine Produktionsfirma will ein Wissensmanagementsystem einführen und
zur Erhebung des Mitarbeiterwissens eigenes Personal einsetzen. Bei
der Schulung sollen die Datensammler eindringlich darauf vorbereitet
werden, dass es gegen die Erhebung der Daten versteckten Widerstand
seitens der Mitarbeiter geben könnte.
Für eine Beispielgeschichte brauchen wir mindestens zwei Personen: den
Datensammler und denjenigen, der sie herausgeben soll. Wir wollen ver-
deutlichen, dass der Wissende dem Datensammler feindselig gegenüber-
steht und dass ihm die Situation - sein "Geheimwissen" und somit seine
Arbeitsplatzsicherung herzugeben - Angst bereitet. Die Illustrierung
könnte z. B. in der Altersstruktur liegen: Die Wissenden stellen wir
als erfahrene Leute dar, den Datensammler als Berufsanfänger mit höhe-
rer Ausbildung.
"Peter F., Chemiefacharbeiter in einem chemischen Produktionsbetrieb,
stößt seinen langjährigen Kollegen Franz G. in die Rippen. Schau mal,
wer da kommt!
Och nöö, der Heiopei mit dem Klemmbrett schon wieder, stöhnt Franz
G. Was wollen wir ihm heute erzählen?
Thomas M., frischgebackener Chemieingenieur, ist speziell für das Pro-
jekt der Know-how-Erfassung eingestellt worden. Er ist entschlossen,
sich nicht abwimmeln zu lassen. Guten Tag, begrüßt er die beiden.
Ich bin gekommen, um Ihnen ein wenig bei der Arbeit zuzusehen.
Gell - da könnte man stundenlang zusehen!, knurrt Peter F. kaum hör-
bar.
Thomas M. lehnt an der Wand und trägt gelegentlich etwas in seinen
Fragebogen ein. Auf einmal tritt er näher. Sie haben eben das Dampf-
ventil teilweise zugedreht, sagt er. Warum tun Sie das?
Steht alles in den Produktionshandbüchern, knurrt Franz G. Dieses
Produkt wird auf 80 Grad gebracht und dann drei Stunden dort gehal-
ten.
Das habe ich auch gelesen, insistiert Thomas M., aber der Reaktor
hat erst 65 Grad. Warum also drehen Sie schon zurück?
Weil wir alles genau so machen, wie es im Handbuch steht. Anders dür-
fen wir es gar nicht, erwidert Peter F.
Nach einer weiteren halben Stunde Beobachtung schleicht sich Thomas M.
mit einem unguten Gefühl davon. Vielleicht sollte er mal mit dem Chef
reden, damit der die Leute zum Reden zwingt. So geht es ja gar nicht
vorwärts mit dem Projekt!
Die beiden Arbeiter haben dagegen ein gutes Gefühl.
Den lassen wir dumm sterben, prustet Franz G.
Genau, stimmt Peter F ihm zu. Wenn der trotz Studium nicht weiß,
dass eine Dampfheizung immer nachheizt, dann ist ihm eh nicht zu hel-
fen."
Mit einem Beispiel wie diesem vor Augen wird es dem Ausbilder viel
leichter gelingen, seinen Schülern Strategien für den geschickten Um-
gang mit den Befragten zu vermitteln.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Dr. Claudia Arnold ist freiberufliche Chemikerin und berät Firmen,
denen für die Umsetzung einzelner Projekte chemisches Know-how fehlt.
So hat sie z. B. eine Werbeagentur bei der Planung einer Kampagne für
ein medizinisches Produkt unterstützt oder die Web-Texte für die Ver-
marktung einer chemisch-technischen Anlage verfasst. Siehe
http://www.arnold-chemie.de - eine sehr textlastige Website.
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BUCHBESPRECHUNG:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
"Handbuch für Autorinnen und Autoren"
besprochen von Gabi Neumayer
Wir AutorInnen hatten ja nichts; damals, 1985. Nicht mal das große
"I". Und auch so gut wie keine Schreibbücher, Seminare, Adresslisten
von Verlagen, Übersichten über Schreibwettbewerbe - von virtuellen
Autorengruppen oder Newslettern ganz zu schweigen. Dass es beim
Schreiben auch etwas gibt, was man lernen kann, und nicht nur das na-
turgegebene Talent, das vermuteten manche - aber nichts Genaues wusste
man nicht.
In dieser traurigen Situation erschien das erste "Handbuch". Mein
Schreibleben wäre anders verlaufen, wenn es mir damals nicht durch
Zufall in die Hände gefallen wäre (es gab ja auch noch keinen Tempest,
in dem ich davon hätte lesen können ...). Doch genug der historischen
Betrachtung, diese düsteren Zeiten sind glücklicherweise längst vor-
bei. Und nun, zwanzig Jahre später, liegt das Handbuch in seiner
sechsten Auflage vor. Um einiges dicker als damals und längst nicht
mehr das einzige Buch, das es für angehende und fortgeschrittene Auto-
rInnen gibt. Aber das einzige, das alle haben sollten.
Eine oft gestellte Frage: Lohnt sich die neue Ausgabe des "Handbuchs"
auch für diejenigen, die schon eine frühere besitzen? Klare Antwort:
unbedingt! Denn im Vergleich zur fünften Auflage von 2001 sind nicht
nur die Unmengen von Informationen und Adressen aktualisiert worden.
Auch ein großer Teil der Beiträge ist neu, und es ist ein komplettes
Kapitel hinzugekommen, dass alle interessieren wird, die vom Schreiben
leben wollen: "Geld verdienen mit literarischen Dienstleistungen". Wer
sich beispielsweise auf dem boomenden Markt des Ghostwritings tummeln
oder Schreiben unterrichten möchte, findet hier alle wichtigen Infos,
Adressen und Tipps zur Kundenakquise. Darüber hinaus gibt eine Über-
sicht über Biografie-Dienstleistungsunternehmen, die anhand eines Fra-
gebogens über ihre Leistungen, Konditionen und Mitarbeitsmöglichkeiten
für AutorInnen Auskunft geben.
Sandra Uschtrin hat - nicht nur mit diesem neuen Kapitel - das Angebot
für professionelle AutorInnen ausgebaut. Aber auch AnfängerInnen fin-
den in dieser Ausgabe des "Handbuchs" noch mehr Hilfe als zuvor. Zum
Beispiel im Kapitel "Kontaktaufnahme: Anschreiben - Exposé - Textprobe
/ Manuskript", wo es neben Tipps aus der Verlagspraxis nun auch ein
Musterexposé und eine Muster-Normseite gibt.
Für alle, die das "Handbuch" noch nicht kennen (falls es so jemanden
unter euch überhaupt gibt), hier eine Übersicht über die Themen. Jedes
Kapitel ist randvoll mit Tipps aus der Praxis, Adressen, Interviews,
Weiterbildungsmöglichkeiten und Verlagsübersichten.
- Verlage & Genres (Berufsbild Lektor, Lyrik, Krimi, SF und Fantasy,
Kinder- und Jugendliteratur, Frauen- und Männerliteratur - und, neu:
Ratgeber)
- Book on Demand, Selbstverlag, Zuschussverlag
- Heftromane etc.
- Zeitschriften und Zeitungen
- Literaturagenturen
- Schreiben fürs Theater
- Hörspiele schreiben und produzieren
- Drehbuchschreiben für Kino & TV
- Anschreiben, Exposé, Textprobe
- Aus- und Fortbildung
- Geld verdienen mit literarischen Dienstleistungen
- Lesungen, Poetry Slams und Selfmade-Marketing
- Preise, Stipendien etc.
- Recht und Soziales (VG Wort, KSK, Verträge und Honorare, Normverträ-
ge, Urheberrecht)
- Literaturbüros, Vereinigungen etc.
- Übersetzen
Literaturtipps, ein Register und Kurzvitae aller Beteiligen (darunter
auch viele Tempest-MitarbeiterInnen: Hans Peter Roentgen, Titus Mül-
ler, Petra Hermanns, Martina Weber, Gabi Neumayer) runden dieses uner-
setzliche Nachschlagewerk für AutorInnen ab.
Sandra Uschtrin, Michael Joe Küspert (Hrsg.): "Handbuch für Autorinnen
und Autoren", 6. Auflage 2005, 700 Seiten, 43 Euro, Uschtrin Verlag
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BUCHBESPRECHUNG:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
"Verlags-PR"
besprochen von Gabi Neumayer
Pressearbeit für Buchverlage - ob als VerlagspressesprecherIn oder als
externe Agentur -, darum geht es in diesem Buch. Geschrieben wurde es
im Wesentlichen von MitarbeiterInnen der Agentur "Mediakontakt Lau-
mer". Dazu gibt es Beiträge von und Interviews mit weiteren Fachleuten
aus der Branche und auch mit solchen, auf die die Pressearbeit zielt:
JournalistInnen und LiteraturredakteurInnen.
