Der Klops des Monats
Autorenwissen
"Lesungs-Checkliste"
von Jeanine Krock
Buchbesprechung
"Romane und Kurzgeschichten schreiben"
besprochen von Hans Peter Roentgen
Interview mit Dr. Rutger Booß
Erfahrungsbericht
"Die Organisation der
1. Erzgebirgischen Lese-Schreiblusttage"
von Evi Lang
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
"Wie kann ich noch mehr Bücher verkaufen?"
von Stephan Waldscheidt
Glosse
"Punkt und aus - Ein Monolog über das Letzte"
von Tatjana Stern
Frag die Expertin für Lyrik
(Martina Weber)
Frag die Expertin für Schreibhandwerk
(Ute Hacker)
Frag den Experten für Drehbuch
(Oliver Pautsch)
Frag die Expertin für Kriminalistik
(Nikola Hahn)
Frag den Experten für Lesungen
(Rüdiger Heins)
Hall of Fame
EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,
manchmal braucht es nur einen kleinen Brief, um eine neue Rubrik für
den Tempest anzustoßen. Ab sofort gibt es deshalb den "Klops des Mo-
nats", in dem wir Unglaubliches, Dreistes, Unverschämtes aus der Buch-
szene vorstellen. Welche Nachricht zur neuen Rubrik führte, lest ihr
in dieser Ausgabe. Ob der "Klops des Monats" allerdings eine Dauerein-
richtung wird, das liegt an euch! Schickt mir also bitte Infos, die in
diese Rubrik passen (Kriterium: "Das gibts doch nicht!") und die ihr
den anderen LeserInnen nicht vorenthalten möchtet.
Jede Menge Neues gibt es von unseren ExpertInnen und "HausautorInnen"
zu berichten: Ab sofort hat Hans Peter Roentgen eine zweimonatliche
Kolumne bei http://www.literature.de. Die erste ist bereits online -
schaut mal vorbei! Unser Drehbuchexperte Oliver Pautsch ist fremdge-
gangen und hat soeben mit "Mordgedanken" seinen ersten Jugendkrimi bei
Thienemann veröffentlicht (Näheres dazu in der "Hall of Fame"). Und
vom Alter Ego eurer Kinderbuchexpertin, Bato, sind zwei neue Bände mit
Kindergeschichten erhältlich: "Schmökerzwerge Nikolausgeschichten" (o-
kay, ist noch etwas früh ...) und, gemeinsam mit Michael Borlik, "Fan-
tasygeschichten" (die eigentlich "Zeitreisegeschichten" heißen müss-
ten), beide bei Gondolino.
Apropos ExpertInnen: Auf unsere beiden "Neuen", Nikola Hahn für Krimi-
nalistik und Rüdiger Heins für Lesungen, habt ihr offenbar nur gewar-
tet, um endlich eure Fragen zu diesen Themen loszuwerden. Erste span-
nende Antworten findet ihr in diesem Tempest.
Was erwartet euch sonst noch? Jeanine Krock hat eine Checkliste für
alle zusammengestellt, die Lesungen halten wollen. Dr. Rutger Booß vom
Grafit Verlag hat der unermüdlichen Ursula Schmid-Spreer Rede und Ant-
wort gestanden. Wie man einen Lese-Schreibevent organisiert, zeigt Evi
Lang in ihrem Erfahrungsbericht. Mit ihrer neuen Glosse führt uns Tat-
jana Stern wieder einmal in die Tiefen der geplagten Schriftsteller-
seele - worüber der elefantenhäutige Honeyball Lektor wahrscheinlich
nur lachen kann. Er stellt sich diesmal gewohnt unterschrocken der
Frage eines Promis. Ansonsten gibt es neue Ausschreibungen, eine Buch-
besprechung von Hans Peter Roentgen, viele interessante ExpertInnen-
antworten und einiges mehr. Angesichts dieser Fülle könnt ihr es hof-
fentlich verschmerzen, dass Harald Schneider seine Marketingserie erst
in der nächsten Ausgabe fortsetzt.
Der Tipp des Monats Juli, diesmal von Katharina Gerlach:
Wenn Ihr etwas beschreibt, tut dies präzise.
Eine unordentliche Küche ist zu ungenau.
Wenn sich aber ein paar schmutzige Lappen
in einer Ecke stapeln und das dreckige Geschirr
in der Spüle schwankt, wenn man daran vorbeigeht,
wird das Ganze eindringlicher.
Möge die Sommergrippe euch verschonen - und möget ihr an eure frieren-
de Tempest-Redaktion denken, wenn ihr das nächste Mal zur Bank geht
:-)
Gabi Neumayer
Chefredakteurin
~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf unser
Konto:
autorenforum.de
SEB Mainz (früher: BfG)
BLZ 550 101 11
Konto 14 24 18 99 00
Stichwort: "Beitrag 2004"
Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei-
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).
Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE69550101111424189900
BIC: ESSEDE5F550
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ISSN 1439-4669 Copyright 2004 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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INHALT DIESER AUSGABE:
TEIL 1:
Editorial
Inserate
Schreib-Kick
Der Klops des Monats
Autorenwissen
"Lesungs-Checkliste"
von Jeanine Krock
Buchbesprechung
Romane und Kurzgeschichten schreiben"
besprochen von Hans Peter Roentgen
Interview mit Dr. Rutger Booß
Erfahrungsbericht
"Die Organisation der
1. Erzgebirgischen Lese-Schreiblusttage"
von Evi Lang
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
"Wie kann ich noch mehr Bücher verkaufen?"
von Stephan Waldscheidt
Glosse
"Punkt und aus - Ein Monolog über das Letzte"
von Tatjana Stern
Frag die Expertin für Lyrik
(Martina Weber)
Frag die Expertin für Schreibhandwerk
(Ute Hacker)
Frag den Experten für Drehbuch
(Oliver Pautsch)
Frag die Expertin für Kriminalistik
(Nikola Hahn)
Frag den Experten für Lesungen
(Rüdiger Heins)
Hall of Fame
Impressum
TEIL 2:
Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum
~~~~~~~~~
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein-
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Martin Eberhard
Kamprad (http://www.ekamprad.de) hat freundlicherweise die aufwendige
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen
Jahrgänge zu erstellen.
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Kleinanzeigen
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(Die Redaktion behält sich vor, Anzeigen zu kürzen oder Anzeigen, die
gegen Rechte Dritter, das Urheberrecht oder Jugendschutzbestimmungen
verstoßen, abzulehnen.)
Private Anzeigen kosten bis zu fünf Zeilen 1,60 Euro pro Zeile. Jede
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pest am 12. jedes Monats. Später eingegangene Anzeigen können wir dann
erst für die nächste Ausgabe berücksichtigen.
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INSERATE:
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(mailto:werbung at team pt autorenforum de)
Neu: Tinnitus" von Hel Fried.
Genre: Science-Fiction/Endzeit.
Verlag: Eldur (www.eldur-verlag.de)
Klappentext: Nach dem letzten großen Krieg bevölkern Nomaden und Bau-
ern die Überreste einer strahlenverseuchten Welt. Hauptsorge ist das
zunehmende Auftauchen von Dämonen": Menschen mit unheimlichen Kräf-
ten, die von einem geheimnisvollen Signal nach Westen gerufen werden,
wo laut überliefertem Glauben der Teufel auf seine Erweckung wartet,
um den Rest der Menschheit zu vernichten. Der telepathisch begabte
Kramsky muss auf seiner Suche nach dem Ursprung des Signals feststel-
len, dass in der Legende mehr Wahrheit steckt, als ihm lieb ist.
