Editorial
Hall of Fame
Neues aus der Buchszene
Praxistipp
„Schreiben lernt man nur durchs Schreiben“
von Jurenka Jurk
Autorenwissen
„Bücher und Literatur 2: Warum lesen wir? Die neurologischen Grundlagen“
von Hans Peter Roentgen
Impressum
Liebe Autor*innen,
was passiert beim Lesen im Gehirn? Hans Peter Roentgen zeigt es uns im zweiten Teil seines Artikels zu spannenden Erkenntnissen aus der Hirnforschung, die uns Autor*innen weiterbringen können.
Der Praxistipp von Jurenka Jurk gibt Tipps dazu, wie man Schreiben am besten lernt: durch Schreiben!
Außerdem hat Ramona Roth-Berghofer mit dem ... oder vielmehr: IM Netz nach aktuellen Infos für Autor*innen gefischt.
Zitat des Monats, diesmal von Oliver Markus:
The secret to good writing is to use small words for big ideas, not to use big words for small ideas.
Zahlreiche Expert*innen, die für den Tempest schreiben, geben ihr Wissen und Können auch in Seminaren weiter. Schmökert doch mal im zweiten Teil des Tempest (wenn ihr ihn abonniert habt)! Worin seid ihr Expert*innen? Schreibt uns gern, wenn ihr auch etwas zum Tempest beitragen wollt.
Gabi Neumayer
Chefredakteurin
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ISSN 1439-4669 Copyright 2026 autorenforum.de. Copyright- und Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
INHALT DIESER AUSGABE
TEIL 1
Editorial
Hall of Fame
Neues aus der Buchszene
Praxistipp
„Schreiben lernt man nur durchs Schreiben“
von Jurenka Jurk
Autorenwissen
„Bücher und Literatur 2: Warum lesen wir? Die neurologischen Grundlagen“
von Hans Peter Roentgen
Impressum
TEIL 2 (in separater E-Mail, falls ebenfalls abonniert)
Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
HALL OF FAME (
Die „Hall of Fame“ zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest. Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen können.
Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!) nach diesem Schema:
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AutorIn: „Titel“, Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage-Adresse.
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Ein Beispiel (!):
Johanna Ernst: „Der Fall der falschen Meldung“, Hüstel Verlag 2015, Mystery-Thriller. Dann noch 60 Zeichen - und keins mehr! Inklusive Homepage!
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Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.
ACHTUNG!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen muss, Lektorat bezahlt o. Ä.
Schickt eure Texte unter dem Betreff „Hall of Fame“ an d
Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten. Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall ist, werden nicht mehr verschickt!
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NEUES AUS DER BUCHSZENE (
Wir leben in turbulenten Zeiten, die Buchbranche ist in Bewegung wie nie zuvor. Ob es nun um KI geht, die zunehmende Digitalisierung des Marktes oder all die neuen Chancen und Möglichkeiten, die sich Verlagsautoren und professionellen Selfpublishern bieten: Eine Nachricht jagt die nächste. Damit ihr den Überblick behaltet und nichts Wichtiges verpasst, fassen wir hier alle interessanten Links zusammen, die uns jeden Monat ins Auge fallen - natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Verlage / Buchmarkt / Buchhandel
Umfrage: Nutzen Sie die #BookTok-Bestsellerlisten für Ihre Buchhandlung?
Thalia kommt in die Mainzer Innenstadt
Berlin: Dussmann das KulturKaufhaus kommt ins KaDeWe.
Tiny Books - physisch sichtbare Hörbücher für Selfpublisher.
Verlagsgruppe HarperCollins verzichtet auf Frankfurter Buchmesse.
Buchbranchen-Update: Zahlen zu Denis Schecks Verrissen; ChatCPT und das Urheberrecht; Bologna.
DuMont Buchverlag lud Buchhändler:innen zu sich ein.
Auszeichnungen / Preise
Berman Literature Prize an Hélène Cixous.
Literaturszene / Politik
Hessen schreibt erstmals queeres Kinder- und Jugendbuchstipendium aus.
Frauenzählen reicht nicht: Macht und Sichtbarkeit im Literaturbetrieb.
Frankreich: Paukenschlag: 170 Autoren verlassen Verlag.