Was macht eigentlich ein Verlags-Pressesprecher genau, und wie kommt
man in diesen Beruf hinein? Darum geht es im ersten Kapitel. Das zwei-
te widmet sich dem Handwerk der Verlags-PR: Wie sieht ein guter Pres-
setext aus? Was passiert in der Vertreterkonferenz? Wie nutzt man eine
Redaktionsreise optimal? Wie führt man eine erfolgreiche Veranstaltung
durch? Und was kann Online-PR leisten?
Kapitel 3 wirft einen Blick auf die Zielgruppe von Verlags-PR, die
JournalistInnen. Wie kann man sie am besten auf ein Buch aufmerksam
machen und unterstützen? Was wünschen sich JournalistInnen - und was
sollte man im Umgang mit ihnen unbedingt vermeiden? Wie funktioniert
Verlags-PR im Rundfunk? Das vierte Kapitel schließlich ist der exter-
nen Pressearbeit gewidmet.
Alle Beiträge in diesem Buch sind aus der Praxis entstanden, und das
merkt man ihnen an: Es gibt viele konkrete Beispiele, Checklisten (zum
Beispiel für den Pressetext und die Planung von Veranstaltungen rund
ums Buch) und Interviews. Der Anhang bietet darüber hinaus eine aus-
führliche kommentierte Bücherliste zum Thema PR und einen Beitrag über
den Arbeitskreis Verlags-Pressesprecherinnen und -Pressesprecher e. V.
Wer sich für einen Beruf im Bereich der Verlags-PR interessiert oder
auch als Selbstverleger die PR für sein Buch professionell und wir-
kungsvoll angehen möchte, findet hier das nötige Know-how und jede
Menge Tipps aus der Praxis. Und auch AutorInnen kann es nicht schaden,
wenn sie wissen, wie die Pressearbeit rund ums Buch funktioniert. Denn
sie bekommen einen Einblick in das Zusammenspiel aller Akteure (Pres-
seabteilung, JournalistInnen, RedakteurInnen) rund um die Vermarktung
von Büchern. Und dadurch kann man dann auch fürs eigene Buch wesent-
lich wirkungsvoller werben als ohne dieses Hintergrundwissen.
Ralf Laumer (Hrsg.): "Verlags-PR. Ein Praxisleitfaden", 2003, 200 Sei-
ten, 19,80 Euro, transcript Verlag
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INTERVIEW:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
"Genie ist zu 1 % Inspiration und zu 99 % Transpiration"
Interview mit Natalja Schmidt von der Agentur Schmidt & Abrahams
Ramona und Thomas Roth-Berghofer: Frau Schmidt, auf Ihrer Website
http://www.schrift-art.net schreiben Sie, dass sich Ihre Agentur
Schmidt & Abrahams auf die Vermittlung junger deutschsprachiger Auto-
ren aus den Genres Fantasy, Sciencefiction und Historischer Roman spe-
zialisiert hat. Wie kamen Sie gerade auf die Genres Sciencefiction und
Fantasy, die ja bekanntlich die Stiefkinder des deutschen Literatur-
marktes sind?
Natalja Schmidt: Gerade weil SF & Fantasy hierzulande oft eher stief-
mütterlich behandelt werden, besteht aus unserer Sicht Bedarf an Nach-
wuchsförderung. Tatsächlich kann deutschsprachige Fantasy durchaus
sehr erfolgreich sein, wie z. B. Markus Heitz und Bernhard Hennen in
letzter Zeit bewiesen haben. Dennoch haben es junge Autoren bei Verla-
gen oft schwer; meist bleibt zu wenig Zeit, um sich um deren Manu-
skripte zu kümmern, obwohl es beim Nachwuchs viel versprechende Talen-
te zu entdecken gibt. Genau an dieser Stelle will unsere Agentur an-
setzen. Außerdem war natürlich auch das eigene langjährige Interesse
an den Genres ein Grund, sich darauf zu spezialisieren.
rrb/trb: Zusätzlich bietet Ihre Agentur an, Romankonzepte nach markt-
relevanten Kriterien für Verlage zu entwickeln. Wie sieht diese Ar-
beit für Sie und Ihre Autoren aus?
NS: Auch in SF & Fantasy gibt es Trends, die von verschiedenen Fakto-
ren abhängig sind. So sorgte die Jackson-Verfilmung des "Herrn der
Ringe" für ein Wiederaufleben der "Epic Fantasy", und natürlich setzt
der Erfolg von Autoren wie Terry Pratchett oder J. K. Rowling Maßstäbe
für die phantastische Literatur.
Solche Trends zu nutzen bedeutet für unsere Agentur, dass wir nicht
nur fertige Manuskripte anbieten, sondern auch für Verlage gezielt
Autoren suchen, die das Programm in dieser Hinsicht komplettieren.
rrb/trb: In den USA sind Literaturagenturen ja schon lange ein fester
Bestandteil der Buch- und Medienbranche. Wird das in der Zukunft in
Deutschland/Europa ähnlich sein?
NS: Im täglichen Verlagsgeschäft bleibt immer weniger Raum, die große
Zahl unverlangt eingesandter Manuskripte zu sichten. Für die Verlage
ist es daher sinnvoll, sich auf eine gezielte Vorauswahl zu konzent-
rieren. Für Autoren wiederum ist der wichtigste Punkt, dass ihr Manu-
skript in die Hände des richtigen Lektors gelangt. Man kann davon aus-
gehen, dass die Vermittlerrolle, die Agenturen zwischen den Autoren
und den Verlagen einnehmen, auch auf dem hiesigen Buchmarkt zukünftig
immer mehr an Bedeutung gewinnt.
rrb/trb: Welches Know-how benötigt eine Literaturagentur, um in der
heutigen Buch- und Medienbranche erfolgreich zu sein?
NS: Zunächst einmal die genaue Kenntnis der Branche und des Marktes.
Meine Partnerin Julia Abrahams und ich haben uns bereits während des
Studiums mit Science Fiction und Fantasy beschäftigt. Vor der Gründung
der Agentur haben wir in den Medien Erfahrung gesammelt, Frau Abrahams
z. B. durch Fernseh- und Verlagspraktika, ich durch meine Tätigkeit
als Rundfunkautorin und durch meine Arbeit für den Heyne Verlag.
Darüber hinaus braucht man für die Agenturarbeit gute Kontakte, einen
sicheren Blick für das Potential eines Textes und Gespür für den Um-
gang mit kreativen Menschen.
rrb/trb: Die Situation im Verlagswesen sieht zur Zeit nicht eben gut
aus. Verlage melden Konkurs an, verkleinern sich, schränken ihr Buch-
programm ein. Wie wirkt sich dieser Trend auf Ihre Agentur aus?
NS: Trotz des allgemeinen leichten Umsatzrückgangs gibt es auf dem
deutschen Buchmarkt viel Bewegung. Gerade im Bereich SF/Fantasy hat
sich im vergangenen Jahr viel getan. Verlage wie Piper, Klett-Cotta
oder Heyne haben neben neu aufgelegten Klassikern auch zahlreiche Neu-
erscheinungen auf den Markt gebracht. Momentan ist die Situation auch
für Romane günstig, die sich abseits der gewohnten Pfade bewegen. Und
für qualitativ hochwertige Bücher wird der Markt eher wachsen, weil
die phantastische Literatur langsam auch in Deutschland aus der
"Schmuddelecke" herauskommt.
rrb/trb: Wie viele Manuskripte erhalten Sie pro Monat? Wie viele neh-
men sie davon als vermittelbar an?
NS: Monatlich erhalten wir ca. ein Dutzend Manuskripte. Wie viele wir
als vermittelbar annehmen, ist nicht so leicht zu beantworten. Manch-
mal ist gar nichts für uns dabei, dann wiederum bekommen wir mehrere
gute Angebote auf einmal.
rrb/trb: Was sind Ihre häufigsten Ablehnungsgründe für einen Text?
NS: Uns ist natürlich wichtig, dass ein Text originell ist und keine
groben sprachlichen oder stilistischen Mängel aufweist. Werden diese
Kriterien nicht erfüllt, kommt es nicht zu einer Zusammenarbeit.
rrb/trb: Wenn Sie ein Manuskript annehmen, wie lauten Ihre Konditio-
nen? Wie hoch ist Ihr Erfolgshonorar? Nehmen Sie eine pauschale Ver-
mittlungsgebühr? Bearbeitungsgebühr etc.?