248 Seiten
Paperback, 12,5 x 20 cm
8,95 _
ISBN 3937419004
Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag
__________
Neu: Angeline Bauer: LIEBESROMANE SCHREIBEN
im Autorenhaus Verlag: www.AUTORENHAUS.DE
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Vier Seiten, die entscheiden
Lektoren lesen von den eingesandten Manuskripten oft nicht mehr als
vier Seiten. Das klingt arrogant? Das ist arrogant. Aber es stimmt und
hat sich vielfach gezeigt. Die Grundprobleme eines Textes zeigen sich
tatsächlich auf den ersten vier Seiten.
Und es lässt sich auch sagen, wie der Autor diese Probleme beseitigen
kann.
Wir sagen euch, was an euren ersten vier Seiten auffällt. Und wie ihr
es verbessern könnt. Für 15 Euro.
Näheres findet ihr unter: http://www.textkraft.de/pageID_750340.html
oder: http://www.textkraft.de.
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Fachfrau für Texte gesucht?
Mein Name ist Mechthilde Vahsen, ich bin promovierte Germanistin und
arbeite seit mehreren Jahren in den Bereichen Lektorat, Betreuung von
AutorInnen-Projekten und Schreibcoaching. Ich bin selbst als Schrift-
stellerin tätig und kenne daher sowohl die technischen als auch die
kreativen Seiten des Schreibens.
Ich biete folgende Serviceleistungen an: Lektorat und Begutachtung
(von Einzelkapiteln / Gedichten bis zu umfassenden Mehrteilern), Pro-
jektbegleitung (z. B. für einen Roman oder das Schreiben der eigenen
oder Familiengeschichte), Feedback für wissenschaftliche Arbeiten und
Sachbücher sowie Korrekturlesen. Interesse? Kontaktieren Sie mich:
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. .
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SCHREIB-KICK:
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(mailto:redaktion at team pt autorenforum de)
Unser Schreib-Kick für den Juli, diesmal von Danja Antosch:
Nimm dir eine Zeitung oder ein Buch vor (egal ob Roman, Sachbuch oder
Kinderbuch - die Fernsehzeitung tut es auch). Blättere darin herum,
picke dir einzelne Wörter heraus (Substantive, Adjektive, Adverbien),
und notiere sie, großzügig über ein weißes Blatt verteilt. Wenn du ge-
nügend Wörter hast, schneide sie aus, und lege sie alle in eine Schale
oder einen Karton, wo du sie gut durchmischen kannst. Jetzt zieh ein
paar heraus, so fünf bis zehn. Schreibe einen zusammenhängenden Text,
in den alle Wörter sinnvoll eingebunden werden. Das trainiert Sponta-
neität und Erfindungsgeist.
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DER KLOPS DES MONATS:
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(mailto:redaktion at team pt autorenforum de)
In dieser Rubrik stellen wir ab sofort Dreistes, Unverschämtes, Un-
glaubliches aus der Buchszene vor. Wenn ihr also auf etwas stoßt, das
die anderen Tempest-LeserInnen unbedingt erfahren sollten: Schreibt es
auf (möglichst kurz), und mailt es an die Redaktion!
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Was von Druckkostenzuschussverlagen zu halten ist (Ausnahmen gibt es
natürlich, zum Beispiel für wissenschaftliche Veröffentlichungen),
wisst ihr als LeserInnen den Tempest sicher inzwischen. Aber kennt ihr
schon den neuesten Trick auf diesem Gebiet? Hier ein aktuelles Bei-
spiel:
Ein Verlag bekommt einen Brief eines "Dienstleisters", in dem ihm ein
lukratives Angebot gemacht wird: Er soll doch einfach jedes Mal, wenn
er das Manuskript eines Autors ablehnt, die Daten dieses Autors an den
Absender des Briefes schicken. Der macht dem Autor dann ein Angebot,
wie er sein Buch doch noch veröffentlichen kann (was ihn bis zu eini-
gen tausend Euro kostet) - und der Verlag erhält dafür eine Provision
von mehreren hundert Euro.
Tolles Angebot, oder? Bleibt zu hoffen, dass sich seriöse Verlage auf
so etwas nicht einlassen. Der Verlag aus unserem Beispiel hat es er-
freulicherweise nicht getan - und seinem Autor den Brief zur Warnung
gleich weitergeleitet.
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AUTORENWISSEN:
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(mailto:redaktion at team pt autorenforum de)
"Lesungs-Checkliste"
von Jeanine Krock
Phase I: Kann ich sprechen?
- Lesungen besuchen und den Ablauf beobachten, Hörbücher mit bekannten
Schauspielern/Sprechern (empfohlen: Otto Sander etc.) anhören
- prüfen, wie viel Dialekt in der eigenen Sprache vorhanden ist und
wie deutlich man spricht (eigene Tondokumente anhören)
- idealerweise in Autorengruppen oder bei entsprechenden Seminaren Le-
sen, Vortragen und Auftreten üben
Phase II: Wie und was lese ich?
- Zielgruppe und Zeitfenster für die Lesung definieren (eventuell beim
Veranstalter nachfragen): Ich hatte 15-25 Minuten und habe entspre-
chend eine 15-Minuten-Fassung mit einem 8-Minuten-Anhang entwickelt,
für den Fall, dass mein Publikum beginnt, sich zu langweilen. Norma-
lerweise dauern Einzellesungen ca. 45 Minuten.
- Textstellen heraussuchen: In meinem Fall (Roman) habe ich mich für
einen Erzählungsbogen entschieden, der in sich eine geschlossene Ge-
schichte ergab. Man kann aber auch Fragmente vorstellen und dazwischen
verbindende Erklärungen (1-2 Sätze) einfügen oder einfach nur den An-
fang vorlesen. Das hängt wesentlich von der Zielgruppe und vom eigenen
Text ab.
- Text in großer Punktzahl und mit breitem Rand und möglichst 1,5 Zei-
lenabstand ausdrucken
Phase III: Lesen, lesen, lesen!
- lautes Lesen, Text mehrmals lesen - eventuell kleine Änderungen vor-
nehmen
- Lesezeit prüfen
- Lesepausen großzügig einfügen (ZuhörerInnen kennen diesen Text
nicht. Sie brauchen Zeit zum Überlegen und um Bilder zu entwickeln!)
- Lesezeichen einfügen (Betonung, Tempo, Stimmungen etc.)
Meist schreibt ein/e Autor/in in dieser Phase längst an einem neuen
Buch. Dennoch sollte sie/er sich auf diese längst abgeschlossene Ge-
schichte erneut mit Haut und Haaren einlassen.
Phase IV: Alles perfekt?
Gut. Dann solltest du deine Lesung vor jemandem üben, der die Story
noch nicht kennt. Ist der Text:
- logisch?
- verständlich?
- interessant für dieses spezielle Publikum?
- eine Einladung zum Kauf des Buches?
Lesezeit prüfen!
Und dann war da noch: Auch Veranstalter sind nicht zwingend Profis.
Mein Buch wurde schon mit diesen Worten angekündigt:
- "Und nun lesen X und Y aus ..." (Schauspielerlesung). Dass die Auto-
rin im Publikum saß und dass das Buch vor Ort zu kaufen gewesen wäre,
erfuhr man nicht.
- "Und jetzt geht es weiter." (bei einem Literaturabend mit verschie-
denen Autoren). Entsprechend kam - glücklicherweise nach der Lesung -
aus dem Publikum die Bitte, ich möge mich doch kurz selbst vorstellen.
Gut, wenn man auch darauf vorbereitet ist. Einen eigenen, gut in der
Hand liegenden Stift zum Signieren und natürlich Visitenkarten sollte
man ebenfalls nicht vergessen.