PRAXISTIPP (
Kurz und knackig: Hier findet ihr Tipps aus jedem Bereich des Schreibens und Veröffentlichens. Teilt eure eigenen Tipps doch auch mit unseren Leser*innen!
„Schreiben lernt man nur durchs Schreiben‟
von Jurenka Jurk
Nutze jeden Text, den du schreibst, als Trainingsfeld. Verfasse mehrere Varianten einer Szene, kürzer, länger, aus einer anderen Perspektive. Nimm einen Impuls und schreibe drauflos. Probiere Dinge aus, ohne sie gleich zu bewerten. So lernst du, was für dich funktioniert. Jeder Text bringt dich weiter, auch wenn er nie veröffentlicht wird.
Auch eine Rohfassung ist kein Endergebnis, sondern „nur“ ein Schritt zum veröffentlichungsreifen Manuskript. Kein Autor hat mit der ersten Version einen Bestseller geschrieben. Entwicklung entsteht durch Übung, nicht durch Zaudern. Schreib mutig, spielerisch und regelmäßig. Aus jedem Versuch nimmst du etwas mit, selbst aus denen, die du später zerknüllst.
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Der Tipp stammt aus dem Buch „Bestseller schreiben wie Fitzek, Link, Adler-Olsen u. v. m.“, romanschule.de/temp-buch
AUTORENWISSEN (
„Bücher und Literatur 2: Warum lesen wir? Die neurologischen Grundlagen“
von Hans Peter Roentgen
Das Gehirn arbeitet beim Lesen mit erstaunlichen Fähigkeiten, damit uns Geschichten antörnen. Wie schon im ersten Teil [im April-Tempest] beschrieben, liebt es auch bei Geschichten Überraschungen, wie in der Musik. Auch beim Lesen eilt es ständig voraus, macht Voraussagen, was als Nächstes kommen wird. Aber es liebt eben auch, wenn es überrascht wird - dann springt es richtig an. Nach einer Folge bekannter Ereignisse muss etwas Unerwartetes kommen; eine Abweichung von dem, was das Gehirn vorausgesagt hat.
Schund und Heftchenromane
Gerne urteilen Menschen über bestimmte Genres: „Das ist Schund, da passiert immer das Gleiche!‟ Tatsächlich gibt es in jedem Genre Handlungen und Personen, die sich wiederholen.
Auf der Criminale war ich auf einem Workshop über die Heftchenromanserie „Jerry Cotton‟. Dieser FBI-Agent ist in jedem Heft der gleiche, er altert nicht, er ändert sich nicht. Dennoch darf in den Heftchen nicht immer das Gleiche passieren, sonst floppen sie. Die Kunst ist hier, mit vorgegebenem Material (Jerry Cotton, das FBI etc.) eine neue Geschichte zu schreiben. Deshalb sind in den Heftchen gerade die Bösewichte die interessantesten Figuren. Sie sind mitsamt ihrer unterschiedlichen Verbrechen das, was sich von Geschichte zu Geschichte ändert. Heftchenromane zu schreiben ist deshalb eine Kunst für sich.
Über den Blues hat mal ein Musiker gesagt: „Der Blues besteht nur aus drei Akkorden, aber es kommt darauf an, was du daraus machst.‟ Und unzählige Bluesmusiker haben bewiesen, dass sie damit immer Neues komponieren können. Nicht anders funktionieren Heftchenromane.
Ein vorgegebener Rahmen sorgt dafür, dass der Leser weiß, was geschehen wird. Bis dann etwas Unerwartetes passiert, dass das Hirn nicht voraussehen konnte.
Deshalb glaube ich auch nicht, dass KI Heftchenromane völlig auf sich gestellt schreiben kann. Allerdings kann es – als Sparringspartner eines erfahrenen Autors - sehr viel Zeit sparen.
Was passiert beim Lesen im Hirn?
Erst einmal müssen natürlich die Sprachzentren aktiv werden, um Grammatik, Struktur und Bedeutung zu entschlüsseln. Dann lässt der Text einen Film im Kopf ablaufen (mentales Kino). Das Hirn simuliert die Geschichte. Auch das sieht man im MRT.