NS: Eine pauschale Vermittlungsgebühr oder Bearbeitungsgebühr nehmen
wir nicht. Erst im Fall einer erfolgreichen Vermittlung erheben wir
eine Provision in Höhe von 15% des vom Verlag gezahlten Honorars. Wenn
wir ein Manuskript annehmen, überlässt uns der Autor für einen festge-
legten Zeitraum das Recht, seinen Roman geeigneten Verlagen anzubieten
und in seinem Auftrag zu verhandeln. Einige Texte veröffentlichen wir
in Teilen vorab auf unserer Homepage. Selbstverständlich vermitteln
wir nur an seriöse Verlage, und wir arbeiten auch nicht mit Druckkos-
tenzuschussverlagen zusammen - dafür braucht man schließlich keine
Agentur.
rrb/trb: Wie und womit sollten sich Autoren bei Ihnen bewerben?
NS: Am besten stellen sich Autoren mit einem kurzen Anschreiben, einem
Exposé und einem Probekapitel vor.
rrb/trb: Zum Schluss: Welchen Rat würden Sie Nachwuchsautoren geben?
Was sollte man unbedingt beachten, wenn man eine Veröffentlichung an-
strebt?
NS: Es gibt das schöne Zitat von Thomas Alva Edison:"Genie ist zu 1%
Inspiration und zu 99% Transpiration", das sich auch auf Literatur
anwenden lässt. Schreiben kann man lernen, und es steckt viel Arbeit
darin, aus einer guten Idee einen erfolgreichen Roman zu machen.
Wenn man eine Veröffentlichung anstrebt, sollte man sich vorher gründ-
lich informieren: Wer ist der richtige Ansprechpartner für mich, wie
bewerbe ich mich bei einer Agentur oder einem Verlag, welche Standards
sollten eingehalten werden? Und ein wenig Ausdauer braucht man sicher
auch.
rrb/trb: Vielen Dank für das Interview.
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VERLAGSPORTRAIT:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
Web-Site-Verlag
Marc Albrecht
Glinder Straße 2
27432 Ebersdorf
Telefon: (0 47 65) 83 00 60
Fax: (0 47 65) 83 00 64
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
http://www.web-site-verlag.de
"Ich möchte richtige Bücher für unbekannte Leser herstellen und nicht
nur Autorenexemplare produzieren."
Anlass
Marc Albrecht wollte mit den Web-Site-Stories 2001 ("Phantastische
Anthologie") Nachwuchsautoren eine Plattform bieten, ihr Portofolio
von Veröffentlichungen auszubauen. Die Anthologie erschien bislang in
drei Ausgaben.
Bis 2003 hatte der Verlag drei Mitarbeiter, seit 2003 arbeitet er nur
noch mit freien Partnern zusammen (Lektoren, Designern, Illustrato-
ren). Marc Albrecht betreibt den Verlag nebenberuflich; sein Hobby
nimmt viel Zeit in Anspruch. Im Hauptberuf ist er Projekt-Begleiter in
der Medienbranche (Redaktionssysteme, Bild- und Text-Datenbanken).
Verlagsgeschichte
Weil die Rückmeldungen auf das Projekt "Web-Site-Stories" durchweg
positiv waren, nahm der Kleinverlag einzelne Romane ins Programm auf.
Die Autoren erhielten die üblichen Vorschuss- und Tantiemenzahlungen.
Herr Albrecht zieht Lehren aus den letzten Jahren:
Druck-auf-Bestellung (dinglisch, unsinnige Anglizismen "book on de-
mand") ist für Belletristik eher ungeeignet, die Produktionskosten
sind zu hoch (wer kauft Taschenbücher mit 150 Seiten für 18 _?) und
die Wartezeiten für Besteller zu lang, zudem gibt es zu viele Quali-
tätsprobleme in der Herstellung.
Der Unterschied zwischen "richtigem" und "kleinem" Verlag besteht
nicht darin, gute oder schlechte Bücher herauszugeben, sondern darin,
aus ähnlichem, oft problematischem Material "lesenswerte Texte" zu
machen (oder alternativ mit großem Werbeaufwand unfertige Texte zu
vermarkten).
Bücher zu drucken ist billig, jeder kann das (und viele tun es). Dem
Image des Kleinverlags zu entkommen (kein richtiges Lektorat, "Kosten-
beteiligung" für den Autor, schlechte Verkaufschancen) kostet jedoch
viel Geld und lohnt nur für wirklich verkaufsfähige Produkte, die kaum
5 % der angebotenen Projekte ausmachen.
Das Programm, die Philosophie
Gemeinsam mit Literatur-Plattformen (z. B. http://www.leselupe.de,
http://www.bücherzauber.biz u. a.) bringt der Web-Site-Verlag Antholo-
gien und Einzelbuchprojekte auf den Markt. Seit Herbst 2004 wird das
Literatur-Projekt-Programm konsequent ausgeweitet, Kontakte zu weite-
ren Literaturplattformen sollen ausgedehnt werden.
Das Selbstverständnis lautet: Eine sinnvolle Aufgabenteilung hilft
dabei, ein gutes Produkt zu realisieren.
Die Aufgabe der Autoren ist es, die besten Texte abzuliefern, die sie
schreiben (und bearbeiten) können. Die Aufgabe des Herausgebers ist
es, aus den besten Texten die allerbesten auszuwählen, das Lektorat zu
koordinieren und mit seinem Namen für ein wirklich lesenswertes Buch
zu stehen. Die Aufgabe des Herstellers (im Verlag) ist es, einen att-
raktiven Verkaufspreis für das vom Herausgeber gestaltete Produkt zu
realisieren und dennoch Gewinne für Verlag, Herausgeber und Autoren zu
ermöglichen. Die Aufgabe des Verlegers ist es schließlich, die Finan-
zierung zu ermöglichen, Vertrieb und Rechnungswesen zu garantieren und
Werbung und Marketing zu koordinieren.
Alle im Web-Site-Verlag realisierten Projekte verfolgen das Ziel, Ge-
winn zu erwirtschaften. Geld soll immer vom Verlag zum Herausge-
ber/Autor fließen, nur dann kann eine Veröffentlichung "erfolgreich"
sein.
Schwerpunkte
Auf absehbare Zeit wird die Projektarbeit mit Literaturkreisen Haupt-
schwerpunkt des Programms bleiben. "Nachwuchsautoren" bietet der Ver-
lag somit eine risikofreie, produktive Möglichkeit zum "Hineinschnup-
pern" in die Bücherwelt - mit der Aussicht, in der Bibliographie von
"erfolgreichen Veröffentlichungen" schreiben zu können.
Diese Autoren wurden bisher verlegt: Sehr gute Resonanzen erhielt Ul-
rike Jonack mit ihrem Debüt-Roman "Warén" (SF), der auch den Alien
Contact Award gewann; Kai Beisswengers "Zeitpuzzle" wurde gut aufge-
nommen. In jüngster Zeit wurden vor allem die Anthologien "Terror"
(Herausgeber: Marco Frohberger / Robert Herbig) und "Alea_" (Herausge-
ber: Birgit Käker / Jörg Olbrich) gut verkauft. Die Leselupen-
Bücherei (Reihe mit unterschiedlichen Schwerpunkten) erarbeitet sich
einen guten Ruf.
Aktuell sind über 20 Titel im Verlags-Programm.
AutorInnen gesucht?
Bis auf weiteres kauft der Verlag keine Manuskripte mehr ein. Im Rah-
men der erwähnten Projektarbeit besteht aber weiterhin Bedarf an her-
ausragenden "Nachwuchs-Autoren", die gute Bücher schreiben wollen,
vorhandene Märkte bedienen oder das Zeug haben, sich eigene zu schaf-
fen.
Konditionen
Projektarbeit bedeutet: Der Autor (bzw. Herausgeber als Verantwortli-
cher) erhält von jedem verkauften Buch einen Gewinnanteil. Die Höhe
dieses Anteils wird im Projektgespräch festgelegt. Vorschüsse werden
nicht gezahlt. Der Autor bzw. Herausgeber ist für den Erfolg des Bu-
ches mitverantwortlich. Verdient wird nur dann, wenn die produzierten
Bücher auch gekauft werden, dieses gemeinsame Interesse ist daher
Grundlage aller Projekte.
Was ist dem Web-Site-Verlag besonders wichtig?
Der Verleger verlässt sich auf seine Herausgeber, dass sie gute Pro-
dukte liefern. Herausgeber und Autoren sollen sich darauf verlassen
können, dass Herstellung und Vertrieb gut funktionieren und dass das
Veröffentlichungsumfeld attraktiv ist. Buchkäufer sollen - gerade auch
bei Büchern von "Anfängern" - mit jedem Buchkauf aus dem Verlagspro-
gramm zufrieden sein.
Worauf legt man im Verlag Wert bei einem Manuskript?
Bücher im Web-Site-Verlag sollen Bücher für, nicht gegen Leser sein:
Der Käufer soll befriedigt, positiv überrascht oder sogar begeistert
werden darüber, was in einem Kleinverlag erscheinen kann. Für einge-
reichte Manuskripte gilt daher: Die Regeln des Genres sind zu berück-
sichtigen, die Erwartungen des Lesers zu erfüllen und zu übertreffen
(dazu muss der Autor diese Erwartungen kennen); der Text hat "fertig"
zu sein (also die maximal vom Autor ohne bleibende körperliche Schäden
erreichbare Qualität zu zeigen). Sprache, Stil, Rhythmus, Plot, Inhalt
müssen "überzeugen", also glaubwürdig sein; was recherchiert werden
kann, muss recherchiert sein.