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Von jeher erfindet Jeanine Krock ihre Geschichten am liebsten des
Nachts. 2003 erschien ihr Vampirroman "Wege in die Dunkelheit" bei U-
books. Derzeit recherchiert sie für zwei neue Projekte. Die Veröffent-
lichung eines weiteren Romans ist für den Herbst 2005 geplant.
http://www.jeaninekrock.de
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BUCHBESPRECHUNG:
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(mailto:redaktion at team pt autorenforum de)
Romane und Kurzgeschichten schreiben"
besprochen von Hans Peter Roentgen
Irgendwann glaubt jeder, er hätte eine Geschichte zu erzählen [...]
Aber nur wenigen Menschen gelingt es, ihre Geschichte tatsächlich zu
Papier zu bringen, noch weniger Menschen halten mehrere Fassungen
durch, und die allerwenigsten veröffentlichen mehr als eine Geschich-
te.
Damit ein literarisches Werk entsteht, muss es geschrieben werden. Da-
mit es gut wird, muss viel Arbeit und Mühe in dieses Werk investiert
werden. Wenn Sie ein guter Schriftsteller werden wollen und sich ent-
scheiden können zwischen brillant, aber faul und etwas ratlos, aber
motiviert, dann wählen Sie lieber die zweite Option. Denn damit haben
Sie eine größere Chance."
Die Dozenten des New Yorker Gotham Writers Workshop haben ihre Erfah-
rungen mit über 6.000 Studenten zu einem Buch zusammengefasst. Über
"Literatur: Das Was, das Wie und das Warum" geht das erste Kapitel, es
folgen "Figuren", "Plot", "Perspektive", "Dialog", "Ort und Zeit",
"Die Stimme", "Thema" und "Überarbeitung". Der Text ist leicht ver-
ständlich, die Begriffe werden erklärt, und man merkt, dass die Auto-
ren wissen, wovon sie sprechen. Jedes Kapitel hat Übungen, die der Le-
ser auch tunlichst bearbeiten sollte. Die beste Methode, zu einem gu-
ten Schriftsteller zu werden, ist schreiben, schreiben und nochmals
schreiben", heißt es in dem Buch. Neu ist dieser Satz nicht, aber man
kann ihn trotzdem nicht oft genug wiederholen.
Zusätzlich enthält das Buch eine Kurzgeschichte von Raimund Carver.
Die Autoren beziehen sich aber Gott sei Dank nicht nur auf diesen
Text, sondern bringen verschiedene Beispiele aus der klassischen wie
der neueren Literatur. - Manches Kapitel ist mir persönlich zu ober-
lehrerhaft geschrieben, aber vielleicht bin ich da auch überempfind-
lich.
Ein Buch für alle, die angefangen haben zu schreiben und nun merken,
dass es eine gute Idee ist, das Handwerk zu lernen. Oder die einfach
die Grundbegriffe kennen lernen wollen, die ihnen manchmal an den Kopf
geschmissen werden (Deine Erzählperspektive stimmt nicht." "Meine
WAS???"). Wer allerdings schon einige Schreibbücher wie Sol Steins Ü-
ber das Schreiben" oder Kaplans Die Überarbeitung" gelesen oder meh-
rere Schreibworkshops absolviert hat, dem wird es wenig Neues bringen.
Alexander Steele (Hrsg.): Romane und Kurzgeschichten schreiben, 2004,
328 Seiten, 19,80 Euro, Autorenhaus Verlag
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Hans Peter Roentgen ist einer der Moderatoren der Schreibwerkstatt
www.Textkrafttraining.de, Mitglied der Phoenix-Schreibgruppe
(http://www.roentgen-software.de/phoenix/phoenix.html) und schreibt
Artikel, Rezensionen und Geschichten
(http://www.textkraft.de/pageID_600054.de.html) sowie Computerpro-
gramme.
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INTERVIEW:
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(mailto:redaktion at team pt autorenforum de)
"Nicht jedem Trend hinterherlaufen"
Interview mit Dr. Rutger Booß
Ursula Schmid-Spreer sprach mit Dr. Rutger Booß vom Grafit Verlag auf
der Buchmesse in Leipzig über seine Verlagsarbeit, die Verlagszene,
die Anfänge, Schwierigkeiten, Chancen und Tipps für junge AutorInnen
und über die Zukunft der Verlage.
Ursula Schmid-Spreer: Sie haben als Verlagslektor gearbeitet. Hatten
Sie ein Spezialgebiet, das Sie lektoriert haben?
Dr. Rutger Booß: Nein, sowohl Belletristik als auch Sachbuch.
USS: Worin haben Sie promoviert?
RB: In Germanistik und Geschichte mit einer Arbeit über die Paris-
Berichte von Heinrich Heine, Ludwig Börne und anderen deutschen
Schriftstellern nach der Juli-Revolution 1830.
USS: Was hat Sie dann bewegt, einen Verlag zu gründen?
RB: Die Einstellung des Belletristikprogramms, für das ich verantwort-
lich war, durch meinen Arbeitgeber.
USS: Wie war der Anfang? Haben Sie Autoren mitgenommen?
RB: Alle deutschen Autoren, die ich lektoriert habe, sind zu mir über-
gewechselt.
USS: Was reizt Sie am Medium Buch?
RB: "Bücher sind Brot, dessen der Mensch bedarf." (Sagte bereits ein
Klassiker.)
USS: Was fasziniert Sie gerade an Krimis?
RB: Die eigentlich strenge Dramaturgie, das Rätsel, das Spiel mit Ver-
dächtigen.
USS: Möchten Sie Ihre Genres einmal erweitern, z. B. Märchen oder Frau
in der Gesellschaft?
RB: Eher nicht. Krimis haben etwas Märchenhaftes, und "Frau in der Ge-
sellschaft" war ein Programm des Fischer Verlages, das sich bereits
vor zehn Jahren totgelaufen hat.
USS: Wie viele Mitarbeiter haben Sie?
RB: Fünf.
USS: Sie haben ja sehr erfolgreiche Krimiautoren unter Vertrag. Zum
Beispiel schreibt der Autor Jürgen Kehrer die Wilsberg-Reihe in Ihrem
Verlag. Sind Sie überhaupt noch an neuen Autoren interessiert?
RB: Immer.
USS: Was müssen diese Autoren mitbringen?
RB: Die Fähigkeit, einen guten Spannungsroman zu schreiben mit inte-
ressanten Personen, glaubwürdigen Motiven und einer Dramaturgie, die
den Leser in Atem hält.
USS: Gehen Sie gezielt auf AutorInnen zu? Zum Beispiel bei Lesungen o-
der wenn Ihnen Bücher auffallen?
RB: Ich beglückwünsche Autoren zu Büchern, die mir gut gefallen, aber
werbe sie nicht ab.
USS: Schon in der Schule haben die Deutschlehrer Arbeiten von Schülern
unterschiedlich benotet. Nach welchen Kriterien nehmen Sie einen Krimi
an?
RB: Wenn die ersten zwanzig Seiten nicht fesseln, hat der Autor schon
verloren. Ebenso, wenn der Text nur so von Flüchtigkeitsfehlern wim-
melt das ist ein Indiz für flüchtiges Schreiben überhaupt. Die 389.
Missbrauchsgeschichte müsste schon exzellent komponiert und geschrie-
ben sein, um Neugier zu wecken.
Entscheidend ist die Fähigkeit eines Autors, eine Geschichte spannend
und unterhaltsam erzählen zu können.
USS: Wie verläuft Ihr Arbeitsalltag? Lektorieren Sie auch noch selbst?