Als Zweites treten die Zentren in Aktion, die auch im echten Leben die entsprechenden Aktionen steuern. Schildert der Text eine Verfolgungsjagd, aktivieren sich die Zentren für Bewegung und Sinneswahrnehmung („emboddied cognition‟). Die Leserin „läuft mit‟. Dass „Show, don’t tell‟ beim Erzählen so wichtig ist, hat hier seinen Grund.
Das Dritte sind die emotionalen Zentren, die auf Spannung, Angst, Freude und alle anderen Gefühle reagieren. Auch hier fiebert das Hirn mit, erlebt die Gefühle, als würde alles real geschehen.
Das setzt allerdings eine gute Geschichte voraus. Behauptungen wie „Er hatte Angst‟ lösen diese Gefühle nicht aus. Da müssen in der Geschichte schon Dinge passieren, die der Leserin auch im echten Leben einen Schauer über den Rücken laufen lassen.
Theory of Mind (TOM)
Theory of Mind ist das Vermögen, die Ursachen des Verhaltens anderer zur verstehen. Teilweise überschneidet sich der Begriff mit dem Begriff „Empathie‟: Menschen sind in der Lage, mit anderen Menschen mitzufühlen, sich in sie hineinzuversetzen.
Es gibt im Kopf eigene Bereiche, die dafür zuständig sind. Und gute Geschichten sprechen genau diese Bereiche an - als ob die Figuren in der Geschichte lebendige Figuren wären, die den Lesern gegenüberstehen.
Merken Sie etwas? Das Hirn vollbringt beim Lesen eine ganze Menge intellektueller und emotionaler Leistungen. Kein Wunder, dass Experimente zeigen, dass starke Leser sich besser in andere Personen hineinversetzen können. Und auch kein Wunder, dass es für Kinder so wichtig ist, dass ihnen vorgelesen wird und dass man ihnen Geschichten erzählt.
Links und Literatur
Wolf, Maryanne (2007): „Proust and the Squid: The Story and Science of the Reading Brain‟. New York: Harper. Deutsch: Wolf, Maryanne (2009): „Das lesende Gehirn. Wie der Mensch zum Lesen kam – und was es in unseren Köpfen bewirkt‟. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag
Wolf, Maryanne (2018): „Reader, Come Home: The Reading Brain in a Digital World‟. New York: Harper
Gottschall, Jonathan (2012): „The Storytelling Animal: How Stories Make Us Human‟. Boston/New York: Houghton Mifflin Harcourt
Cron, Lisa (2012): „Wired for Story: The Writer’s Guide to Using Brain Science to Hook Readers from the Very First Sentence‟. Berkeley: Ten Speed Press
[Im dritten Artikel zum Thema im Juni-Tempest schauen wir uns an, was das Hirn beim Schreiben alles leistet.]
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Hans Peter Roentgen ist Autor der Bücher „Vier Seiten für ein Halleluja“ über Romananfänge, „Drei Seiten für ein Exposé“, „Schreiben ist nichts für Feiglinge“ und „Klappentext, Pitch und weiteres Getier“. Außerdem hält er Schreibkurse und lektoriert.
UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN
Bitte schickt den Expert*innen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - keine Manuskripte zur Beurteilung. Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber gelöscht wird.
Fragen (anonymisiert) und Antworten werden in der Regel hier im Tempest veröffentlicht, damit auch andere Autor*innen davon lernen können. Wer das aber nicht möchte, schreibt das bitte ausdrücklich dazu.
| Drehbuch | Oliver Pautsch | |
| Fantasy | Stefanie Bense | |
| Heftroman | Arndt Ellmer | |
| Historischer Roman | Titus Müller | |
| Kinder- und Jugendbuch | Sylvia Englert | |
| Kriminalistik | Kajo Lang | |
| Lyrik | Martina Weber | |
| Marketing | Maike Frie | |
| Sachbuch | Gabi Neumayer | |
| Schreibaus- und -fortbildung | Uli Rothfuss | |
| Schreibhandwerk | Ute Hacker | |
| Science-Fiction | Andreas Eschbach |
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, den ihr separat abonnieren müsst.
Einsendeformalien
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de - nach Rücksprache - erwünscht. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.
Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an:
Herausgeber*innen
Gabi Neumayer (
Ramona Roth-Berghofer (
Stefan Schulz (
Thomas Roth-Berghofer (
Susanne Schloßmacher (
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