Herr Albrecht bittet darum, nicht unaufgefordert Manuskripte einzurei-
chen.
Zukunftspläne, Perspektiven
In Zukunft soll vor allem das Lektorat erheblich erweitert werden.
Hier sucht der Verlag nach Partnern, die bereit sind, das Geschäftsmo-
dell "Verdienst bei Erfolg" zu akzeptieren (fällt natürlich schwer).
In den "Bücher-Büchern" werden Leseproben neu erschienener oder wieder
aufgelegter Titel abgedruckt, sie werden zu minimalen Preisen über den
Buchhandel und normale Vertriebswege angeboten. Dieses Projekt soll
noch 2005 starten und es Lesern in Zeiten von Internet und Buchgrößt-
händlern wieder erlauben, ein Buch wegen seines Inhalts zu kaufen.
Was ist das Besondere, das Einzigartige des Verlags?
Der Web-Site-Verlag bemüht sich, optimal produzierte, gut gesetzte,
attraktiv gestaltete Bücher (immer mehr Hardcover) so preiswert zu
produzieren, dass Leser diese Bücher gerne kaufen, dass vom guten Ruf
eines Titels die übrigen im Programm profitieren können und Herausge-
ber (und Autoren) reale Einnahmen erhalten.
Der Verlag verbindet seinen eigenen Erfolg mit dem der Projekte und
erzeugt damit den notwendigen Druck, "richtige Bücher" (für unbekannte
Leser) herzustellen statt nur "Autorenexemplare" zu produzieren.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Ursula Schmid-Spreer ist Lehrerin für Gesundheitsberufe (Zahnmedizin).
Sie schreibt gerne Briefe, Tagebuch und Kurzgeschichten. In Antholo-
gien und Literaturzeitschriften sind Geschichten von ihr publiziert
worden. Das Märchenbuch "Florian Floh" wurde im Thomas-Rüger-Verlag,
Nürnberg, veröffentlicht. Auch organisiert sie Autorentreffen und
Stammtische und gibt Kurse in kreativem Schreiben.
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FRAGEN SIE HONEYBALL, LEKTOR UND AUTORENFRESSER:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
Sehr geehrter Herr Dr. Honeyball,
ich selbst schreibe nicht, keine schöngeistigen Texte, und Literatur
interessiert mich auch nicht. Dennoch habe ich eine literarische Fra-
ge. Mein Freund und So-gut-wie-Verlobter ist Schriftsteller. Da Sie in
Ihrer langjährigen Tätigkeit bestimmt eine Menge Schriftsteller kennen
gelernt haben, können Sie mir vielleicht weiterhelfen. Meine Frage:
Können Sie mir zuraten, einen Schriftsteller zu heiraten?
Weil ich nicht möchte, dass mein Ehemann in spe etwas erfährt (er
liest auch den Tempest), bitte ich Sie, meinen Namen geheim zu halten.
Vielen Dank und herzliche Grüße
Ihre (Name ist der Redaktion bekannt)
++++++++++
Sehr geehrter Frau (Name ist der Redaktion bekannt),
es freut mich, dass Sie nicht schreiben und sich so offen dazu beken-
nen. Darum und weil - Frühlingserwachen! - derzeit auch viele andere
Frauen witterungsbedingt von den gleichen Gedanken wie Sie heimgesucht
werden, beantworte ich Ihnen Ihre Frage gern.
Für die Ehe mit einem Schriftsteller bringen Sie gleich zwei wichtige
Voraussetzungen mit: Sie schreiben nicht selbst, und Sie interessieren
sich nicht für Literatur. Ihr schreibender Ehemann wird es Ihnen dan-
ken, kann er Ihnen doch so den größten Mist vorlesen und Sie glauben
machen, es wäre Gold. Dennoch möchte ich Ihnen von dem Gang zu Stan-
desamt und Traualtar abraten und Ihnen kurz die zehn wichtigsten Grün-
de mitteilen, warum Sie keinen Schriftsteller heiraten sollten.
1. Alles, was die Klischees über Schriftsteller wissen, entspricht der
Wahrheit: Ein Schriftsteller ist mit seinen Gedanken stets woanders
und so vergeistigt, dass er ein Sicherheitsrisiko darstellt, etwa beim
Kochen (weil er dringend eine Idee notieren musste, die dann doch vier
Seiten lang wurde, und dabei vergaß, die Herdplatte auszuschalten),
beim Rasieren (Heimrecherche für seinen neuen Krimi über einen Serien-
killer: Lässt sich eine weibliche Kehle tatsächlich so leicht mit ei-
ner Wegwerfklinge durchschneiden?), beim Autofahren (Rechtsverkehr in
Deutschland, aber nicht in seinem neuen Roman über Liverpool).
Haben Sie erst Kinder, potenziert sich das Risiko.
Auch sollte es Ihnen nichts ausmachen, wenn er Sie ständig mit fal-
schem Namen anspricht. Die Ungewissheit, ob es sich dabei um die Pro-
tagonistin eines neuen Romans handelt, der ihn beschäftigt, oder um
seine Geliebte, wird Sie zermürben.
2. Schriftsteller sind chaotisch. Sie hingegen träumen von einem auf-
geräumten Heim, das man durchaus für "Schöner Wohnen" abfotografieren
könnte? Vergessen Sies. In der Wohnung eines Schriftstellers herr-
schen andere Gesetze. Überall stolpern Sie über Bücher und Zeitschrif-
ten. Selbst eine verschimmelte und halb gegessene Pizza dürfen Sie
nicht wegwerfen, es könnte sich ja um wichtiges Recherchematerial han-
deln. Vielleicht erinnern Sie sich noch an Ihre Möbel? Besser wäre
das, denn sehen werden Sie sie unter all dem angesammelten Kram (In-
spiration!) leider nicht mehr. Statt Tapete kleben Post-its an den
Wänden oder Zeitungsausschnitte von (a) brutal ermordeten Frauen, (b)
brutal ermordeten nackten Frauen oder (c) brutal ermordeten, aber äs-
thetisch hergerichteten nackten Frauen - je nach Genre, in dem Ihr
Gatte schreibt.
Wie es da erst im Kopf Ihres Gatten aussieht? Das wollen Sie nicht
wissen.
3. Ein Schriftsteller wird nie Zeit für Sie haben. Immerzu ist er am
schreiben - die erfolgreicheren Autoren gehen zudem auf Lesereise oder
werden Stadtschreiber von Timbuktu. Selbst wenn Ihr Gatte da ist, ist
er nicht da (und für Sie schon gar nicht): Unermüdlich kreist sein
Denken um Plot und Charaktere und um die Ungerechtigkeit der Welt, die
seine Bücher verschmäht.
Den aufgeschlosseneren Leserinnen sei gesagt, dass weder die physische
noch die psychische Abwesenheit von Schriftstellern vorhersagbar ist.
Anders als Zahnarzt- oder Managerfrauen ist es Schriftstellerfrauen
daher nahezu unmöglich, sich einen Liebhaber zu halten. Sie müssen
damit rechnen, dass Ihr schreibender Gatte plötzlich vor Ihrem Bett
steht - obwohl Sie sicher waren, er schriebe gerade in Timbuktu.
4. Sie sollten schon selbst das Geld heranschaffen, wenn Sie beabsich-
tigen, einen Schriftsteller zu ehelichen. Selbst bei denen, die tat-
sächlich Geld mit der Schreiberei verdienen, müssen Sie sich vor Augen
halten: Dieses Buch könnte das letzte gewesen sein, das er verkauft
hat. Längerfristige Pläne und größere Anschaffungen, die mit Geld zu-
sammenhängen (Haus, Kinder, Altenteil in der Provence), dürfen Sie von
vornherein abschreiben.
Sie verdienen also genug für zwei oder sogar drei? Macht nichts. Ihr
vergeistigter und chaotischer Schreibergatte (siehe oben) beseitigt
auch noch die größten Geldbeträge rückstandslos. Zur Not auch mit an-
deren Frauen (seinen Musen, ja, eifersüchtig sollten Sie auch nicht
sein) oder mit Drogen (Rotwein, Kaffee im Kaffeehaus, Leitungswasser
[Titus Müller]).