RB: Als Geschäftsführer eines Buchverlags ist mein Alltag zu 90 Pro-
zent von Büroarbeit geprägt. Die beiden Grafit-Lektorinnen sind so er-
fahren, dass sie keiner weiteren Unterstützung bedürfen.
USS: Wie ist das Fernsehen auf Sie und Ihre Bücher aufmerksam gewor-
den?
RB: Durch eine Reihe verschiedener glücklicher Umstände, wie so oft im
Leben.
USS: Wie muss sich ein angenommener Autor bei Ihnen einbringen?
RB: Sein Text ist seine Visitenkarte.
USS: Veranstalten Sie Autorentreffen?
RB: Einmal im Jahr treffen wir uns alle beim Weihnachtsessen.
USS: Wie betreuen Sie Ihre Autoren?
RB: Hoffentlich so, dass sie zufrieden und produktiv sind.
USS: Machen Sie Wettbewerbs-Ausschreibungen?
RB: Nein.
USS: Wie gehen Sie bei der Auswahl der Manuskripte vor? Und wie bei
Absagen?
RB: a) siehe oben, b) Absagen sind immer höflich formuliert. Nach Mög-
lichkeit enthalten sie auch eine Formulierung, die für den Autor hilf-
reich ist.
USS: Haben Sie sich dadurch auch schon Feinde gemacht? Fühlen sich die
Autoren da in ihrem Stolz verletzt, oder schieben sie es auf Sie, dass
Sie das Talent nicht erkennen?
RB: Eine Absage zu erhalten ist für die meisten Autoren schmerzlich.
Glücklicherweise gibt es gerade im Krimibereich sehr viele Verlage,
die an neuen Autoren interessiert sind. Außerdem bietet das BoD-
Verfahren dem Autor die Möglichkeit, mit sehr wenig Geld sein Buch zu
produzieren und zu vermarkten.
USS: Wann ist ein Text für Sie nicht tragbar?
RB: Mangelnde Qualität setzt sich aus vielen, unter Umständen ganz un-
terschiedlichen Faktoren zusammen. "Nicht tragbar" ist ein an sich gut
geschriebener Text, der eines oder mehrere der folgenden inhaltlichen
Merkmale aufweist:
- rassistisch
- militärverherrlichend
- extrem gewaltorientiert
- extrem sexistisch, insbesondere männlich-chauvinistisch
USS: Wie lesen Sie die Manuskripte? Nur die erste Seite oder nur den
Schluss?
RB: Bei 500 Unverlangt-Manuskripten pro Jahr muss das Lektorat bei
Strafe seines Untergangs eine schnelle Entscheidung herbeiführen.
Zur Ablehnung genügt oft schon die erste Seite, zur Aufnahme in das
Programm wird das Manu eines neuen Autors natürlich vom Lektorat emp-
fohlen und dann auch von mir als Verleger gelesen.
USS: Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer Arbeit?
RB: Dass man es mit immer neuen Texten und Ideen von lebenden Autoren
zu tun hat.
USS: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
RB: Dass es den mittelständischen Buchhandel noch lange geben wird.
USS: Was meinen Sie, wie wird sich die Verlagslandschaft noch entwi-
ckeln?
RB: Die Konzentration wird zunehmen, und es werden sich immer weitere
kleine Spezialanbieter entwickeln.
USS: Können Sie sich vorstellen, dass es einmal keine Verlage mehr ge-
ben wird, sondern dass jeder, der veröffentlichen möchte, im Eigenver-
lag über BoD auf den Markt geht?
RB: BoD ist schon jetzt eine große Chance für Autoren. In Massen kann
aber nur das gekauft werden, was in Massen in den Buchhandlungen
liegt. 2 Millionen Exemplare Krimis von Jacques Berndorf hätten wir
nicht über BoD verkaufen können.
USS: Wer pflegt Ihre Website? Wie wichtig ist das Internet für Sie?
RB: Die Website wird mit einem Internet-Redaktionssystem hausintern
aktualisiert und von unserem Internet-Dienstleister technisch betreut.
USS: Und zum Schluss: Sie haben doch sicher ein paar Tipps, die Sie an
Autoren weitergeben können?
RB: Nicht jedem Trend hinterherlaufen. Möglichst nur über das schrei-
ben, von dem man Ahnung hat. Männer sollten nicht so viel über Gewalt
und Sex und Frauen nicht immerzu so "betroffen" schreiben.
USS: Vielen Dank für das Gespräch!
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Ursula Schmid-Spreer ist Lehrerin für Gesundheitsberufe (Zahnmedizin).
Als Ausgleich für den nicht immer ganz leichten Job schreibt sie gerne
- Briefe, Tagebuch und kleine Storys für ihre Tochter. Im Geestverlag
sind in einer Anthologie zwei Geschichten zum Thema Hoffnung von ihr
erschienen. Das Märchenbuch "Florian Floh" wurde im Thomas-Rüger-
Verlag veröffentlicht.
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ERFAHRUNGSBERICHT:
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(mailto:redaktion at team pt autorenforum de)
"Die Organisation der 1. Erzgebirgischen Lese-Schreiblusttage"
von Evi Lang
Wie bin ich auf die Idee gekommen, die 1. Erzgebirgischen Lese-
Schreiblusttage zu organisieren?
Angefangen hat alles vor drei Jahren mit der Axel Andersson Akademie
und dem festen Entschluss, meiner ewigen Schreiblust das notwendige
Handwerkszeug hinzuzufügen. Am Anfang war ich sehr skeptisch, bereut
habe ich es aber nie. Ich hatte zwei sehr gute Lektoren, die kritisch
waren und meine Schreiberei" in die richtigen Bahnen gelenkt haben.
Seitdem habe ich den Mut gefunden, meine Texte nicht mehr in der
Schublade verschwinden zu lassen, sondern aktiv zu werden und gezielt
nach Möglichkeiten der Veröffentlichung zu suchen. Heute schreibe ich
in meiner Freizeit häufig für die auflagenstärkste Zeitung Sachsens,
verfasse Kurzgeschichten für regionale Zeitschriften, übe mich im Hör-
spielschreiben und habe natürlich den Traum vom eigenen Buch.
Konzept und Förderer
Und so kam eines zum anderen. Neue Kontakte, neue Ideen und die Lust,
diese in die Tat umzusetzen. Im vorigen Jahr wurde ich gebeten, zu den
Mundarttagen ein Referat zu einem literarischen Thema zu halten. Das
war der Ausgangspunkt für meine Idee. Ich fand, man sollte Mundart und
hochdeutsche Literatur verknüpfen, um eine größere Zielgruppe zu er-
reichen. Und so habe ich diese Idee in meinen eigenen Heimatlandkreis
getragen.
Am Anfang stand ein umfassendes Konzept bis hin zu den Details, um zu-
erst meine eigenen Vorstellungen ordnen zu können. Es ist wichtig,
sich alsbald Verbündete zu suchen, zum Beispiel Förderer der Litera-
tur, Verleger, auch kulturinteressierte regionale Politiker, zum Bei-
spiel Bürgermeister.
Zu Anfang ist es ziemlich schwierig, sich als Noname" durchzusetzen.
Es wirkt sich auf jeden Fall positiv aus, wenn man bereits öffentlich
literarisch tätig ist und sich durch gute Arbeit einen ebenso guten
Namen macht. Man sollte andere begeistern können und aufnahmefähig für
Ideen sein. Und das kann man nur, wenn man selbst fest davon überzeugt
ist, dass man sein Vorhaben auch verwirklichen möchte. Dazu gehörte
bei mir, dass ich außer meinen eigenen Interessen etwas für unsere Re-
gion tun wollte, weil das Erzgebirge für mich ein ganz besonderes
Stück Heimat ist.
