Als ausgebildete Drehbuchautorin habe ich vor über einem Jahr Treatments an die ARD- und ZDF-Redaktionen geschickt. Ich habe keine Antwort bekommen. Hätte ich mich von vornherein an eine Produktionsfirma wenden müssen?

Als ausgebildete Drehbuchautorin – bisher völlig erfolglos, aber mit vielen Übungstexten – habe ich vor über einem Jahr Treatments an die ARD- und ZDF-Redaktionen geschickt.

Das Exposé und das Treatment (Thema "Häusliche Gewalt") für eine Folge [...] habe ich zusammen mit einer bereits etablierten Drehbuchautorin verfasst. Als wir nach neun Monaten noch immer keine Antwort erhalten hatten, habe ich der Redakteurin zusätzlich mein Sachbuch "Sie küssen und sie schlagen sich" zugeschickt. Ich wollte ihr damit demonstrieren, dass ich mich auf dem Gebiet der "häuslichen Gewalt" [...] bestens auskenne. Aber auch daraufhin kam keine Antwort.

Dann habe ich ein Exposé und ein Treatment für eine Folge [...] an [...] von der ZDF-Redaktion geschickt. Aber auch darauf ist mir nicht geantwortet worden.

Nun könnte ich annehmen, dass die Einreichungen als qualitativ dermaßen schlecht empfunden worden sind, dass sie nicht einmal eine Absage wert gewesen sind. Oder hätte ich mich von vornherein an eine Produktionsfirma wenden müssen?

Ich würde den Fehler nicht unbedingt der Qualität Ihrer Texte suchen (die ich natürlich nicht kenne und daher nicht beurteilen kann), sondern eher in der Vorgehensweise.

Ebenso wie Buchverlage, die unverlangt eingesandte Manuskripte heute kaum noch prüfen, sind Redaktionen der Sender mit unverlangt eingeschickten Filmstoffen schlicht überfordert.

Hinzu kommt, dass für laufende Reihen wie "Tatort", "Bloch", o. Ä. vom Sender neue Stoffvorschläge bei Produktionsfirmen gern bestellt werden. Die Produktion sucht dann ggf. Autoren für diese Vorschläge aus.

In beiden Fällen verlässt man sich natürlich gern auf zuverlässige Lieferanten.

Ich würde Ihnen raten, zweigleisig zu fahren:

1) sich eine Agenturvertretung zu suchen, die Ihre Karriere langfristig begleitet

2) für Ihre spezielle thematische Spezialisierung bei den für [...] oder [...] [in der Frage genannte Serien – die Red.] zuständigen Produzenten vorstellig zu werden

Ich muss dazu aber anmerken, dass eine profunde Kenntnis der Thematik kein Garant dafür sein kann, mit einem Auftrag zum Thema belohnt zu werden. Versuchen Sie zu verkaufen, dass Sie daraus ein für das Format passendes Drehbuch herstellen können!

Produzenten und Redakteure setzen gern auf versierte Drehbuchautoren. Sich in ein Thema einzuarbeiten, auch in ein völlig neues, gehört dabei zu den Grundvoraussetzungen des Handwerks.

beantwortet von: Oliver Pautsch (14-12)