5. Wer mit einem Schriftsteller verheiratet ist, muss zahlreiche Para-
doxa bewältigen. So sollten Sie auf keinen Fall gerne lesen - denn Sie
kommen nicht mehr dazu, etwas anderes zu lesen als die Texte Ihres
Gatten. Sie sollten nicht gerne schreiben - und sich doch mit dem
Schreiben so gut auskennen, dass er mit Ihnen über alles reden kann,
was sein Handwerk betrifft. Sie sollten eine kritische Lektorin und
Korrektorin sein und alle Schwächen eines Textes gnadenlos aufdecken -
und dürfen den Text dennoch nur loben. Sie sollten sich für nichts
anderes als für Ihren zuwendungsbedürftigen Schreibergatten interes-
sieren und immer bei ihm sein - und zugleich auf allen Wissensgebieten
bewandert sein und ein aufregendes Leben führen, um ihn zu inspirie-
ren. Schriftsteller sind hervorragende Zuhörer - und reden (und
schreiben) doch dauernd über sich selbst. Schriftsteller stecken vol-
ler Phantasie und Überraschungen - die sie leider ausschließlich für
die eigenen Bücher und nicht für ihr Eheleben verwenden.
6. Sie sollten nicht viel Schlaf brauchen oder sich für getrennte
Schlafzimmer entscheiden. Ein Schriftsteller redet im Schlaf, als wäre
er wach, oder er redet im Wachzustand, als schliefe er. Die Grenzen
sind ebenso fließend wie für die Partnerin nervenaufreibend.
Schlimmer ist seine Notiereritis. Beide Ausprägungen dieses Zwangs,
jeden Gedanken zu notieren, sind lästig, ganz gleich, ob er zu Stift
und Block greift und mit dem Anschalten des Lichts Ihren Schlaf aus-
schaltet, oder ob er, zwar im Dunkeln, aber dafür umso lauter, zum
Diktiergerät greift.
Schneller beim Scheidungsanwalt landen nur noch die Fälle, in denen
der Schreibergatte seine Privatsekretärin mit ins Schlafzimmer bringt.
7. Reden wir offen: Männer, die ihre Zeit damit verbringen, sich Ge-
schichten auszudenken, anstatt etwas Richtiges zu arbeiten, sind keine
richtigen Männer. Schriftsteller neigen zum Warmduschen, viele von
ihnen kochen sogar. Einen ausgeprägten Mutterkomplex gibt es kostenlos
dazu.
Die Männlichkeit Ihres Schreibergatten überprüfen können Sie, neben
Verwendung der altbekannten Methoden, durch den Vergleich seiner Zei-
gefinger mit den Ringfingern. Je kürzer der Ringfinger einer Hand im
Vergleich zum Zeigefinger ist, desto stärker sind Aggressivität und
damit Männlichkeit ausgeprägt (wissenschaft.de vom 4.3.2005). Schrift-
steller neigen zu außergewöhnlich langen Zeigefingern.
8. Bei einem Schriftsteller wird alles Schreiben. Ein Schriftsteller
kann keinen Sonnenuntergang am Rande des Grand Canyon genießen wie
andere Menschen. Auf Ihre dahingeseufzte Frage "Ist das nicht schön?"
antwortet er genervt: "Scheiße, jetzt habe ich die Metapher vergessen.
Die Sonne ist eine rote ... verdammt." Er ist Ihnen böse, weil Sie ihn
um seine Metapher gebracht haben, Sie sind ihm böse, weil er Ihnen den
romantischsten Augenblick Ihres Lebens verdorben hat.
Alles, was er sieht, hört und riecht, alles, was er wahrnimmt, wird in
Sätze verwandelt. Sie kennen den Film "Matrix"? So wie darin der Code
der Matrix in Grün gezeigt wird, sieht auch ein Schriftsteller die
Welt: als Ketten von Buchstaben, Wörtern, Sätzen. Sie müssen nicht
unbedingt grün sein.
9. Schriftsteller sind, ähnlich wie Lehrer, berufsbedingt Besserwis-
ser. Sie glauben, bei allem mitreden zu können. Anders als Lehrer be-
herrschen sie jedoch nicht einmal ein einziges Fachgebiet.
Insbesondere Romanschriftsteller planen gerne - wenn Sie Ihren Schrei-
bergatten lassen, wird er Ihr gemeinsames Leben planen wie einen Plot.
Fragen Sie ihn niemals, wie er sich das Ende vorstellt. Er könnte es
Ihnen verraten.
10. Schriftsteller sind Egomanen. Wer sich nur für sich selbst inte-
ressiert, kann auch nur sich selbst lieben - und hassen. Daher verwun-
dert es nicht, dass Schriftsteller zum Suizid neigen. Was ja nicht
schlecht für Sie als Partnerin sein muss, je nachdem, wie sich Ihre
Ehe entwickelt. Einschränkend sei gesagt, dass Lebensversicherungen
bei Selbstmord nicht zahlen. Und falls Versicherungsbetrug für Sie ein
Kavaliersdelikt ist: Nur die wenigsten Schriftsteller können sich ü-
berhaupt die monatlichen Versicherungsbeiträge leisten (siehe 4.).
Zum Schluss noch ein Tipp, falls Sie sich an der Seite eines Schrift-
stellers ein glamouröses Leben erhoffen, mit Starrummel und jeden A-
bend einer Promiparty: Selbst wenn sie erfolgreich sind, meiden
Schriftsteller Partys. Bestenfalls stehen sie herum und beobachten -
auch Sie, während Sie gerade ein wenig mit einem echten Promi flirten.
Auf der Straße erkennt keine Sau einen Schriftsteller. Mit Ausnahme
vielleicht von Goethe. Das gäbe ein Aufsehen heute, wenn sein abgenag-
tes Gerippe über die Straße liefe!
Sie sehen, liebe Frau (Name ist der Redaktion bekannt), ich meine es
gut mit Ihnen. Selbstverständlich weiß ich aber auch, dass Sie Ihren
Verlobten dennoch heiraten werden. Vernunft hatte noch nie eine Chance
gegen die Liebe. Ich als Kannibale aus Leidenschaft weiß, wovon ich
spreche.
Herzlichst
Ihr Honeyball, Lektor & Eheberater
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Stephan Waldscheidt, freier Autor. Neu im April: die Satire "DIE
HARTZ-KRIEGER - Das finale Rettungsbuch für Deutschland und seine Ar-
beitslosen". Darin lesen Sie u. a. etwas über die artgerechte Haltung
von Erwerbslosen, lernen, wie Sie mit Hilfe der Arbeitsagentur zum
Sektenführer aufsteigen, und erleben, was ein Frauenbeauftragter in
einem Betrieb ohne Frauen macht. Mehr auf www.waldscheidt.de.
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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -
keine Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für Lit-
eraturagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind
daher zwecklos.
Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.
Drehbuch: Oliver Pautsch
mailto:drehbuch at experte punkt autorenforum punkt de
Fandom: Thomas Kohlschmidt
mailto:fandom at experte punkt autorenforum punkt de
Fantasy: Stefanie Bense
mailto:fantasy at experte punkt autorenforum punkt de
Heftroman: Arndt Ellmer
mailto:heftroman at experte punkt autorenforum punkt de
Historischer Roman: Titus Müller
mailto:historischer.roman at experte punkt autorenforum punkt de
Kinderbuch: Gabi Neumayer
mailto:kinderbuch at experte punkt autorenforum punkt de
Kriminalistik: Nikola Hahn
mailto:kriminalistik at experte punkt autorenforum punkt de
Lesungen: Rüdiger Heins
mailto:lesungen at experte punkt autorenforum punkt de
Literaturagenturen: Petra Hermanns
mailto:agentin at experte punkt autorenforum punkt de
Lyrik: Martina Weber
mailto:lyrik at experte punkt autorenforum punkt de
Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer
mailto:sachbuch at experte punkt autorenforum punkt de
Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff
mailto:med.psych at experte punkt autorenforum punkt de
Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss
mailto:fortbildung at experte punkt autorenforum punkt de
Schreibgruppen: Ute Hacker
mailto:schreibgruppen at experte punkt autorenforum punkt de
Schreibhandwerk: Ute Hacker
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Sciencefiction: Andreas Eschbach
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Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi
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Übersetzung: Barbara Slawig
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Verlagswesen: Bjørn Jagnow
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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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Bjørn Jagnow (mailto:verlagswesen at experte punkt autorenforum punkt de)
Frage:
Auf einer Internet-Seite habe ich die Möglichkeit, regelmäßig meine
Geschichten zu veröffentlichen. Nun möchte ich eine Geschichte auf
diese Seite stellen, die bereits in einer Anthologie (gemeinsam mit
anderen Autoren) abgedruckt wurde.
Wie kann ich den Leser auf den Abdruck in dieser Anthologie aufmerksam
machen? Am Anfang oder am Ende des Textes? Wie formuliere ich den "Zu-
satz", der auf diese Anthologie hinweist?
Antwort:
Zunächst einmal sollten Sie überlegen, ob Sie die Rechte für eine Ver-
öffentlichung im Internet noch haben, denn der Vertrag für die Antho-
logie beinhaltet diese vielleicht. Wenn Sie sich sicher sind, Online-
Publikationen noch ohne Verlagsgenehmigung vornehmen zu dürfen, dann
komme ich gern auf die zweite Frage.