Förderanträge kann man beim zuständigen Landratsamt / Abteilung Kultur
oder dem zuständigen Kultur- und Tourismusbüro der Kreisstadt stellen.
Von dort erhält man dann weitere Hinweise zum Fördermittelverfahren.
Der Kultur- und Tourismusbetrieb hat unter anderem die Aufgabe, als
Koordinator und Organisator zwischen den verschiedenen Kultur- und
Tourismuseinrichtungen des Landkreises zu wirken.
Die Beantragung der Fördermittel sollte auf jeden Fall so zeitig wie
möglich erfolgen. Es gibt Fristen, und auch die Bearbeitung kann ziem-
lich lange dauern. Geduld, Diplomatie und Ausdauer gehören auf jeden
Fall dazu. In der Regel sollte man den Antrag bereits ein Jahr im Vor-
aus einreichen. Vergessen darf man auch nicht, dass Fördermittel stets
einen Eigenanteil, gemessen an der Höhe der beantragten Fördersumme,
enthalten. Man kann diesen Betrag selbst aufbringen oder muss sich
Sponsoren suchen. Ich hatte mich gezwungenermaßen für Letzteres ent-
schieden und musste die Erfahrung machen, dass man als Privatfrau, oh-
ne Verein im Rücken und mit neuer, unerprobter Idee, so gut wie keine
Chance hat, Sponsorengelder zu erhalten. Ich hatte aber das große
Glück, in der Stadt Zwönitz Verbündete zu finden, die mein Vorhaben
entschlossen unterstützten. Natürlich wurde als Veranstaltungsort auch
diese Stadt gewählt.
Einer der ersten praktischen Schritte ist es, die geeigneten Räumlich-
keiten zu suchen, die dem Vorhaben, aber auch der Zielgruppe entspre-
chen. Man muss bedenken, dass Teilnehmer auch von weiter her anreisen,
gut übernachten wollen und am nächsten Morgen nicht erst kilometerweit
bis zur Veranstaltung fahren wollen - und dass sie Hunger haben. Mit
leerem Bauch und müde lässt es sich nicht gut schreiben.
Werbung!
Wichtig ist umfassende Werbung. Viele würden gern mitmachen, wenn sie
wüssten, dass ein solches Projekt geplant ist. Auch Werben will ge-
lernt sein!
Ich denke, es ist unerlässlich, für die Zukunft zu denken. Sicher bin
ich als ehemalige Deutschlehrerin ein wenig vorbelastet, weiß aber,
dass gerade Kinder und Jugendliche gern ihre eigenen Ideen zu Papier
bringen, jedoch entsprechend motiviert sein wollen. Deshalb gehen alle
Teilnehmer der Lese-Schreiblusttage an die Schulen der Stadt und wer-
den dort im Rahmen des Projektes eine Kostprobe ihrer eigenen Texte
vorstellen. Für die Schüler gibt es einen Lese-Schreiblustwettbewerb,
der in dieser Unterrichtsstunde ausgeschrieben wird. Das ist also
schon die Fortsetzung meines Projektes, und vielleicht entdeckt ja der
eine oder andere dabei die Lust am Schreiben. Und sei es, dass er sich
in zehn Jahren daran erinnert und Stift und Papier in die Hand nimmt.
Auf jeden Fall sollte man schon längere Zeit vorher den Kontakt zu
Schulen und Deutschlehrern aufnehmen, denn jeder weiß ja, dass Lehrer
oft ziemlich gestresst sind. Man muss genügend Zeit für Kontakte, Ter-
mine und Absprachen einplanen und daran denken, Kontakte auch aufrecht
zu erhalten!
Das Programm
Die Teilnehmer der Lese-Schreiblusttage kommen aus ganz Deutschland
und Österreich, und auch im grenznahen Raum zu Tschechien besteht in-
zwischen Interesse.
Nicht alle kennen das Erzgebirge, und kein Mensch möchte zwei Tage
lang ununterbrochen nur hören, lesen und schreiben. Da ist es eine gu-
te Gelegenheit, in einer schöpferischen Pause, sagen wir am Nachmit-
tag, in einer alten Papiermühle der Stadt selbst Papier zu schöpfen
und dadurch gleich ein Stück des Erzgebirges kennen zu lernen. Auf je-
den Fall muss natürlich an das gedacht werden, was alle Autoren wollen
Texte schreiben, diese einem Publikum nahe bringen, veröffentlichen
und verkaufen. Deshalb wird als Abschlussabend eine öffentliche Lesung
stattfinden, in der alle Teilnehmer in einem bunten Mix eigene Texte
vortragen und an Büchertischen eigene Produkte anbieten können.
Die 1. Lese-Schreiblusttage finden am 3. und 4. September in Zwönitz /
Erzgebirge statt.
Workshops:
1. Literarische Stilmittel Arbeit in Gruppen
2. Was erwarten Verleger von Autorentexten? Es spricht ein Verleger
der Region.
3. Entwicklungsschwerpunkte der Mundart Es spricht eine wissen-
schaftliche Mitarbeiterin der Sächsischen Landesstelle für Volkskul-
tur.
Kontakt und kompletter Ablaufplan bei: Evi Lang,
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. , Telefon: (0 37 21) 88 07 15
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FRAGEN SIE HONEYBALL, LEKTOR UND AUTORENFRESSER:
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(mailto:redaktion at team pt autorenforum de)
Hi Honey,
ich fände es echt megageil, wenn du mir sagst, wie ich noch mehr Bü-
cher verkaufen kann. Soll ich fremdgehen, lamour pur, oder den Thomas
verkloppen?
Liebe Grüße
Dieter B.
PS: Du bist für mich ohne Scheiß der Lektor-Superstar!
++++++++++
Lieber Dieter,
da habe ich einen leicht zu befolgenden Rat für dich: Sei einfach du
selbst, ein unmusikalischer, doch geschäftstüchtiger Macho mit großer
Klappe, der den schlechten Geschmack der Leute ausnutzt. Und sei es
schnell. Ich freue mich schon, darüber zu lesen.
Herzlichst
Dein Honey
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Stephan Waldscheidt, Jahrgang 67. Freier Autor und Texter. Mehr von
ihm und von seinem Alter Ego Honeyball auf http://www.waldscheidt.de.
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GLOSSE:
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(mailto:redaktion at team pt autorenforum de)
"Punkt und aus - Ein Monolog über das Letzte"
von Tatjana Stern
Prima, prima. Ein Manuskript von 400 Seiten steht. Da schuftet man so
lange dran, schwitzt und schwadroniert, bis einem der Buchstabensalat
zu den Ohren herausquillt, und hält dann endlich das Ergebnis in den
Händen. Eine tolle Sache, wenn ich nur wüsste, wie der abschließende
Satz lauten soll! Ich meine, kann es wirklich sein, dass man nach 400
Seiten, direkt vor dem letzten Satz, eine Schreibsperre kriegt? Was
hält mich davon ab, diesen einen letzten Satz zu schreiben? Nichts!
"... alle waren nun in Sicherheit, und sie flogen dem Sonnenuntergang
entgegen."
Igitt, wie kitschig! So einfach ist das wohl gar nicht! Schließlich
entlässt der letzte Satz den Leser aus dem Buch, und deshalb wird die-
ser verflixte letzte Satz auch ein gutes Stück prägen, wie sich der
Leser an das Buch erinnert. Eine wichtige Sache also, dieser letzte
Satz. Der Schlusssatz. Er muss wichtig klingen, tief klingen, nahezu
ozeantief.