Wo Sie den Hinweis platzieren, können Sie frei entscheiden. Möglicher-
weise sortiert der Redakteur der Website diesen Hinweis auch aus, wenn
Sie es nicht als Bedingung vereinbart haben. Am besten klären Sie das
vorab, und vielleicht ergibt sich daraus auch schon eine Lösung.
Eine gängige Formulierung ist "Nachdruck aus ..." oder "Zuerst veröf-
fentlicht in ..." Online kann man natürlich immer noch einen Link auf
die Autoren- oder Verlagswebsite bzw. auf einen Online-Buchhändler
legen.
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Bjørn Jagnow, Jahrgang 72, ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt und
freier Lektor: http://www.bjoernjagnow.de/. Er leitet die Redaktion
der Federwelt, Zeitschrift für AutorInnen, http://www.federwelt.de/
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY:
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Stefanie Bense (mailto:fantasy at experte punkt autorenforum punkt de)
Frage:
Für die Ideen meiner Geschichten ziehe ich Unmengen von verschiedenen
Mythologien heran. Von der germanischen über die ägyptische bis hin
zur asiatischen. Ich verwende verschiedene Namen und Helden aus den
Mythologien. Halten Sie das für sinnvoll?
Als Nächstes möchte ich wissen, ob es nötig ist, Karten zu zeichnen,
ähnlich wie Tolkien es machte.
Antwort:
Wo du deine Ideen herbekommst, ist völlig egal. Wichtig ist, was du
daraus machst! ;-) Manche holen sich ihre Ideen aus anderen Büchern.
So so, der Autor hat diese Nebenfigur mitten im Roman sterben lassen?
Na, für mich ist der Charakter so interessant, dass ich ihm eine eige-
ne Geschichte gönne, die mit dem Roman nichts zu tun hat und mit der
ursprünglichen Figur auch kaum noch. Wenn meine Story gut ist, inte-
ressiert es den Leser nicht, woher die Idee kam.
Manche werden von Musik angeregt, von Gerüchen, von dem, was sie be-
obachten, von Szenen des alltäglichen Lebens, von Zeitungsartikeln,
von Schreibaufgaben und -spielen, von Erinnerungen ... Die Quellen aus
denen wir schöpfen können, sind so vielfältig wie wir selbst.
Wie du mit diesen Ideen umgehst, steht auf einem anderen Blatt. Zum
einen: Wenn du über Alexander den Großen schreibst, dann ist das zwar
eine mythologische, aber leider auch eine historische Figur. Das be-
deutet: Recherche, Recherche! Wer Stories über historische Persönlich-
keiten schreibt, die den Fakten oder dem derzeitigen Wissensstand wi-
dersprechen, wird bald als unglaubwürdig abgetan. Was jedoch hindert
dich daran, dir einen Feldherrn in einer anderen Welt auszudenken, der
weite Teile des Landes erobert, schließlich größenwahnsinnig wird und
sich als Gottsohn feiern lässt, "fremden Sitten" verfällt und sich zu
wenig Zeit lässt, seine Macht zu festigen?
Zum anderen: Wenn du über Herakles, Kali, Thor oder Morgaine LeFay
schreibst, dann musst du dir darüber im Klaren sein, dass deine Leser
bereits ein bestimmtes Bild dieser Figuren im Kopf haben. Im günstigs-
ten Fall fügt sich dein neuer Aspekt der Figur gut zu dem Vorhandenen
und gibt ihm eine überraschende Wendung. Im schlimmsten Fall musst du
gegen ein "fertiges" Bild ankämpfen, das sich nur schwer verändern
lässt. Von bereits existierenden Figuren zu schreiben, ist ein Risiko.
Oft landet man damit bei stereotypen Bildern, bei Klischees und lang-
weiligen Charakteren. Ein Beispiel aus der TV-Welt: Immer mehr deut-
sche Produktionen kupfern schamlos bei amerikanischen Vorbildern ab,
und zwar eins zu eins, z. B. "Die Spurensucher" bei "Medical Detecti-
ves" - sie sind aber dadurch nicht gerade originell, spannend oder
interessant geworden.
Zum Dritten: Wenn du Figuren aus Büchern eins zu eins übernimmst, dann
setz dich vorab mit dem Autor / der Autorin des Originals in Verbin-
dung, und frag nach, ob das gestattet ist. Ich bin nicht sicher, ob
hier das Urheberrecht berührt wird und dich jemand ggf. verklagen
kann. Das Risiko würde ich nicht eingehen. Außerdem sind mir selbst
erfundene Figuren tausendmal lieber, denn die kann ich gestalten, wie
ich will, ohne Rücksicht auf bereits existierende Teile zu nehmen. -
Warum erfindest du nicht deine eigenen Figuren?
Ob es nötig ist, Karten zu zeichnen, hängt davon ab, was und wovon du
schreibst.
Wenn dein Held durch deine Fantasy-Welt reist, dann brauchst du einen
Plan, wie lange er von A nach B nach C braucht, wie schnell er zu Fuß
/ per Pferd / per Drache ist, warum er welche Route nimmt (sind z. B.
Berge im Weg?), welche Landschaften er durch- oder überquert, was er
sehen / riechen / schmecken / hören / ertasten könnte, welchen Leuten
er begegnen könnte ... Das kannst du natürlich alles in Listenform
festhalten oder auf Karteikarten oder suchbar per Programm machen oder
immer wieder neu in deinem Text nachlesen ...
Karten sind nur EINE Methode. Sie helfen, den Überblick zu behalten.
So dürfte es nicht passieren, dass du auf dem Hinweg den Helden über
Berge klettern lässt, aber auf demselben Weg zurück keine Berge vor-
kommen. Wenn du andererseits von einem Helden schreibst, der aus sei-
nem Dorf nicht herauskommt, dann reicht eine Lageskizze vom Dorf.
Spielt alles in einer Burg, dann fertige einen Lageplan von den Räu-
men, Ställen, Türmen, Höfen, Treppen und Gräben an. Findet deine Story
in einem Raum statt, dann zeichne eine Skizze, wo sich Möbel, Tür und
Fenster befinden ...
Es ist nur ein Arbeitsmittel, um nicht ständig nachblättern zu müssen
- holla, wie war das doch gleich? Braucht man fünf Minuten, um zum Tor
zu kommen, oder muss man drei Treppen rauf- und runterrennen und über
zwei Höfe?
Karten machen eine Geschichte nicht besser, sie bieten dem Autor nur
einen schnellen Überblick. Wenn du stattdessen alles im Kopf behalten
kannst, dann zwingt dich niemand, eine Karte zu zeichnen. Und Vor-
sicht! Man kann sich leicht beim Kartenzeichnen verlieren und verges-
sen, dass es nur ein Hilfsmittel ist.
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Stefanie Bense lebt und arbeitet in Hannover, gibt seit 1993 Schreib-
kurse, veröffentlicht sporadisch und schreibt - was sonst - an ihrem
ersten Roman. Kontakt: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. .
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FRAG DEN EXPERTEN FÜR HEFTROMANE:
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Arndt Ellmer (mailto:heftroman at experte punkt autorenforum punkt de)
Frage:
Die Hauptfigur meines Romans arbeitet, genau wie ich selber, als Freie
Journalistin. Aber eben weil ich mich in diesem Berufsfeld auskenne,
weiß ich auch, dass man davon seinen Unterhalt kaum bestreiten kann.
Darum hatte ich die Idee, sie "nebenher" Heftromane schreiben zu las-
sen (ich suche nach einer Arbeit, der sie von zu Hause aus nachgehen
kann). In diesem Bereich habe ich allerdings selber überhaupt keine
Erfahrung und wäre für ein paar Hintergrundinfos sehr dankbar.
1. Wie leicht / schwierig ist es, in dieser Branche Fuß zu fassen?
2. Welches Honorar erhält man in etwa für einen Roman? (Meine Idee ist
es, dass meine Hauptfigur insgesamt gerade halbwegs ihr Auskommen
hat.)
3. Wie sind die Arbeitsmodalitäten in dieser Branche? Erhält man vom
Verlag ein vorgegebenes Thema samt inhaltlichem Raster? Wie lang sind
die Abgabefristen? Kann man in einem Heftromanverlag überhaupt eine
feste freie Mitarbeit bekommen? Schickt man sein Manuskript per Post
ein, sind Besuche im Verlag notwendig, oder lässt sich alles per Tele-
fon und E-Mail erledigen?
4. Ist es möglich, grundsätzlich nur über ein bestimmtes Sujet (etwa
Liebesroman)zu schreiben?
5. Wie viele Aufträge erhalten diejenigen Autoren, die bei einem Ver-
lag zu den regelmäßigen Mitarbeitern gehören, pro Jahr?
Antwort:
zu 1:
Ziemlich schwer, da der Markt in den letzten 15 Jahren auf ein Drittel
geschrumpft ist.
zu 2:
Das ist unterschiedlich. Im Bereich des Frauenroman-Hefts bewegen sich
die Honorare je nach Produkt zwischen 400 und 600 Euro.
zu 3:
Eine feste Mitarbeit als freier Mitarbeiter gibt es nicht. Wenn man
spitze ist, hat man die Chance, regelmäßig Aufträge zu erhalten. Zu-
nächst aber werden kleine Brötchen gebacken. Erst anfragen, wo Autoren
gesucht werden. Danach ein Exposé und 20 Seiten Probemanuskript ein-
reichen.
zu 4:
Ist möglich. Aber ob das viel Geld bringt?
zu 5:
Das ist unterschiedlich, da eh ein Überangebot an Autoren besteht.
Hauptberuflich können das die wenigsten machen.
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Jahrgang 1954. Autor seit 1980. Seit 1981 ATLAN-Serie, seit 1983 PERRY
RHODAN. Über 300 Hefte, 150 für PERRY RHODAN, 20 Taschenbücher, ein
Dutzend Hardcover, u. a. "Im Netz der Nonggo". CD-ROM über die
"Blues". Arbeiten für Serien wie "Der Hexer", "Die Ufo-Akten", "Vampi-
ra", "Dämonenland", Krimis, Frauenromane sowie Hörspiele. Treatment
für einen Fernseh-Thriller.
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR LYRIK:
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Martina Weber(mailto:lyrik at experte punkt autorenforum punkt de)
Frage:
Ich möchte gerne meine Gedichte in die Öffentlichkeit bringen. Nachdem
ich mich auf den verschiedensten Seiten von Institutionen, Foren usw.
über das Thema "Veröffentlichung von Lyrik / Gedichten" informiert
habe, habe ich den Eindruck gewonnen, dass es überhaupt nicht möglich
ist, dass ich mein Hobby "Dichten" zum Beruf machen kann, weil man
damit einfach zu wenig verdient.
Allerdings schwebt mir auch darüber hinaus der Gedanke im Kopf herum,
Gedichte auf elektronischem Datenträger (also eine Art "Gedicht-CD")
zu veröffentlichen und dies an ganz bestimmte potentielle Kunden-
schichten zu richten, z. B. Blinde, ältere Sehbehinderte, Jugendliche
oder einfach Leute, die das Hören von Gedichten entspannender finden
als das Lesen. Gibt es nun Verlage, Frau Weber (ich meine über die bei
"uschtrin" und "muschelhaufen" genannten hinaus), die sich speziell
mit dem Thema "Hörbücher" oder "Hörgedichte" beschäftigen und an die
ich mich wenden könnte?
Antwort:
Tatsächlich ist es selbst für die renommiertesten Lyrikerinnen und
Lyriker unmöglich, vom Verkauf ihrer Lyrikbände auch nur den notwen-
digsten Lebensunterhalt zu finanzieren. In einem Interview mit Sandra
Uschtrin in der 6., im Januar 2005 erschienenen Auflage des "Handbuchs
für Autorinnen und Autoren" spricht Kurt Drawert davon, dass man in
der Lyrik bereits "ab 1.000 verkauften Büchern von einem Bestseller
sprechen kann" (S. 52). Sie können sich selbst ausrechnen, auf welches
Jahreshonorar eine Lyrikerin oder ein Lyriker kommt, die / der bei
einer Arbeitszeit von zwei bis drei Jahren einen solchen Bestseller
produziert, bei einem Verkaufspreis von - sagen wir - 15 Euro pro Buch
und einem Honorar von 10 % von Nettoverkaufspreis eines verkauften
Titels. Dazu kommen im Idealfall vielleicht ein paar Stipendien und
Preise; aber dabei handelt es sich um Summen, auf die Sie längerfris-
tig nicht bauen können.
Zum zweiten Teil Ihrer Frage: Es gibt durchaus Verlage, die Gedichte
auf CD produzieren. Vermutlich liegt Ihnen noch die alte, die 5. Auf-
lage des von Sandra Uschtrin herausgegebenen "Handbuchs für Autorinnen
und Autoren" vor. Die Liste für die 6. Auflage habe ich selbst zusam-
mengestellt; dabei habe ich die alte Liste erheblich erweitert und
aktualisiert. Sie ist identisch mit der Liste, die ich für das von mir
herausgegebene Buch "Zwischen Handwerk und Inspiration. Lyrik schrei-
ben und veröffentlichen" erstellt habe. Hier finden Sie folgende Ver-
lage, die Lyrik auf CD produzieren:
1. Der Audio Verlag, Telefon: (0 30) 52 00 09 30, mailto:info@der-
audio-verlag.de, http://www2.aufbauverlag.de/index.php4?page=59&&
2. Du Mont Literatur und Kunst Verlag, Telefon: (02 21) 22 41 80,
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. www.dumontverlag.de
3. Der Hörverlag, Telefon: (0 89) 2 10 69 40,
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. , http://www.hoerverlag.de
4. HörZeichen, Johannesring 32, 04827 Gerichshain
Außerdem habe ich für Ihre Anfrage noch einige weitere Verlage ausfin-
dig gemacht, die Lyrik auf CDs produzieren:
5. life-media Studios, Life Media Verlag GmbH, Fax: (0 42 03) 74 87
36, mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
6. floff pictures & floff publishing, Rotebühlplatz 23, 70178 Stutt-
gart, Fax: (07 11) 6 15 88 81
7. BMG Ariola Classics GmbH, Neumarkter Straße 28, 81673 München, Te-
lefon: (0 89) 4 13 69-2 06, Fax: -1 63, mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. ,
http://www.bmgclassics.de, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
8. Autorinnenverlag Bern, Postfach 52 44, CH-3001 Bern
9. Hörbuch Hamburg Verlag Margit Osterwold, Bernadottestraße 42, 22763
Hamburg, Telefon: (0 40) 88 91 39-46, Fax: -47, http://www.hoerbuch-
hamburg.de
10. Argon Verlag GmbH Berlin, Neuenburger Straße 17, Telefon: (0 30)
25 37 38-0
11. Tonstudio an der Ruhr, Delle 57, 45468 Mülheim a. d. R.,
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Bevor Sie einem dieser Verlage Ihre Arbeiten anbieten, sollten Sie
sich möglichst über das Verlagsprogramm informieren und prüfen, ob
Ihre Texte dazu passen.
Weitere Verlage können Sie vielleicht in der Hörbuchabteilung einer
großen Buchhandlung finden. Oder recherchieren Sie selbst im Internet.
Vielleicht kommt es für Sie als Lyrikenthusiasten sogar in Frage, ei-
nen eigenen kleinen Verlag zu gründen und Ihre eigenen Gedichte und
die anderer nach eigenen Vorstellungen zu vertonen und zu verlegen.
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Martina Weber ist Autorin und Herausgeberin des im November 2004 er-
schienenen Buches "Zwischen Handwerk und Inspiration. Lyrik schreiben
und veröffentlichen". Inhaltsverzeichnis, Cover etc. s.
www.uschtrin.de/weber.html, Rezension s. www.titel-forum.de (Rubrik
Lyrik).
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SACHBÜCHER:
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Gabi Neumayer (mailto:sachbuch at experte punkt autorenforum punkt de)
Frage:
Gibt es auch Stipendien für das Schreiben eines Sachbuchs? Oder an wen
kann man sich da wenden? Stiftungen? Können Sie Adressen empfehlen?
Anwort:
Informationen zu zahlreichen Stipendien - auch für Sachbücher - finden
Sie beispielsweise hier:
- www.alg.de
- Gerhild Tieger (Hrsg.): Literaturpreise und Autorenförderung (er-
schienen im Autorenhaus-Verlag Plinke)
- Kürschners Deutscher Literatur-Kalender
Je nach Themengebiet des Sachbuchs lohnt sich auch eine gezielte Re-
cherche bei Vereinigungen und Organisationen, die sich genau diesem
Thema widmen. Dort werden hin und wieder ebenfalls spezielle Stipen-
dien ausgeschrieben.
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Gabi Neumayers letzte Sachbuch-Veröffentlichungen sind die Ratgeber
"English at work" (Thema: Business-Englisch) und "Geschäftsbriefe
schreiben von A bis Z", beide erschienen bei Eichborn. Weitere Infos:
http://www.gabineumayer.de.
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KRIMINALISTIK:
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Nikola Hahn (mailto:kriminalistik at experte punkt autorenforum punkt de)
Frage:
Meine Tote liegt seit circa einer Woche in einem abgeschlossenen Bade-
zimmer. Sie ist nach dem Duschen ausgerutscht und so schwer gestürzt,
dass sie sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hat und sich aus
eigener Kraft nicht mehr aus ihrer misslichen Lage befreien kann. Nach
drei Tagen ist sie tot, danach dauert es noch mal vier Tage, bis sie
gefunden wird. Im Badezimmer ist sehr warm, so um die 25 bis 26 Grad.