"... alle waren nun in Sicherheit, und sie hatten mit ihrer mutigen
Tat die ganze Welt vor der Vernichtung gerettet; jetzt war es Zeit, in
den Sonnenuntergang zu fliegen, um nach anderen Welten zu suchen, die
ebenfalls ihre Hilfe benötigten."
Oder vielleicht sollte man es besser geheimnisvoll machen? Damit der
Leser Lust auf eine eventuelle Fortsetzung hat?
"... alle waren nun in Sicherheit das glaubten sie zumindest."
Huh, klingt gut, was?! Doch will ein Leser am Ende des Buches noch
einmal so ins kalte Wasser gestoßen werden? Quält ihn dann nicht die
Sorge um seine Helden? Wird er mich deshalb vielleicht hassen?
"... jeder Einzelne von ihnen war nun für immer und ewig in absoluter
Sicherheit."
Da war der Anfang ja kinderleicht dagegen! Denn da hatte ich noch 400
Seiten vor mir, die den ersten Satz erklären und vervollständigen
konnten. Jetzt habe ich nichts mehr, keine Chance. Der letzte Satz ist
der letzte Satz.
Oder soll ich ihn einfach weglassen? Es kann ja auch der vorletzte
Satz der letzte sein. Aber wäre das nicht feige? Ich drücke mich doch
nicht vor einem einzigen Satz! Nach 400 Seiten voll mit seinen Kolle-
gen werde ich doch jetzt vor ihm nicht kneifen!
"... und so ging das Abenteuer zu Ende."
Basta!
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Tatjana Stern ist Autorin aus Leidenschaft und schreibt unter Pseudo-
nymen in verschiedenen Genres. Sie nimmt sich selbst als Schrift-
stellerin nicht immer so ernst und verfasst deshalb gerne satirische
Essays über das bewegte und bewegende Autorendasein. Kontakt unter:
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. .
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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -
keine Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für Lit-
eraturagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind
daher zwecklos.
Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.
Drehbuch: Oliver Pautsch
mailto:drehbuch at experte pt autorenforum de
Fandom: Thomas Kohlschmidt
mailto:fandom at experte pt autorenforum de
Fantasy: Stefanie Bense
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Heftroman: Arndt Ellmer
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Historischer Roman: Titus Müller
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Kinderbuch: Gabi Neumayer
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Kriminalistik: Nikola Hahn
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Lesungen: Rüdiger Heins
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Literaturagenturen: Petra Hermanns
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Lyrik: Martina Weber
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Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer
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Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff
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Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss
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Schreibgruppen: Ute Hacker
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Schreibhandwerk: Ute Hacker
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Sciencefiction: Andreas Eschbach
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Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi
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Übersetzung: Barbara Slawig
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Verlagswesen: Bjørn Jagnow
mailto:verlagswesen at experte pt autorenforum de
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR LYRIK:
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Martina Weber (mailto:lyrik at experte pt autorenforum de)
Frage:
Ich beschäftige mich derzeit mit dem Schriftsteller und Philosophen
Pavel Florenskij und seinen Briefen über "der pfeiler und die grund-
feste der wahrheit". Ich möchte Florenskijs Gedanken in eine lyrische
Form bringen. Wie weit darf man sich dem Werk eines anderen nähern
bzw. Bezug darauf nehmen? Ist das etwa eine Gratwanderung oder doch
ein "schlechter Stil"?
Antwort:
Ich habe den Eindruck, es geht Ihnen hier nicht um die urheberrechtli-
che Seite, sondern um eine Einschätzung aus literarischer Sicht. Aus
literarischer Sicht halte ich das Projekt für bedenklich. Wer die
Gedanken eines andern in eine lyrische Form bringt, muss mit dem Vor-
wurf rechnen, nichts Eigenes, nichts Neues geschaffen zu haben. Die
LeserInnen Ihrer Gedichte könnten auf die Idee kommen, statt Ihrer Ge-
dichte die Briefe Pavel Florenskijs zu lesen, und sie könnten diese
Briefe interessanter finden als Ihre Arbeit.
Wer philosophische Gedanken in eine lyrische Form bringen möchte, muss
sich den grundlegenden Unterschied von Philosophie und Poesie klar ma-
chen: Philosophie arbeitet mit Begriffen und Abstrakta, die Poesie mit
Sinnlichkeit und Anschaulichkeit. Philosophie zielt auf unseren Ver-
stand, die Poesie auf unser Gefühl.
Aus meiner Sicht lohnt es sich nicht, diese Arbeit mit dem Ziel einer
Veröffentlichung anzugehen. Vielleicht wäre es eine Alternative für
Sie, sich nur einige besonders faszinierende Gedankenanregungen aus
den Briefen Florenskijs zu holen und etwas ganz Eigenes daraus zu ma-
chen.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Martina Weber ist Herausgeberin des Anfang Oktober erscheinenden Ban-
des "Zwischen Handwerk und Inspiration. Lyrik schreiben und veröffen-
tlichen". Mit Beiträgen von Inger Christensen, Kurt Drawert, Norbert
Hummelt, Kerstin Hensel und Anton G. Leitner, Federweltverlag, ca. 200
Seiten, 14,80 Euro. Näheres siehe http://www.federwelt.de.
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SCHREIBHANDWERK:
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Ute Hacker (mailto:schreibhandwerk at experte pt autorenforum de)
Frage:
Meine Protagonistin ist Apothekerin, die Medikamentenmissbrauch be-
treibt. Sie besorgt beispielsweise ein Herzmedikament, obwohl sie
weiß, dass es für andere Zwecke eingesetzt wird. Darf ich die Medika-
mente namentlich benennen, oder darf ich nur, wie in diesem Fall,
Herzmedikament" schreiben?
Antwort:
Ich würde auf keinen Fall einen Markennamen verwenden, damit handeln
Sie sich womöglich riesigen Ärger ein, selbst wenn aus dem Zusammen-
hang klar wird, dass es die Apothekerin ist, die das Medikament wis-
sentlich falsch eingesetzt hat, und nicht der Pharmakonzern. Verwenden
Sie einfach den Wirkstoff (z. B. Digitalis), oder - wenn der Wirkstoff
nicht bekannt ist lassen Sie sich von einem Apotheker eine passende
Umschreibung geben.
Notfalls müssen Sie zu etwas Banalem wie "ein Mittel gegen Bluthoch-
druck" greifen. Oder Sie erfinden einen Namen, das geht natürlich
auch. Aber recherchieren Sie dazu gut, ob es den nicht irgendwo gibt.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Ute Hacker schreibt vorwiegend Kurzgeschichten für Kinder und Erwach-
sene. 2002 erschien ihr erster Kriminalroman Schwabinger Schatten"
beim Vertigo Verlag (als Billie Rubin). Sie ist Mitglied der Autorin-
nengruppe München (1997 von ihr gegründet) und der International Onli-
ne Writing Group. Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Kriminalroman.
Mehr Informationen auf http://www.utehacker.de.
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FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH:
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Oliver Pautsch (mailto:drehbuch at experte pt autorenforum de)
Frage:
Was tun, wenn ein bekannter Fernsehsender auf der Homepage zwar an-
gibt, verlässlich binnen x Tagen zu antworten, wenn er neue Konzepte
angeboten bekommt, aber dann hört man wochenlang nichts? Angebot defi-
nitiv zurückziehen, weil man sich von solchem Geschäftsgebaren zurück-
ziehen will? Mir ist aber durchaus klar, dass gerade Geduld im Dreh-
buchgeschäft gefordert ist, und sehr wohl, dass man nicht sofort mit
Antwort rechnen kann (zumal sich die Angebote anderer Autoren auch
stapeln ...).