Mein Frage nun: In welchem Zustand dürfte sich die Leiche befinden,
und wie stark ist der Verwesungsgeruch?
Antwort:
Bei den angegebenen Temperaturen und den angegebenen Tagen und der
Feuchtigkeit im Bad dürfte der Fäulnisprozess eingesetzt haben. Genaue
Angaben sind aber nicht möglich, denn der Ablauf der Fäulnisprozesse
ist unterschiedlich und von vielerlei Faktoren abhängig. Der Grad der
Fäulnis ist daher auch kein sicheres Zeichen der Todeszeitbestimmung!
Die Fäulnisbakterien beginnen mit ihrer "Arbeit" aber erst nach Todes-
eintritt, also ist es egal, wie lange die Person vorher noch gelebt
hat.
Definition und Ablauf der Fäulnis: Unter Fäulnis versteht man die
fortschreitende Zerstörung des Körpergewebes, die vor allem durch
Fäulnisbakterien ausgelöst wird, die nach dem Tode aus dem Darm in den
Körper wandern.
Erste Fäulniserscheinungen sind grau-grünliche Verfärbungen im rech-
ten, dann im linken Unterbauch der Leiche. Später "schlägt" das Venen-
netz durch, d. h. der Verlauf der Venen zeichnet sich auf der Körper-
fläche ab.
Durch den fortschreitenden Gasdruck schwillt das Gewebe an, die Glied-
maßen verändern durch die Schwellungen ihre Stellung (z. B. werden die
Beine angewinkellt); noch später tritt Fäulnisflüssigkeit aus den Öff-
nungen des Körpers aus, und Gewebewasser sammelt sich in großen Blasen
unterhalb der Haut. Diese Blasen reißen leicht, wenn man die Leiche
bewegt.
Im letzten Stadium verfärbt sich die Leiche grau-schwarz-violett. Der
Gestank ist bestialisch, insbesondere wenn die Flüssigkeitsblasen
platzen.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Nikola Hahn ist Kriminalhauptkommissarin und Fachlehrerin an der Hes-
sischen Polizeischule in Wiesbaden; nebenberuflich arbeitet sie als
Autorin mit dem Schwerpunkt historische Kriminalromane. Informationen
im Internet: http://www.nikola-hahn.com.
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR LITERATURAGENTUREN:
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Petra Hermanns (mailto:agentin at experte punkt autorenforum punkt de)
Frage:
Ich habe bisher in einem renommierten Verlag ein Sachbuch veröffent-
licht, will mich aber künftig vorwiegend auf meine eigentliche Leiden-
schaft als Autorin, die Belletristik, konzentrieren. [...] Das Sach-
buch war damals durch eine auf Sach- und Fachbücher spezialisierte
Agentur vermittelt worden, was wunderbar geklappt hat. Für die zwei
bereits fertig gestellten Belletristik-Manuskripte war ich eigentlich
nun selbst schon ein bisschen auf Verlagssuche gegangen, bisher aber
erfolglos. [...] Ich habe zwar noch nicht wirklich viele Verlage an-
geschrieben, aber ich denke nun, dass es vielleicht auch hier klüger
wäre, wenn sich eine Agentur darum kümmert. Nimmt eine Agentur eigent-
lich ein Manuskript auch dann an, wenn schon bei einigen Verlagen ver-
sucht wurde, es auf eigene Faust unterzubringen?
Und: Da Sie selbst ja nun leider keine neuen Autoren mehr annehmen,
wie ich gelesen habe, wollte ich einfach nur fragen, ob Sie mir einen
Tipp geben, wo man verlässliche Hinweise auf seriöse Agenturen erhält?
Die Auflistungen, die man überall findet, geben ja letztlich keinen
Hinweis auf die Seriosität und den Erfolg einer Agentur - da ist man
irgendwie schon auf Insiderwissen angewiesen und fühlt sich als Laie
doch recht verloren im Dschungel der Agenturen. Eine Zeitlang hatte
sich eine große Agentur für mich interessiert und kam mehrmals auf
mich zu (kommt offenbar auch vor...), aber ich habe mich dann letzt-
lich nicht darauf eingelassen, weil ich über eine zuverlässige Quelle
davor gewarnt wurde.
Antwort:
Wenn Sie sich als Autorin auf dem Markt positionieren, ist es wichtig,
sozusagen eine Marke aufzubauen. Im Sachbuchbereich ist Ihnen das ja
schon gelungen! So müssen Sie sich im Belletristikbereich auf ein Pro-
jekt konzentrieren, mit dem Sie auf diesem Marktsegment Ihr Debüt ge-
ben wollen. Novellen haben es heutzutage sehr schwer, und Ihr anderes
Projekt klingt nach einem kommerziellen Unterhaltungsroman. Diese bei-
den Schienen sind ja sehr unterschiedlich. Sie sollten sich überlegen,
welchen Bereich Sie langfristig bedienen wollen. Denn die Verlage su-
chen ja Autoren, mit denen sie langfristig arbeiten wollen, und sie
können auch nicht parallel in zwei Verlagen einsteigen, weil die Ver-
lage untereinander ja stark konkurrieren.
Nach den Kriterien, also mit welchem Projekt Sie den Markt betreten
wollen, können Sie sich auch eine Agentur suchen. Jede hat ja so ihr
Profil. Zur Seriosität kann ich nicht viel sagen, Sie können aber viel
über Agenten erfahren, wenn Sie die Kundenlisten betrachten. Wenn die
Autoren bekannt sind oder in großen Verlagen erscheinen, dann wissen
Sie ja, auf welchem Bereich die Agentur erfolgreich arbeitet.
Für eine Agentur ist es immer schwer, sich für ein Projekt zu engagie-
ren, das die Autoren schon selbst angeboten haben, weil es auch ein-
fach die Chancen auf Erfolg einschränkt. Daher würde man als Agentur
da genau hinschauen und müsste schon sehr von dem Projekt überzeugt
sein, um es anzunehmen. Es kommt natürlich darauf an, wie vielen Ver-
lagen Sie es selbst schon angeboten haben. Aber die Absagen, die Sie
bereits erhalten haben, muss eine Agentur natürlich ernst nehmen und
kann es dort nicht einfach noch einmal beliebig versuchen. All das
geschieht nur in Ausnahmefällen.
Noch einmal der Hinweis auf zwei Handbücher bzw. Internetseiten:
http://www.uschtrin.de und http://www.autorinnen.de - dort finden Sie
viele Adressen. Zu weiteren Recherche hilft nur: anrufen und die Agen-
ten fragen, wen sie so vertreten etc. Einige Agenturen haben auch ihre
eigene Website, insofern können Sie auch übers Internet heutzutage gut
recherchieren - und das wird auch erwartet.
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Petra Hermanns begann 1996 als freie Mitarbeiterin bei der Literari-
schen Agentur Brigitte Axster mit dem Handel mit Rechten und Lizenzen.
Seit 1998 betreibt sie die Literaturagentur Scripts for sale in Frank-
furt und hat sich auf deutschsprachige Projekte spezialisiert.
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HALL OF FAME:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
Ja, die Lage auf dem Buchmarkt ist schwierig, und manchmal glaubt man,
man wird es nie schaffen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber andere
schaffen es ja auch!
Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald einmal
vorstellen können.
Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema:
.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi-
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin-
gen.
.......
Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei-
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte
unter dem Betreff "Hall of Fame" an
mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de. Wir können ausschließlich Meldungen
berücksichtigen, die nach dem obigen Schema gemacht werden!
++++++++++
Herbert Friedmann, Tina Zang: "Trapped - In der Falle", Langenscheidt
2005, zweisprachiger Kinderkrimi ab 10. Mehr dazu unter
http://www.tinazang.de
Titus Müller: "Die Brillenmacherin", Rütten & Loening 2005, Histori-
scher Roman aus dem englischen Mittelalter. http://www.titusmueller.de
Andreas Bachhofer: "Hauskreislaufbeschwerden", Brendow-Verlag, 2005,
Erzählung mit christlichem Hintergrund. http://www.andreasbachhofer.de
Joanna Lisiak: "Von Paul B. und anderen rein zufällig lebenden Perso-
nen", Nimrod-Literaturverlag Zürich, 2005, Mini-Prosa. 99 absurde,
geistreiche, schräge, Charakterstudien
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit
getrennter Mail kommt!
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de erwünscht.
Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt werden. Das Urheber-
recht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.
Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an:
mailto:beitrag at team punkt autorenforum punkt de.
Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html.
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I M P R E S S U M
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Herausgeber:
Ramona Roth-Berghofer mailto:public.relations at team punkt autorenforum punkt de
Gabi Neumayer mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de
Stefan Schulz mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Thomas Roth-Berghofer
mailto:Thomas.Roth-Berghofer at team punkt autorenforum punkt de
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