Antwort:
Zwischen Internetpräsenz und Redaktionsalltag eines Senders liegen
(Abteilungs-)Welten. Auf das Versprechen der Homepage ist m. E. kein
Verlass. Hier würde ich, nach einer großzügigen Wartezeit, zunächst
eine Anfrage in der Redaktion empfehlen. Auf keinen Fall den Stoff zu-
rückziehen. Das wäre voreilig, klingt beleidigt und schließt Türen e-
her. Vielleicht kennt RedakteurIn das Antwortversprechen der Webmaster
nicht, oder die Zeitvorgabe könnte schlicht unrealistisch sein? Eine
höfliche Anfrage klärt das sicher.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer,
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft. Spä-
ter ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber di-
rekt für die Brange schreiben. Es entstanden Drehbücher für Kurzfilme,
Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film.
http://www.drehbuchautoren.de/Autoren/meinautor.php?ID=164
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KRIMINALISTIK:
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Nikola Hahn (mailto:kriminalistik at experte pt autorenforum de)
Frage:
Bisher habe ich Märchen und Kinderbücher geschrieben. Eine Krimi-
Kurzgeschichte konnte ich in einer Antho unterbringen. Deshalb würde
ich mich gerne einmal an das Genre Krimi heranwagen. Welche Bücher
sollte ich lesen, um das "Handwerkszeug" zu erlernen? Worauf muss ich
achten? Muss auf der ersten Seite schon eine Leiche sein?
Antwort:
Ich gehe davon aus, dass du mit "Handwerkzeug" Schreibratgeber zum
Thema Krimischreiben und Literatur zur Polizeiarbeit meinst?
Zunächst zum Thema "Krimis schreiben": Grundsätzlich gilt für einen
Krimi das Gleiche wie für alle Unterhaltungsromane, was die Charakte-
risierung von Personen, das Dialogschreiben, die Wahl der Erzählper-
spektive - und ganz wichtig - den Aufbau von Spannung angeht. Deshalb
braucht sich deine Auswahl an Schreibratgebern nicht auf spezielle
"Krimihandbücher" zu beschränken.
Mein Favorit unter den Schreibhandbüchern und auch für Krimischreiber
interessant ist Sol Steins "Über das Schreiben", weil hier wirklich
alle Bereiche des unterhaltenden belletristischen Schreibens ausführ-
lich und anschaulich erklärt werden. Ich habe das Buch schon mehrfach
gelesen und finde immer wieder Neues darin. Einen guten Einblick spe-
ziell ins Genre "Krimi" bieten die Bücher "Crime. Kriminalromane und
Thriller schreiben" von Larry Beinhart und "Das Wort zum Mord - Wie
schreibe ich einen Krimi?" aus dem Argument-Verlag. Beinhart ist
selbst erfolgreicher Krimiautor und plaudert sozusagen aus dem Näh-
kästchen; in "Das Wort zum Mord" werden die Bausteine des Genres von
verschiedenen Autoren unter die Lupe genommen. Außerdem bietet das
Buch nicht nur Theorie, sondern auch Übungen.
Wenn du nach der Lektüre der beiden Bücher noch Lust auf mehr hast,
empfehle ich dir "Krimis schreiben. Ein Handbuch der Private Eye Wri-
ters of America" mit Texten verschiedener Autoren zum Thema Krimi-
schreiben. Behandelt werden unter anderem Handlung und Struktur, Gen-
reüberschreitungen, und es findet sich sogar - für dich sicher beson-
ders interessant - ein Abschnitt über Short Storys.
Was die Polizeiarbeit angeht, gibt es für Krimiautoren verschiedene
"Herangehensweisen", und die Leiche muss mitnichten immer gleich am
Anfang auf dem Parkett liegen! Allerdings wäre ein Krimi kein Krimi,
wenn nicht irgendwo gemordet oder es zumindest versucht würde (wobei
es Ausnahmen gibt, aber das würde zu weit führen). Viel wichtiger als
das Wann ist das Wie, also der Spannungsaufbau in deiner Geschichte,
denn Leser verzeihen einem Krimi vieles, nur eines nicht: Langeweile!
Da du deine Frage an mich als Kriminalistik-Expertin gerichtet hast,
gehe ich davon aus, dass du konkrete Tipps zur Polizeiarbeit erwar-
test. Wie weit du in die kriminalistischen Feinheiten "einsteigen"
musst, ergibt sich unmittelbar aus deiner Geschichte. Ein Krimi muss
ja nicht unbedingt im Polizei-Milieu angesiedelt werden: Detektiv kann
jede(r) sein. Natürlich kann man sich einen Haufen Recherchearbeit
sparen, wenn man den oder die Ermittler/in in der Ich-Perspektive als
Herr oder Frau Jedermann agieren lässt, die von Polizeiarbeit so viel
Ahnung haben wie die berühmten Hinz und Kunz. Wenn die Arbeit der
(Kriminal-)Polizei aber Thema deines Krimis sein soll, wenn sogar ein
Kriminalbeamter Hauptfigur ist, kommst du nicht umhin, dich eingehend
mit der Arbeit der Polizei zu befassen, damit dir die Leser die Story
auch abnehmen.
Kriminalistische Tatortarbeit, Rechtsmedizin, Die Spur, Kriminalisti-
sches Denken, Todesermittlungen - all das sind Titel von Handbüchern,
die zum Thema Kriminalistik im Verlag Huethig erschienen sind. Die Bü-
cher behandeln die jeweiligen Themen fundiert und praxisnah, und was
ganz wichtig ist: Man kann sie auch als Laie sehr gut verstehen. Glei-
ches gilt für die Publikationen zum Thema Kriminalistik, die im Boor-
berg-Verlag erscheinen, so zum Beispiel das "Handbuch der Kriminalis-
tik".
Zu Fragen der Polizeiorganisation lohnt es sich, bei der jeweiligen
Pressestelle des Polizeipräsidiums nachzufragen, in dessen Dienstbe-
zirk du deinen Ermittler agieren lassen willst. Die Polizei ist in
Deutschland Ländersache, und nicht alles, was ich hier in Hessen ma-
che, wird auch in Bayern praktiziert - und umgekehrt. Wenig lohnens-
wert ist es, "einfach so" bei irgendeiner Polizeidienststelle anzuru-
fen. Die Beamten auf den Revieren und in den Kommissariaten haben
meistens nicht nur keine Zeit, sondern sind auch mit solchen Anfragen
überfordert. Bei den Polizeipressestellen jedoch sitzen (grundsätz-
lich) Beamte, die es gewohnt sind, mit öffentlichen Anfragen umzuge-
hen.
Eine weitere, insbesondere für spezielle Fragen sehr gut geeignete Re-
cherchemöglichkeit ist das Internet. Es gibt mittlerweile eine große
Anzahl an Polizeidienststellen, die online sind (eine Auswahl findest
du auf meiner Website http://www.nikola-hahn.de unter "Links - Poli-
zei"), und darüber hinaus bieten Suchmaschinen, allen voran Google,
Treffer zu fast allen Suchbegriffen. Ich habe vor einiger Zeit mal zum
Thema Todeszeitermittlung etwas gesucht und bin sofort bei Google fün-
dig geworden - und das, obwohl ich wahrlich jede Menge Polizeilitera-
tur im Regal stehen habe.
Zum Schluss noch ein besonderer Tipp: Wenn du Krimis schreiben willst,
solltest du auch welche lesen! Und zwar möglichst "querbeet". Du wirst
dabei nicht nur feststellen, dass es innerhalb des Genres viele mögli-
che Varianten gibt, den Mord in Szene zu setzen, sondern auch, welche
Art zu morden dir die literarisch angenehmste ist. Denn nur, was du
gern schreibst, wird auch gern gelesen. Deshalb zu allerletzt noch ein
Zitat aus dem Handbuch der Private Eye Writers, das dich hoffentlich
motiviert, gleich mit dem Schreiben anzufangen: "Denken Sie einfach
immer daran, dass eine gut geschriebene Geschichte eine gut geschrie-
bene Geschichte ist - ganz gleich, in welchem Genre sie angesiedelt
ist. Es kommt allein darauf an, wie Sie Ihr Thema angehen und wohin
die Reise gehen soll." (S. 249) Also warum nicht mal die Eisenbahn aus
dem Märchenland ins Mörderland nehmen?
Hier noch mal die genannten Bücher und Links:
Bücher zum Thema Krimi/Schreiben
................................
- Larry Beinhart: Crime. Kriminalromane und Thriller schreiben, Auto-
renhaus Verlag, 2003
- Anja Kemmerzell, Else Laudan (Hrsg.): Das Wort zum Mord. Wie schrei-
be ich einen Krimi?, Argument Verlag, 1999
- Robert J. Randisi (Hrsg.): Krimis schreiben. Ein Handbuch der Priva-
te Eye Writers of America, Zweitausendeins, 1999
- Sol Stein: Über das Schreiben, Zweitausendeins, 1997 (nur direkt bei
Zweitausendeins erhältlich)
Verlage, die Bücher zum Thema Kriminalistik publizieren
.......................................................
- Kriminalistische Tatortarbeit, Rechtsmedizin, Die Spur, Kriminalis-
tisches Denken, Todesermittlungen. Alle: Verlag Huethig,
http://www.huethig-jehle-rehm.de (Rubrik: Bücher, Loseblatt, CDs -
Strafrecht ... Kriminalistik)
- http://www.boorberg.de
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Nikola Hahn ist Kriminalhauptkommissarin und Fachlehrerin an der Hes-
sischen Polizeischule in Wiesbaden; nebenberuflich arbeitet sie als
Autorin mit dem Schwerpunkt historische Kriminalromane. Informationen
im Internet: http://www.nikola-hahn.com.
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FRAG DEN EXPERTEN FÜR LESUNGEN:
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Rüdiger Heins (mailto:lesungen at experte pt autorenforum de)
Frage:
Mit Lesungen verdient man Geld, und Lesungen bringen einen ganz dicht
ans Publikum. Ich schreibe Kinder- und Jugendromane [...] und finde es
furchtbar schwer, an Lesungen dranzukommen. Was für Möglichkeiten kön-
nen Sie mir empfehlen?
Antwort:
Orte gibt es sicherlich viele, an denen Sie Ihre Texte vortragen könn-
ten, aber ob sie da auch wirklich mit unserem Vorhaben willkommen
sind, ist eine andere Frage.
Ein geeigneter Ort für eine Lesung ist wahrscheinlich die Bibliothek
Ihrer Heimatstadt. Bibliotheken sind die klassischen Orte, an denen
sich AutorInnen der Öffentlichkeit präsentieren. Außerdem sind Biblio-
theken auch auf der professionellen Ebene mit dem Setting ausgestat-
tet, dessen es für eine Veranstaltung dieser Art bedarf.
Ich empfehle Ihnen außerdem, sich mit dem Friedrich Bödecker Kreis in
Mainz in Verbindung zu setzen (Bundesverband der Friedrich Bödecker
Kreise e. V., Fischtorplatz 23, 55116 Mainz). Der Bödecker Kreis ist
in einzelne Landesverbände untergliedert, die vor allem Schullesungen
koordinieren. Vermutlich ist das für die Planung Ihrer Lesungen eine
gute Adresse.
Sie könnten sich unabhängig davon auch mit verschiedenen Kindergärten
Ihrer Region in Verbindung setzen. Dort gibt es ebenfalls immer wieder
Möglichkeiten, Lesungen zu veranstalten.
Kinder im Elementarbereich wünschen sich Märchen, Fantasie-Geschichten
oder einfache Erzählungen, die auf ihrem Entwicklungsstand erfahrbar
sind. Bei den Schulen kommt es auf die Schulform an. Lesen Sie in ei-
ner Grundschule oder einer Hauptschule, einer Sonderschule oder einem
Gymnasium? Auch hier empfiehlt es sich, zielgruppenorientiert vorbe-
reitet zu sein. Suchen sie sich also im Kindergarten- oder Schulbe-
reich ganz bewusst eine Zielgruppe aus, mit der Sie mit Ihren Texten
in Korrespondenz treten möchten.
Einerlei, wo Ihre Lesung stattfindet, sollte zunächst darauf geachtet
werden, dass der Lesungsort eine zentrale Lage hat, denn er muss auch
mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Der Ort darf keine
abschreckende Wirkung haben, denn Sie wollen ja, dass Menschen zu ih-
ren Lesungen kommen.
Bei so viel Vorbereitung und Arbeit taucht natürlich auch die Frage
auf: Was bekomme ich als Honorar für eine Autorenlesung?" Auf diesem
Gebiet gibt es unterschiedliche Antworten. Die denkbar ungünstigste
Antwort von Veranstaltern ist: Seien Sie doch froh, dass Sie über-
haupt bei uns lesen dürfen!" Diese Antwort möchte ich nicht weiter a-
nalysieren. Aber bei Veranstaltern, die keine Honorare auszahlen,
sollten Autoren grundsätzlich nicht lesen.
Der VS (Schriftstellerverband) empfiehlt ein Honorar von 250 Euro pro
Autorenlesung. Im Bedarfsfall kommen zum Honorar noch Fahrtkosten und
Übernachtungskosten hinzu.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Rüdiger Heins lebt in Bingen und ist Gründer und Studienleiter des IN-
KAS Instituts für Kreatives Schreiben mit Sitz in Bad Kreuznach. Für
seine literarische Arbeit erhielt er Preise und Stipendien, zuletzt
den Mannheimer Literaturpreis und 2004 ein Auslandsstipendium der Gun-
nar Gunnarson Stiftung in Island. Mehr erfahrt ihr auf den Websites
www.ruedigerheins.de und www.inkas-id.de.
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HALL OF FAME:
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(mailto:redaktion at team pt autorenforum de)
Ja, die Lage auf dem Buchmarkt ist schwierig, und manchmal glaubt man,
man wird es nie schaffen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber andere
schaffen es ja auch!
Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald einmal
vorstellen können.
Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema:
.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi-
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin-
gen.
.......
Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei-
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte
unter dem Betreff "Hall of Fame" an mail-
to:redaktion at team pt autorenforum de. Wir können ausschließlich Meldungen
berücksichtigen, die nach dem obigen Schema gemacht werden!
++++++++++
Boris Koch: "Der Mann ohne Gesicht - 100 unglaubliche Geschichten",
Festa-Verlag, 2004. Sammlung mit 100 modernen Sagen.
Oliver Pautsch: "Mordgedanken", Jugendkriminalroman in der Reihe LABY-
RINTHE-KRIMI, Thienemann-Verlag, 2004. Jan liebt Mona, doch sie ver-
schwindet spurlos. Jan muss Mona finden!
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit
getrennter Mail kommt!
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Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de erwünscht.
Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt werden. Das Urheber-
recht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.
Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an:
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Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse
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I M P R E S S U M
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Herausgeber:
Ramona Roth-Berghofer mailto:public.relations at team pt autorenforum de
Gabi Neumayer mailto:redaktion at team pt autorenforum de
Stefan Schulz mailto:webmaster at autorenforum de
Thomas Roth-Berghofer
mailto:Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum de
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